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Solche Bilder wird es dieses Jahr am Festival in Yulin keine mehr geben – die Stadt verbietet es Restaurants, Strassenständen und Markthändler Hundefleisch während des Festes zu verkaufen.  Bild: WU HONG/EPA/KEYSTONE

Umstrittene Tradition – China verbietet Hundefleisch-Verkauf auf Festival in Yulin

18.05.17, 08:52 18.05.17, 09:08

Im Kampf gegen das umstrittene Hundefleisch-Festival im südchinesischen Yulin haben Tierschützer einen Erfolg ihrer jahrelangen Proteste verbucht. Die Stadt wird es Restaurants, Strassenständen und Markthändlern in diesem Jahr verbieten, Hundefleisch während des Festes zu verkaufen.

Dies erklärten die Tierschutzorganisationen Duo Duo und Humane Society International am Donnerstag. «Es ist nur ein temporäres Verbot, wir hoffen aber, dass es einen Domino-Effekt geben wird, der zum Kollaps des Handels mit Hundefleisch führt», sagte Andrea Gung von Duo Duo.

Tausende Hunde und auch Katzen wurden seit dem ersten Schlachtfest 2009 getötet. Die Hundefleisch-Verkäufer von Yulin und deren Unterstützer geben an, dass die Tiere auf humane Art getötet werden. Tierschützer hingegen sagen, die Vierbeiner würden vergiftet oder zu Tode geprügelt. Einige Tiere sollen ihren Besitzern gestohlen worden sein.

Wegen der Proteste ging die Zahl der getöteten Tiere in Yulin seit Jahren zurück. Komplett steht das Fest aber wohl noch nicht vor dem Aus. Viele Tiere könnten noch vor Beginn des Verbots für das diesjährige Festival geschlachtet werden, fürchtete Peter Li von Humane Society International: «Ihr Leiden ist noch nicht vorbei.»

Anders als in westlichen Vorurteilen verbreitet, ist der Verzehr von Hunden und Katzen in China alles andere als Normalität. In Peking etwa findet man kaum ein Restaurant, das solches Fleisch im Angebot hat. Laut Umfragen haben weniger als 20 Prozent der Chinesen überhaupt schon einmal Hundefleisch gegessen. (nfr/sda/dpa)

In China essen sie Hunde

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Catloveeer, 19.12.2016
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  • meine senf 18.05.2017 14:12
    Highlight Was würde es wohl bei uns heissen, wenn Hindus uns bestürmen würden, keine Rinder mehr schlachten? Wir haben ja schon Mühe damit, wenn Moslems kein Schweinefleisch essen wollen.

    Irgendwie verstehe ich es nicht, warum Hunde zu essen so ein Riesenskandal sein soll, während sich niemand darum kümmert, wie z.B. Hühner oder Schweine gequält werden.

    Westlicher überheblicher Kulturimperialismus.
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  • Luca Brasi 18.05.2017 13:13
    Highlight Ich denke, dass das Klischee gegenüber Chinesen durchaus seine Begründung in der Geschichte des Landes hat. Heutzutage ist man aber auch in China "verwestlicht" und will in grossen Teilen der Bevölkerung nicht "Schosshund Fido" auf dem Teller sehen. Haustiere sind ein neues Phänomen in China, das erst seit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes und dem wachsenden Wohlstand zum Thema wurde.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hundefleisch#Geschichte_und_Verbreitung_des_Konsums

    http://www.n-tv.de/panorama/Chinesen-wollen-keine-Hunde-mehr-essen-article10875491.html
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  • Olaf44512 18.05.2017 10:45
    Highlight Was ist das Problem an Hunde und Katzefleisch? Ist das nicht nur eine westliche Klassifizierung? Warum verlangen wir von den Chinesen uns anzupassen?
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