Gesellschaft & Politik
Vacheslav Ponomarev, the self-proclaimed mayor of Slovyansk, right, speaks to a pro-Russian gunman, as two of foreign military observer, one of them Axel Schneider of Germany, center, look to each other during a press conference in city hall, of Slovyansk, eastern Ukraine, Sunday, April 27, 2014. As Western governments vowed to impose more sanctions against Russia and its supporters in eastern Ukraine, a group of foreign military observers remained in captivity Saturday accused of being NATO spies by a pro-Russian insurgency. The German-led, eight-member team was traveling under the auspices of the Organization of Security and Cooperation in Europe when they were detained Friday. (AP Photo/Alexander Zemlianichenko)

Axel Schneider, Chef der festgesetzen OSZE-Militärbeobachter (Mitte) mit Wjatscheslaw Ponomarjow, dem selbst ernannten Bürgermeister von Slawjansk (rechts).  Bild: AP/AP

Gefangene OSZE-Beobachter

Separatisten führen gefangene OSZE-Beobachter am Fernsehen vor

27.04.14, 09:35 27.04.14, 15:02

Prorussische Milizionäre in der ostukrainischen Stadt Slawjansk haben am Sonntag die gefangenen Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bei einer Medienkonferenz vorgeführt.

Acht Männer, die alle offenbar unverletzt waren, wurden durch die Aufständischen in einen Saal eines besetzten Gebäudes geführt, in dem rund 60 Journalisten versammelt waren. Die Beobachter waren am Freitag zusammen mit fünf ukrainischen Soldaten gefangen genommen worden. 

Aufzeichnung der Medienkonferenz

Video: Youtube/Лена Иванова

«Wir sind Gäste von Ponomarjow. Wir sind keine Kriegsgefangenen», sagt Axel Schneider, Chef der festgesetzen OSZE-Militärbeobachter, laut «Spiegel Online». Alle seien in guter Verfassung. Zunächst seien alle in einem Keller untergebracht worden, nun halten sie sich in einem Raum mit Tageslicht auf.

Bild: AP

Auch vermeintliche ukrainische Offiziere der Antiterroreinheit vorgeführt

Nach der Festsetzung der OSZE-Beobachter haben die prorussischen Separatisten nach eigenen Angaben auch mehrere «Agenten» der Regierung in Kiew in ihre Gewalt gebracht. Die Aktivisten präsentierten am Sonntag im russischen Staatsfernsehen drei geknebelte Männer. Die Männer hätten angeblich einen moskautreuen Funktionär entführen wollten, hiess es. 

Video: Youtube/kpru

Die vermeintlichen Offiziere der Antiterroreinheit «Alfa» seien bei ihrer Kommandoaktion aufgeflogen, sagte einer der Protestführer in Slawjansk. Die Männer sollen gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen ausgetauscht werden. 

OSZE will verhandeln

Die Separatisten halten weiter mehrere OSZE-Beobachter in der Gewalt. Eine Delegation der OSZE will am Sonntag mit prorussischen Aktivisten in der Ostukraine über ihre Freilassung verhandeln. Die Separatisten sind zu Gesprächen mit den OSZE-Vertretern bereit, stellen aber Bedingungen.

Für die Aktivisten in Slawjansk habe derzeit ein Austausch der Gruppe mit inhaftierten Gesinnungsgenossen Vorrang, sagte der selbst ernannte Bürgermeister Wjatscheslaw Ponomarjow am Samstag.

Den «Festgenommenen» gehe es gut. Ein Mann leide unter Diabetes, werde aber versorgt, sagte Ponomarjow. Er erhob erneut Vorwürfe gegen die Gruppe. «Sie haben gesagt, sie wollten sich Sehenswürdigkeiten anschauen, dabei hatten sie Kartenmaterial dabei – wie eben Spione.»

In Slawjansk präsentierte Separatistenführer Puschilin die Ausweise und Erkennungsmarken der festgesetzten Militärbeobachter. «In der Delegation waren auch ukrainische Offiziere – wir beabsichtigten, sie gegen Pawel Gubarew und andere Gefangene einzutauschen», sagte er. Der moskautreue Politiker Gubarew sitzt derzeit wegen «Separatismus» in Kiew in Untersuchungshaft.

Auf der Suche nach einer Lösung telefonierten die Aussenminister Sergej Lawrow und John Kerry miteinander. Russlands Chefdiplomat Lawrow habe seinen US-Kollegen aufgefordert, bei der ukrainischen Regierung für eine Freilassung inhaftierter prorussischer Protestführer zu werben. Das teilte das Aussenamt in Moskau mit.

Burkhalter telefoniert mit Lawrow

Im Rahmen der diplomatischen Bemühungen telefonierte Lawrow auch mit Didier Burkhalter in dessen Funktion als Chef der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, hiess es in Moskau. Dabei habe der Schweizer Bundespräsident zugesagt, dass OSZE-Vertreter Gubarew im Gefängnis in Kiew besuchen würden.

Festgehalten werden in Slawjansk drei Bundeswehroffiziere und ein deutscher Dolmetscher sowie je ein militärischer Beobachter aus Tschechien, Schweden, Dänemark und Polen. Begleitet wurden sie von mehreren ukrainischen Soldaten, die ebenfalls in der Gewalt der Separatisten sind. 

Obama: Russland muss Destabilisierung beenden

US-Präsident Barack Obama hat erneut Russland für die Krise im Osten der Ukraine verantwortlich gemacht. Er fordert deshalb eine angemessene und gemeinsame Antwort von Europa und den USA. Russland müsse die «Destabilisierung» der Ukraine sofort einstellen, forderte Obama am Sonntag während eines Staatsbesuchs in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. 

Die Führung in Moskau habe «nicht einen Finger gerührt», um prorussische Separatisten im Zaum zu halten – vielmehr gebe es deutliche Anzeichen dafür, dass sie deren Aktivitäten ermutigt habe. Die USA und Europa bereiten derzeit weitere Sanktionen gegen Russland vor, die möglicherweise schon am Montag angekündigt werden. 

Die Rede ist von Kontensperrungen und Reisebeschränkungen für einflussreiche Russen. Darüber hinausgehende Sanktionen gegen einzelne Branchen der russischen Wirtschaft würden davon abhängen, ob sich die USA und Europa auf eine gemeinsame Position einigen könnten, erklärte Obama weiter. (pbl/afp/sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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  • sewi 27.04.2014 20:20
    Highlight Die " entführten"Offiziere gehören nicht zur OSZE Beobachtermission. Sie gehören zu paralell dazu von der Kiewer Junta bestelltenBeobachtern die den Zustand der ukrainischen Armee überprüfen sollen(angeblich). Wozu diese dann in dasvon Separatisten gehaltene Gebiet fahren und Stellungen der Prorussen auf mitbegührten Karten einzeichnen scheint sehr nach Spionage auszusehen
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    • Horny 28.04.2014 11:02
      Highlight Das entlarvt die westliche Propaganda unter der Führung der USA mit seinen "Lippenbekenner" der EU und NATO. Soviel Idiotie und Dummheit wie der sogenannte Westen in der Ukraine zelebriert zeigt, was heute Demokratie darstellt.
      Lüge, Denunzieren, Betrügen, Bereichern und die Schuld abschieben!!!
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  • Raffaele Merminod 27.04.2014 15:31
    Highlight Die Kontrolle entgleitet Putin aus den Händen. Diese Geiselnahme stand nicht in seinem Kalkül. Nur, wie weiter jetzt, ohne dass Gesicht zu verlieren?
    Bleibt Putin nur noch der Weg der Gewalt? Würde er in die Ukreine einmarschieren, wird sich ihm sicher niemandem aus dem Westen direkt in den Weg stellen.
    Der kalte Krieg wäre aber wieder da.
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    • sewi 27.04.2014 17:16
      Highlight Kalter Krieg bedeutet dass es keinen richtigen Krieg gibt.....
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  • elivi 27.04.2014 14:09
    Highlight Wenn ich sehnswürdigkeiten anschauen geh hab ich immer ne karte dabei. Die habe sicher auch wahnsinige bedingungen die jenseits von real sind. Das zeigt wie real fern die sind. Es is nur eine frage der zeit bis die ersten hinrichtungen stattfinden wenn die bedingungen nicht erfüllt werden. Wie eben echte terroristen es tun. Was sie ja schlussendlich auch sind ...
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  • zombie1969 27.04.2014 11:36
    Highlight Die Krise in der Ukraine sollte eigentlich jedem Europäer Angst einjagen. Jetzt werden die pro-russischen Aktivisten erst mal enger zusammenrücken und dann hart zurückschlagen. Die Lunte brennt und sie ist vielleicht nicht mehr zu löschen. Ein Bürgerkrieg im 21. Jahrhundert, mitten in Europa, welch Schande gebracht würde!
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    • sewi 27.04.2014 17:22
      Highlight Tja, so ist der Mensch.... Jugoslawien ist noch nicht lange her.... Nachbar erschiesst Nachbar... und das erschreckende ist dass jeder von uns zur Bestie werden kann.... sobald wir die Gelegenheit und die Rechtfertigungen dazu haben. So sind wir alle.....
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