Gesellschaft & Politik

Eskalation in der Ukraine

Tote bei Angriff der ukrainischen Armee - Putin droht mit Konsequenzen

24.04.14, 11:18 24.04.14, 14:10
Ukrainian security force officers walk past a checkpoint set on fire and left by pro-Russian separatists near Slaviansk April 24, 2014. Ukrainian troops were digging in to a new position a few miles from the separatist-held city of Slaviansk early on Thursday, a Reuters correspondent said. Dozens of soldiers in camouflage uniform, some wearing airborne patches, were setting up sandbag defences around at least six BMD light armoured vehicles and putting up a tent near a settlement called Malynivka, some 12 km (8 miles) south of Slaviansk on the main road to the regional capital Donetsk.  REUTERS/Gleb Garanich (UKRAINE - Tags: POLITICS CIVIL UNREST MILITARY)

Strassenbarrikade in der Nähe von Slawjansk. Bild: Reuters

Bei dem Einsatz der ukrainischen Armee in der von prorussischen Kräften gehaltenen Stadt Slawjansk sind nach Angaben der Regierung in Kiew mehrere Menschen getötet worden. 

Wie das Innenministerium am Donnerstag mitteilte, wurden «bis zu fünf» prorussische Kämpfer getötet. Zuvor hatte die Armee einen Einsatz gestartet, um die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Spezialeinheiten eroberten demnach drei Kontrollpunkte zurück.

Einer der prorussischen Kämpfer sagte, er habe sieben Panzerfahrzeuge auf der anderen Seite der Barrikade gesichtet. Die Aktivisten zogen sich demnach in Verteidigungsstellung zurück. Über dem Gebiet kreiste ein Hubschrauber. 

Ein AFP-Reporter berichtete von Schüssen sowie einer brennenden Strassensperre an einer Zufahrt zu Slowjansk. Bewaffnete hätten am Morgen auf einen Kontrollposten gefeuert, zitiert die Agentur Interfax Miroslaw Rudenko, den selbst ernannten Chef der «Volksmiliz». Auch an anderen Zugängen zu der Stadt im Norden des Gebiets Donezk gebe es Schusswechsel, sagte Rudenko. Das Mobilfunknetz sei zusammengebrochen.  

Putin und Lawrow reagieren

Russlands Präsident Wladimir Putin hat direkt auf die neue Situation in der Ostukraine reagiert: Das Vorgehen der ukrainischen Truppen bezeichnete er als «sehr ernstes Verbrechen» gegen das eigene Volk. Er drohte mit Konsequenzen. 

Laut Agentur Interfax sagte der russische Aussenminister Sergej Lawrow Washington müsse die Regierung drängen, die gespannte Lage in der Ex-Sowjetrepublik zu deeskalieren. Die Entscheidung, die Armee gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen, sei ein Verbrechen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte der ukrainischen Regierung zuvor bereits mit Konsequenzen gedroht.

Bild: Reuters

Kontrolle über Posten genommen

Wie Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters berichten, haben die ukrainischen Truppen bereits mit fünf leicht bewaffneten Fahrzeugen die Kontrolle über einen Checkpoint im Norden von Slowjansk übernommen. Die Separatisten hätten daraufhin versucht, ihre Stellung zu verteidigen. Innerhalb einer halben Stunde habe das Militär jedoch die Kontrolle übernommen. Laut Reuters seien dabei keine Schüsse gefallen. 

Slowjansk befand sich wie rund zehn andere ostukrainische Städte zuletzt tagelang in den Händen von prorussischen Gruppen. In der Stadt sollen etwa 2000 Bewaffnete bereitstehen. Am Dienstag wurde über der Stadt bereits ein ukrainisches Militärflugzeug beschossen. Das Aufklärungsflugzeug musste notlanden, Verletzte gab es offenbar nicht. (sda/afp/dpa)

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  • edirenaud 24.04.2014 16:55
    Highlight Die Ukraine ist immer noch die Ukraine! Putin und Lavrow sollen endlich ihre Soldaten (trotz keiner Embleme als solche zu erkennen; MPs, Gewehre, Uniform, usw.) zurück pfeiffen!!! Die Uebergangsregierung in Kiev macht eigentlich ziemlich alles richtig. Wenn die russischsprechenden Ukrainer heim ins "wunderbare" Russland wollen, sollen Sie doch gehen! Auch die EU und USA müssen sich etwas zurück halten; man kann nicht ein Land (schon gar nicht im "Osten") von einem Monat zum anderen zum Guten umbauen...
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    • Horny 25.04.2014 00:09
      Highlight Kiew besteht Regierungstechnisch aus Extremisten aller Richtungen zur Zeit.
      Rein Rechtlich sind weder die sogenannte Übergangsregierung noch die östlichen Protagonisten demokratisch gewählt.
      Das einzige was Kiew macht ist Provozieren und destabilisieren. Dies nach dem Motto: Wenn 2 das selbe tun, heisst es nicht, dass 2 das selbe tun!
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  • zombie1969 24.04.2014 16:48
    Highlight Im gegenwärtigen Zustand scheint die Ukraine unregierbar zu sein. Nur kleine Schritte zu freien Parlaments- und Präsidentenwahlen können zu Stabilität und Normalität führen. Aber will das die Putschregierung in Kiew denn überhaupt? Wohl eher nicht, weil sie die Unterstützung der EU hat und viele der Parlamentsmitglieder nach freien Wahlen bestimmt keinen Parlamentssitz mehr innehaben werden.
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    • Horny 25.04.2014 00:00
      Highlight Dem kann ich nur Beipflichten. Kiew provoziert so offensichtlich. Ich frage mich nur, wo der Unterschied zu finden ist, im Bezug auf die Auseinandersetzungen in Kiew und in der Region Donesk. Beides sind Volksaufstände mit Toten. Was macht den Aufstand in Kiew Legaler, woraus Akzeptanz entsteht?
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