Gesellschaft & Politik
A woman holds a moment of silence at the Jewish Museum in Brussels, Sunday May 25, 2014. Police stepped up security at Jewish institutions, schools and synagogues after three people were killed and one seriously injured in a spree of gunfire at the Jewish Museum in Brussels on Saturday. (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert)

Eine Frau trauert vor dem Museum in Brüssel. Bild: AP

Brüssel

Bluttat im jüdischen Museum: Hinweise auf Terroranschlag verdichten sich

Nach dem Angriff auf das Jüdische Museum in Brüssel am Samstag mit mindestens drei Toten hat die bislang federführende Staatsanwaltschaft Brüssel den Fall an die auch für Terrorismus zuständige Generalstaatsanwaltschaft abgegeben.

26.05.14, 16:45

Die Tat werde aber offiziell «noch nicht» als Terrorismus eingestuft, sagte Justizsprecherin Ine Van Wymersch in Brüssel. Die Entscheidung, das Verfahren an die Generalstaatsanwaltschaft abzugeben, sei wegen «der Identität und der Nationalität der Opfer» sowie «der Analyse der Bilder» der Überwachungskameras getroffen worden.

Bei den Toten handelt es sich um ein Paar aus Israel sowie eine freiwillige Helferin des Museums aus Frankreich. Zu einem vierten Opfer, einem bei dem Angriff lebensgefährlich verletzten belgischen Museumsmitarbeiter, gab es indes widersprüchliche Angaben.

Van Wymersch sagte, dass der junge Mann nicht verstorben sei, sondern sich im Spital «in einem sehr kritischen Zustand» befinde. Dagegen hatte die belgische Liga gegen Antisemitismus bereits am Sonntag bekannt gegeben, dass auch das vierte Opfer verstorben sei.

«Kaltblütiges» Vorgehen

Die Bluttat hatte sich am Samstagnachmittag in dem Museum ereignet, das in einem belebten und bei Touristen beliebten Viertel im Zentrum der belgischen Hauptstadt liegt und das nicht besonders gesichert war.

Die von der Polizei veröffentlichen Überwachungsvideos zeigen einen Mann mittlerer Statur, der vor dem Eingang des Museums eine Waffe aus einer Tasche holt, in das Museum tritt und wieder herauskommt. Die Waffe identifizierten die Fahnder als vom Typ einer Kalaschnikow.

Der noch nicht identifizierte Täter sei offenbar «kaltblütig und in seinen Handlungen ziemlich entschieden» vorgegangen, sagte Van Wymersch. Eine belgische Zeitung hatte berichtet, dass er auch eine Kamera an einer Tasche befestigt habe, möglicherweise um die Bluttat zu filmen. Dazu wollte sich die Sprecherin nicht äussern.

Beileidsbekundungen

Die Tat hatte landesweit und international für Entsetzen gesorgt. Trauernde vor dem Museum warnten vor einem wachsenden Antisemitismus nicht nur in Belgien. Am Sonntagabend versammelten sich in Brüssel und Paris mehrere Hundert Menschen, um der Opfer zu gedenken. 

Auch am Montag rissen die Reaktionen nicht ab; unter anderen bekundeten die Liga der Muslime in Belgien, das Europäische Zentrum gegen den Rassismus und die Protestantisch-Unierte Kirche in Belgien den Familien der Opfer ihr Beileid, wie die Agentur Belga meldete. (whr/sda/afp)

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