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Windows 9, konzept

Ob die ausklappbare Charm Bar in Windows 9 bestehen bleibt, ist noch unklar. Bild: winbeta

PC-Betriebssystem

Windows 9 könnte für Versuchskaninchen bereits in wenigen Wochen erhältlich sein

Microsoft plant offenbar, in wenigen Wochen eine Testversion des Windows-8-Nachfolgers öffentlich verfügbar zu machen. Mit der neuen Software soll man auch reden können.

18.08.14, 11:54 18.08.14, 15:22

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Microsoft will in Kürze eine «Technische Vorschauversion» der nächsten Windows-Version zum Test bereitstellen. Das berichtet die für gewöhnlich in Sachen Microsoft gut informierte Mary Jo Foley bei «ZDnet». Mehrere anonyme Quellen hätten ihr gesagt, der Konzern wolle die Software Ende September oder Anfang Oktober bereitstellen. Ein Name für den Windows-8-Nachfolger, der unter der internen Bezeichnung «Threshold» (Grenze, Schwelle) entwickelt wird, sei bislang aber noch nicht festgelegt worden. Naheliegend wäre der Titel «Windows 9».

Dass der Softwarekonzern plant, eine Testversion des Betriebssystem-Updates zu veröffentlichen, war bereits Anfang Juli durchgesickert. Das Vorgehen deckt sich mit dem aktuellen Trend zu solchen öffentlichen Betatests. Auch von Windows 8 hatte Microsoft eine kostenlose Testversion für jedermann verfügbar gemacht. Im Juli hatte Apple seinen Nutzern erstmals eine Vorabfassung der nächsten Version des Mac-Betriebssystems OS X bereitgestellt.

Ein erweitertes Start-Menü könnte auch schon für Windows 8.1 erscheinen. Bild: hertes

Indem sie möglichst vielen Menschen unfertige Software-Versionen bereitstellen, wollen die Firmen sich die Möglichkeit sichern, ihre Programme auf einer grossen Zahl unterschiedlicher Rechner in unterschiedlichen Umgebungen testen zu können. So haben sie die Möglichkeit, ihre Betriebssysteme erheblich besser zu verfeinern und vor der endgültigen Veröffentlichung mehr Fehler zu beseitigen, als es mit herkömmlichen Betatests mit geschlossenen Benutzergruppen möglich wäre.

Universelle Update-Freigabe

Anwender, die sich darauf einlassen, sind die ersten, die neue Funktionen ausprobieren können. Dafür müssen sie aber auch damit rechnen, dass nicht alles so läuft wie sonst. Mal funktioniert eine bestimmte Hardware nicht mehr, mal verweigert ein wichtiges Programm den Start. Die Hersteller weisen deshalb darauf hin, dass ihre Vorabsoftware nicht auf Rechner installiert werden sollte, deren fehlerfreie Funktion essentiell ist.

Zudem lassen sie sich von den Testern manchmal auch erweiterte Rechte einräumen. Demnach sollen Windows-9-Betatester Microsoft angeblich die Freiheit gewähren, automatisch monatliche Updates einzuspielen.

Konzepte wie das neue Windows 9 aussehen könnte, gibt es zuhauf. Bild: antyweb

Cortana soll am Schreibtisch sprechen

Laut «ZDnet» soll das nächste Windows vor allem neue Funktionen für Nutzer bringen, die keinen Touchscreen haben oder die trotz eines solchen Bildschirms überwiegend mit Maus und Tastatur arbeiten. Demnach wird es eine Mini-Variante des Start-Menüs geben und Apps, die im Metro-Look von Windows 8 entwickelt wurden, sollen auch in Fenstern auf dem Desktop abgespielt werden können. Zudem sei die Einführung virtueller Desktops geplant, auf denen man sich unterschiedliche Schreibtische für unterschiedliche Anwendungen zusammenstellen kann.

Die Charms Bar genannte Systemleiste, die sich durch Wischen von der rechten Seite aus öffnet, soll dagegen aus der Desktop-Ansicht verschwinden, lauten andere Gerüchte. Ausserdem schreibt «ZDnet», Microsoft wolle seine sprachgeführte digitale Assistentin Cortana, die mit Windows Phone 8.1 auf Smartphones eingeführt wurde, in sein Desktop-Betriebssystem integrieren.

Die Einbindung der Kacheloberfläche in den Desktop-Bereich wäre eine Möglichkeit, wie man beide Bereiche gleichzeitig nutzen könnte. Bild: forumshiftdelete

Deutsche Anwender sollten in Bezug auf Cortana aber lieber nicht vor Spannung die Luft anhalten. Während das Siri-Gegenstück bereits seit Monaten auf amerikanischen Windows-Smartphones plappert, ist von einer deutschen Cortana-Version noch nichts zu sehen oder zu hören.

Microsoft selbst hat sich zu den Berichten über angeblich die geplante Testversion bisher nicht geäussert. Auch offizielle Angaben zu den in Threshold enthaltenen Neuerungen gibt es nicht. Schlüssig aber sind die Gerüchte. Die Veröffentlichung der Vorabversion Ende September würde Microsofts Programmierern genug Zeit geben, um das nächste Windows zum angepeilten Starttermin im Frühjahr 2015 fertigzustellen. (mak)

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  • sambeat 19.08.2014 00:56
    Highlight Ich finde Windows 8 richtig mühsam. Es gefällt mir nicht, und richtig arbeiten und vorallem aufs System Einfluss nehmen kann ich auch nicht. Und ich gehöre sicher nicht zum alten Eisen. Und zum Glück kenne ich viele IT-Fachleute, die meisten pflichten mir bei. Ich für meinen Teil hoffe, da kommt etwas anderes auf uns zu... Win7 forever!
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  • Cardea 18.08.2014 15:02
    Highlight Ich mag Windows 8.1 und bin neugierig was da noch kommt. :-)
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  • Matthias Studer 18.08.2014 12:40
    Highlight Schlimmer als das 8.1 kann es nicht sein. Von daher werde ich es mir, in der Hoffnung es ist besser, installieren.
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  • MediaEye 18.08.2014 12:33
    Highlight so lange wie sich microsoft nicht wieder von seinen doofen Kacheln verabschiedet, und unbedingt die gleiche Oberfläche bei PC,Tablet und Phone beibehalten will, so lange kommt mir kein Windows auf meinen Rechner. Viel besser wäre eine 100% verbesserte Ausgabe von XP
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