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Holzschlag im Urwald von Białowieża: Die polnische Regierung hat die zwischen 2012 und 2023 zur Abholzung vorgesehene Holzmenge von 63'400 m3 auf 188'000 m3 verdreifacht.  Bild: AP/AP

Das ist der letzte Tiefland-Urwald von Europa – und er ist in grosser Gefahr

28.07.17, 11:40 29.07.17, 06:46

Einst jagten hier russische Zaren und polnische Fürsten. Heute leben 250 Vogel- und 62 Säugetierarten im Urwald von Białowieża, darunter Wölfe, Luchse und Europas grösster Säuger, der Wisent. Ein Teil des 150'000 Hektar grossen Waldes, der im polnisch-weissrussischen Grenzgebiet liegt, ist ein Nationalpark und gehört zum Weltnaturerbe und Biosphärenreservat der UNESCO. Hier stehen majestätische Eschen, jahrhundertealte Eichen und mächtige, bis zu 50 Meter hohe Fichten – Europas grösste Bäume. 

Kein menschlicher Eingriff: Alt- und Totholz bleibt im Urwald liegen. Die biologische Vielfalt hier ist überwältigend; neben zahlreichen Tierarten wurden bisher 5500 Pflanzen- und 3500 Pilzarten nachgewiesen.   Bild: AP/AP

Vielleicht nicht mehr lange. Die rechtskonservative Regierung in Polen kann sich mit den strikten Schutzbestimmungen für den letzten Tiefland-Urwald Europas nicht anfreunden. Im März 2016 beschloss sie, eine Verdreifachung der bisher zugestandenen Abholzung zu erlauben – und zwar auch in Teilen des Waldes, die bisher von Eingriffen jeglicher Art ausgenommen waren. 

Urwald von Białowieża

Der Białowieża-Urwald (polnisch «Puszcza Białowieska») erstreckt sich an der polnisch-weissrussischen Grenze über eine Fläche von rund 1500 km2, 620 km2 davon auf der polnischen Seite. 876 km2 beidseits der Grenze sind Schutzgebiet und zählen zum Weltnaturerbe und Biosphärenreservat der UNESCO. Besonders geschützt ist der auf polnischer Seite gut 105 km2 grosse Białowieża-Nationalpark und darin eine Kernzone von etwa 47 km2. Menschliche Eingriffe sind dort nur sehr eingeschränkt erlaubt, Besucher dürfen sich nur auf bestimmten Routen bewegen. 

Rund die Hälfte des Białowieża gilt als weitgehend unberührt: Diese Gebiete wurden seit der Entstehung des Waldes vor rund 8000 bis 9000 Jahren kaum vom Menschen beeinflusst. 

Quelle: Wikipedia

Für den grössten europäischen Säuger, den Wisent, war der Urwald eines der letzten Rückzugsgebiete.  Bild: AP/AP

Das rief die EU-Kommission auf den Plan. Im April 2017 forderte sie Warschau in einer «letzten Mahnung» dazu auf, den grossflächigen Holzeinschlag im Natura-2000-Gebiet – das Natura-2000-Netz verbindet Schutzgebiete in der gesamten EU – innerhalb von vier Wochen zu stoppen. Ansonsten werde sie Polen vor dem EU-Gerichtshof (EuGH) verklagen.

Die polnische Regierung liess sich davon nicht beirren und stoppte die Abholzung nicht. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass vorherige Regierungen Polen um viel Geld gebracht hätten, weil sie derart strenge Richtlinien zum Holzeinschlag akzeptiert haben. Umweltminister Jan Szyszko konterte zudem, bei den Massnahmen im Wald handele es sich um «aktiven Schutz» – mit der Abholzung bekämpfe man den Borkenkäfer. Später forderte der Minister sogar, den Wald von der UNESCO-Liste zu streichen. 

Auf polnischer und weissrussischer Seite bilden Teile des Urwalds einen Nationalpark mit einer streng geschützten Kernzone. Sie steht auf der Weltnaturerbe-Liste der UNESCO.  Bild: AP/AP

Mitte Juli hat die EU-Kommission daher Warschau wie angedroht vor dem EU-Gerichtshof verklagt. Da der Holzeinschlag bereits begonnen hat, forderte Brüssel zusätzlich eine einstweilige Verfügung des Gerichtshofes. Solche Massnahmen werden nur in dringenden und schwerwiegenden Fällen verhängt, bis ein endgültiges Urteil ergangen ist.

Die Wälder von Białowieża sind auch Lebensraum für über 9000 Insektenarten. Viele der Tier- und Pflanzenspezies sind endemisch, also nur hier anzutreffen. Bild: Wikimedia/Robert Wielgórski a.k.a. Barry Kent

Lügt polnische Regierung, um Wald abzuroden?

1m 21s

Lügt polnische Regierung um Wald abzuroden?

Video: srf/SDA SRF

Nicht nur die EU und die UNESCO – sowie Naturschutzorganisationen wie Greenpeace oder der WWF –  sorgen sich um den Urwald von Białowieża. In Polen selber wächst der Widerstand. Mitte Juli demonstrierten Umweltschützer in Krakau, wo das UNESCO-Welterbekomitee tagte. Und am letzten Wochenende gingen in Warschau tausende auf die Strasse, um gegen die Abholzung zu protestieren. 

Protestdemos in Polen

Wie der Kampf um einen der letzten Urwälder in Europa ausgehen wird, steht derzeit noch in den Sternen. 

(dhr)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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  • rodolofo 28.07.2017 18:24
    Highlight Die böse Nazi-EU (gemäss Blocher) möchte also diesen letzten Tiefland-Urwald und UNESCO-Welterbe vor der Abholzung bewahren.
    Ja das ist sehr böse und eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates...
    Zum Glück mischen die sich ein!
    Und sie sollen diesen Voll-Idioten ruhig auch noch die "Lizenz zum Töten" wegnehmen, die sie sich selber ausgestellt haben!
    Was will uns dieses Beispiel sagen?
    Vielleicht dies:
    Es ist nicht immer alles böse und schlecht, was aus dem Ausland kommt!
    Manchmal ist es sogar ein Segen für die einheimische NATUR!
    32 11 Melden
    • Chnebeler 29.07.2017 09:08
      Highlight Du hast nur ein Detail vergessen ein EU-Staat hat seine Souveränität zu einem grossen Teil der EU abgetreten, daher ist es nur ein beschränkt souveräner Staat.

      Zudem ist der Naturschutz nur wirkungsvoll, wenn er Intarnational praktiziert wird, selbes gilt für den Klimaschutz
      3 10 Melden
    • rodolofo 29.07.2017 09:35
      Highlight @ Chnebeler
      Hat er das wirklich?
      Warum benehmen sich denn die Ungaren und die Polen dermassen frech?
      Besteht das Problem der EU heute vielleicht darin, dass die Nationalstaaten noch ZU VIEL zu sagen haben?
      So steckt die EU irgendwo zwischen einem richtigen Bundes-Staat, wie die USA sind, und den alten Nationalstaaten-Gebilden fest, ist also "weder Fisch, noch Vogel", oder "weder Stadt, noch Land", sozusagen ein "Agglomeration-Brei", wie wir ihn in der Schweiz auch immer grossflächiger haben...
      7 2 Melden
    • Chnebeler 29.07.2017 11:20
      Highlight Du wärst also der Meinung es wäre besser die Nationalstaaten aufzugebenund ein neuen riesigen zentralistischen Europa Staat zu konstruieren? Dies würde meiner Meinung nach den Zusammenhalt eher schwäche als stärken, da 500 Millionen Menschen sich niemals durch eine einzige Regierung vertreten fühlen würden.
      Und wenn man die vielfalt abbilden will eine quasi handlungsunfähige Regierung hat, ausser man schränkt die Demokratie sehr stark ein. Dies kann aber unmöglich das Ziel sein.
      1 1 Melden
    • rodolofo 29.07.2017 16:01
      Highlight @ Chnebeler
      Die Globalisierung im Gange, seitdem die ersten Hominiden aus Afrika auswanderten.
      Was früher die Kantone der Schweiz waren, das sind heute die Länder der Europäischen Union.
      Und die EU wird ein zukünftiger Kanton der Weltgemeinschaft UNO sein.
      Ganz ähnlich, wie das Schweizer Staatswesen, könnte auch die Europäische Union föderalistisch aufgebaut sein. So würden sehr viele Kompetenzen bei den Nationalstaaten bleiben, wenigstens dort wo dies Sinn macht.
      Eine ideologisch begründete Total-Verweigerung wirkt eher lächerlich.
      Konstruktiv mitgestalten ist doch viel sinnvoller!
      5 1 Melden
  • ovatta 28.07.2017 17:29
    Highlight Wäre da gern mal in die Ferien gegangen, aber um Motorsägen kreischen zu hören muss ich nicht nach Polen!
    16 12 Melden
    • Martin1610 28.07.2017 20:07
      Highlight Was für ein dämlicher Kommentar! Flieg doch nach Las Vegas!
      10 26 Melden
    • ovatta 28.07.2017 21:15
      Highlight Sorry, aber USA steht voraussichtlich frühestens in drei Jahren wieder auf dem Tableau!

      Immerhin wissen die dort, das Nationalparks Touristen und Touristen Geld bringen!
      Wenn auch die gegenwärtige Administration dem schnellen Dollar aus Kohle und Öl nachzulaufen scheint..
      14 3 Melden
    • Martin1610 28.07.2017 22:03
      Highlight Bleib am besten da!
      5 17 Melden
  • glüngi 28.07.2017 14:10
    Highlight Ich frage mich wie man Erzkonservativ sein kann und sich dann nicht für den eignen Urwald einsetzen kann. Der Wald hat Geschichte und jetzt will man das Abholzen. Was für ein dummes Pack!
    119 9 Melden
    • leu84 28.07.2017 17:11
      Highlight Wie die "Konservativen" in der USA. Hauptsächlich money money. Als heimatliebenden soll man auch auf den heimischen Wald achten. Das hat ja nichts mit grün und so zu tun.
      39 2 Melden
    • glüngi 28.07.2017 18:05
      Highlight genau so ist es.
      7 1 Melden
  • Grundi72 28.07.2017 12:44
    Highlight Zum Glück sind wir nicht in der EU! Wäre ja noch schöner wenn die in Brüssel sich in solche Angelegenheiten einmischen!
    20 177 Melden
    • Sapere Aude 28.07.2017 14:22
      Highlight Dann befürwortest du die Abholzung des Waldes?
      86 17 Melden
  • Wald Gänger 28.07.2017 12:36
    Highlight Wie kann man rechtsnational sein und gleichzeitig sein eigenes Erbe und seine Scholle so gering schätzen?
    202 10 Melden
    • bcZcity 28.07.2017 12:49
      Highlight C.R.E.A.M
      21 6 Melden
    • *sharky* 28.07.2017 13:07
      Highlight Ein Witz, oder? Genau das machen die rechtsnationalen überall around the world... 🌎💀
      und vor allem sie!
      Wenn sich jemand für die Umwelt einsetzt, sind das Umweltschutz Organisationen, die Grünen und viele linkslieberale Menschen. Und klar, Ausnahmen bestätigen die Regel.
      64 10 Melden
    • x4253 28.07.2017 13:13
      Highlight "Heimat" und "Naturschutz" verkaufen sich eben gut. Damit locken auch die hiesigen Rattenfänger Wähler.
      Wie wichtig es denen tatsächlich ist zeigt sich gerade in Polen: gar nicht.
      35 8 Melden
    • Wald Gänger 28.07.2017 15:13
      Highlight sharky: Das ist im Prinzip null Antwort auf die von mir aufgeworfene Frage, sondern nur ein Werbespot für Grüne und Linksliberale.
      x4253: Klar, verkauft sich gut. Aber wenn man seine Heimat liebt, wie kann man dann ausgerechnet die älteste Ausprägung derselben zerstören? Leuchtet mir nicht ein.
      12 7 Melden
    • meine senf 28.07.2017 15:31
      Highlight Soweit denken deren Wähler halt einfach nicht.

      Und falls doch kaufen sie das Märchen ab, dass der Wald nur wegen der Zuwanderung abgeholzt werden müsse (siehe auch hier in den Kommentaren etwas weiter unten).
      11 3 Melden
    • *sharky* 28.07.2017 16:39
      Highlight @WD
      Nö, kein Werbespot, leider Tatsachen und wenn man ein bisschen, nur ein bisschen die Augen offen hat und zudem die kleinen grauen Zellen ä weneli aktiviert, sieht man das. x4253 beantwortet deine "Frage" trefflich... Wasser/Wein Paradoxon.
      9 1 Melden
    • x4253 28.07.2017 17:52
      Highlight @wald gänger
      Das ist ja gerade der Clue.
      Rechtspopulisten lieben ihre Heimat nicht, sondern ihr Bankkonto.
      Nur verkauft sich "Wir verhöckern alles, unsere und sogar eure Grossmütter." nicht wirklich.

      Geh mal die Abstimmungsergebnisse der letzten Jahrzehnte durch, und schau mal wer konsequent gegen Umweltschutz gestimmt hat -> Jene die am penetrantesten das folkloristische Bild der Schweiz vertreten (gegen Aussen).
      14 1 Melden
    • Wald Gänger 28.07.2017 18:12
      Highlight sharky: Ja, x4253 hat meine Frage beantwortet. Du hingegen nicht. Und Tatsachen...na ja, das gäbe eine längere Diskussion, ob die Grünen und Linksliberalen wirklich ökologisches Leben fördern.
      0 9 Melden
    • SemperFi 28.07.2017 18:28
      Highlight @Wald Gänger: Rechtsnationale hängen irgendwelchen Mythen von vergangener und Träumen von kommender Grösse nach. Kontakt zum Hier und Jetzt ist da nicht viel vorhanden. Naturschutz hat da keinen Platz.
      14 2 Melden
    • rodolofo 28.07.2017 18:34
      Highlight @ Wald Gänger
      Diesen "Rechtsnationalen" geht es weniger um ihre Heimat und um die Liebe zu dieser Heimat, welche ja auch "Linke und Nette" mit einschliessen müsste, sondern um die Möglichkeit, in dieser Heimat uneingeschränkt zu herrschen.
      Sie lieben also die Ausübung von MACHT!
      Und bei dieser Ausübung von Macht wollen sie sich von niemandem behindern lassen.
      Die Natur lässt sich halt sehr einfach vergewaltigen, denn sie verfügt über kein Stimmrecht und könnte dieses Stimmrecht auch nicht wahrnehmen.
      Aber die Natur schlägt mit voller Wucht zurück, auf ihre Weise, und international vernetzt...
      12 2 Melden
    • TheMan 28.07.2017 19:23
      Highlight Naja Links ist auch nicht besser. Wen man bedenkt. Das Grünfläche verschwinden um Neue Häuser zu bauen. Für die Zuwanderung. Zusätzlich muss die ÖV ausgebaut werden, mehr Strom produziert und mehr Autos fahren im Land. Aber nur Rechts ist Böse und Zerstört alles. Links heisst das die Natur einbinden. Oder Bevölkerungswachstum fördern. Dabei denen das Stimm und Wahlrecht geben und ab gehts in die EU. Das hat Links vor.
      5 19 Melden
    • x4253 28.07.2017 21:38
      Highlight @TheMan
      Bitte erleuchte uns doch: Wer hat gesagt, dass das Bevölkerungswachstum gefördert werden soll (vornehmlich durch Zuwanderung).

      Oder stellst du einfach mal so eine Behauptung in den Raum?
      Oder hat dir das ev. jemand heimlich geflüstert?
      12 3 Melden
  • kEINKOmmEnTAR 28.07.2017 12:14
    Highlight Ich frage mich was den passieren würde wenn Polen die einstweilige Verfügung vom Gerichtshof nicht anerkennt? Gibt es wieder eine Drohung von der Kommission das Stimmrecht zu entziehen?
    44 5 Melden
  • Holla die Waldfee 28.07.2017 12:05
    Highlight Es ist tragisch, was da geschieht.

    Aber noch viel tragischer ist, dass alle anderen europäischen Länder ihre Urwälder längst gekillt und in Geld verwandelt haben. AUCH DIE SCHWEIZ !!!!

    Wir sollten uns eher darum kümmern, dass die Schweiz das schlechteste Land im Artenschutz ist. Das schlechteste Land in ganz Europa! Das Schlechteste !!!
    82 37 Melden
    • Grundi72 28.07.2017 12:51
      Highlight Irgendwo müssen ja all eure Migranten wohnen. Urwarld und unkontrollierte Zuwanderung in der kleinen Schweiz ist halt schwierig..
      36 110 Melden
    • MaxHeiri 28.07.2017 12:51
      Highlight Verstehe ich nicht wirklich. Der Waldbestand in der Schweiz wächst glücklicherweise seit Jahren (um die Grösse des Thunersees). Quelle: http://www.waldschweiz.ch/schweizer-wald/wissen/schweizer-wald/zahlen-fakten.html

      Was könnte die Schweiz besser machen?
      33 12 Melden
    • virus.exe 28.07.2017 13:19
      Highlight Hallo Holla
      könnte das eventuell mit der Bevölkerungsexplosion der letzten Jahrzehnte zusammenhängen? Jeder will ein Haus, ein Auto, Zweitwohnung etc. Braucht Platz. Wer muss weichen? Die Natur. +4 Milliarden Menschen weltweit in 50 Jahren...aber das interressiert keinen. Inferno...
      30 18 Melden
    • Blitzableiter 28.07.2017 13:57
      Highlight Hat mit der Zersiedelung zu tun. Die Schweiz hat damit schon vor langer Zeit angefangen. Urwald wie der in Polen ist etwas anderes als der gehegte und gepflegte Wald bei uns.
      32 4 Melden
    • Holla die Waldfee 28.07.2017 14:03
      Highlight Gründe sind vielfältig.
      Ein paar offensichtliche Beispiele:

      - Zersiedelung (unkontrolliertes Wachstum in alle Richtungen anstatt verdichtetes Bauen.)

      - Zu viel Agrarchemie. Durch den Wasserkreislauf sind sogar längst auch die Wälder gedüngt.

      - Schweizerwald wird überall bewirtschaftet, wo es nicht zu steil ist. Es stehen v.a. Zahnstocher in den Wäldern. Der Rest ist Alibiübung. Und selbst da schimpfen Förster noch über "dumme Gesetze von Leuten, die nichts verstehen" ... und meinen damit Volk und Regierung.

      - tödliche Strassen zerschneiden die Natur in zig kleine und kleinste Teile.
      25 15 Melden
    • Darkglow 28.07.2017 14:30
      Highlight @virus.exe man sollte mal anfangen in die Höhe zu bauen anstatt in die Breite. In Städten stört sich niemand daran wenn ein Haus ein Stockwerk mehr oder weniger hat...

      @Grundi72 war ja klar das es einen trottel geben musste der mit diesem Argument kommt... Unglaublich wie einfach es ist die Schuld anderen in die Schuhe zu schieben. Das Schweizer-Nationalisten-Rüpeltum jeder nur erdenklichen situation ausländern oder flüchtlingen in die Schuhe schieben.
      37 11 Melden
    • α Virginis 28.07.2017 14:37
      Highlight Holla, da liegst Du ein wenig schief mit der Abholzung in der Schweiz. Mitte 19. Jahrhundert waren es noch wenige 0.7 Millionen Hektar, nun sind es ca. 1.3 Millionen Hektar. Beinahe das Doppelte...
      9 12 Melden
    • luke_zee 28.07.2017 14:49
      Highlight du hast recht Holla....

      Und Grundi72 wer hat dir in den Kopf geka..t? Willst du jetzt den Migranten und Zuwanderern die schuld dafür geben? Ich glaube, dass der Grund für die Abholzung vieler Wälder solche Leute wie du sind. Leute die nur dünnes im Kopf haben und einfach nur Profit draus schlagen wollen.
      28 13 Melden
    • Holla die Waldfee 28.07.2017 17:10
      Highlight α Virginis
      Dass die Waldfläche insgesamt sogar gewachsen ist, ist mir bekannt. Aber geh und zähl mal die Bäume die über 50 oder 100 sind! Es werden immer weniger. Drum sag ich, dass unsere Wälder fast nur aus Zahnstochern bestehen. Jeder Baum, der nicht per Gesetz geschützt ist, wird gefällt, sobald er sich in Geld verwandeln lässt.

      Was nützt eine grosse Waldfläche der Natur, wenn sie eigentlich eh nur Wirtschaftsfläche ist? Und wenn sie dermassen von "Erholungsuchenden" überlaufen ist, dass der Druck auf die letzten Wildtiere im Land ins Hoffnungslose steigt?
      15 8 Melden
    • α Virginis 28.07.2017 18:12
      Highlight Holla, ich kenne sogar hier, im Hardwald bei Basel einen Baum (unter mehreren "Kollegen"), der hat einen Umfang von ca. 4-5 Metern. Der ist wohl kaum, soo jung... Nunja, auch wenn der Nachwuchs natürlich aus jüngeren Bäumen besteht, Tatsache ist, dass der Wald in der Schweiz seit langem nicht mehr abgeholzt wird.
      4 2 Melden
    • Intus 28.07.2017 19:12
      Highlight @Waldfee
      Hast du eine Quellenangabe für den Standpunkt, dass die Schweiz das schlechteste Land im Artenschutz ist?
      Ich weiss zwar, dass wir auf einem der hintersten Ränge rangieren, aber ich meine mich zu erinnern, dass z.B. die Slowakei noch viel "schlechter" ist!? Gem. IUCN-Liste.
      3 3 Melden
    • Mutzli 28.07.2017 20:01
      Highlight Zu beachten ist auch, dass mehr nicht gleich mehr Biodiversität ist. Soll nicht heissen, dass man jetzt ungesorgt alles abholzen kann, sondern das, wie von Holla erklärt, die Qualität sehr wichtig ist. Andere wichtige Flächen gehen auch mehr und mehr verloren, wie etwa Magerwiesen, Auengebiete, steinige Pioniergebiete im Flachland, Rückzugsgebiete für Fledermäuse und Vögel, Strukturen für Schlangen und Eidechsen (welche übrigens samt und sonders alle in der Schweiz bedroht und geschützt sind, also bitte in Ruhe lassen), Gewässer für Amphibien etc.Alles Sachen die leider immer wie rarer werden.
      9 0 Melden
    • Echo der Zeit 28.07.2017 20:38
      Highlight Der Wald wächst in den Bergen weil sich die Bewirtschaftung nicht Rechnet und nicht wegen den Waldschützern.
      7 1 Melden
    • gizmoo 28.07.2017 20:50
      Highlight Hallo waldfee, ich schlage vor das Du Dein Erspartes nimmst und es in Schweizer Wald investierst. Jeder kann in der Schweiz Wald kaufen und so aktiv (und nicht nur palavernd) an der Urwaldbildung teilnehmen. Idee? Oder reut Dich das Geld?
      2 7 Melden
    • Holla die Waldfee 28.07.2017 22:10
      Highlight α Virginis
      Ist das ein Witz? Du kennst 1 Baum. Einen?
      Aber vielleicht kannst du einfach nicht verstehen, was ich meine.

      intus
      Das ging durch alle Medien. U.a. bei Watson:
      www.watson.ch/!439651370
      Google hilft, wenn du mehr zum Thema willst.

      gizmoo
      Ich betreibe seit 50 Jahren aktiv und passiv Natur- und Umweltschutz. Ich habe schon tausende Franken gespendet und auch öfter für nichts gearbeitet, weil ich meinen ganzen Lohn weiterspendete.
      Du solltest mit deinen Vorurteilen in Zukunft etwas vorsichtiger sein!

      Mutzli und Echo haben es verstanden.
      9 2 Melden
    • gizmoo 29.07.2017 01:55
      Highlight @Waldfee: Schön - Du hast einen Teil Deines Geldes für Spenden ausgegeben (irgendwohin). Etwas verstehe ich trotzdem nicht: Wieso aber hast Du selbst keinen Wald wenn Dir der doch so wichtig ist?
      1 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 29.07.2017 09:42
      Highlight @Waldfee Einverstanden, ausser mit dem Argument Verdichtetes/in die Höhe Bauen. Das ist lediglich ein Lösungsansatz wenn Platz zur Mangelware wird. Damit passt man sich dem Umstand Wachstum an, verändert ihn aber nicht. Es gibt noch andere Lösungsansätze, die aber mehr mit Verzichten zu tun haben (das, was keiner will). Einwanderungsmagnet ist unser Lebensstil. Dieser belastet unser Ökosystem auch bei verdichteten Bauen. Alle Politiker inkl. Baulöwen der SVP haben vergessen was unsere eigentliche Lebensgrundlage darstellt. Unsere Natur ist bald nur noch ein Marketingtool und Lifestyle Artikel. http:// https://www.journal21.ch/attacken-von-allen-seiten
      1 1 Melden
    • Mutzli 29.07.2017 10:12
      Highlight @gizmoo Schön wenn sich jemand so einfach als Troll outet. Nachdem jemand auflistet, wie Sie sich seit Ewigkeiten für die Natur engagiert auf jede mögliche Weise,ist es ein bisschen gar plump mit "aber wieso hast du keinen Wald zu kommen". Für alle anderen die interessiert sein könnten: Falls sie tatsächlich über die finanz. Möglichkeiten verfügen einen Wald zu kaufen um ihn möglichst biodivers zu gestalten, wäre das super! Aber mit so etwas ist es leider nicht getan, da es ein gesamgesellschaftliches Problem ist, mal abgesehen davon, dass der Wald nicht die wichtigste Baustelle in CH ist.
      3 0 Melden
    • Mutzli 29.07.2017 10:12
      Highlight (2/2) Die gute Nachricht ist, dass jede Person sich Gewinnbringend beteiligen kann, teils auch mit sehr simplen Sachen. Sei es Spenden an eine Organisation wie z.B. Pro Natura, oder das eigene kleine Gärtchen Igel- und Reptilienfreundlicher gestalten. Wenn man keinen Garten hat und mitten in der Stadt wohnt, so wie Ich, kann man den Balkon Wildbienenfreundlicher einrichten oder Freiwilligeneinsätze machen, z.B. Amphibienzäune betreuen (vor allem die Molche sind sehr niedlich)!
      3 0 Melden
    • α Virginis 29.07.2017 10:28
      Highlight @Holla, bitte lies genauer: "einen...(unter Mehreren)", steht doch da?
      0 1 Melden
    • Holla die Waldfee 29.07.2017 11:25
      Highlight gizmoo
      Wer sagt dir, dass ich keinen habe?
      Ich bin immer wieder erstaunt, wie selbstverständlich irgendwelche Leute davon ausgehen, sie wüssten alles über fremde Leute im Web :-)

      Anita
      Klar, muss man das Wachstum stoppen. Aber da das nur sehr langsam gehen wird, müssen wir JETZT nach anderen Lösungen suchen. Sozusagen übergangsweise den Planeten retten.
      Deinem "Bald nur noch Marketing" stimme ich nicht zu. Ich sage, es ist schon jetzt so.
      4 0 Melden
    • gizmoo 29.07.2017 16:11
      Highlight @Mutzli/Waldfee: Mich nerven Aussagen wie "die Anderen sollen mit Ihrem Wald/Land/usw. dies und das machen" - das ist heuchlerisch. Deshalb die Nachfrage ob jemand wirklich bereit ist sein eigenes Geld zu investieren - anstatt ein teueres Auto zu kaufen, in die Ferien zu gehen, usw.
      Wer nämlich eigenen Wald bewirtschaftet merkt sehr schnell das es hoch defizitär, anstrengend und zeitraubend ist. Diese realistischen Erfahrungen heilen alle ideologischen Wunden ;-)
      0 3 Melden
    • gizmoo 29.07.2017 16:22
      Highlight @Mutzli/Waldfee: Die Spendenmaschinerien der grossen Tier- und Umwelt-NGOs funktionieren wie der Ablasshandel im Mittelalter. Es geht eigentlich nur darum, sich ein besseres Gewissen zu erkaufen (mit dem Geld kann die NGO dann wieder irgendwelche Funktionäre/Gerichtsgeschichten finanzieren).
      ...ab so richtig selbst Hand anlegen, sich für Tier und Umwelt draussen (und nicht vor dem Computer) mit eigenem Geld und Einsatz einbringen ist doch ehrlicher. Da kann man dann ja auch die eigenen Bäume alt werden lassen und das nicht nur von anderen einfordern.
      0 3 Melden
    • Echo der Zeit 29.07.2017 16:54
      Highlight @gizmoo - Ok - ich bin Waldbesitzer 4000m2, ich Bewirtschafte ihn auch selber (mit Familie) , wir haben mit dem Lotar Holz einen Scheunen Anbau Erstellt, zum Beispiel. Und genau darum setze ich mich auch für anderen Wald ein - ob mit Spende oder sonst wie - wieso auch nicht ? Was wollen sie überhaupt, vorwärts, alles Kaputt machen - dann sind endlich die Blöden NGOs weg die ja nur da sind um zu Nerven.
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    • Mutzli 29.07.2017 17:02
      Highlight @gizmoo...ist ja nicht so, als ob ich eine Reihe von praktischen Vorschlägen gemacht habe. Mal abgesehen davon, wenn Sie jetzt ernsthaft behaupten wollen, dass eine Organisation wie z.B. Pro Natura nichts für die Umwelt tut, sollten Sie aber besser mal über die Bücher. Könnten ja z.B. mal an der fête de la nature teilnehmen. Die Behauptung es sei "Ablasshandel" ist absolut egal. Sicher gibts Leute bei denen das sich gut fühlen im Vordergrund steht, aber solange die Resultate stimmen: So what. Hauptsache es geht etwas, man muss nicht unnötig Zeit mit ideologischen Reinheitstests verschwenden.
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    • gizmoo 29.07.2017 18:43
      Highlight @echo: ...eben: Sie "bewirtschaften" Ihren Wald.
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    • Echo der Zeit 29.07.2017 19:26
      Highlight @gizmoo - Genau ich benutz mein eigenes Holz und nicht das aus Polen. Bewirtschaften im Kommerziellen Sinn Tu ich nicht - Er Schaft mir eine Lebensgrundlage, ja eine Bereicherung - Die Urwaldvölker haben ihren Urwald auch Genutzt und dabei nicht gleich Zerstört.
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    • gizmoo 29.07.2017 19:27
      Highlight @Mutzli: Ich sage nicht das ProNatura nichts für die Umwelt tut. Sie machen es halt häufig auf Kosten anderer, indem sie anderen sagen was sie wie zu tun haben...und seien wir ehrlich: das ist immer das einfachste. Mich nerven solche Menschen. Sogenannte "Gerne-Bessermenschen" die dann beim Cüpli und Lachsbrötchen etwas zu Tier- und Umweltschutz herumfabulieren. Sollten Sie nicht dazu gehören: sorry.

      Mir kommt nicht in den Sinn den Polen zu sagen was sie tun/lassen/wählen/abholzen sollen.
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Ganz ohne Plastiksäckli: In Zürich öffnet der erste Zero-Waste-Laden der Deutschschweiz

In Zürich eröffnet der erste Laden ganz ohne Abfall. Wer was kaufen will, muss seinen eigenen Behälter mitnehmen, auch für Nudeln, Reis oder Alkohol. «Zero Waste» heisst die Philosophie und steht ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft. 

Rüebli, Kartoffeln, Nudeln oder Seife, im Foifi, dem ersten Zero-Waste-Lasten in Zürich, findet man eigentlich alles – ausser eben Plastiksäckli. Der neue Laden steht ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft und setzt sich zum Ziel, keinen Abfall zu produzieren. Der Durchschnittsschweizer produziert im Jahr 344 Kilogramm Abfall – viel zu viel, finden die Betreiber des «Foifi». Der Name ist ein Vermerk auf die fünf Axiome von Zero Waste, aber auch eine Liebeserklärung an den Zürcher …

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