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Eine Frau läuft durch die Schwarze Wüste in der Nähe der Bahariya-Oase. 
Bild: AMR ABDALLAH DALSH/REUTERS

Soldaten halten Touristen für Terroristen, eröffnen das Feuer – und töten zehn Menschen

Ägyptische Sicherheitskräfte haben die Geländewagen einer mexikanischen Touristengruppe beschossen. Dabei wurden zwölf Menschen getötet und zehn weitere verletzt. Die Soldaten hielten die Urlauber für Terroristen.

14.09.15, 04:14 14.09.15, 08:56

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Das Gebiet rund um die Oase Farafra gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen Ägyptens. Die Natur hat malerische Sand- und Felsformationen in der Landschaft hinterlassen, die Wüste zeigt sich mal weiss, mal schwarz und bietet nachts ein beeindruckendes Sternenbild.

Für eine Gruppe mexikanischer Touristen endete die Fahrt in die westliche Wüste tödlich. Ägyptische Sicherheitskräfte nahmen ihren Konvoi unter Feuer. «Eine gemeinsame Einheit aus Polizei und Militär, die im Oasengebiet der westlichen Wüste Terroristen verfolgte, hat versehentlich vier Allradfahrzeuge beschossen, die zu einer mexikanischen Touristengruppe gehörten», teilte das Innenministerium in Kairo mit. «Bei dem Vorfall wurden zwölf Mexikaner und Ägypter getötet, während zehn weitere Personen mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht wurden.»

Die Urlauber seien in einem Gebiet unterwegs gewesen, das wegen der angespannten Sicherheitslage für Zivilisten gesperrt war. Wenige Stunden zuvor hatte die Terrororganisation «Islamischer Staat» (IS) sich erstmals zu Angriffen auf ägyptische Sicherheitskräfte in der Westlichen Wüste bekannt. Bis dato hatten die Dschihadisten im Sinai Polizei- und Armeeeinheiten attackiert.

Das Wüstengebiet westlich des Nils grenzt an Libyen. Dort hat der IS Teile des Landes unter seine Kontrolle gebracht. (syd/dpa/afp)

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  • Gelöschter Benutzer 14.09.2015 09:29
    Highlight Warum waren die Touristen in einem Sperrgebiet unterwegs? Das war ja eine Gruppe mit einheimischen Führern. Die hätten das wissen müssen.
    3 0 Melden
    • E. Edward Grey 14.09.2015 11:17
      Highlight Ihre Vorstellung zu einem koordinierten Informationsmechanismus in der Ägyptischen Wüste ist sehr köstlich! http://Ä
      1 0 Melden
    • E. Edward Grey 14.09.2015 11:21
      Highlight ach da ist mein Ä gelandet, ich hatte mich schon gewundert.
      1 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.09.2015 13:14
      Highlight Bestätigt auf jeden Fall meine Haltung nicht in solche Krisenländer zu fahren. Ganz Nordafrika und die Türkei. Nö danke.
      1 0 Melden
  • Max Havelaar 14.09.2015 05:24
    Highlight Tourist/Terrorist - Learn the bloody
    difference!
    5 5 Melden
    • E. Edward Grey 14.09.2015 09:08
      Highlight Often enough there is none.
      2 10 Melden

«Zu 90 Prozent sicher»: Ägyptische Ermittler vermuten Bombe als Absturzursache des Airbus A321 im Sinai

Grund für den Absturz des russischen Verkehrsflugzeugs in Ägypten mit 224 Toten ist vermutlich ein Bombenanschlag. Davon gehen eine Woche nach der Katastrophe inzwischen auch die ägyptischen Ermittler aus.

«Wir sind zu 90 Prozent sicher, dass es eine Bombe war», sagte ein Mitglied des Ermittlerteams am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Das habe die Auswertung des Flugschreibers ergeben. Dieser habe als letztes ein Geräusch aufgezeichnet, das höchstwahrscheinlich von der Explosion eines Sprengsatzes stamme.

Die ägyptische Regierung hat sich bislang zur Absturzursache bedeckt gehalten und vor vorschnellen Schlussfolgerungen gewarnt. Offiziell hiess es lediglich, es werde kein Szenario …

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