International

Könnte länger beurlaubt werden: Uber-Chef Travis Kalanick. Bild: AP/Invision

Topmanager geht, 20 Mitarbeiter entlassen – Uber zieht nach Sexismus-Vorwürfen Reissleine

12.06.17, 19:49

Nach der Untersuchung zu Sexismus-Vorwürfen bei Uber soll ein Massnahmen-Paket für Wandel sorgen. Details hält der Fahrdienst noch zurück – aber laut Medienberichten könnte ein Top-Manager gehen. Und Uber-Chef Kalanick denke über einen mehrmonatigen Urlaub nach.

Die Vorschläge der Untersuchungskommission unter Leitung des früheren US-Justizministers Eric Holder seien einstimmig verabschiedet worden, erklärte der Fahrdienst-Vermittler nach den Beratungen in der Nacht zum Montag. Ihr Inhalt solle aber zunächst am Dienstag der Belegschaft vorgestellt werden.

Eine Anti-Uber-Demo Ende Mai in Madrid. Bild: EPA/EFE

Am Sonntag hatte es in Medienberichten geheissen, Uber-Chef Travis Kalanick könne für drei Monate beurlaubt werden. Der Verwaltungsrat habe zwar darüber gesprochen, aber die Entscheidung Kalanick selbst überlassen, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf informierte Personen.

Es sei unklar, ob es dazu kommen werde. Ein mehrmonatiger Urlaub für Kalanick könnte ausserhalb des Unternehmens auch als Bestrafung aufgefasst werden. Zudem wäre unklar, wie in dieser Zeit die Führung bei Uber geregelt werden soll.

Kalanick-Vertrauter geht

Unterdessen verlässt Top-Manager Emil Michael, ein enger Vertrauter Kalanicks, das Unternehmen, wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf eine E-Mail an die Mitarbeiter berichtete. Demnach blieb in der E-Mail offen, ob Michael sich selbst zurückzog oder dazu gedrängt wurde.

Sein Abgang war in Medienberichten als eine Massnahme im Bericht der Holder-Kommission genannt worden. Michael stand bereits seit 2014 in der Kritik, nachdem er in einem vermeintlich vertraulichen Gespräch darüber fantasiert hatte, wie man das Privatleben einer kritischen Journalistin ausforschen könnte.

Uber und Kalanick gerieten in den vergangenen Wochen immer stärker unter Druck. Das wegen seiner aggressiven Firmenkultur und Wachstumsstrategie berüchtigte Unternehmen musste eine tiefgreifende Untersuchung einleiten, nachdem eine ehemalige Software-Entwicklerin von sexuellen Belästigungen und Diskriminierung berichtete.

Das Unternehmen steuert anspruchsvollen Zeiten entgegen. Bild: Eric Risberg/AP/KEYSTONE

20 Mitarbeiter entlassen

Unter anderem schrieb sie, ein Vorgesetzter habe Sex von ihr gewollt – und sei unbestraft geblieben, nachdem sie das gemeldet habe. Die Ermittlungen wurden vom ehemaligen Justizminister Holder geleitet, der heute bei einer Anwaltskanzlei arbeitet. In einem ersten Schritt waren rund 20 Mitarbeiter entlassen worden.

Mitgründer und Chef Kalanick musste sich zudem rechtfertigen, nachdem ein Video veröffentlicht worden war, in dem er hitzig mit einem Uber-Fahrer diskutierte. Kalanick versprach danach, künftig erwachsener zu agieren und in den vergangenen Monaten wurde nach einer starken Nummer zwei für ihn gesucht. (sda/dpa)

Fahrdienst Uber

Alles, was du über WhatsApp wissen musst

Mit diesen 6 Tricks wird dein WhatsApp besser

7 Tipps und Tricks zu WhatsApp im Web, die nicht nur iPhone-Nutzer kennen müssen

Ab sofort kannst du in WhatsApp deinen Freunden den Stinkefinger zeigen

Die besten Tipps und Tricks zu iOS 9

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
6Alle Kommentare anzeigen
6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • theluke 13.06.2017 00:39
    Highlight Die von euch in indien waren, wissen alle, dass man mit einem taxi NIE ans Ziel kommt. NIE. Oder wenn denn ohne geld oder kleider oder nicht dort wo man hin wollte. Nicht mal als inder. Mit uber war dieses problem gelöst. Ein schritt zurück in die steinzeit.
    1 1 Melden
  • theluke 13.06.2017 00:29
    Highlight Die vergehen unserer banken sind egal oder? Wegen einem veegehen von uber werden 20000 menschen arbeitslos. Das ist doch krank. Vergessen wir vitte nicht dass vergehen von taxifahrern immer sattgefunden haben und nie geandet werden konnten weil die kontrolle wie bei uber nicht möglich war. Ohne uber haette man dieses vergehen nie rekonstruieren geschweige denn beweisen können. Hoert mal auf fuer fehler von wenigen leuten tausende auf geld angewiesene menschen leiden zu lassen - nur weil es euch nicht betrifft. Ich hofe jemand liesdt das und denkt mit.
    0 2 Melden
  • Hierundjetzt 13.06.2017 00:19
    Highlight Zu schnell zu gross geworden. Das passiert wenn Studis zu viel Geld erhalten und mal einfach machen dürfen. Ohne relevante Berufs- und Führungserfahrung

    Als ob Gates oder Jobs mit Milliarden gestartet wären...


    btw: Der Laden verdient ha immer noch kein Geld. Muss ein super rentables Geschäftsmodell sein.

    ...wieviel Geld hat Uber bereits vernichtet? 2 oder 5 Milliarden?
    2 2 Melden
  • My Senf 13.06.2017 00:11
    Highlight Von 0 auf 100 und dann die Vollbremsung! Nun Charakter kann Man sich so schnell aufbauen. Entweder Mann hat ihn mitbekommen oder Mann hat eben ein @#*Charakter. So kann ein Imperium auch zugrunde gerichtet werden! Die Konkurrenz jubelt!
    0 0 Melden
  • Alnothur 12.06.2017 22:01
    Highlight Die Vergehen von Uber stapeln sich langsam bis unter die Decke...
    5 3 Melden
    • Töfflifahrer 13.06.2017 07:14
      Highlight Es ist wohl auch schwierig die Grenze noch zu sehen bei einem Geschäftsmodell, das auf Rücksichtslosigkeit, Egoismus und dem Gewinnen um Alles ausgelegt ist.
      Da stören Regeln und Anstand eben.
      3 2 Melden

So grün ist dein Handy ++ Schweizer Student deckte VW-Skandal auf

Weitere Digital-News im Überblick:

Greenpeace USA hat seinen alljährlichen Guide to Greener Electronics im Web veröffentlicht, in dem die Umweltschutzbemühungen grosser Tech-Konzerne beurteilt werden. Dabei schneidet der iPhone-Hersteller Apple insgesamt am zweitbesten ab hinter dem niederländischen Öko-Handy-Hersteller Fairphone. Die PC-Hersteller HP und Dell folgen dahinter.

Auf den hinteren Plätzen des Rankings landeten Smartphones, Laptops und Tablets von Samsung und des chinesischen …

Artikel lesen