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WikiLeaks-Wende: Die merkwürdige Allianz zwischen Trump und Assange

Es gab Zeiten, da nannte Donald Trump die Enthüllungen von Julian Assange eine «Schande», für die es die Todesstrafe geben müsse. Mittlerweile wird der WikiLeaks-Macher vom Trump-Lager hofiert. Was versprechen sich beide Seiten davon?

05.01.17, 09:27 06.01.17, 06:30

V. Medick und F. Reinbold, Washington und Berlin

Wer ist seine Quelle?  Bild: Kirsty Wigglesworth/AP/KEYSTONE

Ein Artikel von

Julian Assange hat sich schick gemacht. Blaue Krawatte, dunkler Anzug. Vor ihm sitzt Sean Hannity, einer der führenden Scharfmacher in den USA. Nein, nein, sagt Assange. Von wegen Russland. «Unsere Quelle ist kein staatlicher Akteur», beteuert er. Mehr könne er aber leider nicht preisgeben: «Wir stehen im Ruf, unsere Quellen zu schützen.»

Julian Assange ist gerade sehr gefragt. Lange galt der 45-Jährige in den USA als Staatsfeind und Verräter. Aber seit er über seine Enthüllungsplattform WikiLeaks Tausende E-Mails von Hillary Clintons Chefstrategen John Podesta veröffentlichte und damit den Wahlkampf der Demokratin massiv störte, wird er von der politischen Rechten wie ein Held hofiert. Hannity reiste eigens nach London, um ihn eine Stunde lang zu interviewen.

Er glaube ihm «jedes Wort», schmeichelte der «Fox»-Mann seinem Gesprächspartner vor einem Millionenpublikum.

Julian Assange Bild: EPA/DPA FILE

Die konservative Schwärmerei für Assange geht weit über Hannity hinaus. Sarah Palin, die schrille Ex-Gouverneurin von Alaska, lobt ihn dafür, Amerikanern mit den Clinton-Enthüllungen «die Augen geöffnet» zu haben. Rudy Giuliani, New Yorks ehemaliger Bürgermeister, hält WikiLeaks für «erfrischend». Und selbst Donald Trump verbündete sich am Mittwoch mit Assange. «Julian Assange hat gesagt, ein 14-Jähriger hätte Podesta hacken können», twitterte der Republikaner.

Die Botschaft: Glaubt nicht den Geheimdiensten und ihrer These, der Angriff auf Clinton wurde von Cyberkriegern aus dem Kreml gesteuert. Glaubt Assange.

Trump 2010: Assanges Agieren eine «Schande»

Die Allianz, die sich im Wahlkampf bereits angedeutet hatte, ist erstaunlich. Vielen Amerikanern ist noch allzu gut in Erinnerung, wie Assange die USA 2010 international blamierte, indem er vertrauliche Botschaftsdepeschen und Militärgeheimnisse veröffentlichte und sich als Kämpfer gegen amerikanische Kriegsverbrechen inszenierte. Noch erstaunlicher ist die Allianz, wenn man sich die Meinungen in Erinnerung ruft, die Trump und Co. damals von Assange hatten. Eine «Schande» sei dessen Agieren, so Trump 2010: «Ich finde, es sollte dafür so etwas wie die Todesstrafe geben.» Assange führe «Krieg» gegen die USA und gehöre ins Gefängnis, meinte Hannity. Und heute? Vergessen, vergeben. Die Wahlkampf-Enthüllungen haben Assange zu einem Freund werden lassen.

Forderte die Todesstrafe für Assange: Trump 2010. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Das gilt längst nicht für alle in der Partei. Unter traditionellen Republikanern sorgt besonders die Kehrtwende Trumps für Empörung. «Ich vertraue unseren Geheimdienstbeamten wesentlich mehr als Menschen wie Julian Assange», sagt etwa Tom Cotton, Senator aus Arkansas, in Richtung des künftigen Präsidenten.

Tatsächlich dürften sich beide etwas von ihrer Allianz versprechen – Trump und Assange. Der nächste Präsident steht in einem offenen Konflikt mit seinen Geheimdiensten. Deren These, die russische Regierung habe ihm zum Wahlsieg verholfen, ist für Trump unangenehm, droht sie doch einen Schatten auf seine Amtszeit zu werfen. Jeder, der dabei hilft, die Zweifel an der Spur nach Moskau zu zerstreuen und den Eindruck zu verstärken, das Hacking-Rätsel könne ohnehin nie wirklich gelöst werden, ist dem 70-Jährigen herzlich willkommen. Dass er die Dienste öffentlich demütigt, indem er Assange zu einer Autorität in der Debatte erhebt, nimmt der Milliardär dabei gerne in Kauf. Von der CIA und ihren Partnerbehörden hält Trump ohnehin nicht viel.

Was sein eigenes Image angeht, könnte Assange ebenfalls hilfreich sein. Indem Trump sich mit einem Aktivisten solidarisiert, der von vielen immer noch im linken Lager verortet wird, untermauert er seine vermeintliche Unabhängigkeit.

Für Assange ist Trump ein Schutzschild

Assange wiederum kann die neue Umarmungsstrategie aus dem Trump-Lager dringend gebrauchen – zuletzt war es immer einsamer geworden um den 45-Jährigen. Seit mehr als vier Jahren sitzt der Australier nun in einer Wohnung in London fest, die als Botschaft Ecuadors dient – zuletzt kappten ihm seine Gastgeber zwischenzeitlich gar die Internetverbindung. Und die Amtszeit seines Schutzpatrons, Ecuadors linkem Präsidenten Rafael Correa, läuft im Frühjahr aus. Was wird dann aus Assange?

Der Australier war vor einem europäischen Haftbefehl aus Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen in die Botschaft geflüchtet. Er bestreitet die Vorwürfe, befürchtet aber, dass er von der britischen Polizei verhaftet und über Schweden an die USA ausgeliefert werden könnte.

Dort wird gegen WikiLeaks seit den Veröffentlichungen zu den Kriegen in Afghanistan und Irak sowie den Depeschen ermittelt. Irak-Whistleblowerin Chelsea Manning wurde zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt, ihre Strafe sitzt sie teilweise in Einzelhaft ab. Assange müsste Ähnliches fürchten. Wenn ihn also der künftige US-Präsident adelt und ihn andere Konservative nicht länger als Verräter bezeichnen, schadet das zumindest nicht.

Ausserdem haben die Veröffentlichungen der Demokraten-E-Mails seinem kriselnden Portal endlich wieder substanzielle Schlagzeilen verschafft. In den vergangenen Jahren hatte es heftige Kritik an der Leistung von WikiLeaks gegeben. Assange waren die Helfer ausgegangen, die mit Material umgehen können, das in anderen Sprachen als Englisch verfasst ist. Auch deshalb arbeitete WikiLeaks wiederholt unsauber.

Die Publicity des Fox News-Gesprächs nutzte Assange nun auch für ein neues Manöver: Er forderte die IT-Administration der US-Regierung dazu auf, Kopien von Dateien anzufertigen, bevor diese von der ausziehenden Obama-Regierung womöglich gelöscht werden könnten. Assange erlaubt das, sich weiter als Kämpfer gegen amerikanische Geheimniskrämerei zu inszenieren. Zugleich weiss er, dass diese Forderung den künftigen Präsidenten der USA wohl kaum verärgern dürfte.

Zusammengefasst: Julian Assange sonnt sich derzeit in der Anerkennung, die er durch den designierten US-Präsidenten Donald Trump und dessen Anhänger erfährt. Beide Seite wollen den Eindruck zerstreuen, die WikiLeaks-Enthüllungen über Hillary Clintons Wahlkampf-Team seien von Russland gesteuert worden. Assange könnte zudem die Protektion Trumps nützen, da ihm noch immer eine Auslieferung an die USA droht.

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User-Review:
DendoRex, 19.12.2016
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  • rodolofo 06.01.2017 08:08
    Highlight Assange und Trump ergänzen sich in idealer Weise:
    Trump hat die Macht und den Reichtum, die Assange nicht hat.
    Und Assange hat die Haarpracht, die Trump nicht hat.
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  • gdhth 05.01.2017 17:44
    Highlight Jemand anders für das eigene Versagen verantwortlich machen, das ist Amerika. Wenn man an Lungenkrebs leidet weil man 20 Jahre geraucht hat, verklagt man einfach die Hersteller Firma, wenn man die Katze im Mikrowellen trocknet und sie stirbt, verklagt man einfach den Mikrowellen Hersteller. Führt man eine Politik, die sich vom Volk immer weiter entfernt und dann die Wahlen verliert, macht man einfach Putin, Assange, Fake News usw. veranwortlich.
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    • R&B 06.01.2017 08:26
      Highlight @gdhth: So ein Quatsch! Mitglieder der republikanischen Partei haben die Untersuchung, ob Putin die US-Wahlen manipuliert hat, eingeleitet und leiten diese momentan. Falls Sie es nicht wissen, Trump ist ein Republikaner.

      Hören Sie auf zu faken!
      9 6 Melden
    • saco97 06.01.2017 09:49
      Highlight
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  • gdhth 05.01.2017 17:25
    Highlight Der Spiegel reimt sich wieder irgendetwas zusammen, Fakten brauchen wir nicht, Beweise auch nicht. Wikileaks veröffentlicht Kriminelle Machenschaften, diese Organisation ist weder auf Putins noch auf Trumps Seite. Unsere Medien verkaufen uns lügen, die Leute wollen sie aber nicht mehr schlucken. Solch Leuten wie Assange, Snowden, Manning usw, sollten wir danken und sie nicht wegen Hirngespinnsten verteufeln. Die Medien sind das Sprachrohr der Regierungen und wann haben diese uns schon mal die Wahrheit erzählt. Die die uns die ganze Zeit über Fake News voll labbern sollten mal inn den Spiegel..
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    • R&B 06.01.2017 08:27
      Highlight @gdhth: Sie sind ein gutes Beispiel für Leute die Fakten ignorieren oder von der russischen Regierung fürs Verbreiten solcher unsinniger Kommentare bezahlt werden.
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    • opwulf 06.01.2017 09:39
      Highlight Sind sie sicher dass es sich um einen bezahlten Schreiber handelt? Wenn nicht und bezug. ihrer Anschuldigung dass Andere lügen verbreiten, ist dies nicht ein bisschen weit aus dem Fenster gelehnt? Übrigens, sollte man nicht von Fakten sprechen, wenn diese (noch) nicht gegeben sind. Momentan findet in den USA eine Anhörung statt in der Geheimdienste versuchen Fakten zu präsentieren die beweisen sollen, dass die russische Regierung darin verwickelt gewesen sei die Podesta Mails zu hacken. Es spricht niemand mehr davon dass die rus. Regierung sich in die Wahlsysteme gehackt haben soll - Q: SRF.ch
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    • R&B 06.01.2017 10:40
      Highlight @opwulf: Sie können sich ja ins Zeug legen. Bitte meinen Kommentar sorgfältig lesen. "oder" steht in meinem Kommentar.
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    • opwulf 06.01.2017 11:01
      Highlight R&B: "oder" hab ich wirklich übersehen - mea culpa! Dem entsprechend entfällt der erste Teil meines Kommentars als obsolete! Der 2. Teil hingegen sollten wir alle berücksichtigen und uns nicht gegeneinander aufwiegeln lassen. Ich empfinde die Central Intelligency Agency als nicht gerade vertrauenswürdige Quelle, welche schon oft als politischen Spielball missbraucht wurde (betrifft sicherlich auch den ex-KGB Apparat, aber der ist hier nicht das Thema)! Daher finde ich es gut wenn die ihre viel zitierten Beweise endlich einmal offen legen sollen! Wenn stichhaltig dann sind dies facts if not not
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  • Basswow 05.01.2017 15:40
    Highlight Ein Haufen Opportunisten.
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  • wonderwhy 05.01.2017 15:12
    Highlight Trump täte gut daran sich mehr an seine Geheimdienste zu halten, was er hier zur Schau stellt ist wirklich völlig unüberlegt. Schlussendlich müsste es auch in seinem Interesse liegen heraus zu finden was genau hinter der DNC Leaks Geschichte steckt. Leider fürchtet er damit dass seine Wahl an Legitimität verliert, was jedoch ebenso schwachsinnig ist. Ob die die ziemlich belanglosen und langweiligen Podesta Mails Einfluss auf die Wahl hatten, wage ich zu bezweifeln. Da war Comeys Brief an den Kongress doch der wesentlich grössere Posten!
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  • Tilman Fliegel 05.01.2017 13:25
    Highlight Peinlich diese Doppelmoral der Rechten.
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    • wonderwhy 05.01.2017 15:06
      Highlight Die Doppelmoral funktioniert in beide Richtungen, den Linken, die vor Jahren Assange gefeiert haben, verteufeln ihn jetzt.
      37 6 Melden
    • ands 06.01.2017 09:52
      Highlight @ wonderwhy: Nein, tut sie nicht. Weil ich es nicht in Ordnung finde, was Assange 2016 gemacht hat, heisst das nicht, dass ich auch meine Meinung zu seinen früheren Handlungen geändert habe.
      1 3 Melden
    • wonderwhy 06.01.2017 14:31
      Highlight @ands Ich glaube Du hast meinen Kommentar nicht richtig verstanden. Tilman Fliegel verweist auf die peinliche Doppelmoral der Rechten. Ich wies darauf hin dass man den Linken die gleiche Doppelmoral vorwerfen kann.
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    • ands 06.01.2017 23:26
      Highlight @ wonderwhy: Ich habe den Kommentar sehr gut verstanden. Nur sehe ich die Doppelmoral nicht, wenn Assange für seine Taten von 2016 kritisiert wird, nachdem er 2010 für etwas anderes gelobt wurde (btw: auf wen trifft das überhaupt zu?). Er war toll, ist es jetzt aber nicht mehr.
      Die amerikanische Rechte hofiert aktuell den Staatsfeind Nr 1 von vor 6 Jahren, weil dieser aktuell gerade für sie arbeitet. Und das, ohne dass er sich von den vergangenen Taten distanzieren würde. Das ist Doppelmoral.
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    • wonderwhy 07.01.2017 08:36
      Highlight Ok ands, dann frage Dich mal warum Du ihn toll fandest, jetzt aber nicht? Man kann der einen Seite keine Doppelmoral vorwerfen, wenn man dasselbe tut, einfach in umgekehrter Reihenfolge.
      0 0 Melden
    • ands 07.01.2017 09:44
      Highlight Wegen der Reihenfolge. Ein Beispiel:
      Ich finde meinen Bankberater auch toll, wenn er mir hohe Renditen verschafft. Bis er dann Geld veruntreut und sich ins Ausland absetzt.
      Wenn ich mich aber vor einigen Jahren dafür ausgesprochen habe, dass ein Bankberater verurteilt und bestraft wird, welcher Geld veruntreut hat, nun aber nichts mehr davon wissen will, weil eben dieser Bankberater mir hohe Renditen verschafft oder verschaffen könnte, dann ist das Doppelmoral.
      Assange hat nicht das zweimal das gleiche getan. Er hat staatliche Geheimnisse veröffentlicht und in einen Wahlkampf eingegriffen.
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    • wonderwhy 07.01.2017 11:45
      Highlight Ands kannst Du konkret werden? Inwiefern unterscheiden sich seine letzten Enthüllungen, die du anscheinend verurteilst, zu seinen früheren Enthüllungen, die du anscheinend begrüsst hast?
      Das Beispiel mit dem Bankberater ist hier nicht anwendbar.
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    • ands 09.01.2017 12:34
      Highlight Neben dem offensichtlichen Unterschied zwischen E-Mails eines Wahlkampfleiters und staatlichen Dokumenten: Die Enthüllungen vor den Podest-Mails wurden von WL veröffentlicht. Punkt. Die Analyse und Wertung wurde anderen überlassen.
      Die Podesta-Mails wurden gezielt so publiziert, dass der US-Wahlkampf beeinflusst wird. Die Wertung wurde bereits bei der Anküdigung der Veröffentlichung durch WL vorgenommen. Habe ich anschliessend den tatsächlichen Inhalt der E-Mails gelesen, kam ich zu ganz anderen Schlüssen als WL. Die Tweets waren reisserisch und oft an den Fakten vorbei formuliert.
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  • rolf.iller 05.01.2017 10:34
    Highlight Warum schreibt SPON immer wieder von "Vergewaltigungsvorwürfen" bei Assange. Bei der Untersuchung der schwedischen Staatanwaltschaft geht es um unbestrittenen einvernehmlichen Sex, einem geplatzten Gummi und zwei Nebenbuhlerinnen. Beide Frauen haben Ihre Vorwürfe schon vor Jahren zurückgezogen.

    Dass Assange schon vielen auf die Füsse getreten ist, ist wohl klar. Entsprechend sind viele 'Mächtige' oder 'Ex-Mächtige' sauer.

    Warum muss SPON da mitmachen und Fake-News verbreiten?

    https://www.welt.de/politik/ausland/article11454349/Vergewaltigung-auf-Schwedisch-Der-Fall-Assange.html
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    • Hoppla! 05.01.2017 11:35
      Highlight Wie du dem Bericht auch entnehmen kannst, ist das Gesetz in Schweden etwas anders (ich hätte beinahe birreweich geschrieben). Insofern sind es, gemäss schwedischem Recht, Vergewaltigungsvorwürfe und keine Fake News. Egal ob das ganze Rundherum fragwürdig ist oder nicht.
      31 8 Melden
    • rolf.iller 05.01.2017 12:58
      Highlight Na, das seh ich aber ganz anders. Unter Vergewaltigung versteht man im deutsprachigen Raum, wenn man eine Frau zu Sex zwingt. Das war hier ganz klar nicht der Fall. Der Sex war freiwillig. Wenn nun ein Gummi platzt und eine Frau dann klagt, das sei mit Absicht passiert, und das schwedische Recht, das als "Vergewaltigung" ersten grades bezeichnet, dann ist das in der Tat birreweich. Die Übersetzung lässt aber ein ganz falsches Bild aufkommen.

      Man könnte das als sexuelle Übertretung bezeichnen. Ganz besonders bei jemanden, der derart exponiert ist.

      Vergewaltigung = Fake News.
      24 19 Melden
    • Hoppla! 05.01.2017 14:07
      Highlight @ rolf.iller

      "Deutsprachigen Raum"... Welcher Zusammenhang hat dies nun mit einer Anklage in Schweden?

      Ich zitiere: "Insofern sind es, gemäss schwedischem Recht, Vergewaltigungsvorwürfe und keine Fake News."

      Wenn ich in Saudi Arabien des Alkoholkonsums angeklagt werde, dass ist es egal wie dieses "Vergehen" in der Schweiz heisst und ob es sinnvoll ist. Das sind nun mal die Fakten.
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    • Datsyuk * 05.01.2017 14:41
      Highlight Hoppla!:
      Der Leser stellt sich dann aber eine Vergewaltigung vor, wie" wir sie uns eben hier vorstellen". Kein Problem für dich?
      Würden westliche Alkoholsünder (Tatort: Saudiarabien) hier auch so durch den Dreck gezogen..?
      18 8 Melden
    • rolf.iller 05.01.2017 14:57
      Highlight Unter Alkoholkonsum versteht man hüben wie drüben dasselbe. Ist dort halt strafbar, hier halt nicht.

      Vergewaltigung hat hingegen in Schweden mit unter eine ganz andere Bedeutung als hier. Die Anschuldigung wird ohne genaues Hintergrundwissen falsch ausserhalb Schwedens verstanden.

      Deshalb muss man sich halt auch die Anschuldigung gefallen lassen, dass man eine Schmierenkampagne betreibt, wenn man stur von Vergewaltigung spricht.
      23 9 Melden
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  • FrancoL 05.01.2017 10:08
    Highlight 7 Jahre sind eine lange Zeit, da kann sich Vergesslichkeit doch einstellen.
    27 0 Melden
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  • Frau Holla die Waldfee 05.01.2017 10:07
    Highlight Was wohl passieren würde, wenn WikiLeaks Mails von Trump veröffentlichen würde?
    46 10 Melden
    • deleted_964468590 05.01.2017 10:54
      Highlight Die Denunzianten hätten Mühe neue Argumente zu suchen wieso man Wikileaks doch nicht ernstnehmen soll und Hillary Clinton das Opfer von bösen Manipulatoren wurde..
      24 28 Melden
    • Leventis 05.01.2017 11:21
      Highlight @Rhabarber: Das kann nicht passieren, da Trump, wie ich mal irgendwo las, anscheinend nur twittert und so, aber nicht mailt. Ist wohl ihm wohl zu kompliziert.. ;-)
      25 9 Melden
    • Crecas 05.01.2017 12:08
      Highlight Ich glaube kaum, dass dies etwas bewirken würde oder die Wähler irgendwie kümmern würde. Die ganzen Lügen (knapp 70% aller Aussagen im Wahlkampf waren Lügen), das Brechen vieler Wahlkampfversprechen bereits vor Amtantritt oder 14 Frauen, welche Trump sexuelle Übergriffe vorwerfen habe ja auch niemanden interessiert.
      31 11 Melden
    • Steimolo 05.01.2017 12:48
      Highlight wenn Whistleblower etwas über Trump geleakt hätten, würde dies genau so enthüllt wie die Clinton Mails. Wikileaks ist die einzige Quelle welche heute noch die rigoros Wahrheit enthüllt. seht es endlich ein.
      19 24 Melden
    • Leventis 05.01.2017 18:05
      Highlight Hehehe
      Steimolo, der war guut!
      Auf dem Estrich hab ich noch irgendwo ein vergilbtes Lexikon von dem mein Grossvater behauptete, es enthalte die pure, reine, moderne Wahrheit. Da steht aber nur überholter Mist drinn.
      WL und seine Bemühungen in Ehren. Nur weil sie evtl "alles veröffentlichen", bedeutet ja lange nicht, dass diese Daten nicht zBspl im Voraus selektiert wurden o.Ä.
      Falls dein Post ironisch gemeint war; mea culpa.
      6 9 Melden
    • Steimolo 06.01.2017 08:47
      Highlight tja, Wiki mit einem vergilbten Lexikon zu vergleichen finde ich jetzt schon weit her geholt und wenn irgendjemand vorselektiert, dann sind das meiner Meinung nach die MSM.
      10 2 Melden
    600
  • Benis 05.01.2017 09:58
    Highlight Der Feind meines Feindes ist mein Freund, das gilt momentan bei den Republikanern sowohl für Russland als auch Wikileaks. Das man frühere Erzfeinde hofiert illustriert auch wie zerstritten die beiden Parteien sind. Nur eines scheinen die Republikaner noch nicht gemerkt zu haben: Nach 8 Jahren als GOP ist es nun an der Zeit selbst Politik zu machen statt nur die Politik der Demokraten zu sabotieren, und die Midterms drohen schon am Horizont.
    36 6 Melden
    600
  • Radiochopf 05.01.2017 09:58
    Highlight wiedermal ein einseitiger Artikel vom Spiegel.. statt Fakten zu bringen werden Meinungen verbreitet.. Wikileaks hat genug Leaks auch gegen Trump veröffentlicht, das ist Tatsache, scheint aber aktuell niemand mehr zu interessieren.. Assange braucht Trump nicht und Trump braucht Assange nicht.. statt endlich Wikileaks dankbar zu sein, dass sie Wahrheiten über die miesen Tricks der Demokraten/Clintons veröffentlichen, spielen unsere Massenmedien hier in Europa das verlogene Spiel von NBC, CNN, Washington Post usw. sowie Demokraten mit und verteufeln plötzlich Wikileaks..
    57 46 Melden
    • Crecas 05.01.2017 12:12
      Highlight Es wurden keine Emails von Trump oder seinem Wahlkampfteam veröffentlicht. Hör endlich auf zu lügen.
      35 13 Melden
    • FrancoL 05.01.2017 12:17
      Highlight Könnte es sein dass Deine Sicht über die Wichtigkeit der Enthüllungen zu HC etwas übertreiben sind und bis heute viel höher bewertet werden als sie in Realität sind. Man kann auch einseitig werten. Wer wen nicht braucht wird sich zudem noch zeigen, zumindest scheint es dass Trump ein kurzes Erinnerungsvermögen hat, aber auch dies kann man, wenn man einseitig lesen mag, unterschiedlich lesen.
      16 12 Melden
    • deleted_964468590 05.01.2017 12:25
      Highlight @FrancoL: Wer bewertet diese Enthüllungen zu hoch?
      Und wer sagt dass die Wichtigkeit übertrieben wird?
      Was sind denn diese Enthüllungen überhaupt? Habe weder hier noch in anderen Medien viel davon gesehen...?
      15 19 Melden
    • R&B 05.01.2017 12:47
      Highlight RadioMoskau ist wieder mal am faken
      18 19 Melden
    • Aged 05.01.2017 13:55
      Highlight @dasAuge: da fragst du am besten Radiochopf, er präsentiert laufend die neuesten Enthüllungen.
      14 6 Melden
    • deleted_964468590 05.01.2017 13:59
      Highlight Aha und ein Kommentator ist jetzt repräsentativ für die deutschsprachig Medienlandschaft und deren Narrative...? Ihr probiert gar nicht mehr zu argumentieren, oder täuscht das?
      10 16 Melden
    • R&B 05.01.2017 14:50
      Highlight @DasAuge: Bei bekannten Fakern argumentiere ich nicht mehr. Habe eine Arbeit.
      13 7 Melden
    • Aged 05.01.2017 15:08
      Highlight @dasAuge: Kein Grund für paranoid zu werden, es gibt kein "ihr, wir". Ich referenzierte auf Radiochopfs Kommentar zuoberst und gab dir einen Tipp. Auf meine ernste Anfrage, welche echt wahren Quellen ich nutzen sollte, gabs keine Antwort.
      Ich glaube, beim Freischalten kommt die Reihenfolge manchmal durcheinander.
      11 3 Melden
    • FrancoL 05.01.2017 15:38
      Highlight @das Auge; na dann hast du die Wochen lange Kampagne mit den email von HC und Co nicht mitbekommen? Viel hatsie nicht enthüllt das man nicht wusste, darum für mich klar überbewertet.
      12 6 Melden
    • deleted_964468590 05.01.2017 15:45
      Highlight Wenn du ernsthaft Kommentatoren fragen musst "nenn mir die Quellen der Wahrheit" hast du wohl ein ganz anderes Problem. Wikileaks hat übrigens eine Website mit Suchfunktion, aber das scheint nicht nur dich bereits zu überfordern.
      14 13 Melden
    • deleted_964468590 05.01.2017 16:09
      Highlight @FrancoL: Welche Kampagne, wo in welchen deutschsprachigen Medien?
      4 9 Melden
    • Aged 05.01.2017 16:10
      Highlight @dasAuge, wenn man es nicht wissen darf wirds einen Grund geben. Wikileaks Suche überfordert nicht, ist aber auch kein Garant für wichtige Erkenntnisse. Vielleicht überlegst du dir einmal, wie der Datenfluss mitsamt Kontrollen aussehen könnte.
      7 8 Melden
    • R&B 05.01.2017 16:23
      Highlight Wie outet sich ein unseriöser Diskussionspartner?
      Er beleidigt.
      "...aber das scheint nicht nur dich bereits zu überfordern."
      12 9 Melden
    • Crecas 05.01.2017 16:32
      Highlight @DasAuge
      Über die Enthüllung in Clinton' Emails hat jedes Medium zur Genüge berichtet, jedes noch so kleine Detail wurde während dem Wahlkampf unter die Lupe genommen. Das "krasseste" war, dass eine Frage von CNN vor einer Debatte mit Sanders ans Clinton Team weitergegeben wurde. Nummer 2 waren die Details aus den WallStreet Speeches von Clinton.

      Auch du solltest aufhören zu lügen...
      11 7 Melden
    • deleted_964468590 05.01.2017 17:35
      Highlight @Crecas: CNN hat seinen Zuschauern gesagt jeder der sich selber informieren würde über die E-Mails mache sich strafbar, man solle nur über CNN die Informationen holen. Jaja richtig glaubwürdig so ein Auftritt....
      Und auch von dir keine konkreten Angaben nur "jedes Medium hat zur genüg berichtet" (was ja sowieso nur deine subjektive Einschätzung ist)

      Aber eben, ihr wollt ja gar nicht argumentieren sondern nur euer Weltbild verteidigen :)
      8 9 Melden
    • Crecas 05.01.2017 18:25
      Highlight Du hast geschrieben, es sei kaum darüber berichtet worden, wenn in Wahrheit in allen Medien ausführlich darüber berichtet wurde. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern wissenschaftlich belegt in einer Studie der Harvard Kennedy School:

      https://shorensteincenter.org/news-coverage-2016-general-election/
      5 2 Melden
    • deleted_964468590 05.01.2017 23:38
      Highlight die Studie bezieht sich generell auf die Berichterstattung in den USA, ich sprach von deutschsprachigen Medien.
      Aber abgesehen davon, du scheinst nicht zu wissen dass der "Clinton E-Mail" Scandal der in dieser Studie 2-3 Mal erwähnt wird, nicht dasselbe ist wie die von wikileaks veröffentlichten Podesta-E-Mails... Das würde man eigentlich für eine Teilnahme an der Diskussion erwarten dürfen...?
      7 4 Melden
    • Crecas 06.01.2017 07:37
      Highlight Controversies ist sie Kategorie und da gehören die Podesta Emails dazu. Darüber wurde deutlich mehr gesprochen als über das politische Programm. Auch hier in den deutschsprachigen Medien. Kannst ja nur mal das Watson Archiv durchsuchen....
      4 4 Melden
    • Töfflifahrer 06.01.2017 10:42
      Highlight Jetz hab ichs kapiert! Jeder weiss alles, alle wissen nichts und draussen ist es arschkalt!
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  • Echo der Zeit 05.01.2017 09:56
    Highlight Na dann soll Trump doch Snowden und Manning begnadigen und rehabilitieren - wenn nicht - und Assange Trotzdem Trumps rechte Hardliner hofiert - Dann ist das nichts anderes als Verrat gegenüber Snowden und Manning - whistleblower plattform war dann mal - man kann keine whistleblower plattform betreiben wen man seine Kontakte nicht vorgängig schützt - geschweige man Arbeitet mit den Leuten die deine Quellen ins Loch geworfen haben. http://Na
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    • deleted_964468590 05.01.2017 10:55
      Highlight Assange veröffentlicht Dokumente und "hofiert" nicht Trump.
      Aber ja herzig wie sie 1:1 die Behauptung vom Schmiergel übernehmen ohne eine Sekunde zu denken.
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    • X23 05.01.2017 12:29
      Highlight @Echo:
      Zu Snowden, Manning und Assange:

      Optimalerweise würde die Schweiz ihnen Asyl gewähren.

      Leider scheint sich dies jedoch mit dem patentiert schweizerischen "Bücken, begatten lassen, bedanken, entschuldigen"-Mindset nicht vereinbaren zu lassen.
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    • Echo der Zeit 05.01.2017 12:32
      Highlight Wenn Assange Rückgrat hätte - hätte er Hannity ins gesicht Gespuckt - und ihn nicht hofiert.
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    • X23 05.01.2017 14:01
      Highlight Naja, natürlich ist Hannity von Fox. Wir alles wissen wie Fox tickt.

      Jedoch war dies für Assange eine sehr gute Gelegenheit, zur Masse zu sprechen. Daher finde ich, in der gegebenen Situation, das Verhalten angebracht.
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    • deleted_964468590 05.01.2017 15:37
      Highlight @EdZ: Ja anderen Menschen ins Gesicht spucken, wieso erstaunt mich nicht dass sie nun plötztlich mit solchem Hass auffahren?
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    • deleted_964468590 05.01.2017 15:39
      Highlight Noch eine letzte Frage: Vor ein paar Jahren wollte Trump Assange in ein Gefängnis stecken. Sie wären damals also voll auf Linie gewesen. Ihrer Logik nach sind sie also (zumindest damals) ein Freund Trumps?
      Oder gelten ihre Masstäbe immer nur für die anderen?
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    • Echo der Zeit 05.01.2017 17:02
      Highlight Sie Interpretieren das sich die balken biegen. Ich unterstelle Assange auch nicht das er für waterboarding ist wen er sich mit deren Befürworter Trifft und austauscht.
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    • deleted_964468590 05.01.2017 17:36
      Highlight Ist anspucken eigentlich die Vorstufe zu Waterboarding?
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    • Echo der Zeit 05.01.2017 17:51
      Highlight Es hätte wenigstens Hannity - einen kleine Vorstellung davon gegeben wie das so ist (waterboarding) - doch ich glaube, für Hannity wärs noch ein kompliment gewesen.
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«Fake News. Lügenpresse!» – Wie Roger Köppel zur Schweizer Version von Donald Trump wurde

Man reibt sich die Augen: Ist das wirklich Roger Köppel, der da auf dem Facebook-Profil des SVP-Nationalrats schreibt? Oder ist das nicht etwa ... Donald Trump? Oder etwa Doger Krumpel? Ronald Tröppel? Eine Glosse.

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