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Man kann den eigenen Geschmack an bitteres Essen gewöhnen.
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Grapefruit, Chicorée und Rosenkohl: Warum wir mehr bittere Lebensmittel essen sollten

08.11.15, 09:45

philipp mitter / gesundleben

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Bitterstoffe sind weder Mineralstoffe noch wichtige Spurenelemente. Es sind sekundäre Pflanzenstoffe, die der Pflanze als Abwehrstoff gegen «Fressfeinde» dienen. Was für Tiere giftig sein kann, ist für Menschen jedoch sehr gesund. Sie tragen zur Stärkung des Immunsystems bei, haben eine positive Wirkung auf den Stoffwechsel und schützen so vor einer Übersäuerung des Körpers und vor zu viel Körpergewicht.

Bitter ist für den Magen gesund

Nicht ohne Grund geniessen viele Menschen seit eh und je nach einer üppigen Mahlzeit einen Magenbitter, der die Verdauung unterstützen soll. Häufig unterschätzen wir den Einfluss des Verdauungssystems auf unsere Befindlichkeit. Über das Verdauungssystem nimmt der Körper seine Nährstoffe auf und leitet die Entgiftung ein. Ein gestörtes Verdauungssystem führt mitunter zu schmerzhaften gesundheitlichen Problemen.

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Bitterstoffe in der Nahrung regen die Produktion von Speichel, Gallenflüssigkeit und Magensäften an. Auch die Insulinproduktion wird stimuliert. Zudem regen Bitterstoffe die Leber an, in der Nahrung enthaltene Giftstoffe abzubauen. Der Körper bildet Basen, die ihn vor einer Übersäuerung schützen.

Schlank durch Bitterstoffe

Gewöhnungsbedürftig aber gesund: Grapefruit.
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Um den Körper zu schützen, senden die Geschmacksrezeptoren als Reaktion auf den Genuss von Bitterstoffen Alarmsignale aus. Diese wirken wie Appetitzügler, sodass wir automatisch nicht zu viel essen. So verhindern Bitterstoffe in der Nahrung Übergewicht.

Sind in der Nahrung Bitterstoffe enthalten, werden die fettlöslichen Vitamine und Eisen besser vom Körper aufgenommen, was gut für die Blutbildung ist. Beliebte Nahrungsmittel wie Grapefruits sind nicht nur wegen der Vitamine, sondern wegen der enthaltenen Bitterstoffe besonders gesund. Auch Mangold ist sehr bitterstoffreich.

Zugegeben, der bittere Geschmack ist nicht jedermanns Sache und durchaus gewöhnungsbedürftig. Immerhin sind die Bitterstoffe «giftig». Nicht alle sind für den Menschen gesund, sie können, wie bei giftigen bitteren Pilzen, auch gefährlich sein. Der natürliche Schutzmechanismus des Körpers ermöglicht, dass wir auf den bitteren Geschmack mit Abneigung reagieren. So schützen wir uns vor Vergiftungen.

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Im Laufe der Jahre haben wir gelernt, mit Bitterstoffen richtig umzugehen. Wir wissen, dass Solanin in grünen Kartoffeln giftig ist. Wir wissen auch, dass wir unreife Tomaten wegen des enthaltenen Alpha-Tomatins nicht essen sollen. Allerdings sind unsere Geschmacksnerven nicht so weit ausgeprägt, dass wir gute und weniger gute Bitterstoffe automatisch unterscheiden, sodass sie auf uns eine den Appetit zügelnde Wirkung haben. Von dem, was bitter schmeckt, essen wir weniger.

Früher befand sich in vielen Obst- und Gemüsesorten ein höherer Anteil an Bitterstoffen. Weil wir jedoch einen süsslichen und milderen Geschmack bei den Lebensmitteln bevorzugen, wurden viele Bitterstoffe aus den Pflanzen herausgezogen. Heute werden Obst- und Gemüsesorten gezüchtet, die deutlich weniger bitter sind. Das hat den Nachteil, dass wir bitter noch weniger mögen. Infolgedessen ist unsere Nahrung meistens zu salzhaltig und zu süss.

Den Geschmack an Bitteres gewöhnen

Vor allem Kinder haben Mühe damit: Rosenkohl.
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Es obliegt uns selbst, unseren Geschmack auch an etwas Bitteres zu gewöhnen. Die Gesundheit sollte es uns wert sein. Die vielen positiven Eigenschaften der Bitterstoffe machen den bitteren Geschmack schnell wett. Mit etwas Überwindung und dem regelmässigen Verzehr von bitter schmeckenden Lebensmitteln sorgen wir für unsere Gesundheit, schützen uns vor Übergewicht und bleiben fit.

In vielen Nahrungsmitteln wie Chicorée, Rosenkohl, Kohlrabi, Mangold und Spinat oder in Grapefruits, Zitronen, Orangen und manchen älteren Apfelsorten sind ausreichend Bitterstoffe vorhanden. Wer diese Obst- und Gemüsesorten regelmässig auf dem Speiseplan hat, tut sich was Gutes. Auch Kräuter und Gewürze können besonders viele Bitterstoffe enthalten. Baldrian und Ingwer, Löwenzahn und Majoran sowie Oregano und Estragon enthalten wertvolle Bitterstoffe, deren Vorzüge sich einfach nutzen lassen.

Dazu kommen eine Reihe von verarbeiteten Nahrungsmitteln und Getränke mit Bitterstoffen, die unseren Speiseplan bereichern können. Bitterstoffe sind in aus Hopfen hergestelltem Bier, in Rotwein und schwarzem Tee enthalten. Dunkle Schokolade und Kakao enthalten ebenfalls Bitterstoffe. Auch Kaffee und Olivenöl sind bitterstoffhaltig.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • Menel 08.11.2015 14:15
    Highlight Gab es vor kurzem nicht diese Studie, die besagte, dass vor allem Psychopathen eine Vorliebe für bittere Lebensmittel haben. Man sollte sich an der Stelle fragen, was war zuerst da, die psychopathische Ader oder die bitteren Lebensmittel? 😜
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  • bralliu 08.11.2015 09:56
    Highlight gut ist auch bier bitter
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    • Gelöschter Benutzer 08.11.2015 10:30
      Highlight ...und Gin Tonic.
      18 0 Melden
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