International

Will das Vertrauen in brasilianisches Fleisch wiederherstellen: Brasiliens Präsident Michel Temer lud gestern in die «Churrascaria» ein. Bild: UESLEI MARCELINO/REUTERS

Gammelfleisch-Skandal in Brasilien – Schweizer Botschafter ist besorgt

20.03.17, 03:50 21.03.17, 15:33

Im Gammelfleischskandal in Brasilien bemüht sich die Regierung des Landes um Schadensbegrenzung. Zwar habe der Skandal «grosse Besorgnis» ausgelöst, die brasilianische Fleischindustrie stelle aber keine Gefahr dar, sagte Präsident Michel Temer am Sonntag.

Verdorbenes Fleisch und gefälschte Zertifikate habe es nur «in sehr wenigen Betrieben» gegeben, es handle sich nicht um ein weit verbreitetes Problem, sagte Temer in einer Ansprache vor zahlreichen Botschaftern. Das brasilianische System bei der Inspektion sei «eines der am meisten respektierten» der Welt, versicherte Temer, der einige der Diplomaten nach dem Treffen in ein Steakhaus einlud.

Umfrage

Konnte dich Temer beruhigen?

  • Abstimmen

222 Votes zu: Konnte dich Temer beruhigen?

  • 12%Ja voll, heute Abend gönne ich mir ein saftiges Poulet-Brüstli aus Brasilien.
  • 87%Nein, um Fleisch aus Brasilien mach in Zukunft einen weiten Bogen.

«Ich möchte unser Vertrauen in die Qualität unserer Produkte betonen», sagte er. Gerade 21 von 4800 Fleischverarbeitern und 33 von mehr als 11'000 Kontrolleuren seien betroffen.

Bisher habe keines der mehr als 150 Abnehmerländer seine Bestellungen storniert, sagten Regierungsvertreter. Allerdings haben die EU und China um Aufklärung gebeten. Der Schweizer Botschafter André Regli sagte, die Probleme seien besorgniserregend: «Mit Essen darf man nicht herumspielen.»

«Kein Gesundheitsrisiko»

Brasilien als grösster Fleischexporteur der Welt wird derzeit von einem Gammelfleischskandal erschüttert. Dutzende Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden sollen bestochen worden sein, um über den Verkauf von verdorbenem Fleisch hinwegzusehen. Mindestens 30 Menschen wurden bereits festgenommen, drei Betriebe geschlossen.

Die Polizei wirft einigen Firmen vor, vergammelte und überalterte Fleischprodukte verkauft zu haben. «Es gibt kein Gesundheitsrisiko», sagte dazu ein Vertreter des Landwirtschaftsministeriums. Brasilien ist mit einem jährlichen Ausfuhrvolumen von mehr als elf Milliarden Euro der grösste Rindfleischexporteur der Welt, die Fleischbranche ist einer der wenigen florierenden Wirtschaftssektoren in dem rezessionsgeplagten Land. (cma/sda/afp/dpa/reu)

Weiteres aus der Welt der Karnivoren: Heart Attack Grill – Las Vegas, USA

Hol dir die App!

User-Review:
Catloveeer, 19.12.2016
Die beste App ever! Einfach 🔨
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
7 Kommentare anzeigen
7
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Frau Holla die Waldfee 20.03.2017 11:23
    Highlight Da bin ich grad über noch einen gestolpert. Sehr aufschlussreich. Rollenklischees in der Ernährung. Fleisch ist männlich, Salat weiblich *g*

    http://www.spektrum.de/news/evolution-oder-rollenklischee-maenner-ernaehren-sich-anders-als-frauen/1440286
    2 1 Melden
    600
  • henkos 20.03.2017 09:22
    Highlight Soso, mit Essen darf man nicht herumspielen. Da hat er es den Brasilianern so richtig gegeben!
    1 4 Melden
    600
  • dracului 20.03.2017 08:41
    Highlight Eigentlich ist es nur schon bedenklich, dass es sich immer noch lohnt, dass Fleisch aus einer ganz anderen Ecke der Welt, über tausende Kilometer, transportiert wird um hier verzehrt zu werden. Aber den Konsumenten scheint das egal zu sein - Hauptsache Fleisch!
    15 4 Melden
    600
  • Frau Holla die Waldfee 20.03.2017 08:25
    Highlight Billigfleisch ist ein Problem. Egal, woher es kommt. Die Umstände unter denen es produziert wird, sind einer intelligenten Spezies unwürdig. Nur rücksichtslose Tierquäler essen Billigfleisch.

    Esst lieber etwas weniger Fleisch und leistet euch dafür bessere Qualität! Auch die eigene Gesundheit wird euch das früher oder später danken.

    Qualität ist wichtiger als Quantität.
    17 2 Melden
    • Wehrli 20.03.2017 11:54
      Highlight Lieber viel Superfleisch als wenig Gammelfleisch ....
      3 1 Melden
    600
  • koks 20.03.2017 08:10
    Highlight Wird billiges brasilianisches Fleisch nicht für die Herstellung von Bündner Fleisch verwendet?
    http://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/themen/konsum/buendnerfleisch-aus-importfleisch-der-legale-etikettenschwindel
    5 0 Melden
    600
  • pamayer 20.03.2017 07:18
    Highlight nach einem wochenende und etwas show essen von fleisch aus der eigenen farm ist das vertrauen wieder vollends hergestellt.

    wo hat's heute die besten fleisch aktionen? muss ich gleich hin.
    4 4 Melden
    600

Federer überflügelt Wawrinka in packendem Final – das Highlight ist aber die Siegerehrung

Bravo Roger Federer! Der 35-jährige Basler triumphiert in Indian Wells auch am zweiten grossen Rendez-vous der Saison. Den Schweizer Final gegen Stan Wawrinka gewinnt Federer in 80 Minuten 6:4, 7:5.

Am Ende war Wawrinka die Enttäuschung anzusehen. Unter tosendem Applaus schritt er zum Mikrofon und seufzte mit Tränen in den Augen: «Ich bin einfach müde nach zehn Tagen Tennis, sorry!»

Und dann kam es zum Mini-Eklat. Wobei, eigentlich war es gar keiner. Viel eher eine Stichelei unter Freunden. Er möchte Federer gratulieren, fuhr Wawrinka fort, zeigte dann aber auf seinen Widersacher – der mit einem Schmunzeln auf der Spielerbank sass – und stellte einigermassen entsetzt fest: …

Artikel lesen