Film

Hollywoods neues Traumpaar: Alicia Vikander als Isabel und Michael Fassbender als Tom. bild: Ascot Elite

Vikander! Und! Fassbender! Das ist die neue Kino-Romanze «The Light Between Oceans»

Der amerikanische Regisseur Derek Cianfrance («Blue Valentine», «The Place Beyond The Pines») erzählt einmal mehr eine dramatische Liebesgeschichte. Wir sagen euch, was sein neuester Wurf hergibt. 

06.09.16, 12:21 06.09.16, 13:39
Lorena Funk
Lorena Funk

Maximum Cinema

Das Setting

Westaustralien in den 50er Jahren: Weitab vom Festland schmiegt sich die kleine Insel Janus Rock in die felsige Landschaft des östlichen Indischen Ozeans.

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Die Protagonisten

Der Kriegsveteran Tom Sherbourne (grossartig: Michael Fassbender) sucht nach traumatisierenden Jahren an der Front ein Stückchen Himmel auf Erden. Er bewirbt sich als Leuchtturmwärter auf der Insel, die ausser diesem Wegleiter für die Schiffe und einem Haus für dessen Wärter nur idyllische Wiesen und Steinstrände zu bieten hat.

Auf der einsamen Insel findet der nicht gerade redselige Mann nicht nur Ruhe, sondern auch seine grosse Liebe: Die verträumte Isabel (Hollywoods Nachwuchsliebling Alicia Vikander) verliebt sich in den Leuchtturmwärter und in die Idee, mit ihm eine Familie zu gründen.

Fehlgeburten und ein schreiendes Baby

Doch die Idylle wird nach zwei Fehlgeburten getrübt. Als ein schreiendes Baby in einem Boot auf Janus Rock angespült wird, beschliesst das trauernde Paar, das Kind als ihr eigenes auszugeben und es grosszuziehen.

Auch mit dabei: Rachel Weisz. bild: Ascot Elite

Das klappt ganz gut – bis die Gewissensbisse von Tom beim Anblick der (vermeintlich?) echten Mutter (Rachel Weisz) zu gross werden.

Der Regisseur

Der amerikanische Regisseur Derek Cianfrance, der mit seinen Filmen «Blue Valentine» und «The Place Beyond The Pines» bereits beeindruckte, ist ein Meister im Erzählen von dramatischen Liebesgeschichten. Mit grossen Namen an Bord (Ryan Gosling, Michelle Williams, Bradley Cooper, Eva Mendes) schuf er bereits intensive Lovestories, die zwischen Arthouse und Mainstream anzusiedeln sind und unglaublich fesseln.

Das Filmplakat. bild: Ascot Elite

Cianfrance braucht keine Baller-Action oder Superhelden mit extraterrestrischen Kräften, um die Zuschauer am Ball zu halten. Und genau weil er sich keiner surrealistischen Elemente bedient und immer am Boden bleibt, gehen seine Dramen so tief.

Die Beziehungen

Die Beziehungen zwischen den Protagonisten waren bei Cianfrance auch schon herzergreifender. Die Liebe zwischen Tom und Isabel wirkt – vielleicht absichtlich? – etwas hölzern. Auf der einen Seite steht der gefühlstaube und kriegstraumatisierte Tom, der sich den ganzen Film über keine Emotion abringen mag. Auf der anderen Seite steht die junge und naive Isabel, die in ihrer eigenen, abgelegenen Traumwelt wohnen will.

Die Beziehung zwischen den beiden wirkt zuweilen ein wenig aufgesetzt. Viel packender ist daher die Mutter-Kind-Beziehung. In der zweiten Hälfte des Films entwickelt sich diese zu einem schmerzhaften Geschwür, als Isabel die kleine Lucy abgeben muss und in tiefer Trauer versinkt.

Isabel und die kleine Lucy. bild: Ascot Elite

Das Fazit

Trotz der stolzen Länge von 132 Minuten wird «The Light Between Oceans» nie langweilig oder absurd. Auch wenn das Drama manchmal beinahe einen stolzen Pathos streift, zeichnet Derek Cianfrance mit malerischen Bildern der Natur ein friedliches Bild.

Man würde gerne darin versinken und gar nicht mehr aus dem kuscheligen Kinosessel aufstehen.

The Light Between Oceans

Kinostart: 8.9.2016
Regie: Derek Cianfrance
Darsteller: Michael Fassbender, Alicia Vikander, Rachel Weisz

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