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Die Standpunkte von Brexit-Minister David Davis (l.) und EU-Unterhändler Michel Barnier liegen noch weit auseinander. Bild: STEPHANIE LECOCQ/EPA/KEYSTONE

Wie die Briten schon heute unter dem Brexit leiden

Die Verhandlungen über den Brexit haben begonnen. Noch immer wissen die Briten nicht wirklich, was sie wollen. Ihre Bevölkerung bekommt die Nachteile eines EU-Austritts bereits zu spüren.

19.06.17, 15:30 20.06.17, 05:22

Monatelang hatte es Premierministerin Theresa May wie ein Mantra verkündet: «Brexit means Brexit» – der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union stehe fest. Was aber der Brexit wirklich bedeutet, blieb lange unklar. Und eigentlich wissen die Briten noch immer nicht, was sie genau wollen, obwohl die Austrittsverhandlungen am Montag offiziell begonnen haben.

Rund ein Achtel der zweijährigen «Kündigungsfrist» ist abgelaufen. Auf Seiten der Europäer wächst die Ungeduld. Ihre Delegation, angeführt vom französischen Karrierediplomaten Michel Barnier, ist längst startklar. Das Verhandlungsmandat wurde von den 27 übrigen EU-Ländern verabschiedet. In London hingegen herrschen in Sachen Brexit Chaos und Kakophonie.

Desaster für May – Erfolg für Corbyn

Mit den vorgezogenen Neuwahlen wollte Theresa May sich ein starkes Mandat verschaffen, um notfalls einen «harten» Brexit ohne neue Vereinbarung durchziehen zu können. Der Schuss ging nach hinten los, ihre konservative Partei hat die Mehrheit im Unterhaus eingebüsst. Die neue Konstellation ist ein Rückschlag für die Verfechter eines klaren Bruchs mit der EU.

Auf EU-Befürworter Rücksicht nehmen

Michael Gove, den May nach den Wahlen zum Umweltminister ernannt hat, machte letzte Woche in einem Radiointerview eine bemerkenswerte Aussage. Man müsse in den Verhandlungen auf die Befindlichkeit der EU-Befürworter Rücksicht nehmen. Dabei hatte Gove bei der Abstimmung vor einem Jahr zusammen mit Boris Johnson die «Leave»-Kampagne der Konservativen angeführt.

Laut der Zeitung «Telegraph» soll es Gespräche zwischen der konservativen Regierung und der oppositionellen Labour-Partei über einen «weichen» Brexit gegeben haben. Die Linke unterstützt den Austritt, fordert aber eine starke Anbindung an die EU. Sie wurde bei den Wahlen gestärkt. Labour-Chef Jeremy Corbyn wittert offenbar die Chance, bei baldigen Neuwahlen die Macht zu erobern.

Ganz anders sieht die Gefühlslage bei Theresa May aus. Sie ist eine Regierungschefin auf Abruf. Ihr unsensibles Verhalten nach der Brandkatastrophe im Grenfell Tower, als sie sich beim ersten Besuch weder mit freiwilligen Helfern noch mit Überlebenden traf, hat ihren Mangel an Sozialkompetenz offen gelegt. Er gilt auch als wesentliche Ursache für das Wahldebakel der Tories.

May kann laut britischen Medien nur deshalb vorläufig im Amt bleiben, weil ihre Partei einen Machtkampf um die Nachfolge zwischen den Befürwortern eines «harten» und eines «weichen» Brexit fürchtet. Faktisch aber wirkt die britische Politik führungslos. Dabei machen sich die Nachteile eines EU-Austritts für die Bevölkerung bereits heute zunehmend bemerkbar.

Wirtschaftswachstum

In den letzten Jahren wuchs die britische Wirtschaft stärker als jene auf dem Kontinent. Die von manchen Ökonomen vorhergesagte Rezession nach der Abstimmung vor einem Jahr blieb aus. Für EU-Gegner auch in der Schweiz war dies ein Indiz dafür, dass der Brexit gar nicht so schlimm ist. Nun aber machen sich deutliche Bremsspuren bemerkbar.

Im ersten Quartal 2017 wuchs die Wirtschaft im Königreich nur noch um 0,2 Prozent. Das ist deutlich weniger als erwartet. Gleichzeitig nimmt das Wachstum in der Eurozone an Fahrt auf. Ein anhaltendes Problem ist die schwache Produktivität der britischen Wirtschaft, insbesondere ausserhalb der boomenden Hauptstadt London, die klar für den Verbleib in der EU votiert hatte.

Inflation

Das Einkaufen wird in Grossbritannien immer teurer. Bild: ANDY RAIN/EPA/KEYSTONE

Seit dem Ja zum Brexit schwächelt das britische Pfund. Das freut die Exporteure, doch für die Konsumenten bedeutet dies höhere Preise für Importprodukte. Die Inflationsrate erreichte im Mai mit 2,9 Prozent den höchsten Stand seit vier Jahren. Dies drückt auf die Stimmung der Briten, deren Kaufkraft schwindet. Die Realeinkommen schrumpften im ersten Quartal so stark wie seit 2014 nie mehr. Entsprechend schlecht beurteilen die Briten ihre finanziellen Aussichten.

Arbeitsplätze

Der Brexit könnte zu einer Verlagerung von britischen Jobs in den EU-Raum führen, lautet eine oft gehörte Befürchtung. Nun mehren sich die Indizien. So planen die Banken in der Londoner City offenbar die Verlagerung von rund 9000 Jobs in EU-Finanzzentren wie Frankfurt, Paris oder Dublin. Airbus-Chef Tom Enders drohte letzte Woche mit einem Ende der Produktion in Grossbritannien im Fall eines harten Brexit. Rund 15'000 Stellen wären betroffen.

Das Vertrauen in der britischen Wirtschaft ist seit den Wahlen zusätzlich erschüttert. Der Industrieverband EEF forderte letzte Woche einen Verbleib des Königsreichs im gemeinsamen Markt und in der Zollunion. Die Unsicherheit ist zudem Gift für das Investitionsklima. Deutschland könnte 2017 Grossbritannien als bevorzugter Standort für ausländische Firmen in Europa ablösen.

Zuwanderung

Der Ärger über die starke Zuwanderung war ein wesentlicher Faktor für das Ja zum EU-Austritt. Das hat Folgen insbesondere für den staatlichen Gesundheitsdienst NHS. Nach der Abstimmung ist die Zahl der Pflegekräfte aus der EU, die in Grossbritannien arbeiten wollen, stark gesunken. Im April wurden noch 1304 Neuzugänge registriert, 96 (!) Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat. Dabei fehlen allein in England rund 30'000 Pfleger.

Im britischen Gesundheitswesen droht ein Personalengpass. Bild: ANDY RAIN/EPA/KEYSTONE

Das Problem wird verstärkt durch die zunehmende Rückwanderung in die EU. Mehrere Tausend Ärzte und Pflegekräfte haben den NHS seit der Abstimmung vor einem Jahr verlassen. Der britische Ärzteverband befürchtet, dass sich das Problem während den Verhandlungen verstärkt. Viele EU-Bürger fühlen sich sei dem Austrittsentscheid auf der Insel nicht mehr willkommen.

Zugeständnisse an EU-Bürger

Die britische Regierung hat das Problem erkannt. Nachdem sie das Aufenthaltsrecht der EU-Bürgerinnen und -Bürger anfangs als «Pfand» in den Verhandlungen verwenden wollte, ist sie laut Medienberichten von letzter Woche zu umfassenden Zugeständnissen bereit. Dazu gehöre ein vorzeitiges Bleiberecht für rund eine Million EU-Bürger.

Eine besondere Knacknuss in den Verhandlungen bleibt die Grenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland, die heute weitgehend offen ist. Eine Abriegelung will so gut wie niemand, auch nicht die königstreuen nordirischen Unionisten, die eine konservative Minderheitsregierung unterstützen sollen und den Brexit grundsätzlich befürworten.

Anti-Brexit-Plakat an der inneririschen Grenze. Bild: Peter Morrison/AP/KEYSTONE

Damit die Grenze offen bleibt, müssten die Briten in der Zollunion mit der EU verbleiben. Das aber würde ihre Möglichkeit einschränken, neue Freihandelsverträge abzuschliessen. Der EU-freundliche Schatzkanzler Philip Hammond erklärte am Sonntag der BBC, Grossbritannien werde den Binnenmarkt und die Zollunion verlassen. Für den inneririschen Grenzverkehr brauche man möglicherweise eine temporäre Lösung für einige Jahre. Unklar ist, wie diese aussehen soll.

Das Beispiel ist typisch für die Konfusion im Londoner Regierungsbezirk Westminister. Immer mehr zeigt sich, dass der Beschluss zum Austritt einfach, der Vollzug aber ungleich schwieriger ist. Auf Seiten der EU wächst deshalb laut dem «Guardian» die Befürchtung, dass die britische Regierung zu schwach ist, um eine tragfährige Lösung für den Brexit zu erzielen. Am Ende könne es nicht zu einem harten, sondern einem «brutalen» Brexit ohne irgend einen Deal kommen.

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Micha-CH, 16.12.2016
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104 Kommentare anzeigen
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  • Herbert Anneler 20.06.2017 10:55
    Highlight Von ferne lässt sich erahnen, was wir in der Schweiz mit der Ablehnung des EWR 1992 verkachelt und verpasst haben. Genau wegen dieses Flops will uns die Rechte weismachen, wir müssten die Unternehmenssteuern gegen null senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wären wir im EWR, hätten wir solche Geschenke an die Reichen auf Kosten der BürgerInnen nicht nötig - zumal nicht Mogelpackungen wie USR3 und evtl. auch USR4. Rechts ist nicht dem Wohl des Landes verpflichtet, sie generieren bloss eine so komplexe Umverteilungspolitik nach oben, dass man vor lauter Bäumen den dunklen Wald nicht mehr sieht.
    23 14 Melden
    • Hustler 20.06.2017 20:56
      Highlight Links ist aber auch nicht dem Wohl des Landes verpflichtet.
      4 7 Melden
    • Spooky 22.06.2017 05:33
      Highlight @Hustler
      Genau so ist es. Schaut mal, ihr Linken, wo Moritz Leuenberger gelandet ist. In der Welt der Reichen. Peinlich, peinlich.
      0 0 Melden
    600
  • Oberon 20.06.2017 01:06
    Highlight Das Problem an der ganzen Geschichte ist halt das unter dem Strich UK sich neu erfinden muss.

    Ob das nun hilfreich war aus der EU auszutreten vermag ich zu bezweifeln.

    Es ist ja nicht so das es auf der "Insel" nicht schon genug Probleme hat.
    Falls tatsächlich viele Unternehmen anfangen die Arbeiter auszulagern, wird ein Spirale los getreten die sich niemand wünscht.
    Nur schon wo der Pfund heute steht dokumentiert den langsamen abstieg.
    15 5 Melden
    600
  • Chääschueche 19.06.2017 22:07
    Highlight Dann sind wor gespannt wie es aussieht wenn bald das nächste EU Land pleite ist. Gibt ja einen Kandidaten 😈
    23 36 Melden
    • Juliet Bravo 19.06.2017 22:42
      Highlight Wer?
      18 13 Melden
    • flugsteig 20.06.2017 15:43
      Highlight Italien?
      3 1 Melden
    600
  • Grundi72 19.06.2017 20:21
    Highlight Hahaha

    Nice try...

    ...again...
    25 21 Melden
    600
  • Benot 19.06.2017 19:12
    Highlight Also, mein Tipp zum BREXIT ist,
    ... dass GB in spätestens zehn Jahren (2027) wieder in der EU ist.
    Es ist sogar möglich, dass die Übung von vornherein abgeblasen wird.
    57 61 Melden
    • Idrisi 19.06.2017 20:41
      Highlight Gehe nicht davon aus das sie politisch drin sein werden. Eher ein super softer Brexit mit den 4 Freiheiten als Combo und damit politisch in Europa bedeutungslos.

      31 7 Melden
    • Juliet Bravo 19.06.2017 22:20
      Highlight Ich bin schon beinahe geneigt zu Option zwei: May ist zu schwach, die Briten merkens und es kommt zu Neuwahlen. Remain.
      22 9 Melden
    600
  • Lowend 19.06.2017 18:47
    Highlight Und der ganze Chor der Rechtspopulisten singt bei jedem kritischen Artikel zum Brexit ihr Liedchen mit dem immer wiederkehrenden Refrain:

    Nein! Nein! Nein!
    Die bösen Medien lügen!
    Was nicht sein darf,
    kann nicht sein!

    Dieses Lied und diesen Refrain hört man ja auch sonst täglich, wenn es um all die anderen Baustellen geht, welche die gut vernetzten Rechtspopulisten und deren neoliberalen Financiers zu verantworten haben.
    70 97 Melden
    • Namenloses Elend 19.06.2017 19:19
      Highlight Es ist nicht per se falsch gewisse Zeitungsberichte und Zahlen anzuzweifeln. Für mich lautet die Devise auch, dass es zu früh ist für einen umfassenden Bericht. Volkswirtschaftlich betrachtet wird das eine sehr spannende Geschichte werden. Du kannst mich auch einen Rechtspopulisten nennen dafür. 😗
      75 9 Melden
    • Moti_03 19.06.2017 19:22
      Highlight Ich denke wenn jemand ein Populist ist, dann Du selber lowend. Aber ein sehr linker :-D

      Mehr ist nicht mehr zu sagen. Zuerst mal bei sich selber schauen, so als Tipp ;-)
      83 38 Melden
    • Danyboy 19.06.2017 19:43
      Highlight Namenloses Elend:
      Das würde ich so auch unterschreiben. Natürlich darf und soll man jeder Berichterstattung gegenüber kritisch sein. Das Problem im postfaktischen Zeitalter ist natürlich, dass gewisse Populisten dermassen groben Blödsinn erzählen, dass man schon versucht ist, jeden halbwegs seriösen Bericht unkritisch dankbar anzunehmen😅
      34 2 Melden
    • Sorbitolith 19.06.2017 21:41
      Highlight Populisten jeder Couleur haben Mühe das umzusetzen was sie propagieren, sollten sie am Zuge sein. Neinsagen und motzen ist einfach einfacher als Lösungen zu bieten.
      34 3 Melden
    600
  • rodolofo 19.06.2017 18:43
    Highlight Einen Teil der Probleme sehe ich in der schizophrenen Grundhaltung der Torys gegenüber dem Staat:
    Einerseits soll der Staat sich aus allem raushalten und freie Unternehmer ohne Regulierungen und Steuerbelastungen quasi anti-autoritär laufen lassen.
    Andererseits soll der Staat die "Leitkultur" verteidigen (bei den Briten ist das zum Beispiel das disziplinierte Schlange stehen.) und sehr autoritär durchgreifen, wenn die Interessen der vermögenden Schicht gefährdet sind.
    Der Staat soll also nichts kosten, aber sehr viel regeln und kontrollieren, ohne zu regeln und zu kontrollieren...
    ???
    50 31 Melden
    • Danyboy 19.06.2017 19:16
      Highlight Das ist generell das Dilemma bzw der Widerspruch bei vielen rechten Parteien und Politstilen:
      Der Staat ist böse böse böse, ausser er dient den eigenen Interessen. Rechte wollen gewöhnlich nicht wirklich weniger Staat, oder einen billigeren Staat, sie wollen den Schotter nur anders verteilen... Stichwort eben Leitkultur, Grenzschutz, Polizei, etc.
      Aber selbstverständlicherweise gehört Staatsphobie zum guten Ton und Programm vieler rechten Parteien. Was dann zu so schizophrenen Widersprüchen führt.
      50 9 Melden
    • Idrisi 19.06.2017 20:43
      Highlight Das ist ihr Dilemma. Sie können nicht staatstragend sein. Kommt mir bekannt vor.
      16 5 Melden
    • DerTaran 20.06.2017 00:47
      Highlight Na ja, die linken Populisten sind in vielen auch nicht besser als die Rechten.

      Deshalb, lasst Beiden ihr nutzloses gejammert und bleibt pragmatisch.
      4 12 Melden
    • rodolofo 20.06.2017 07:58
      Highlight Linke Populisten sind in der Regel Lebenskünstler mit wenig bis Null Einfluss.
      Das macht sie in meinen Augen recht sympathisch.
      Rechte Populisten dagegen jagen schwitzende, in Seriosität signalisierende Nadelstreifen-Anzüge gekleidete Bürolisten vor sich her, indem sie einen mit Fackeln, Mistgabeln, aus dem Kasten geholten Sturmgewehren und Kuhtreiber-Stecken einen Ku Klux Klan - artigen Wutbürger-Mob gebildet haben!
      Gleichzeitig blasen diese übereifrigen Patrioten auf Alphörnern und verbreiten abturnende Behäbigkeit und tödliche Langeweile.
      Auch ein lustiges Bild, aber irgendwie unheimlich...
      19 5 Melden
    600
  • Corahund 19.06.2017 17:31
    Highlight Was soll jetzt wieder diese Headline?
    Den Briten gehts so gut wie nie und
    ohne EU wirds Ihnen noch besser gehen.
    63 135 Melden
    • Nicholas Fliess 19.06.2017 17:56
      Highlight Ich liebe Ihren Sinn für Ironie! 😉
      110 30 Melden
    • Danyboy 19.06.2017 18:07
      Highlight Und nun nennst du uns sicher noch die Fakten dazu und warum das so ist? Oder ist das einfach dein "Bauchgefühl"?
      75 14 Melden
    • Genital Motors 19.06.2017 18:36
      Highlight Scheiss drauf. Lasst doch die Briten machen was sie wollen. Sie haben so entschieden. Punkt. Wenns ihnen besser geht gutnso. Wenns ihnen schlechter geht. Pech gehabt. Ist doch egal.
      37 17 Melden
    • FrancoL 19.06.2017 18:42
      Highlight So gut wie nie? Fakten? Habe geschäftliche Beziehungen UK aber da würde kein einziger sagen es gehe im besser den je.
      Natürlich meine eigene Erfahrung nicht die aller Briten, aber doch einiger.
      49 11 Melden
    • Pascal Johann Ledergerber 19.06.2017 19:18
      Highlight Wenn es ihnen wirklich besser gehen würde, wüsste ich es. Die Briten sind verunsichert und haben zum Teil regelrecht Angst. Der Lohn, den man mittlerweile hier verdient, ist im Vergleich zu den Einkaufspreisen dramatisch tief. Liebe Grüsse eines Schweizers, der in Wales arbeitet und lebt.
      49 5 Melden
    • Don Alejandro 19.06.2017 19:30
      19 3 Melden
    • Chääschueche 19.06.2017 22:09
      Highlight Wirtschaftswachsum... das ei zige EU Land mit einer wirklich fu ktionierenden Wirtschaft ist Deutschland. Geht es nach dem Artikel müsste es doch allen EU Ländern blendend gehen... doch gerade die grossen haben Probleme... Italien, Spanien und Frankreich...
      9 10 Melden
    • beaetel 19.06.2017 22:33
      Highlight Exportweltmeister heisst übersetzt bei den Löhnen sparen, Binnenwachstum bremsen, auf Kosten vom Ausland, dass dann auch so hart sparen müsste, sich aber in einer anderen Situation (Geschichte) befindet. Immerhin plünderten die Deutschen im 2. Weltkrieg fast ganz Europa und profitierten am meisten vom Kalter Krieg, weil sie die Grenze zwischen Ost und West bildeten. Ah ja. Und fleissig waren sie auch und die Löhne folgten dem BIP Wachstum, was seit dem Neoliberalen Schröder, Harz IV, Steuersenkung für die Reichen, ein jähes Ende fand.
      9 10 Melden
    • Enzasa 20.06.2017 02:06
      Highlight So ist es auch nicht.
      Es stimmt es gibt vieles was zu verbessern ist, Leiharbeit und Outsourcing sind verbesserungswürdige Themen.
      Das Problem ist jedoch nicht Deutschland sondern die Global Player = internationale Industriekonzerne die nur der Gewinnmaximierung verpflichtet sind und weder Ethik noch Moral achten.
      Ein Problem der ganzen Welt
      14 0 Melden
    600
  • statistikus 19.06.2017 17:19
    Highlight Natürlich liegt es im Interesse der EU, wenn der Brexit den Briten weh macht. Der Austritt aus der EU soll schliesslich keine Schule machen. Darum wird die EU wahrscheinlich in keinen Belangen entgegenkommen.
    67 13 Melden
    • Danyboy 19.06.2017 18:10
      Highlight Warum sollten sie auch??? Kein Mensch schneidet sich aus Spass ins eigene Fleisch, warum sollte es die EU tun?? Sie wäre ubglaublich dämlich, wenn sie den Briten bei einem Austritt sämtliche Vorteile belässt...
      83 18 Melden
    • rodolofo 19.06.2017 18:50
      Highlight Die EU täte gut daran, den Briten jetzt auch entgegen zu kommen, nachdem diese mit der Stärkung von Labor und Corbyn gezeigt haben, dass sie zu einem "weichen Brexit" tendieren!
      Mit einer knallharten "Eisernen Lady" müsste die EU natürlich ebenso knallhart pokern, das ist klar.
      Aber die Situation hat sich stark verändert!
      Möglicherweise wird sich Britannien irgendwann sogar dazu durchringen, den Brexit ganz abzublasen.
      Zum Englischen Humor würde eine solche Kehrtwende jedenfalls passen:
      "Da im Jahre 1 nach Trump sowieso alles absurd geworden ist, können wir auch in der absurden EU bleiben..."
      16 39 Melden
    • Idrisi 19.06.2017 20:48
      Highlight Es gibt entweder alle 4 Freiheiten oder nichts. Über die Verpackung und die Modalitäten imDetail diskutiert die EU sicher gerne für die nächsten 18 Monate.
      22 3 Melden
    • R. Peter 19.06.2017 22:12
      Highlight "Es gibt entweder alle 4 Freiheiten oder nichts. "

      Warum?

      Warum geht es bei der Schweiz anders, die hat auch nicht alle vier Freiheiten?

      Was spricht gegen drei Freiheiten (gegenseitig)?

      Warum sollen keine Freiheiten besser als drei Freiheiten aber schlechter als vier Freiheiten sein???
      2 27 Melden
    • Idrisi 19.06.2017 22:38
      Highlight Meines wissens hat die Schweiz akteull alle 4 bis auf ein bisschen Kosmetik beim freien Personenverkehr (Ventilklausel). Sehe ich da etwas falsch?

      - Freier Personenverkehr
      - Freier Warenverkehr
      - Freier Dienstleistungsverkehr
      - Freier Kapitalverkehr

      22 2 Melden
    • Idrisi 19.06.2017 22:45
      Highlight Ergänzug:
      Natürlich träumen viele in der Schweiz davon und träumen darf man immer. Es gibt jeoch keine Anzeichen das die EU nur einen Jota von ihrem Prinzio abweicht. Wieso soll sie? Meine Einschätzung ist "never ever" wird die EU bei einer der vier substanzielle abstriche machen.
      20 1 Melden
    • R. Peter 19.06.2017 22:59
      Highlight Idrisi, das sind aber halt keine Antworten auf meine Fragen. Und nur weil die EU an ihre vier Prinzipien glaubt, müssen das doch nicht alle Handelspartner übernehmen? Wenn das das Selbstverständnis des Friedensprojektes EU ist, tun wir gut daran, uns zu distanzieren.

      PS, die EU gewährt Schweiz hat KEINE Dienstleistungsfreiheit (besonders nicht dem Finanzsektor). PFZ hingegen ist ein absolutes Muss....
      2 8 Melden
    • R. Peter 20.06.2017 08:00
      Highlight 12 Blitze aber keine Atwort...
      12 Herze für schlicht falsche Informationen...

      Aber dann über das postfaktische Zeitalter heulen, wo alle anderen Fakenews verbreiten...
      0 9 Melden
    • R. Peter 20.06.2017 22:52
      Highlight Ehrlich, hat keiner die Eier(-stöcke) um Stellung zu nehmen? Was ist denn so böse an den Fragen?
      0 1 Melden
    600
  • klugundweise 19.06.2017 17:00
    Highlight Aha, und da gibt es Schweizer die wollen auf GB setzen anstatt auf die EU.
    79 28 Melden
    600
  • Wilhelm Dingo 19.06.2017 17:00
    Highlight Die geschilderten Folgen sind keine Folge des Brexit sondern der Unentschlossenheit der Regierung. Betreffend Pflegekräften gibt es einfache Lösungen: Löhne hoch umd Arbeitsbedingungen verbessern (gilt auch für CH)
    48 53 Melden
    • Danyboy 19.06.2017 18:08
      Highlight Aha, Löhne hoch? Und wer bezahlt das? Pflegefachkräfte verdienen bereits jetzt nicht schlecht.
      26 43 Melden
    • Wilhelm Dingo 19.06.2017 18:17
      Highlight @Danyboy: im Altersheim???
      22 7 Melden
    • R. Peter 19.06.2017 18:23
      Highlight Danyboy, offensichtlich nicht so viel wie sie verdienen müssten. Denn offensichtlich sind zu wenige Menschen bereit, diese harte Arbeit mit wenig Aufstiegschancen zum angebotenen Lohn auszuführen. Das gilt auch für die Schweiz...
      33 6 Melden
    • FrancoL 19.06.2017 18:44
      Highlight Natürlich könnte man mit höheren Löhnen mehr Arbeitskräfte rekrutieren, doch auch bei den Briten sind die Gesundheitskosten enorm gestiegen, auch bei ihnen verschlingen sie einen nicht kleinen Teil der Einkünfte.
      21 4 Melden
    • Danyboy 19.06.2017 18:51
      Highlight Wilhem und R. Peter:
      Das Problem ist ganz einfach, dass heute ganz andere Anforderungen an Pflege bestehen, egal ob in Spitälern oder in Altersheimen. Wir wollen immer mehr und bessere Betreuung und Versorgung, was zusammen mit der gestiegenen Lebenserwartung das Gesundheitssystem massiv verteuert. Rechte Politiker jammern ja schon heute, dass es zu viele neue Jobs im Gesundheitsbereich gibt (ws nicht meine Meinung ist).
      Es gibt nicht zu wenige Leute, die diesen Job machen. Es gibt einen immer höheren Bedarf.
      18 5 Melden
    • Chääschueche 19.06.2017 22:11
      Highlight Und wer bezahlt denn das? Ich bin für Faire Löhne... aber wenn immer mehr Schweizer Probleme haben ihre KK zu bezahle so denke ich ist der zenit erreicht...
      10 1 Melden
    • FrancoL 19.06.2017 22:35
      Highlight @chääschueche: Der Zenit ist schon länger für die unteren Lohnschichten erreicht. Das System muss einer neuen Komponente der Gesellschaftlichen Solidarität zugeführt werden. Eine Grundversicherung muss nach wirtschaftlicher Kraft finanziert werden, die Grundgesundheit gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein zivilisiertes Land.
      18 1 Melden
    • R. Peter 19.06.2017 22:55
      Highlight Da sind wir für einmal einig, FrancoL.
      6 1 Melden
    • Enzasa 20.06.2017 02:13
      Highlight Das Problem sind n i c h t die Löhne.
      Gewinnmaximierung im Krankenhaus Bereich, bei den Kassen und bei den Arzneimittel.
      Gedacht wird im Quartal anstatt im Gesamten. Dieses Quartal machen wir eine kleine OP = billiger. Nächstes Quartal dafür teurer aber das ist eine andere Rechnungsperiode.
      Erst kleine OP = kassieren nächstes Quartal große = noch mehr abkassieren.
      Zumindest ein deutsches Problem
      6 1 Melden
    600
  • Benot 19.06.2017 16:42
    Highlight Das mit der Grenze zwischen dem britischen Nordirland und der Republik Irland lässt sich einfach lösen:
    Indem Nordirland irisch wird. Voilà.
    58 7 Melden
    • CHuCHiCHäsCHtli 19.06.2017 17:18
      Highlight Da muss den Nordiren der gestrige Termin in Moutier entgangen. Die Katalanen sollen ja anwesend gewesen sein.
      25 0 Melden
    • Genital Motors 19.06.2017 18:37
      Highlight Sunday bloody sunday..?? Londonderry..
      14 1 Melden
    600
  • Donald 19.06.2017 16:34
    Highlight In welchem Land fehlen eigentlich keine Pflegefachkräfte?
    80 2 Melden
    • reaper54 19.06.2017 16:40
      Highlight Kuba ist meines Wissens diesbezüglich sehr stark.
      87 3 Melden
    • LaPaillade #BringBackHansi 19.06.2017 18:10
      Highlight Thailand und Philippinen haben auch soweit ich weiss noch genügend.
      33 1 Melden
    • R. Peter 19.06.2017 18:29
      Highlight Es ist eine harte Arbeit mit wenigen Aufstiegschancen, ohne Anerkennung durch den Bund (Freiberuflichkeit massiv eingeschränkt) und bietet wenig Lohn ( weniger zum Beispiel als die Polizei mit kürzerer Ausbildung, deutlich weniger als im Bildungsniveau vergleichbare IT Berufe, etc. )

      Unsere nachhaltige Lösung heisst Import aus Tieferlohnländern... Bravo!
      36 1 Melden
    • Genital Motors 19.06.2017 18:37
      Highlight Und masseusen haben die auch.. ;-)
      10 11 Melden
    • Chääschueche 19.06.2017 22:11
      Highlight In Entenhausen.
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  • FrancoL 19.06.2017 16:33
    Highlight Was sich in England am Markt abzeichnet folgt einer einfachen Logik, Unruhe verunsichert den Markt.

    Dies zeigt aber auch deutlich, dass die Idee einen Marktsektor, also im vorliegenden Fall die Zuwanderung alleine betrachten zu wollen und damit Politik zu treiben nicht funktioniert und NIE der Grund für einen Alleingang darstellen sollte.

    Ich denke dass es eine lange Zeit braucht bis England sich aus diesem "Schnell-Entscheid" dem Brexit erholen wird. Ich bin mir sicher dass die Nachteile von lange nachwehen werden.
    81 33 Melden
    • Hansdamp_f 19.06.2017 17:32
      Highlight Du bist Dir "sicher"? Bestimmt bist Du Weltmeister im Kaffeesatzlesen.

      Ich habe keine Ahnung, wie es rauskommen wird, aber den nicht EU-Ländern in Europa (u.a. Schweiz, Norwegen) geht's doch gar nicht mal schlecht... Und viele werden es in GB begrüssen, wenn sie auf dem Stellenmarkt wieder bessere Karten haben respektive weniger ausländische Konkurrenz.
      21 51 Melden
    • MartinArnold 19.06.2017 17:45
      Highlight @Hansdamp_f
      Ihnen ist schon klar dass es uns nur dank des "noch" guten Verhältnisses mit unserem "Haupt Handelspartner"" EU so gut geht!
      Dass wir praktisch keine Zulassungsbeschränkungen, ob Dienstleistung oder Handel haben!
      38 12 Melden
    • FrancoL 19.06.2017 17:52
      Highlight @Hansdampf; Wenn Du den Vergleich von Ländern die NIE in der EU waren zu einem Land das aus der EU nach einer längeren Mitgliedschaft verlässt ziehen magst, dann nenne ich dies Kaffeesatz lesen.
      Der Stellenmarkt ist das eine die Markteinbindung ist das andere, das scheinen auch viele in der Schweiz nicht zu verstehen.
      Ich bin mir zB sicher, dass einige unserer Lieferanten NICHT mehr aus UK kommen und das bewusst weil sie uns zu unsicher sind. Gleiches erzählen mir andere die mit UK gute Marktverbindungen hatten. Natürlich sind wir nicht die Welt, aber es sind doch Anzeichen.
      34 10 Melden
    • Nicholas Fliess 19.06.2017 18:00
      Highlight @hansdamp_f: die Briten wollen vor allem keine Personenfreizügigkeit. Die Norweger und Schweizer haben diese aber.
      41 1 Melden
    • Hansdamp_f 19.06.2017 18:22
      Highlight @Nicholas Fliess

      Ja, das stimmt auf jeden Fall. Der springende Punkt ist doch der: Von Freihandel profitieren alle, er ist vorbehaltslos zu unterstützen. Bei der vollen Personenfreizügigkeit aber gibt es zu viele Verlierer (härterer Wettbewerb auf dem Stellenmarkt, steigende Mieten, "Dichtestress", belastete Sozialwerke etc.). Zudem verlieren die weniger wohlhabenden Länder ihre gut ausgebildeten, mobilen Bürger.

      Die EU wird bei der Personenfreizügigkeit Eingeständnisse machen müssen, sonst kommt Widerstand nicht mehr nur bloss aus dem Osten und aus GB.
      10 18 Melden
    • FrancoL 19.06.2017 18:53
      Highlight @Hanssampf; Sind Sie so sicher dass vom Freihandel ALLE profitieren? Soll ich Ihnen einige Firmen aufzählen die früher im Binnenmarkt ganz gut bestehen konnten und nun nicht mehr am Markt sind, weil sie den Globalisierungssprung nicht geschafft haben, bzw ins Ausland verkauft wurden.

      Nein bei der vollen PFZ gibt es eben nicht nur Verlierer, sie ist sogar teilweise die BASIS damit auch schweizer Firmen am Freihandel teilnehmen können.
      23 8 Melden
    • Hansdamp_f 19.06.2017 19:07
      Highlight Wer ist Hanssampf? Ich nehme gerne stellvertretend Stellung.

      Niemand hat geschrieben, bei der PFZ gebe es "nur Verlierer". Da steht "zu viele".

      Und natürlich gibt es beim Freihandel auch Verlierer aber beim Freihandel gewinnen netto (danke, Ricardo, fürs aufzeigen) beide Handelspartner/Staaten, während dem bei der Personenfreizügigkeit eben nur die reichen Staaten gewinnen (da gehen die gut ausgebildeten hin) und zudem ist die Bevölkerung von negativen Nebeneffekten betroffen.

      Sind Sie wenigstens da für einmal einverstanden?
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    • Gurgelhals 19.06.2017 19:12
      Highlight Teil 1: Freier Verkehr von Waren, Kapital und Dienstleistungen ohne PFZ ist Mist, weil die Unternehmen dann erst Recht in der Lage sind, die einzelnen Länder unter Druck zu setzen. Lohn- und/oder Steuerniveau zu hoch? Kein Problem, denn man kann ja dank den nun nur noch drei Freiheiten den ganzen Betrieb einfach in ein billigeres Land verschieben, während die Arbeitskräfte wegen der fehlenden PFZ erst recht im Trockenen sitzen gelassen werden. Eine EU ohne PFZ würde alles nur noch schlimmer machen und die ganze Union de facto in ein riesiges Lohndumping-Paradies verwandeln.
      22 7 Melden
    • Gurgelhals 19.06.2017 19:18
      Highlight Teil 2: Das Problem ist wenn schon eher, dass vom Freihandel zwar rein arithmetisch beide Seiten profitieren, dieser Profit aber im Regelfall sehr ungleich verteilt wird und je nach Land gewisse Branchen profitieren während andere darunter leiden. Hier bräuchte es griffige Gegenmassnahmen. Dafür - und das ist der Clou der ganzen Sache - wären allerdings primär die nationalen Regierungen und nicht die EU zuständig. Und dann schaut man sich mal an, was gerade die Tories in diesem Bereich getan haben: Nichts. Im Gegenteil. Durch deren Politik sind solche Ungleichheiten erst recht eskaliert.
      15 3 Melden
    • FrancoL 19.06.2017 19:29
      Highlight @Hanssamp_f; Teilweise kann ich dieser abgeschwächten Aussage zustimmen.
      Aber sagen Sie mir einmal was das immer soll mit der PFZ und dem Ausbluten der Intelligenzia der ärmeren Länder? Natürlich gehen die Akademiker wenn sie können, doch noch viel eher gehen die vielen unausgebildeten Arbeiter der Tieflohnschichten und gerade wir in der Schweiz sollten nicht immer von gehobenen Arbeitskräfte aus dem Ausland sprechen, wir brauchen seit langem die TieflohnarbeiterInnen, weil der Inländer selbst gerne eine Stufe aufsteigt.
      Es fehlen die die Drecksarbeiten leisten können, wohl mehr als Akademiker
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    • Hansdamp_f 19.06.2017 19:31
      Highlight @Gurgelhals

      Teil 2 verstehe ich nicht respektive macht keinen Sinn. Ricardo zeigte ja, dass sich Aussenhandel selbst dann für ein Land lohnt, wenn es kein Produkt kostengünstiger anbieten kann als ein anderes.

      Es braucht keine "Gegenmassnahmen". Protektionismus hat langfristig noch nie geholfen. Stattdessen braucht es Spezialisierung und möglichst keine Handelsschranken.
      6 2 Melden
    • Gurgelhals 19.06.2017 19:50
      Highlight @Hansdampf

      Vereinfacht gesagt: Wenn Land A die Branche X in Land B auslagert, weil Land B darin besser ist, und sich neu auf Branche Y fokussiert, dann profitieren gem. Ricardo rein arithmetisch zwar beide Länder, aber die Arbeitnehmer der Branche X in Land A gehören dennoch zu den Verlierern. Nur schon des sozialen Friedens zuliebe wäre es daher wünschenswert, wenn man diese Leute nicht ins Nichts fallen lässt. Sprich: Freihandel ja, aber nur mit einem sozialen Netz für die Verlierer dieser Globalisierung. Dieser Aspekt ist aber genau der, welcher die Tories & Co. genau nicht interessiert.
      14 0 Melden
    • Hansdamp_f 19.06.2017 19:51
      Highlight Was das soll, Franco? Es ist schlicht ein Fakt. Bei der Schaffung der EU hatte man versprochen, dass die ärmeren Länder aufholen werden und alle Länder profitieren sollen. Faktisch ist es aber so, dass die wirtschaftlich stärkeren EU-Mitglieder profitieren und die ärmeren Südländer ausbluten und unter rekordhoher Arbeitslosigkeit leiden (das ist schon so zur Normalität geworden, dass kaum einer mehr darüber schreibt). Schuld ist hier aber primär der Euro.
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    • FrancoL 19.06.2017 19:56
      Highlight @hansdamp-f: keine Handelsschranken gehen einher mit der vollen PFZ. Wie soll sonst ein CH Unternehmen gegen Länder konkurrieren die sich mit der PFZ arrangieren? Den grössten Teil der Arbeitsplätze auslagern wie dies vor der PFZ zb STS gemacht hat?
      Wenn Arbeitsplätze ausgelagert werden ist schnell einmal das ganze Unternehmen weg.
      Ich bin Architekt mit eine Planungsbüro, beschäftige nur Inländer und kann micht gut mit Büros vergleichen die bereits 20-30% Leistung im Ausland einkaufen. Fällt die PFZ werden diese Büros noch mehr Leistung im Ausland einkaufen und ich gucke wohin genau?
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    • Hansdamp_f 19.06.2017 19:59
      Highlight @Gurgelhals

      Strukturwandel gibt es und gab es schon immer. Zum Glück haben wir eine freie Marktwirtschaft und die Firmen werden nicht durch den Staat kontrolliert, wie Sie suggerieren.

      Wo Sie absolut recht haben, ist, dass Freihandel auch Opfer bringt. Aber mit geschützten Märkten kommen wir auch nicht weiter, sondern mit der Förderung von Eigeninitiative und sozialen Auffangnetzen für jene, die trotz grossen Anstrengungen nichts mehr Neues finden.
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    • Hansdamp_f 19.06.2017 20:48
      Highlight @FrancoL

      Das Problem ist mir klar. Eine gewisse Einwanderung und Einstellungen, sofern im Inland die erforderlichen Fähigkeiten nicht vorhanden sind, ist ja auch gut und notwendig. Aber offene Grenzen für jeden, der einen EU-Pass hat, nicht.

      Die versteckten Kosten wie Einbusse der Lebensqualität, belastete Sozialwerke, immer mehr Arbeitnehmer, die gegen Tieflohnempfänger aus dem Ausland den Kürzeren ziehen und "Dichtestress" sind den Preis nicht wert.

      P.S.: Ich bin sehr weltoffen und ausländerfreundlich aber das gegenwärtige Modell halte ich für nicht nachhaltig.
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    • FrancoL 19.06.2017 21:00
      Highlight @Hansdam-f
      Das Grundmodell ist nicht nachhaltig. Darum ist die PFZ ein Stein des Anstosses, man versucht sie als Auslöser für die leicht abwärts laufende Spirale zu brauchen und merkt nicht dass der Grund für die Nutzung der PFZ auch wenn man sie nicht nützen müsste das Problem ist. Wir können die PFZ unterbinden und ich bin sicher dass es genau die gleichen Verlierer hätte.
      Die PFZ ist gut genützt unsere Versucherung für die Zukunft.
      Aehlich steht es mit dem EURO in den Südländer. Die Reformen fehlen, der Leistungswille hat abegenommen, nicht anders als bei uns.
      7 4 Melden
    • Juliet Bravo 19.06.2017 22:33
      Highlight Wir (CH) haben au jahre lang verhandelt, um zu dieser guten Basis - den Bilateralen Verträgen - zu kommen. In dieser Zeitspanne hat die CH-Wirtschaft recht stark gelitten.
      8 1 Melden
    • Enzasa 20.06.2017 02:19
      Highlight Hansdamp_f wer belastet die Sozialwerke?
      Ein EU Bürger der nach weniger als einem Jahr arbeitslos wird, erhält Arbeitslosengeld über das RAV, wenn er in seinem Land Anspruch hätte. Denn das RAV bekommt die ausgezahlte Summe vom Heimatland erstattet. Geschieht im Hintergrund und alle sehen nur das RAV als Geldgeber
      3 1 Melden
    • Enzasa 20.06.2017 02:21
      Highlight Hansdamp_f
      Ebenso ist es bei der Sozialhilfe.
      Die Schweiz zählt erst nach Dreijährigendurchgehenden Aufenthalt.
      Vorher wird vom Heimatland zurück gefordert.
      Auch dieses geschieht im Hintergrund, offiziell ist das Sozialamt Geldgeber.
      3 1 Melden
    • Enzasa 20.06.2017 02:25
      Highlight Hansdamp_f
      Natürlich hat die Freizügigkeit neben Vorteilen auch Nachteile, wie bei Allem im Leben.
      Die Frage ist einzig und allein was überwiegt? Ihre Aussage bezüglich der Sozialwerke ist nicht objektiv. Sie missachten Komplett die Regressansprüche der Schweiz, welche auch tatsächlich geleistet werden
      3 1 Melden
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  • Shin Kami 19.06.2017 16:19
    Highlight Naja seitens der EU wäre ein "brutaler" Brexit gar nicht so schlecht, also im Sinne von Hochkant rausschmeissen. Ich denke die wenigsten Engländer waren sich im klaren darüber, was ein Brexit für sie bedeuten würde. Ich denke nicht dass May sich langfristig durchsetzen kann. Naja wir werden sehen was passiert...
    48 28 Melden
    • mortiferus 19.06.2017 16:52
      Highlight Wie Du schreibst, wir werden sehen.....Ich glaube niemandem ist klar was ein Brexit schlussendlich bedeutet. Mal ist die Lage 1000 mal zu komplex um etwas vorherzuspekulieren und die Verhandlungen beginnen erst. Ich denke es gibt solche die werden profitieren und soche die verlieren. Wo eine Türe zu geht, geht eine andere auf. Am Schluss wird sich Positives mit Negativem etwa die Waagschale dingsbumsen oder wie man sagt. Das wäre mein Horrorskop.
      15 25 Melden
    • sdv520 19.06.2017 18:00
      Highlight wirtschaftlich wird ein harter brexit england bestimmt weh tun, imo überschätzen die sich da bzgl. ihrer globaler (wirtschafts-)macht. andererseits würde es ihnen erlauben die immigration vollständig zu kontrollieren.wobei ich aber denke, dass es am schluss irgendeinen kompromiss geben wird, bei dem alle nicht wirklich zufrieden sind, sprich immernoch viel zuwanderung und wirtschaftswachstum +- auf dem jetzigen niveau,nur halt offiziell nicht mehr in der eu.
      13 2 Melden
    • balzercomp 19.06.2017 18:10
      Highlight Die Hälfte der UK Migration kommt ja aus den ehemaligen Staaten des Commonwealth. Diese Zuwanderer haben ein Recht auf Einwanderung. Nur gehe sie immer wieder "vergessen".
      19 5 Melden
    • sdv520 19.06.2017 18:51
      Highlight @balzercomp genau, und auf wen wollen die brexiters das nächste mal wütend sein, wenn sie aus der eu sind und es genau gleich viele ausländer gibt und die wirtschaft keinen deut besser dasteht?
      14 4 Melden
    • Jonasn 19.06.2017 19:00
      Highlight Den Austritt aus der EU wird man in England besonders WEGEN der immigration bitter bereuen. Wenn UK Handelsbeziehungen mit Indien wollen, geht das nur mit Zugeständnissen wir Visa Freiheit, also eine neue Flut von Einwanderern aus Indien, gleiches gilt für alle anderen Länder, visafreiheit ist eins der obersten topics bei handelsdeals, es sei denn man hat einen so großen Markt wie die eu, wo man Zugeständnisse diesbezüglich nicht nötig hat
      10 5 Melden
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  • saukaibli 19.06.2017 15:49
    Highlight Wenn Rechtspopulisten Abstimmungskampf betreiben, stellen sie immer alles als so einfach dar. Wenn sie ihre Versprechen dann umsetzen müssen, sieht die Welt dann ganz anders aus. Ich frage mich, lügen die ihre Wähler einfach arschkalt an oder sind sie selber so saublöd und sehen die Konsequenzen ihres Handeln nicht? Ich tippe mal auf ersteres, frage mich dann aber, wie Wähler so dämlich sein können, den Populisten immer wieder auf den Leim zu gehen.
    89 33 Melden
    • Sandro Lightwood 19.06.2017 16:53
      Highlight Klingt halt alles so toll und einfach...
      44 12 Melden
    • Ass 19.06.2017 17:39
      Highlight Der Trick liegt halt dabei die dummen Wähler zu mobilisieren
      25 8 Melden
    • Enzasa 20.06.2017 02:27
      Highlight Siehe Trump

      -ohne Worte-
      1 1 Melden
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  • Carmo 19.06.2017 15:44
    Highlight Der erste Fehler der Briten war der Eintritt in die EU. und nun folgte der zweite Fehler.. dee Austritt aus der EU.

    Grossbritannien war einst ein unglaubliches Herrschaftsgebiet und seht doch was die ganze EU-Kontinentalisierung angerichtet hat 😔😢
    28 91 Melden
    • klugundweise 19.06.2017 16:58
      Highlight Carmo:
      subtio zurück in den Geschichtsunterricht!
      Das gloriose Britannien lebte von den unterdrückten Kolonien. Die Folgen davon sieht man heute noch.
      Dann ging es vor der EU bergab und gemeinsam mit der EU wieder leicht aufwärts.
      56 13 Melden
    • Sheriff_Rooster_Cockburn 19.06.2017 17:01
      Highlight Als England 1973 der EU beitritt, hatte sie schon längst Ihren Glanz verloren und die Wirtschaft lag am Boden.
      49 7 Melden
    • dmax 19.06.2017 17:34
      Highlight carmo, wie kann man nur in zwei sätze so viel mist schreiben?
      trump abgeschaut???
      37 10 Melden
    • bokl 19.06.2017 17:50
      Highlight @Carmo
      Grossbritannien hat sich in den letzten Jahrzenten, wohl nicht mal im letzten Jahrhunderten gross verändert.

      Der Niedergang des "British Empire" und des Commonwealt hat mit der EU so ziemlich gar nichts zu tun.
      23 4 Melden
    • Carmo 19.06.2017 17:55
      Highlight Meine Gedanken galten eher der vergangenen 10 Jahren (abgesehen vom Beitritt).

      2012 war ich in meinem ersten Sprachaufenthalt im goldenen England - eine glorreiche Nation mit stolzen Bürgern. Und nur 4 Jahre danach, eine Zeitspanne in welcher die EU viel angerichtet hat, in meinem zweiten Sprachaufenthalt, war überall zu sehen, wie das Gold (welches 2012) noch frisch schien) schon fast abgeblättert - zurück in meinem Lieblingsland, welches nun Terror geprägt ist - fragt euch mal wieso London und Manchester und nicht Zürich und Bern.
      6 28 Melden
    • Nicholas Fliess 19.06.2017 18:02
      Highlight Sind Sie ein grosser Fan von "dear Nigel"?
      17 4 Melden
    • who cares? 19.06.2017 18:21
      Highlight @carmo Was hat Terror mit der EU zu tun? Die Scheiz hat ja auch Personenfreizügigkeit und sogar Schengen (was GB nicht hat!). Nein, die Gründe für den Terror müssen irgendwo anders liegen. Sonst wären Bern und Zürich auch betroffen. Vielleicht die Nichtintegrierung der Einwanderer? Die Militärspielchen im Nahen Osten?
      19 3 Melden
    • FrancoL 19.06.2017 18:48
      Highlight @Carmo; Sie haben aber eine seltsame Sicht der Geschichte, hoffentlich hat der Sprachaufenthalt zumindest sprachlich mehr genutzt.
      19 3 Melden
    • Enzasa 20.06.2017 02:32
      Highlight Carmo. Haben Sie sich 2012 von der Olympiade blenden lassen?
      "Niemand sah die Bankenkrise im Jahr 2008 kommen und niemand ahnte, wie gründlich und langfristig sie Großbritannien verwüsten würde. Heute gibt es leichte Hoffnungsschimmer. Aber richtig ausgestanden wird die Krise wohl erst in fünf Jahren sein. Bis dahin dauern die Aufräumarbeiten an. Die Bank of England schätzt, dass der Haushalt frühestens 2018 saniert werden kann." Artikel aus "die Zeit"
      Ok. Sie haben sich auf die Sprache konzentriert.
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