Gesellschaft & Politik

IS-Vormarsch

Obama schickt weitere 350 Soldaten in den Irak

03.09.14, 03:47 07.09.14, 16:45

Dieser US-Soldat in Bagdad bekommt bald Unterstützung von 350 Kameraden. Bild: AP

US-Präsident Barack Obama hat die Entsendung von 350 zusätzlichen US-Soldaten in den Irak angeordnet. Die Militäreinheiten sollen in der irakischen Hauptstadt Bagdad für den Schutz von diplomatischen Einrichtungen und diplomatischem Personal zuständig sein.

Das teilte das Weisse Haus in Washington am Dienstag (Ortszeit) mit. Seit mehreren Wochen fliegt die US-Luftwaffe Einsätze gegen Stellungen der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) im Norden Iraks.

Der Einsatz zusätzlicher Soldaten wurde vom US-Aussenministerium beantragt und wird durch das Verteidigungsministerium organisiert. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden künftig 820 US-Soldaten im Irak stationiert sein. Die Regierung in Washington betont, es kämen keine Kampftruppen in den Irak.

Barak Obama Verstärkt den Schutz von Diplomaten in Bagdad. Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Die US-Luftwaffe unterstützt seit Anfang August die kurdischen Peschmerga-Milizen und die irakischen Regierungstruppen bei ihren Bemühungen, die Dschihadisten im Norden des Landes zurückzudrängen. Ein Schwerpunkt der Luftangriffe lag in der Nähe des Staudamms von Mossul.

«Klare Strategie» gefordert

Nach dem Bekenntnis der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zur Enthauptung eines zweiten US-Journalisten haben die Republikaner im Kongress in Washington eine klare Strategie gegen die Dschihadisten verlangt. Frankreich verurteilte die Tat als «abscheulich».

US-Präsident Barack Obama müsse «der amerikanischen Bevölkerung und dem Kongress erklären, wie wir mit dieser Bedrohung umgehen», sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten im Repräsentantenhaus, Ed Royce, am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Royce kündigte an, Aussenminister John Kerry in der kommenden Woche vor seinem Ausschuss zu den Plänen der Regierung befragen zu wollen.

Nach Angaben des auf die Überwachung islamistischer Webseiten spezialisierten US-Unternehmens Site veröffentlichten die Dschihadisten am Dienstag ein Video, das die Enthauptung des vor einem Jahr im Norden Syriens verschleppten Reporters Steven Sotloff zeigen soll. Die US-Regierung erklärte, sie prüfe die Echtheit der Aufnahmen. Vergangenen Monat hatten die IS-Kämpfer bereits den US-Journalisten James Foley enthauptet und am 19. August ein Video von der Tat ins Internet gestellt. (sda/afp/dpa)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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  • zombie1969 03.09.2014 09:32
    Highlight 1980 fand in Lahore, Pakistan, eine Konferenz der Muslim International World Society statt.Der Figaro berichtete, dass dort diskutiert wurde, wie die islamische Welt der Existenz der christlichen Minderheit in der muslimischen Welt ein Ende machen oder sie zwingen könnte, muslimisch zu werden Der Zeitplan sah vor,dass dies bis zum Ende des zweiten Jahrtausends erreicht werden sollte.
    Der Vorsitzende verklagte 1984 die Zeitung mit der Begründung, der Bericht sei falsch.Es kann davon ausgegangen werden,dass die Zeitung wahrheitsgemäss berichtet hat,denn das ist tatsächlich die Agenda des Islam.
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    • oskar 03.09.2014 22:40
      Highlight wie kommst du darauf das diese Berichterstattung wahr war? die IS war bisher alles andere als wählerisch. alle nicht-sunniten werden bekämpft. hat der Figaro damals auch herausgefunden, dass schiiten, jesiden etc. zerstört werden sollen? kaum... damit hätten sie ihre rechtskonservative leserschafft nur verwirrt
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  • Zeit_Genosse 03.09.2014 07:54
    Highlight Das schaffen selbst die USA nicht alleine. Wenn die Weltgemeinschaft die Greuel von IS nicht bekämpft, dann werden die USA scheitern. Geschieht ihnen recht, wäre die falsche Reaktion, weil es nicht um die USA geht, sondern die Ausbreitung von IS, die nicht nur ein geopolitisches Problem zum wegschauen ist, sondern eine humanitäre Katastrophe mit Völkermord und unendlichem Leid.
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Nein, Herr Trump, Obama ist NICHT der Gründer des «IS» – aber ganz unschuldig ist er auch nicht

Donald Trump wirft Barack Obama vor, den «IS» gegründet zu haben und betont, er meine das wörtlich. Wobei, inzwischen bezeichnet er es als «Sarkasmus»:

So oder so, Obama hat den «IS» selbstverständlich nicht gegründet. Richtig ist aber, dass eine verhängnisvolle Entscheidung des US-Präsidenten den Aufstieg der Terrormiliz massgeblich begünstigt hat. Er befindet sich damit allerdings in bester Gesellschaft:

Ohne Bin Laden keine Al-Kaida.

Der «IS»-Kern einschliesslich «Kalif» Al-Baghdadi …

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