Film

Der Film «Sing Street» ist wie dein Lieblingsalbum auf Vinyl – nur in Bildern. bild: Ascot Elite

«Sing Street» – ein Film wie eine Bravo-Foto-Lovestory aus den 80ern

Ein Junge gründet eine Band, um ein Mädchen zu beeindrucken. Irland, Vokuhila-Frisuren, schräge Outfits und die Hits von Duran Duran, A-Ha, The Cure und The Clash inbegriffen.

07.09.16, 19:34 08.09.16, 06:36
Simon Keller
Simon Keller

Maximum Cinema

Präsentiert von

Als Aussenseiter an seiner neuen Schule flüchtet sich der 15-jährige Conor in die Welt der Musik. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder hört er die LPs von Joy Division, Duran Duran oder A-Ha rauf und runter, schaut sich am TV «Top of the Pops» an und fragt sich dabei ständig: Wie viele Mädchen kriegen die Leadsänger von Popbands wohl ab?

Und dann taucht sie auf:

The Girl: Raphina. Bild: Ascot Elite

Die schöne und viel reifere Raphina ist Model. Conor, völlig geflashed von ihr, gibt sich einen Ruck, nimmt all seinen Mut zusammen und lädt Raphina ein, in seinem neuen Musikvideo mitzuspielen. Sie willigt zu seinem Verblüffen ein.

Jetzt muss Conor nur noch eine Band gründen, einen guten Song schreiben – und lernen, ein Instrument zu spielen. Er tut sich mit ein paar weiteren Aussenseiterjungs der Schule zusammen und gründet Sing Street. Conor lernt Gitarre zu spielen, und so entstehen erste Stücke, die sie auf Tape aufnehmen:

The Band: Im «Proberaum», dem Wohnzimmer der Eltern von Kumpel Eamon. Bild: Ascot Elite

In Eamon (Mark McKenna, r.) findet Conor nicht nur einen Gleichgesinnten, sondern vor allem einen talentierten Songschreiber, der seine Texte vertonen kann. bild: Ascot Elite

Raphina erscheint tatsächlich auf dem Videodreh und unser Held schwebt auf Wolke 7. Das ganze Szenario wird nur getrübt durch Raphinas Lover, der bereits ein Auto besitzt und ihr ein besseres Leben in London verspricht. Doch Conor lässt sich davon nicht beeindrucken und kämpft weiter um das Model.

Der Trailer zum Film:

Video: YouTube/AscotElite

«Sing Street» hat einen fantastischen Soundtrack, überzeugt durch seinen Cast mit teilweise total unerfahrenen Schauspielern und versetzt die Zuschauer unweigerlich zurück in die eigenen Teenager-Jahre. Musik schreiben für die Herzdame, Gitarre spielen und Songs aufnehmen – all das möchte man nach dem Film irgendwie auch gerne wieder tun.

Der Film übersetzt diese Lebensphase herrlich nostalgisch mit einem Hauptdarsteller, mit dem sich viele identifizieren können.

An der «Synge Street» ging der Regisseur früher selbst zur Schule. Bild: Ascot Elite

John Carney hat mit «Once» gezeigt, dass er ein grosses Gespür für Musikerfilme hat. Mit «Sing Street» stellt er die Musik wieder ins Zentrum, mit dem kleinen Unterscheid, dass dieser Film auch für ihn eine Art Autobiografie darstellt:

«Ich hatte kein Interesse daran, einfach nur irgendeine Geschichte mit Musik zu erzählen, vielmehr wollte ich etwas in meinem eigenen Leben finden, was ich für erzählenswert und interessant hielt. ... Das, was man mit 13 oder 14 Jahren macht, die Dinge, für die man sich zu interessieren beginnt – das sind oft Sachen, die einen für den Rest des Lebens begleiten.»

John Carney, Regisseur

Einige Nebenstränge des Films, wie die Scheidung von Conors Eltern, wirken ein wenig unmotiviert, aber überall da, wo es um die Band geht, wo sich die Bandmitglieder wieder mit neuen Frisuren, Klamotten und Styles für Musikvideos präsentieren, sorgt der Film für gute Unterhaltung.

bild: Ascot Elite

Kinostart: 08. September 2016

Regie: John Carney
Cast (u.a.): Lucy Boynton, Kelly Thornton, Maria Doyle Kennedy, Jack Reynor, Aidan Gillen

Noch mehr Musik im Film: «Vinyl» – Sex, Schlaghosen, schräger Sound

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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