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Mit Härte gegen den Polit-Clown: Das sind die Trump-Dompteure

Harter Kurs gegenüber Nordkorea, neue Afghanistan-Strategie, mehr Ordnung im Weissen Haus - in der US-Regierung geben jetzt die Militärs den Ton an. Können sie auch den Präsidenten disziplinieren?

04.09.17, 10:59 04.09.17, 18:03

Roland Nelles, Washington

H.R. McMaster, John Kelly und Rex Tillerson Bild: AP/AP

Ein Artikel von

Ein typischer Bürotag im Leben von US-Präsident Donald Trump lief bislang in etwa so ab: Er steht auf, twittert, schaut Frühstücksfernsehen, geht ins Oval Office. Dort steht die Bürotür offen, und er plaudert mit Freunden, Staatsgästen, Verwandten, wer eben gerade so vorbeikommt. Zwischendurch telefoniert er mit alten Kumpels. Kurz gesagt: Trump arbeitet so, wie er aus seiner Zeit als Reality-TV-Star und Immobilientycoon kennt.

Doch mit dem Lotterleben ist nun erstmal Schluss. Der neue Stabschef John Kelly, ein früherer General der US-Marines, hat eine strenge Ordnung im Weissen Haus eingeführt. Wer einen Termin beim Präsidenten haben will, muss zuvor Kelly informieren.

John Kelly Bild: EPA/EPA

Alle Papiere oder Zeitungsartikel, die Trump zu Gesicht bekommen soll, müssen über seinen Tisch gehen. Und die Tür zum Oval Office bleibt ab jetzt geschlossen. So soll verhindert werden, dass Trump - so wie bisher - nach Belieben Mitarbeiter oder Freunde ins Büro ruft und seine kostbare Zeit mit Plaudereien verbringt.

Drei Soldaten mit Mission

Mit viel Disziplin versucht der neue Stabschef das Chaos zu ordnen, das Trump und seine bisherigen Chefberater Stephen Bannon und Reince Priebus in den vergangenen Monaten angerichtet haben. Ein funktionierendes Polit-Management gab es im Weissen Haus genauso wenig wie eine klare Strategie. Wichtige Beratungen über sicherheitspolitische Fragen kamen oftmals nur zufällig zustande. Die Trump-Regierung konnte noch nicht ein einziges wichtiges Gesetzesvorhaben verabschieden.

Das soll sich nun ändern. Kelly hält einen engen Draht zu den wichtigsten Anführern im Kongress, er stellt konkrete Zeitpläne für die Verabschiedung von Gesetzen auf und er beruhigt in Gesprächen Vertreter ausländischer Verbündeter, die sich um den Kurs der Supermacht unter Trump sorgen.

Unterstützung erhält Kelly bei seiner Mission von zwei Militärs, die er lange kennt und mit denen er eng zusammenarbeitet: Sicherheitsberater H.R. McMaster, viele Jahre General der US-Armee, und Verteidigungsminister James Mattis, wie Kelly ein Ex-General des Marine-Corps.

H.R. McMaster Bild: AP/AP

Die schwierigste Aufgabe der drei ist, den völlig unberechenbaren Präsidenten in den Griff zu bekommen. Man glaubt es kaum, manchmal gelingt ihnen dies sogar schon. Aber immer wieder verlieren sie auch völlig die Kontrolle.

Handschrift der Militärs

Deutlich zu spüren ist die Handschrift der Militärs im Verhältnis zu Nordkorea: Im Wahlkampf hatte Trump noch so getan, als liesse sich das Problem dadurch lösen, dass auch Südkorea und Japan mit Atomwaffen ausgerüstet werden. Nun haben die Militärs Trump auf eine Strategie festgelegt, die darauf abzielt, Nordkorea wirtschaftlich und politisch vollständig zu isolieren. Für den Fall, dass das alles nichts bringt, lässt Verteidigungsminister James Mattis unterschiedliche Szenarien für einen Präventivschlag gegen Nordkorea vorbereiten.

James Mattis. Bild: EPA/BLOOMBERG POOL

Unter Trumps früherem Chefstrategen Stephen Bannon wäre eine solche Linie undenkbar gewesen. Er hatte Trump stets von allzu viel aussen- und sicherheitspolitischer Einmischung in Asien abgeraten. Frei nach dem Wahlkampf-Motto: «America First».

Auch Trumps neue Afghanistan-Strategie trägt erkennbar die Handschrift von Kelly, Mattis und McMaster. Die von Trump jüngst verkündete Intensivierung des US-Einsatzes dort entspricht genau dem, was sich die Militärs gewünscht hatten. Trump war ursprünglich für einen raschen Abzug. Doch nun beugte er sich offenbar der Lageeinschätzung seiner Militärs, die ihn vor einem Wiedererstarken der Taliban warnten und deshalb neue Truppen forderten.

Generäle mit Härte, Erfahrung und Disziplin

Und dann ist da noch das Verhältnis zu Moskau: Eigentlich wollte Trump mit Russlands Präsident Wladimir Putin Freundschaft schliessen. Doch die Militärs raten ihm wohl zu einer härteren Gangart gegenüber Putin. Sie trauen Putin erkennbar nicht über den Weg, wollen ihm Grenzen aufzeigen, etwa durch die spektakuläre Schliessung des russischen Generalkonsulats in San Francisco in der vergangenen Woche.

Trump setzt auf die Generäle, ihre Härte, Erfahrung und Disziplin gefallen ihm. Er braucht sie dringend, um endlich Ordnung in seine Regierung zur bringen. Die Frage ist nur: Wie lange hält das ungewöhnliche Bündnis zwischen den Militärs und dem unberechenbaren Populisten? Schon gibt es erste Anzeichen dafür, dass Trump wenig Lust verspürt, sich von Kelly und Co. zu sehr einhegen zu lassen.

«Donald Trump hat seinen eigenen Kopf»

Die «New York Times» und die «Washington Post» berichten bereits über erste Streitereien zwischen dem Präsidenten und seinem neuen Stabschef. Er sei in seiner Laufbahn von einem Vorgesetzten noch nie so schlecht behandelt worden, soll Kelly intern über Trump geklagt haben.

Insbesondere rund um die Neo-Nazi-Aufmärsche in Charlottesville gab es wohl heftige Konflikte zwischen Kelly und Trump. Kelly soll Trump zu einer klaren Verurteilung der Neo-Nazi-Proteste geraten haben. Doch Trump entschied sich dafür, die Sache öffentlich zu verharmlosen.

Alte Trump-Vertraute wie der populistische Parteistratege Roger Stone glauben nicht, dass sich Trump von Kelly dauerhaft vorschreiben lässt, wen er treffen darf oder was er zu tun hat. Stones Prognose: «Donald Trump hat seinen eigenen Kopf, er wird sich am Ende jedem Versuch widersetzen, ihn zu kontrollieren.»

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • Juliet Bravo 05.09.2017 16:56
    Highlight Herr Trump hat eine "interessante" Arbeitsweise. Ziemlich stümperhaft dünkt mich.
    1 0 Melden
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  • Gelöschter Benutzer 04.09.2017 13:03
    Highlight Äh der Clown hat die Macht, grad mal taktische A-Bomben zu werfen.
    15 13 Melden
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  • chnobli1896 04.09.2017 12:48
    Highlight Ich feiere den Trump-Handschlag :-D
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  • Spielverderber 04.09.2017 12:31
    Highlight Frage an Wehrli: Haben denn die Altstalinisten "dipolmatisches Gefühl"?
    8 11 Melden
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  • Wehrli 04.09.2017 11:28
    Highlight Hoffe die kennen wenigstens den Unterschied zwischen Kim Chi und Kim Jong ..
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  • Wehrli 04.09.2017 11:27
    Highlight Nur haben Generäle kein dipolmatisches Gefühl, gerade weil Sie ja Generäle waren, also jene Spezie, die gebraucht wird, wenn das Verhandeln nichts mehr taugt.

    Ich zweifle, dass sie "dä Drömpf" bändigen können, das könnte einzige Oswald ...
    23 17 Melden
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  • The Origin Gra 04.09.2017 11:12
    Highlight Kelly könnte also genauso Gut eine Wand ansprechen oder Schreien :D
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  • Sebastian Wendelspiess 04.09.2017 11:12
    Highlight Schon krass, wenn Trump den Kriegstreiber mimt, kommt nur Lob von den Medien.
    26 17 Melden
    • Informant 04.09.2017 19:04
      Highlight Das ist ja auch das Ziel der Medien. Mittlerweile haben sie das ganze Umfeld Trumps, welches militärischen Operationen eher kritisch gegenüberstand und/oder sich mit Russland arrangieren wollte aus dem Weissen Haus geekelt/geschrieben. Jetzt kommen langsam wieder die Imperialisten und Globalisten in die entscheidenden Positioen. Da jubelt ein SPON natürlich, denn der gehört genau zu dieser Clique.
      Jetzt lesen wir wieder so schöne, verharmlosende Worte wie "Präventivschlag", welcher gegen "den verrückten Kim" ja nichts als legitim erscheinen soll.
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    • Saraina 05.09.2017 08:25
      Highlight Die Verantwortung für die Entlassungen und Rücktritte im Weissen Haus den Medien, insbesondere SPON zuzuschreiben, ist ein starkes Stück der Realitätsverleugnung. Was nimmst du ein? Davon möchte ich auch was. Die Welt ist so harsch, und der Umstand, dass ein narzisstisch gestörter ADHSler im Weissen Haus mit der Energie und der Weitsicht eines Vierjährigen wütet, manchmal ziemlich zum Fürchten.
      5 3 Melden
    • Domsh 05.09.2017 09:18
      Highlight Zum Glück bin ich nicht Journalist.
      Was im Moment von irgendwelchen Plauderis über einen gesamten Berufsstand hergezogen wird ist ja beinahe unerträglich.
      Früher Nestle, dann die Banken, jetzt die Medien, kommt alles mal in Mode...
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    • Informant 05.09.2017 10:33
      Highlight Ich habe die Verantwortung nirgends dem SPON zugeschrieben, sie aber zur selben Clique gehörend beschrieben, die alles tun, um Trump zu Fall zu bringen, die alles tun, um das Verhältnis von USA-Russland und Europa-Russland zu zerstören. Sie sind halt ein Puzzle-Teil in dieser Kampagne.

      SPON Propagandisten wie Benjamin Bidder und neu Christina Hebel sind allein wegen ihrer antirussischen Haltung in Moskau als Korrespondenten im Einsatz.

      Ich weiss gar nicht, was daran so überraschend sein soll. Das ist doch alles bekannt.
      1 3 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 05.09.2017 15:06
      Highlight @Domsh
      Ich will auch hoffen, dass die Medien, Nestle oder die Banken oft kritisiert werden, was die nämlich bieten ist unerträglich!
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  • Asmodeus 04.09.2017 11:07
    Highlight "Militärs raten zu härterer Gangart, Mehr Truppen und generell zu eher militärischen Taktiken."

    Ach neee?

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