Gesellschaft & Politik

Irakische Bodentruppen gefordert

Obama spricht von «neuer Phase» im Kampf gegen den IS

10.11.14, 05:50 10.11.14, 09:12

«Sehr wirksam»: Obama über Kampf gegen Terrormiliz IS. Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/KEYSTONE

US-Präsident Barack Obama sieht eine «neue Phase» im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak. Die Luftangriffe hätten «sehr wirksam» die Kapazitäten der Dschihadisten verringert und ihren Vormarsch verlangsamt, sagte er in einem Interview.

«Was wir jetzt brauchen, sind Bodentruppen, irakische Bodentruppen, die damit beginnen, sie zurückzudrängen.»

US-Präsident Obama

Statt zu versuchen, ihnen nur den Schwung zu nehmen, sei man jetzt in einer Position, damit anzufangen, etwas in die Offensive zu gehen, sagte Obama am Sender im Gespräch im Sender CBS. «Was wir jetzt brauchen, sind Bodentruppen, irakische Bodentruppen, die damit beginnen, sie zurückzudrängen.» Der Präsident hatte am Freitag die Entsendung zusätzlicher 1500 US-Soldaten in den Irak angekündigt.

Er bekräftigte zugleich, dass die Amerikaner vor Ort keine Kampfeinsätze leisten, sondern lediglich bei der Ausbildung irakischer Truppen und anderer Kräfte für den Kampf gegen den IS helfen würden. 

Aber die USA würden örtliche Bodentruppen «nah aus der Luft» unterstützen, wenn sie so weit seien, eine Offensive gegen den IS zu starten.

Keine Bestätigung zu Al-Baghdadi

Abu Bakr al-Baghdadi. Bild: REUTERS TV/REUTERS

Unterdessen gibt es nach einem Luftangriff auf die Terrormiliz im Irak neue Berichte über eine Verletzung des IS-Anführers Abu Bakr al-Baghdadi. Irakische Regierungsstellen und der Staatssender Irakija meldeten am Sonntag, auch Al-Baghdadi sei getroffen worden. 

Das US-Zentralkommando in Tampa/Florida teilte mit, es lägen keine Informationen vor, die Berichte bestätigten, nach denen Al-Baghdadi verletzt worden sei.

Kampfflugzeuge der USA hatten einen Konvoi mit IS-Anführern angegriffen. Dabei seien «viele» Extremisten, darunter zwei regionale Chefs, getötet worden, zitierte die «New York Times» einen irakischen Kommandanten und einen Sicherheitsbeamten.

Über den Ort der Bombardierung gab es zunächst Unklarheiten. Laut «New York Times» habe die Attacke nahe der Ortschaft Al-Kaim im Westirak stattgefunden, die «Washington Post» zitiert hingegen einen Sprecher des US-Zentralkommandos, der Konvoi sei nahe Mossul bombardiert worden.

Irakische Spezialeinheit

Nach Angaben des Staatssenders Irakija soll Al-Baghdadi in der Folge eines Luftangriffes einer irakischen Spezialeinheit verletzt worden sein. Irakija berief sich auf das Innenministerium, machte jedoch keine Angaben, wann und wo der Luftschlag durchgeführt worden sein soll.

IS-Einheiten haben in den vergangenen Monaten mit einem brutalen Vormarsch im Irak und Syrien grosse Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht. (kad/sda/dpa)

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Brikne, 20.7.2017
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  • zombie1969 10.11.2014 10:51
    Highlight Sollte Al-Baghdadi bei dem Luftangriff ausgeschaltet worden sein, so gibt es morgen schon einen neuen Terrorchef. Also kein Grund für Triumphgeschrei.
    Wichtiger wäre es, mehr Gewicht auf die Bekämpfung der Finanzquellen der IS und auch anderer Terrorgruppen zu legen. Dazu müsste man nicht mal schiessen oder bomben, sondern nur geschickt ermitteln und wirtschaftlich wie diplomatisch konsequent vorgehen und handeln.
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  • zombie1969 10.11.2014 10:47
    Highlight Auch wenn die Führung des Kalifats IS eliminiert worden sein sollte, bleibt abzuwarten, ob der IS dadurch geschwächt wird. Was an der gegenwärtigen Situation im Irak/Syrien stört ist,dass islamische Länder nicht Willens sind,den IS und andere islamistische Oganisationen zunächst als innerislamische Probleme anzuerkennen. Vollkommen unverfroren lassen die Führer der islamischen Welt die ungläubigen Amerikaner die Drecksarbeit erledigen.Dieser Selbsbedienungsmentalität in islamischen Staaten muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden.Sunniten gegen Schiiten, das sind keine Probleme des Westens.
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