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Der Flughafen Genf ist ein beliebtes Reiseziel von Anführern autokratisch regierter Länder. Bild: KEYSTONE

«Der Diktator ist gelandet!» – Twitterbot meldet Diktatoren-Ankunft in Genf

Genf ist ein beliebtes Urlaubsziel. Doch nicht nur für Touristen ist die Stadt an der Rhone ein attraktives Flugziel, sondern auch für Diktatoren. Ein Westschweizer Journalist wollte es genauer wissen und installierte einen Twitter-Account, der automatisch postet, wenn ein Flugzeug eines Diktatoren in Genf landet oder abfliegt.

25.10.16, 20:43 26.10.16, 08:51

Der Westschweizer Journalist François Pilet beschäftigte sich im Frühjahr mit Genf – das ein beliebtes Reiseziel für Diktatoren ist. Obwohl die meisten Diktatoren den Westen verteufeln, verbringen sie auffällig viel Zeit hier. 

«Ist er hier aus diplomatischen Gründen oder weil er das Geld verstecken will, das er seiner Bevölkerung gestohlen hat?»

Investigativjournalist François Pilet

Auf die Idee des Twitterbots kam Pilet während einer Recherche über den autokratischen Anführer von Äquatorialguinea Teodoro Obiang Nguema Mbasogo. Dieser flog auffallend häufig mit seinem Privatjet nach Genf. Die Gründe für seine Reise blieben jedoch unbekannt. 

Gegenüber des IT-Portals The Verge sagte Pilet: «Wir müssen uns jedes Mal fragen: Ist er hier aus diplomatischen Gründen oder weil er das Geld verstecken will, das er seiner Bevölkerung gestohlen hat?». 

Dies brachte Pilet auf die Idee, die geheimen Reisen der Diktatoren transparenter zu machen. Mithilfe von Daten der Planespotter-Seite FlightRadar24 wird auf dem Twitter-Account GVA Dictator Alert automatisch gepostet, wann ein Flugzeug eines Diktatoren landet oder abhebt. Auf dem Radar des Twitterbots sind autokratische Anführer und deren Flugzeuge unter anderem aus Kuwait, Algerien, Angola oder Russland.  

Auch wenn die Touren der Diktatoren nun genauer beobachtet werden können, bleiben ihre genauen Reisemotive im Dunkeln. Was sie genau in Genf tun und wer genau sich im jeweiligen Flugzeug befindet, bleibt ungewiss. (hot)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
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  • okey 25.10.2016 22:23
    Highlight An dem beispiel sieht man mal wieder wie heuchlerisch Europa ist.
    Lassen Massenmörder einreisen nur weil sie Reich sind. Die Normalbürger dieser Länder bekommen nur mühsam oder überhaupt keine Visasas. Aber ja wenn das Geld kommt nimmt die Schweiz alle auf.
    55 28 Melden
    • bokl 26.10.2016 00:00
      Highlight Hast du wirklich das Gefühl ein Diktator braucht Visa um in der Welt herumzureisen? Schon mal was von Diplomatenpässen gehört?
      36 5 Melden
    • okey 26.10.2016 06:57
      Highlight Ja habe ich und da geht das perfide Spiel in die nächste Runde. Alle die für eine skrupellose Regierung arbeiten bekommen das recht frei zu Reisen und als erste Asyl zu stellen sobald die Regierung gestürtzt wird. Der Rest der Bevölkerung wird von der Welt jedoch als Teoristen und Diebe angesehen.
      7 14 Melden
    • henkos 26.10.2016 08:48
      Highlight @okey: Sie meinen die Schweiz, nicht Europa.
      3 6 Melden
    • dä dingsbums 26.10.2016 13:34
      Highlight Ein Diplomatenpass berechtigt übrigens nicht automatisch zur Einreise in ein beliebiges Land. Diplomaten müssen immer zuerst akreditiert werden.

      User okey hat schon recht, wenn er sagt wir lassen jeden einreisen der viel Geld hat.
      0 0 Melden
    600
  • Spooky 25.10.2016 22:13
    Highlight Und was ist mit den Privatjets aus Afghanistan, Syrien, Libyen, Eritrea, Sudan, Ägypten, Türkei? Warum werden die nicht registriert?
    28 6 Melden
    • remim 26.10.2016 01:20
      Highlight Der Bot basiert auf dem Democracy Index der vom Economist vergeben wird. Ausser der Türkei sind da alle von dir genannten Staaten dabei. Die dazugehörigen Jets müssen jedoch erstmal durch Recherche ermittelt werden. Die aktuelle Liste der getrackten Jets kann auf der GitHub-Seite von GVA Dictator Alert eingesehen werden.

      https://github.com/lefranz/geneva-dictators
      https://en.m.wikipedia.org/wiki/Democracy_Index
      22 0 Melden
    • HotShot 26.10.2016 09:45
      Highlight Sehr informativ, danke dir. Dies kannte ich noch nicht.
      5 0 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 25.10.2016 22:10
    Highlight Besser wäre noch, wenn er es weiterentwickelt, damit es auch anzeigt wenn diese Diktatoren dann den Clintons Geld geben.
    22 55 Melden
    • Fabio74 26.10.2016 06:51
      Highlight Thema ist die Schweiz. Warum musst du ablenken?
      18 7 Melden
    • äti 26.10.2016 09:33
      Highlight @shala: wer wieviel Clinton gibt, kannst du selbst nachschauen. Funktioniert nicht in allen Staaten, du kennst das sicher.
      4 2 Melden
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