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Hightech-Mekka Silicon Valley: Lukrativer Anwerbestopp der Top-Konzerne Bild: Shutterstock

Pakt der Internet-Multis aufgeflogen

Geheimabsprachen über Abwerbeverbot: Apple, Google, Intel und Adobe zahlen 415 Millionen Dollar

Du nimmst mir keinen Mitarbeiter weg, dafür nehme ich dir auch keinen weg: Vier Hightech-Konzerne hatten ein Abwerbeverbot vereinbart. Dagegen klagten die Angestellten, jetzt stimmten Apple, Google, Intel und Adobe einem Millionenvergleich zu.

16.01.15, 10:11 16.01.15, 11:21

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Sie hatten eine Art Geheimpakt geschlossen, die Chefs der US-Hightech-Konzerne Apple, Google, Intel und Adobe: Sie versprachen sich gegenseitig, keine Mitarbeiter abzuwerben. So konnten die Firmen verhindern, dass Wissen abfliesst – und dass die Gehälter zu stark steigen. Rund 64'000 Angestellte hatten im Jahr 2011 eine Sammelklage gegen die Unternehmen eingereicht und jetzt recht bekommen.

Die US-Konzerne wollen insgesamt 415 Millionen Dollar bezahlen, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht. Einen ersten Vergleich in Höhe von 324,5 Millionen Dollar hatte die zuständige Richterin Lucy Koh im vergangenen Jahr als zu niedrig zurückgewiesen und mitgeteilt, sie müssten insgesamt mindestens 380 Millionen Dollar zahlen.

In der Sammelklage war den Unternehmen vorgeworfen worden, den Verzicht auf gegenseitige Jobangebote auf höchster Ebene vereinbart zu haben. So veröffentlichte Richterin Koh eine E-Mail des ehemaligen Google-Chefs Eric Schmidt an den mittlerweile verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs. Darin verspricht er, einen Angestellten der Personalabteilung zu feuern, der einen Apple-Mitarbeiter abgeworben hatte.

In der Sammelklage hatten die Anwälte Schadensersatz in Höhe von drei Milliarden Dollar gefordert, sich später aber für einen Vergleich entschieden. Offenbar wäre es schwierig gewesen, die Geheimabkommen zu beweisen. Wenn das Gericht dem aktuellen Vergleich zustimmt, werden die Konzerne einem möglicherweise peinlichen Verfahren entgehen. In einem Prozess hätten Apple, Google und Co. möglicherweise offenlegen müssen, wie das angebliche Abwerbeverbot in den Jahren 2005 bis 2009 vereinbart wurde. (nck/Reuters/AP)

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