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Jubel bei Georg Pazderski und Jörg Meuthen: Die AfD mischt auch in Berlin die Politik-Landschaft auf. Bild: FABRIZIO BENSCH/REUTERS

Auf Anhieb 14 Prozent für AfD bei Berliner Landtagswahlen – SPD bleibt stärkste Kraft

Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Berlin haben die regierenden Sozial- und Christdemokraten deutlich Stimmen verloren. Die rechtspopulistische AfD, die zum ersten Mal antrat, erreichte 14 Prozent.

Publiziert: 18.09.16, 18:10 Aktualisiert: 19.09.16, 06:13

In Berlin zeichnet sich Deutschlands erstes Regierungsbündnis von SPD, Linken und Grünen unter Führung der Sozialdemokraten ab. Nach dem vorläufigen Endergebnis gewann die SPD am Sonntag die Wahl zum Abgeordnetenhaus vor ihrem bisherigen Koalitionspartner CDU.

Die früheren Volksparteien verloren zusammen über zwölf Prozentpunkte und fuhren ihr jeweils schlechtestes Nachkriegsergebnis in Berlin ein. Die SPD kann zwar weiter regieren, muss sich aber zwei Partner suchen. Zweierbündnisse haben keine Mehrheit mehr.

Nach der Auszählung ist klar: Die bisher regierenden SPD und CDU verlieren je über fünf Prozent. Bild: EPA/DPA

Die früheren Volksparteien verloren zusammen über zwölf Prozentpunkte und fuhren ihr jeweils schlechtestes Nachkriegsergebnis in Berlin ein. Die SPD kann zwar weiter regieren, muss sich aber zwei Partner suchen. Zweierbündnisse haben keine Mehrheit mehr.

«Natürlich brechen wir nicht in Jubel aus bei dem Ergebnis.»

SPD-Chef Sigmar Gabriel

Noch 21,6 Prozent für die SPD

Nach dem vorläufigen Endergebnis erreichte die SPD 21,6 Prozent (2011: 28,3). Die Union kam mit 17,6 Prozent auf Platz zwei (2011: 23,3). Die Linkspartei landete mit 15,6 Prozent auf Platz drei (2011: 11,7) und überflügelte knapp die Grünen, die 15,2 Prozent verbuchten (2011: 17,6).

Die AfD kam auf 14,2 Prozent und sitzt nun in 10 von 16 Landesparlamenten. Die Rechtspopulisten holten fünf Direktmandate. Die FDP kehrt mit 6,7 Prozent ins Parlament zurück (2011: 1,8). Erwartungsgemäss flogen die Piraten mit 1,7 Prozent (2011: 8,9) raus.

Die Sitzverteilung sieht nach den letzten Hochrechnungen so aus: SPD 35 Sitze, CDU 29, Linke 26, Grüne 25, AfD 23, FDP 11 Sitze. Die Wahlbeteiligung war mit 66,9 Prozent deutlich höher als 2011 (60,2 Prozent).

bild: zdf

Links legt zu

Fünf Parteien nur 7,4 Prozentpunkte auseinander – so eng wie jetzt in Berlin lagen in Deutschland noch nie so viele Parteien bei einer Landtags- oder Bundestagswahl zusammen. Die Linke legte als einzige der im Bundestag vertretenen Parteien zu. Die Grünen blieben unter ihrem Rekordergebnis von 2011. Beide Parteien stehen für ein Bündnis mit der SPD bereit.

Parallel wurden die Kommunalparlamente in den zwölf Bezirken gewählt, die Bezirksverordnetenversammlungen (BVV). Die AfD hat nach den Wahlergebnissen dort einen rechnerischen Anspruch auf fünf Stadtratsposten. Diese Ämter würden ihr bundesweit erstmals im Zuge einer Wahl konkrete Verwaltungsmacht verleihen.

Für die CDU von Kanzlerin Angela Merkel, deren Flüchtlingspolitik auch in der Union selbst umstritten ist, markiert der Sonntag die Fortsetzung einer Negativ-Serie: Bei allen Landtagswahlen in diesem Jahr verlor die Partei Stimmen.

«Mehr Schnittmengen mit Grünen und Linken»

Die SPD, die im Bund mit CDU/CSU regiert, sackte in Berlin allerdings mit knapp sieben Prozentpunkten noch stärker ab als die Union. Noch nie in Deutschland hatte ein Sieger bei Landtagswahlen ein so mageres Ergebnis.

SPD-Spitzenkandidat Michael Müller, dessen Partei seit 15 Jahren den Regierenden Bürgermeister im Roten Rathaus stellt, kündigte Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung mit allen Parteien ausser der AfD an. Er fügte hinzu: «Ich sehe mehr Schnittmengen mit Grünen und Linken.» SPD-Chef Sigmar Gabriel betonte: «Berlin bleibt sozial und menschlich anständig.»

CDU-Spitzenkandidat und bisheriger Innensenator Frank Henkel lehnte einen Rücktritt ab. Seine Partei stehe für Sondierungsgespräche bereit.

Verhaltener Jubel beim regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Bild: EPA/DPA

Ganz anders die Gefühlslage an der AfD-Wahlparty: Die rechtspopulistische Partei um ihren Spitzenkandidaten Georg Pazderski erreichte auf Anhieb ein zweistelliges Ergebnis. Bild: EPA/DPA

Grüne erheben Anspruch

Grünen-Chef Cem Özdemir sieht einen Regierungsauftrag für seine Partei. «Die Leute wollen eine seriöse Regierung, wir können das.» Die Grünen könnten in Berlin erstmals seit 2002 wieder an die Macht kommen. Eine Koalition mit der CDU lehnten sie ab.

«Wir brauchen jetzt eine bessere Politik, deswegen stehen wir jetzt bereit»

Grünen-Chefin Simone Peter

Linken-Vorsitzende Katja Kipping wertete das Abschneiden ihrer Partei als grossartiges Signal. «Das macht Mut für linke Mehrheiten.» In Berlin hatte die Partei bereits von 2002 bis 2011 als Juniorpartner mit der SPD zusammen regiert. Für FDP-Generalsekretärin Nicola Beer hat eine Regierungsbeteiligung der Liberalen keine Priorität.

Niemand will mit AfD

AfD-Vize Beatrix von Storch sagte, ihre Partei sei auf direktem Weg in den Bundestag. Mit der AfD will keine der anderen Parteien zusammenarbeiten. Im Abgeordnetenhaus sitzen künftig sechs Parteien. Das gibt es noch in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg.

Die Berliner SPD verdankt ihren Wahlsieg nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen Müller und der Schwäche der CDU. Müller, für den es die erste Wahl war, habe die höchste Reputation aller Kandidaten. Die SPD geniesse soziale Kompetenz. Müller war erst vor knapp zwei Jahren auf Klaus Wowereit gefolgt. Die Berlin-CDU habe neben personellen Defiziten ein Imageproblem. 

Wohl ein Dreierbündnis

Der SPD-Spitzenkandidat hatte das Amt erst 2014 in der laufenden Wahlperiode nach dem Rücktritt des langjährigen Bürgermeisters Klaus Wowereit übernommen. Nach den ersten Trends ist nun ein Dreierbündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei die für Berlin wahrscheinlichste Regierungsoption.

Führende Grünen-Vertreter erklärten bereits kurz nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen ihre Bereitschaft zum Eintritt in die Landesregierung. «Wir brauchen jetzt eine bessere Politik, deswegen stehen wir jetzt bereit», sagte Bundesparteichefin Simone Peter.

Zurückhaltender äusserten sich Vertreter der Linken. Bundesparteichefin Katja Kipping hob die Stimmengewinne ihrer Partei hervor. «Heute freuen wir uns, ab morgen reden wir darüber, wer mit wem worüber spricht», sagte die Berliner Landeschefin Katrin Lompscher.

Stimmungstest

Die Wahl in Berlin galt auch als Stimmungstest ein Jahr vor den nationalen Wahlen im September 2017. Bei den bisherigen Landtagswahlen in diesem Jahr in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt im März sowie in Mecklenburg-Vorpommern Anfang September hatten die Volksparteien CDU und SPD zum Teil ebenfalls deutliche Verluste erlitten.

Vor der Bundestagswahl stehen nächstes Jahr noch Landtagswahlen im Saarland (März), Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen (Mai) an. (cma/wst/sda/dpa/afp)

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66 Kommentare anzeigen
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600
  • MaskedGaijin 19.09.2016 07:45
    Highlight was meinen wohl all die schweizer hipster und kulturschaffenden, die in berlin leben, zu den wahlen? oder sind die schon alle in lissabon?
    10 2 Melden
    • Laurent 19.09.2016 07:52
      Highlight @MaskedGaijin: hahaha, alle in lissabon :D grossartig!
      2 2 Melden
    600
  • Max Havelaar 19.09.2016 05:55
    Highlight "Aus Protest AfD zu wählen, weil ihm die Politik nicht gefällt, ist, wie in der Kneipe aus dem Klo zu trinken, weil das Bier nicht schmeckt." JSR @J_SR
    21 41 Melden
    • Shlomo 19.09.2016 07:03
      Highlight Wie wahr.
      6 23 Melden
    • JJ17 19.09.2016 09:01
      Highlight Falsch, dann geh ich einfach in eine andere Kneipe, und der Wähler "geht" zu einer anderen Partei.
      8 3 Melden
    600
  • Mehmed 19.09.2016 00:02
    Highlight Wir schaffen das *gesichteinschlaf*
    26 6 Melden
    600
  • amazonas queen 18.09.2016 22:05
    Highlight Die Piraten haben sich sauber selbst versenkt. Aus knapp 9% runter unter 2%.
    29 2 Melden
    • sintho 18.09.2016 22:34
      Highlight Schade eigentlich.. Aber immer noch eine bessere Leistung als hier bei uns..zeigt halt einfach dass das Thema niemand interessiert oder die Piraten zu unstrukturiert sind und sich lieber mit "legalize it" beschäftigen.
      21 3 Melden
    600
  • Einstein56 18.09.2016 21:47
    Highlight Wir schaffen das! Oder eher doch nicht?
    33 15 Melden
    600
  • Richu 18.09.2016 20:41
    Highlight Watson hat diesen Artikel um 20.14Uhr aktualisiert. Aber die Falschmeldung von Watson von 11% für die AFD wurde nicht korrigiert. AFD hat in Berlin einen Wähleranteil von mindestens 13,5%!
    39 30 Melden
    • WStern 18.09.2016 20:52
      Highlight @Richu: Es handelte sich nicht um eine Falschmeldung sondern um eine erste Prognose. Diese erste Prognose wurde mittlerweile durch Hochrechnungen auf rund 13 Prozent "korrigiert".
      45 14 Melden
    • Richu 18.09.2016 21:37
      Highlight WStern: Wenn es um eine Partei geht, welche WATSON nicht genehm ist wird immer abgerundet. Alle Hochrechnung ab 20.30Uhr (Ihre Antwort ist von 20.52Uhr) sagen AFD ein Prozentsatz von grösser als 13,5% voraus. Hochrechnungen von 21.00Uhr sogar 14,4%
      28 37 Melden
    • WStern 18.09.2016 22:10
      Highlight @Richu: Die Meinung der Redaktion spielt hier keine Rolle. Wir decken die Berichterstattung der Landtagswahl in Berlin grossmehrheitlich mit Beiträgen der Nachrichtenagentur sda ab und liefern laufend Updates.
      34 18 Melden
    • rodolofo 18.09.2016 22:11
      Highlight 13,5%, boa eh!
      12 27 Melden
    600
  • Fischra 18.09.2016 20:13
    Highlight Armes Deutschland. Mittlerweile wählen die Afd obwohl die ausser leere versprechen noch nichts gemacht haben. Cdu wäre schon gut. Aber das naive Volk glaub der Scheinheiligen Gegnerpropaganda.
    30 79 Melden
    • ostpol76 18.09.2016 20:57
      Highlight Wieso armes Deutschland? Wurde die AfD von einer fremden Macht gewählt?
      49 13 Melden
    • Maett 18.09.2016 21:42
      Highlight @Fischra: da muss ich einfach auch mal nachfragen: was soll eine Partei, die's bei der letzten Wahl noch gar nicht gab, gross gemacht haben? Kann sie ja gar nicht (das trifft auf jede neu gegründete Partei zu).

      Das wird auch bei den nächsten Wahlen so aussehen, weil es in Deutschland den ganz klaren Drang des Etablissements gibt, sie in die Opposition zu drücken, was einer Bedeutungslosigkeit gleichkommt, weil im Zweifel nicht für eigene Überzeugungen, sondern gegen die Opposition gestimmt wird (zumindest im emotional-eskalierten Deutschland).
      34 6 Melden
    • Marc Mueller 18.09.2016 21:46
      Highlight Ich denke nicht, dass diese Leute der AfD irgendetwas abnimmt oder deren Problemlösungen glaubt. Nein! Man ist einfach unzufrieden mit der jetzigen Regierung, das Veragen in der Flüchtlingfrage, Scheitern der Integrationspolitik.
      38 7 Melden
    • Fabio74 18.09.2016 22:41
      Highlight Es ist ein ans Bein pinkeln gegenüber der aktuellen rot/ schwarzen Regierung.
      Als Nicht verantwortliche kann man alles behaupten
      11 14 Melden
    • Froggr 19.09.2016 06:31
      Highlight Fischra: Demokratieverständnis = null
      11 2 Melden
    • Fabio74 19.09.2016 19:47
      Highlight @Froggr: Nein freie Meinung zur AfD
      1 1 Melden
    600
  • rodolofo 18.09.2016 18:51
    Highlight Das sieht ja sehr erfreulich aus!
    Wir können uns entspannen.
    Danke Berlin!
    48 70 Melden
    • Maett 18.09.2016 21:43
      Highlight @rodolofo: rot-grün-rot droht, und Sie sprechen von Entspannung? Das wird der Stadt vermutlich den Rest geben.

      Arm ist sie zwar schon, aber wenn sie dann plötzlich auch nicht mehr sexy wäre ... nicht schön.
      31 26 Melden
    • Fabio74 18.09.2016 22:41
      Highlight Berlin bleibt rot. Das ist mal gut
      21 39 Melden
    • Hochen 18.09.2016 23:13
      Highlight Bin gerade in Berlin und bin froh wie es gekommen ist! Die Aussenbezirke in denen hauptsächlich Afd gewählt wurde ist nicht das Berlin das so viele Leute aus aller Welt dazu bringt diese Stadt zu besuchen!
      16 26 Melden
    • Maett 19.09.2016 08:43
      Highlight @Hochen: wenn man andere deutsche grün-rote Städte anguckt, weiss man wohin der Weg geht - diese haben z.T. mit massivem Tourismusschwund zu kämpfen, und das hat durchaus Gründe.

      Bei Berlin wird es - als einzige Stadt - länger gehen, weil's die Hauptstadt ist, und mehr an interessanter Geschichte bietet. Aber eigentlich ist die Stadt ja bereits heute ziemlich kaputt (ja, ich war auch schon dort), nur zu den Sehenswürdigkeiten wird Sorge getragen, was aber die damals CDU-/FDP-geführte Bundesregierung ermöglicht hat.
      6 0 Melden
    • Thomas_54 19.09.2016 09:09
      Highlight @Maett Es kann durchaus gewünscht sein, dass weniger Touristen kommen. Bringen zwar Geld, aber was bringt dir das als normaler Bürger, wenn du vor lauter Zweitwohnsitzen und Airbnb-Wohnungen keine bezahlbare Wohnung findest?
      1 3 Melden
    • Maett 19.09.2016 14:04
      Highlight @Thomas_54 : ja. Zweit-Wohnungen sind in deutschen Städten tatsächlich ein "Riesenproblem"...
      1 0 Melden
    • Fabio74 19.09.2016 19:48
      Highlight @Maett: Touristen bleiben wegen rot-grünen Regierungen weg?
      1 0 Melden
    • Thomas_54 20.09.2016 14:27
      Highlight @Maett: In Berlin gibt es 12'000 (Zahl Senat) resp. 25'000 (Zahl Mieterverein) zweckentfremdete Mietwohnungen, d.h. Zweitwohnungen, Ferienwohnungen, etc. Ob das Problem riesig ist, ist ansichtssache, aber es existiert definitiv.
      0 0 Melden
    600
  • smoking gun 18.09.2016 18:46
    Highlight Rot-Rot-Grün in Berlin wäre doch ne feine Sache. Und wenn dieses Bündnis auch noch die guten Ideen (ja, die gibt es) der AfD diskutieren und übernehmen würde (direkte Demokratie wie in der Schweiz z.B), dann wäre das ein wichtiger Schritt mit Ausstrahlung auf ganz Deutschland. Wäre doch schön, hätten die Linken endlich mehrheitsfähige Antworten auf die populistischen Provokationen der Rechten.
    48 33 Melden
    • Madison Pierce 18.09.2016 19:41
      Highlight Rot-Rot-Grün ist eine Katastrophe für Berlin. Es wird weiter gehen mit weltfremder Finanzpolitik à la "arm aber sexy".

      Deutschland hat das Problem, dass es keine vernünftigen alternativen Parteien gibt. Die "Filzpartei" FDP und die AfD kann man ja nicht zählen.
      34 48 Melden
    • dmark 18.09.2016 20:37
      Highlight Das beste, was mir mal ein Berliner entgegnete, war seine Aussage: "Ich komme aus Berlin, aber arbeite dennoch..." :D
      36 5 Melden
    • Maett 18.09.2016 21:44
      Highlight @Madison Pierce: weshalb sind FDP und AfD angeblich Filzparteien, Linke, CDU, SPD und Grüne aber nicht? Pöstchen zuschieben und Parteipolitik ohne wehe und aber betreiben die letztgenannten Parteien ebenfalls.
      31 2 Melden
    • Madison Pierce 19.09.2016 07:19
      Highlight Maett: So habe ich es nicht gemeint. Linke, CDU, SPD und Grüne haben in Berlin (und nicht nur dort) schon jahrelang versagt. Wenn man als Wähler etwas anderes wollte, blieben nur FDP, AfD und allenfalls die Piraten. Das ist schade. Ich denke, es wäre an der Zeit für eine vernünftige alternative Partei.
      4 0 Melden
    • Fabio74 20.09.2016 03:16
      Highlight @Madison: Versagt ist einfach gesagt. Die Stadt hat 1990 die 8 Ostbezirke dazu gekriegt, die während 50 Jahren ganz anders regiert und aufgebaut war.
      Die Stadt zusammen führen, Infrastruktur sanieren. Die Ganze Geschichte wie Umgehen mit Mauerresten und Todesstreifen etc.
      Denke die Stadt hat massive Herausforderungen, dazu aufgrund der Teilung keine nennenswerte Industrie. Macht die Sache schwierig.
      Zusätzlich die Hauptstadt Sache
      1 0 Melden
    600
  • Atlantis 18.09.2016 18:38
    Highlight Warum wird bei der AFD eigentlich immer wie selbstverständlich der Propaganda-Begriff "rechtspopulistisch" angehängt? Könnt ihr nicht neutral berichten, wie es sich für ein neutrales Land gehört? Müsstet ihr im Gegenzug nicht Die Linke als linkspopulistisch bezeichnen?
    Und ich sage das als Sympathisant der Linken.
    131 69 Melden
    • Fabio74 18.09.2016 18:42
      Highlight Was ist an der Schweiz neutral? Das Wort ist eine leere Hülse geworden
      Nur warun die AfD prominent erwähnen, als 5. stärkste Partei
      33 58 Melden
    • Klaus K. 18.09.2016 18:53
      Highlight ist weil die partei neu ist. und das establishment die konkurrenz aussen vor haben möchte. der begriff wurde u.a. von den staatlichen medien geprägt (zdf, ard).
      ich finde, ein ganz perfides spiel der classe politique und der medien, auch wenn ich mit der afd nichts am hut habe.
      62 24 Melden
    • JonSn0w 18.09.2016 19:15
      Highlight Naja, jede Oppositionspartei braucht nunmal ein wenig Populismus. Auch die Linke. Bin mit dir eigentlich einverstanden, aber die populistischen Züge sind bei der AfD schon sehr viel stärker ausgeprägt als bei z.B. der Linken.
      Schwarz-weiss denken, Ausgrenzung von Ausländern, antidemokratische Elemente, Hetze gegen das Etablierte ohne Lösungen...
      45 31 Melden
    • Ursula Schüpbach 18.09.2016 19:55
      Highlight "ich finde, ein ganz perfides spiel der classe politique und der medien...." Klar, alles nur Lügenpresse und Classe politique... Mimimi...
      39 56 Melden
    • pun 18.09.2016 20:10
      Highlight Die AfD ist eindeutig populistisch und rechts. Sie machen Stimmung gegen Ausländer und behaupten, für die schweigende Mehrheit des Volkes zu sprechen. Also ist rechtspopulistisch eine neutrale Bezeichnung für die AfD.
      Linkspopulistisch wurde zum Beispiel Hugo Chavez bezeichnet - da wäre es nicht wirklich neutral, die Linke genau gleich zu bezeichnen.
      30 35 Melden
    • Luca Brasi 18.09.2016 20:54
      Highlight Also "der Linken" wurde und wird noch immer Linkspopulismus vorgeworfen. Teils hat sich das entschärft, weil sie bereit sind in Bundesländern Regierungsverantwortung zu übernehmen.
      Die Alternative für Deutschland erfüllt viele Punkte des Populismus (dass sie rechts der CDU ist, wird wohl niemand bestreiten?):
      https://de.wikipedia.org/wiki/Populismus
      14 14 Melden
    • Atlantis 18.09.2016 21:13
      Highlight Ihr rafft es nicht, oder? Es geht nicht darum, ob Eurer persönlichen Meinung nach ein Begriff zutrifft oder nicht, sondern dass in einer ansonsten durchaus sachlichen Berichterstattung zu den Berliner Landtagswahlen ausschliesslich bei der Partei AFD ein negativ konnotiertes Adjektiv wie "rechtspopulistisch" angehängt wird. Das nennt man Propaganda.
      35 15 Melden
    • Ursula Schüpbach 18.09.2016 21:43
      Highlight "Linkspopulistisch wurde zum Beispiel Hugo Chavez bezeichnet..." Erdogan zum Beispiel finde ich auch populistisch. Chavez, Erdogan und andere. Einfach Leute, die so demagogisch auf andere einreden. Und sich selbst quasi als das personifizierte Volk darstellen. Da gibt es keine Bevölkerung mehr in einem Land, die z.B. eher pluralistisch ist. Fand z.B. manchmal auch Jean Ziegler etwas demagogisch in der Art und Weise, wie er sprach. Er redete auf andere ein und hörte kaum zu. Erinnerte mich diesbezüglich etwas an Christoph Blocher. Aber eine genaue Definition von Populismus, finde ich schwer.
      4 22 Melden
    • Maett 18.09.2016 21:46
      Highlight @pun: wo genau hat die AfD behauptet, für das "Volk" zu sprechen? Die SVP macht das ab und an, aber das ist nicht dieselbe Partei.

      Dass die AfD das neue rechts ist, nachdem sich die CDU in Richtung SPD verabschiedet hat, ist allerdings offensichtlich.
      24 8 Melden
    • Luca Brasi 18.09.2016 22:36
      Highlight @Atlantis: Wie würden Sie diese Partei beschreiben? Einfach Mitte-Rechts? Trifft es das besser? Das wäre dann wie die Schweizer FDP. Sie sehen den Begriff Populismus generell als problematisch an?
      8 4 Melden
    • Fabio74 18.09.2016 22:43
      Highlight Wer sich von Nazis nicht distanzieren will und gegen Ausländer hetzt ist populistisch
      15 28 Melden
    • Atlantis 18.09.2016 23:08
      Highlight Dann nenne ich Dich fortan dümmlichen Fabio74, ist das ok für Dich?
      23 7 Melden
    • E7#9 18.09.2016 23:43
      Highlight Populismus kommt von populus (lat. für Volk). Er zeichnet sich durch eine Rhetorik aus, die vom Volk angenommen wird und lehnt Eliten und Intellektualismus ab. Er nimmt für sich in Anspruch fürs einfache Volk zu stehen, hat jedoch kein bestimmtes Wertesystem (Populismus kommt also in vielerlei politischem Couleur vor). Nazi sein ist wohl kaum sehr populistisch, das würde heissen, dass die Nicht-Elite grösstenteils mit dem Nationalsozialismus sympathisiert.
      10 1 Melden
    • Ursula Schüpbach 19.09.2016 00:08
      Highlight "Atlantis: Dann nenne ich Dich fortan dümmlichen Fabio74, ist das ok für Dich?"

      Wer sich Atlantis nennt, hat eh nichts zu befürchten. https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantis
      3 21 Melden
    • Ursula Schüpbach 19.09.2016 00:16
      Highlight Wobei, man weiss ja nie: "Nach einem gescheiterten Angriff auf Athen sei Atlantis schließlich um 9600 v. Chr. infolge einer Naturkatastrophe innerhalb „eines einzigen Tages und einer unglückseligen Nacht“ untergegangen." - Wikipedia
      4 16 Melden
    • Fabio74 19.09.2016 02:43
      Highlight @Atlantis: wenns dir hilft für dein Selbstbewusstsein. ..
      Typischer Rechts aussen halt. Keine Argumente mehr, dann greift man persönlich an.
      5 15 Melden
    • roterriese 19.09.2016 06:42
      Highlight Aber Aber Fabio74, ihr greift ja auch immer persönlich an oder geht auf die Rechtschreibung, wenn euch die Argumente ausgehen. Dafür gibts in der Watsonkommentarspalte genügend beispiele.
      15 2 Melden
    • Atlantis 19.09.2016 09:50
      Highlight Wieso keine Argumente? Ich finde den Begriff "dümmlich" sehr stringent. Genau so wie Du "rechtspopulistisch" völlig ok findest. Es geht hier ja offenbar nur noch um persönliche Empfindungen, nicht um journalistische Standards.


      3 5 Melden
    • pun 19.09.2016 10:21
      Highlight @Atlantis: Ich habe ja weiter oben versucht, das ganze aus journalistischer-Standarts-Sicht zu beleuchten beziehungsweise zu erklären, weshalb ich das Vorgehen als neutrale Einschätzung betrachte und dein Vorschlag, auch die Linke mit "linkspopulistisch" zu bezeichnen nicht stimmig wäre. - Worauf du mit "ihr rafft es nicht, oder?" geantwortet hast, was natürlich immer als besonders guter Türöffner für eine sachliche Diskussion dient...
      6 0 Melden
    • Atlantis 19.09.2016 11:18
      Highlight @pun: Der Begriff "Rechtspopulismus" ist negativ konnotiert, auch wenn es das Wort "populus, Volk" als solches natürlich nicht ist. Es wird von den Medien verwendet, um den Leser zu beeinflussen, bevor sich dieser überhaupt mit jener Person oder Partei befasst hat. Man will damit verhindern, dass der Leser (Bürger) sich unvoreingenommen mit dem Thema (und diesen Parteien) befasst. Solche Begriffe werden bewusst und politisch motiviert eingesetzt. Das ist Propaganda. Wer das nicht wahrhaben will, dem kann ich schlichtweg nur Unverständnis oder Ignoranz vorwerfen.
      3 4 Melden
    • pun 19.09.2016 11:54
      Highlight Ja, wenn du nicht diskutieren, sondern einfach nur alle die nicht deine Meinung teilen beschimpfen willst, dann brauchst du dich aber über eine fehlende Diskussion nicht beschweren.

      Absolute Neutralität von den Medien zu verlangen ist m.E. nur mit viel Unverständnis und Ignoranz zu machen. Denn diese gibt es nicht. Mehr Transparenz könnte aber eine Forderung sein, wo wir uns wieder Treffen.
      5 1 Melden
    • Luca Brasi 19.09.2016 12:46
      Highlight @Atlantis: Die Frage ist einfach wie man die Parteien bezeichnen soll. Sie finden es dann auch falsch die NPD rechtsextrem (wäre auch negativ konnotiert) zu nennen? Aus der Sicht dieser Partei ist wahrscheinlich das Wort extrem auch diskriminierend.
      Was wäre denn für Sie die Alternative? Rechtspartei?
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    • Fabio74 19.09.2016 19:54
      Highlight @roterriese/atlantis: Erstens rede ich für mich und nicht für andere. In diesem Sinne ist dein Argument "ihr redet von " einfach falsch.
      Zweitens: Atlantis: Nochmal: Wenns dir hilft in deinem Leben Menschen als dümmlich zu bezeichnen, mach das. Finde dies zwar armselig für erwachsene Menschen.
      Drittens: eine Partei, die nicht willens ist, sich von Nazis zu distanzieren bzw aolche Leute gsr nicht aufnimmt, und eine Parteivorsitzende, die mit markigen Worten gegen Ausländer vorgehen will, weil diese an allem Schuld sind, dann ist diese Partei rechtspopulistich.
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  • JJ17 18.09.2016 18:21
    Highlight Sieht langsam düster aus für Frau Merkel...
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    • Fabio74 18.09.2016 18:43
      Highlight Weshalb?
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    • Stachanowist 18.09.2016 19:38
      Highlight @ Fabio

      Weil die CDU in Berlin fast ein Viertel verloren hat (von 23 auf 18%). Das ist Gift für eine Volkspartei und bringt deren Protagonistin parteiintern in Bedrängnis. Sollten Sie eigentlich selbst wissen.
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    • Fabio74 18.09.2016 20:05
      Highlight @stachanowist: Es sind Landtagswahlen. Die CDU kassiert für die Landespolitik eine Ohrfeige. Ebenso die SPD.
      Deswegen zu viel reinlesen muss man nicht.
      Es sass sowieso die SPD im Bundesrat für Berlin
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    • Stachanowist 18.09.2016 21:09
      Highlight @ Fabio

      Die Landtagswahlen werden nicht in einem Berliner Vakuum abgehalten. Natürlich spielt die Beurteilung der Regierung Merkel eine Rolle für die Wählergunst bei Landtagswahlen.

      Ja, die SPD sass im Bundesrat für Berlin. Aber die CDU regierte mit ihr. Das ist nun vorbei, die Prozente reichen nicht für eine GroKo. Weniger Prozente für die CDU heisst zudem weniger Posten für CDU-Leute im Abgeordnetenhaus von Berlin. All das heisst parteiinterner Stress, der ist vorprogrammiert.
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    • Fabio74 18.09.2016 22:46
      Highlight @Stachanowist: ja ist mir schon klar, dass die Leute lieber dem Bund ans Bein pinkeln anstatt die Politik fürs eigene Land zu wählen. Was schade ist.
      Win some lose some. Jetzt wirds im Roten Rathaus halt rot,rot,grün.
      Macht ja nix.
      In 4 Jahren sieht man weiter
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