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Angriff auf GoPro

Raten Sie mal, was für ein cooles Gadget HTC da gerade präsentiert hat

Eine Action Cam mit nur einem Knopf und ein Smartphone, das hochauflösende Selbstporträts ermöglicht: Der taiwanische Konzern HTC will sich mit originellen neuen Produkten in den Massenmarkt retten. 

09.10.14, 16:01 09.10.14, 16:53

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Der Handy-Hersteller HTC probiert noch mal etwas anderes. Nachdem es für den taiwanischen Konzern in den letzten Jahren - trotz einiger hoch gelobter Smartphones - wirtschaftlich nicht besonders gut gelaufen ist, versucht er sich jetzt auf einem neuen Gebiet. Bei einer Presseveranstaltung in New York stellte die Firma neben einem ganz auf Selfies ausgerichteten Smartphone und einer neuen App seine erste Action Cam vor. Sie heisst Re und ist in direkter Angriff auf Marktführer GoPro. 

Die Funktionsweise der nur etwa daumengrossen Kamera ist simpel: Sobald man sie in die Hand nimmt, schaltet sie sich automatisch ein, einen Einschaltknopf gibt es nicht. Vorn unter dem Objektiv liegt die einzige Taste. Ein kurzer Druck darauf löst eine Fotoaufnahme aus, ein langer Druck eine Videoaufnahme. Mehr muss man nicht wissen, um die Re bedienen zu können. Es gibt weder einen Sucher noch ein Display oder sonst eine Möglichkeit, mit der Kamera ein Motiv anzuvisieren. Stattdessen kann man per HTC-App ein mit der Re verbundenes Smartphone als Sucher und Bedienfeld verwenden. 

Ansonsten nimmt die Kamera einfach alles auf, was in ihren Aufnahmebereich kommt. Das Weitwinkelobjektiv erfasst dabei einen Bereich von 146 Grad, also fast alles, was sich vor ihr abspielt. Die Auflösung des Fotosensors beträgt 16 Megapixel, Videos werden in Full HD aufgenommen. Schaltet man die Videoauflösung auf 720p herunter, sind vierfach verlangsamte Zeitlupenaufnahmen möglich. 

Ein bisschen wasserfest 

In bis zu einem Meter Wassertiefe hält sie bis zu 30 Minuten dicht. Wer sie länger und in tieferem Wasser benutzen will, braucht das optional erhältliche Re Protection Pack, das unter anderem eine wasserdichte Kappe enthält. Fotos und Videos werden auf microSD-Karten gespeichert. Beim Kauf wird eine 8-GB-Karte mitgeliefert, maximal lassen sich 128-GB-Karten verwenden. Der Akku liefert laut HTC genug Energie für 100 Minuten Videoaufnahmen oder 1200 Foto-Schnappschüsse. Ähnlich wie GoPro bietet HTC einiges Zubehör für die Re an. Darunter beispielsweise einen Zusatzakku, eine Ladestation und allerlei unterschiedliche Halterungen (siehe Foto-Slideshow am Anfang des Artikels). 

Ab Anfang November soll die Re-Kamera für  279 Franken (UVP) erhältlich sein. Laut Datenblatt konkurriert HTCs Action Cam mit der GoPro Hero, die vergleichbare Videofähigkeiten, aber einen weniger hoch auflösenden Foto-Chip hat. Dafür kostet GoPros Einstiegsmodell auch etwas weniger, inklusive eines wasserfesten Gehäuses. 

Ein Smartphone für Narzissten 

Neben der kleinen Kamera war ein neues Mittelklasse-Smartphone, das Desire Eye (siehe Foto-Slideshow), Thema der HTC-Pressekonferenz. Ähnlich wie Microsofts Nokia seine Modelle Lumia 730 und 735 mit starker Betonung ihrer Selfie-Fähigkeiten präsentierte, priesen die Taiwaner das neue Desire Eye als Selfie-Smartphone an. Das wichtigste Merkmal des neuen Geräts ist, dass es neben einer 13-Megapixel-Kamera im Rücken noch eine weitere Kamera mit derselben Auflösung auf der Vorderseite bietet. 

Front- und Hauptkamera des HTC Desire Eye schiessen Fotos mit 13 Megapixeln. bild. htc

In Kombination mit der Foto-App Eye Experience verspricht HTC neue Möglichkeiten, Selfies zu bearbeiten und zu verschönern. So lassen sich mit der neuen App gleichzeitig Aufnahmen mit beiden Kameras machen und zu einem gemeinsamen Bild verbinden, eine Option, die auch andere Hersteller bieten. Zudem sollen sich Selfies per Sprachkommando auslösen und die abgebildeten Gesichter beispielsweise per Morphing mit Fotos anderer Personen überdecken lassen. Ansonsten bietet das Desire Eye Durchschnittskost, verfügt über einen 2,3 GHz Quadcore-Prozessor, 16 GB Speicher, LTE, Android 4.4 und einen 5,2-Zoll-Bildschirm. Laut HTC ist es ab Anfang November für 529 Euro in Deutschland verfügbar. Der Preis für Schweizer Kunden ist bislang nicht bekannt.

Kostenlos soll dagegen die Videobearbeitungs-App Zoe sein, die HTC künftig ausser für seine eigenen Smartphones auch für andere Android-Handys und gegen Jahresende auch für iPhones anbieten will. Zoe dient einerseits dazu, Fotos und Videos zu selbstlaufenden Bildershows zusammenzustellen. Vor allem aber soll es den Austausch und das gemeinsame Bearbeiten solcher Multimedia-Präsentationen innerhalb der Zoe-Community ermöglichen. Ein denkbarer Grund für die Gratis-Freigabe dieser Software: HTC erhofft sich möglicherweise, dass Zoe-App-Nutzer sich künftig auch für HTC-Hardware begeistern lassen. Der Konzern könnte es jedenfalls gebrauchen.  (mak)

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Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • Magic_mouse 09.10.2014 21:13
    Highlight Das smartphone sieht echt sch**sse aus :)
    2 6 Melden

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