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Muss die britische Premierministerin Mutter sein? Kinderlose Theresa May wird angegriffen

Die britischen Konservativen kämpfen weiter mit harten Bandagen um die Cameron-Nachfolge. Andrea Leadsom legt nahe, als Mutter wäre sie eine bessere Premierministerin als die kinderlose Theresa May.

09.07.16, 15:49 10.07.16, 08:50

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Die britische Tory-Politikerin Andrea Leadsom hat mit Aussagen über die Kinderlosigkeit ihrer parteiinternen Konkurrentin Theresa May für Empörung gesorgt. Leadsom und May sind die letzten verbliebenen Kandidatinnen für die Nachfolge von Premierminister David Cameron. In einem Interview mit der «Times» legte Leadsom nun nahe, als dreifache Mutter fühle sie sich stärker der Zukunft des Landes verpflichtet.

«Ich bin sicher, sie ist sehr traurig, dass sie keine Kinder hat», wurde Leadsom von der Zeitung zitiert. Es wäre «wirklich schrecklich», wenn dieser Unterschied zwischen ihr und May entscheidend sei. «Aber ich fühle wirklich, dass ich als Mutter einen sehr wahren Anteil an der Zukunft dieses Landes habe». May habe «möglicherweise Nichten, Neffen, viele Menschen. Aber ich habe Kinder, die Kinder haben werden, die unmittelbar an den kommenden Ereignissen beteiligt sind.»

Bild: HANNAH MCKAY/EPA/KEYSTONE

«Ich bin sicher, sie ist sehr traurig, dass sie keine Kinder hat.»

Andrea Leadsom über ihre Konkurrentin Theresa May 

Die Äusserungen der bislang wenig bekannten Staatssekretärin für Energie stiessen auf scharfe Kritik innerhalb der konservativen Partei. Der May-Unterstützer Alan Duncan nannte sie «bösartig», die Abgeordnete Antoine Sandbach warf Leadsom einen «Mangel an Urteilsvermögen» vor.

Wollte die Times Leadsom anschwärzen?

Leadsom selbst bezeichnete den Artikel der «Times» auf Twitter als «Gossenjournalismus». Im Fernsehen sagte sie: «Ich will glasklar sagen, dass jeder den gleichen Anteil an unserer Gesellschaft und der Zukunft unseres Landes hat.»

Die stellvertretende Verteidigungsministerin und Leadsom-Unterstützerin Penny Mordaunt wies darauf hin, dass die «Times» offiziell May unterstützt. «Ich denke, das ist der Versuch einer Zeitung, die sich für die andere Kandidatin ausgesprochen hat, Andrea anzuschwärzen.» Die Zeitung verteidigte ihre Darstellung und veröffentlichte einen Audio-Mitschnitt von Leadsoms Aussagen.

Bild: Matt Dunham/AP/KEYSTONE

«Natürlich hat es uns beide bewegt. Man sieht Freunde, die erwachsene Kinder haben, aber man akzeptiert das Schicksal, das einem das Leben zuteilt.»

Theresa May über ihre Kinderlosigkeit in einem Interview

«Saubere» Wahlkampagne?

May kommentiere die Äusserungen nicht direkt. Auf Twitter verwies sie jedoch auf eine von ihr am Freitag vorgestellte Selbstverpflichtung zu einer «sauberen» Wahlkampagne. Sie lade Leadsom dazu ein, die fünf Punkte ebenfalls zu unterzeichnen. Diese beinhalten das Versprechen, die Kampagne «innerhalb akzeptabler Grenzen der politischen Debatte» zu führen.

Ihre ungewollte Kinderlosigkeit hatte May vergangene Woche selbst in einem Interview mit der «Mail on Sunday» thematisiert. «Natürlich hat es uns beide bewegt», sagte sie über ihren Mann Philip und sich. «Man sieht Freunde, die erwachsene Kinder haben, aber man akzeptiert das Schicksal, das einem das Leben zuteilt.»

Kampf mit harten Bandagen

Der Wettkampf um die Nachfolge von David Cameron wurde schon vor der jüngsten Zuspitzung mit harten Bandagen geführt. Justizminister Michael Gove hatte sich überraschend gegen den früheren Londoner Bürgermeister Boris Johnson ausgesprochen, der daraufhin freiwillig auf eine Kandidatur verzichtete. Gove schied mittlerweile selbst aus dem parteiinternen Rennen aus.

Die verbliebenen Kandidatinnen May und Leadsom sind sich zumindest einig darüber, dass nach dem Brexit schärfere Regeln bei der Freizügigkeit für EU-Bürger gelten sollen. Das Recht, sich niederzulassen und zu arbeiten, werde künftig durch Arbeitsgenehmigungen geregelt, so Leadsom in der «Times». May sagte dem «Daily Telegraph», die Kontrolle der Reise- und Niederlassungsfreiheit sei Bestandteil des Austritts aus der EU.

dab/Reuters

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • leu84 09.07.2016 20:46
    Highlight Familienplanung ist eigentlich Privatsache
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  • Gümpeli 09.07.2016 19:16
    Highlight In Grossbritannien ist man schon ein Aussenseiter wenn man mit 18 Jahren noch keine Kinder hat, aber gar keine Kinder das geht ja gar nicht ... ;-D
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    • Turi 09.07.2016 19:31
      Highlight Wichtigste Bedingung für das Amt des Premierministers ist noch immer, dass man aus der Oberklasse kommt. GB hat eines der ausgeprägtesten Klassendenken in Europa.
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  • Malina 09.07.2016 18:14
    Highlight Es gibt so viele Gründe, kinderlos zu sein - in diesem Fall konnte May ihren Kinderwunsch schlicht nie erfüllen - und jeder davon ist Grund genug (auch wenn der Grund "keine Lust auf Kinder" ist, gopf!). Solche Vorwürfe sind rückständig und furchtbar respektlos, und gehören nicht in eine Wahlkampagne. Leadsom sollte sich schämen.
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  • Calvin WatsoFF 09.07.2016 16:45
    Highlight Reisserischer Titel wieder. Fragt sich ja, was wahr, oder gelogen ist.
    Es geht niemanden, rein niemanden etwas an, ob Diese Frau Kinder hat. Das ist eine Sache zwischen Ihr und Ihrem Mann.
    Es war ja angeblich schon letzte Woche ein Thema!!Sympathisch wie Sie es dort beantwortet hat, sagt eigentlich schon alles.
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