Gesellschaft & Politik

Kampf gegen Boko Haram

Auf in den Kampf gegen Boko Haram: Soldaten aus Tschad. Bild: STRINGER/REUTERS

In Kamerun kommt es zum Blutbad, in Nigeria meldet das Militär einen Erfolg

17.02.15, 01:44

Bei Kämpfen im Norden Kameruns zwischen der Armee und der Extremistengruppe Boko Haram sind nach Armeeangaben 86 Rebellen und fünf Soldaten getötet worden. In der Region Waza kam es demnach am Montag zu mehreren Zusammenstössen zwischen der Armee und den Islamisten.

Dabei wurden auch sieben Soldaten verletzt, wie Armeesprecher Oberst Didier Badjeck sagte. Boko Haram hatte in den vergangenen Monaten ihre Angriffe vom Nordosten Nigerias auch auf die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger ausgedehnt. Das führte zum Eingreifen der dortigen Streitkräfte in den Konflikt.

Der Kommandant des Einsatzes gegen Boko Haram im Norden Kameruns, Oberst Joseph Nouma, sagte, im Gefängnis des Hauptortes Maroua seien mehr als tausend mutmassliche Rebellenkämpfer inhaftiert. Sie würden «der Justiz übergeben» werden.

Stadt befreit

In Nigeria wollen die Streitkräfte im Kampf gegen Boko Haram einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt zurückerobert haben. Mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive sei die Kleinstadt Monguno im Nordosten des Landes befreit worden, teilte ein Armeesprecher mit. Es habe Festnahmen und Tote gegeben. Zudem seien Waffen und Vorräte der sunnitischen Fundamentalisten beschlagnahmt worden. Die Rückeroberung Mongunos wurde zunächst nicht unabhängig bestätigt.

Die Aktion wäre der erste grössere Erfolg der Armee im Kampf gegen Boko Haram seit der Verschiebung der Präsidentenwahl. Boko Haram hatte die Kontrolle über Monguno in der Nähe des Tschad-Sees erst vor etwa drei Wochen erlangt.

Am Montag hatte auch Niger mitgeteilt, im Südosten des Landes mehr als 160 mutmassliche Boko-Haram-Anhänger festgenommen zu haben. In Kameruns Hauptstadt Jaunde berieten derweil die Präsidenten der Wirtschaftsgemeinschaft Zentralafrikanischer Staaten (CEEAC) über Massnahmen im Kampf gegen die Extremistengruppe. (kad/sda/afp)

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Brikne, 20.7.2017
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