International

Brasiliens Ex-Präsident wegen Korruption und Veruntreuung angeklagt – es ist nicht Lula

21.10.16, 12:15

Fernando Collor de Mello wird angeklagt. Bild: UESLEI MARCELINO/REUTERS

Der frühere brasilianische Präsident Fernando Collor de Mello soll im Rahmen des Korruptionsskandals um den staatlichen Ölkonzern Petrobras mehr als neun Millionen Dollar an Schmiergeldern kassiert haben. Collor sei der Kopf einer «kriminellen Organisation» gewesen, heisst es in der am Donnerstag bekannt gewordenen Anklageschrift.

Collor war von 1990 bis 1992 Präsident. Nach Korruptionsvorwürfen kam er seiner Amtsenthebung durch Rücktritt zuvor. Seit 2007 ist er Senator.

Im Zuge der Ermittlungen zum Petrobras-Skandal, der das ganze Land erschüttert, war der Name Collor bereits gefallen. Einzelheiten der Anklageschrift, die im August 2015 dem Obersten Bundesgericht übergeben worden war, waren bislang jedoch nicht bekannt. Demnach werden Collor Korruption in 30 Fällen, 376 Fälle von Geldwäscherei und 48-fache Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen.

«Zwischen 2010 und 2014 wurden mindestens 29 Millionen Reais (rund 9,1 Millionen Franken) an Schmiergeldern an den Senator gezahlt», erklärte die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift. In die Zahlungen sei in zahlreichen Fällen die Petrobras-Tochter BR Distribuidora verwickelt gewesen.

Collor habe «einer kriminellen Organisation vorgestanden, die aus Verantwortlichen und Abgeordneten des Senats, der Bundespolizei und von BR Distribuidora bestand», erklärte Staatsanwalt Rodrigo Janot.

Der ehemalige Präsident äusserte sich zunächst nicht zu der bekannt gewordenen Anklageschrift. Im Zuge des Amtsenthebungsverfahrens gegen Ex-Präsidentin Dilma Rousseff hatte er im August für deren Absetzung gestimmt. (sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Robert Kagan: «Die Republikaner könnten Trump stoppen, aber ...»

Mit diesen 7 Tipps schaufelst du massig Speicherplatz auf dem Smartphone frei

Was mein Besuch im «kiffertoleranten» Altdorf über Urner Filz verrät

History Porn Teil XIII: Geschichte in 21 Wahnsinns-Bildern

Na, noch müde? Bei diesen witzigen Flugzeug-Durchsagen musst du trotzdem lachen

Dieses geniale Start-up in Birmensdorf ZH erinnert an das Apple, das wir alle liebten

So geschickt macht die «Weltwoche» Kuno Lauener zu ihrem Coverboy

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0 Kommentare anzeigen
0
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Waffen-Exporte auf neuem Rekordhoch: Findest du heraus, wer die Nase vorne hat?

Das Volumen der Rüstungsverkäufe weltweit ist seit 2004 kontinuierlich gestiegen. Grund dafür sei vor allem die verstärkte Nachfrage aus Nahost und Asien, teilte das internationale Friedensforschungsinstitut Sipri am Montag in Stockholm mit.

Die fünf grössten Exporteure standen für insgesamt 74 Prozent des Gesamtvolumens. Ein verstärkter Bedarf Asiens, Ozeaniens und des Nahen Ostens sei sowohl von 2007 bis 2011 als auch von 2012 bis 2016 zu verzeichnen gewesen, teilten die Stockholmer …

Artikel lesen