Digital

Ein Blick in die gestohlenen Daten des gewaltigen Sony-Hacks enthüllt: Das ist genau so schlimm, wie es klingt.

Sony attackiert Download-Seiten

Hacker stellten unveröffentlichte Filme von Sony ins Netz. Jetzt legt Sony angeblich gezielt Download-Portale lahm

Sony Pictures geht offenbar mit radikalen Mitteln gegen Download-Portale vor, die bisher unveröffentlichte Filme verbreiten. Hunderte Server in Asien sollen für Gegenangriffe genutzt werden. 

10.12.14, 22:22 14.12.14, 13:35

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Sony wehrt sich gegen die illegale Verbreitung mehrerer unveröffentlichter Filme: Nach dem Hackerangriff auf das Filmstudio Sony Pictures legt der Konzern nun offenbar gezielt Downloadportale lahm. Einem Bericht des Techportals «Recode» zufolge versucht Sony, die Downloads mit «Denial of Service»-Attacken zu stoppen. Mit den Angriffen sollen die Server so in Anspruch genommen werden, dass die Nutzer keine Verbindung mehr zu den Plattformen aufbauen können. «Recode» bezieht sich bei dem Bericht auf zwei Personen, die mit der Sache direkt vertraut sein sollen. 

Demnach setzt der Konzern hunderte Rechner in Asien ein, um die Download-Portale in die Knie zu zwingen, auf denen kopiertes Filmmaterial angeboten wird. Dem Bericht zufolge setzt Sony für die Angriffe die Rechenzentren des Online-Versandhändlers Amazon in Tokio und Singapur ein. Das Angebot der Amazon Web Services nutzen unter anderem Online-Konzerne wie Netflix, Adobe und Pinterest, um ihre Daten auf den Servern zu speichern oder Rechenleistung zu mieten. 

Amazon bestreitet jedoch, dass der Webservice an den mutmasslichen Attacken beteiligt sei. «Die Vorgänge, über die berichtet wird, finden nicht auf den Amazon Web Services statt», sagte eine Amazon-Sprecherin gegenüber SPIEGEL ONLINE. Amazon setze mehrere Erkennungs- und Schutzmechanismen ein, um Missbrauch der Server-Kapazitäten zu verhindern, sagt die Sprecherin. Sobald ein Missbrauch bekannt werde und nicht automatisch erkannt werden sollte, dann greife man manuell ein. Sony hat auf eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE am Freitagvormittag nicht reagiert. 

Die Sony-Hacker, die sich «Guardians of Peace» nennen, hatten bei dem Angriff auf die Sony-Server zahlreiche Dateien kopiert und ins Netz gestellt. Darunter auch einige Filme wie die bisher unveröffentlichte Komödie «The Interview», in dem zwei Journalisten den nordkoreanischen Machthaber töten sollen. Ausserdem haben die Hacker interne Dokumente wie Lohnabrechnungen von knapp 7000 Mitarbeitern, Details über Produktionskosten und ein Drehbuch des «Breaking Bad»-Autors Vince Gilligan veröffentlicht

Den Filmproduzenten Scott Rudin («The Social Network») hat die Aktion in eine besonders peinliche Situation gebracht: er soll in einer E-Mail im Frühjahr dieses Jahres über die Schauspielerin Angelina Jolie gesagt haben, er lasse seine Karriere nicht an «einer minimal talentierten, verzogenen Göre» zugrunde gehen. Offenbar hatte Jolie den Wunsch geäussert, einen Film mit ihr als Kleopatra zu drehen. (jbr)

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