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Vor der Semperoper in Dresden haben sich geschätzte 9000 Menschen für eine weitere Pegida-Demonstration versammelt.
Bild: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Immer radikalere Pegida-Anhänger: Jetzt errichten sie Galgen für Merkel und Gabriel

In Dresden sind erneut Tausende Pegida-Anhänger aufmarschiert. Einige sehen sich allem Anschein nach als Teil eines potenziellen Lynchmobs: Sie wollen die deutsche Kanzlerin und ihren Stellvertreter am liebsten aufknüpfen.

13.10.15, 00:12 13.10.15, 06:35

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Die Radikalisierung der Pegida-Anhänger nimmt zu. Am Montagabend zogen erneut Tausende Demonstranten durch Dresden, sie skandierten Parolen wie «Abschieben, abschieben», «Wir sind das Volk» und «Merkel muss weg». Ein Plakat mit Merkel als Mutter Teresa war überschrieben mit «Mutter Terrorresia», andere Schilder wandten sich gegen «Deutschenhasser», die «Asylmafia» oder das «Politikerpack».

Ein Anhänger brachte zur Veranstaltung einen selbstgebastelten Galgen mit, an dem Schilder baumelten mit der Aufschrift «Reserviert», ergänzt um die Zusätze «Angela ‹Mutti› Merkel» und «Siegmar ‹das Pack› Gabriel». Wobei es dem Schildschreiber gelang, in den Vornamen des SPD-Vorsitzenden und Vizekanzlers ein e zu viel einzubauen.

Nach Schätzungen der Gruppe versammelten sich bis zu 9000 Menschen auf dem Theaterplatz vor der Semperoper. Erstmals seit längerem regte sich auch in Dresden wieder nennenswerter Gegenprotest: Etwa 250 Demonstranten stellten sich den Pegida-Anhängern entgegen. Die Polizei hielt die Lager auf Distanz.

In Leipzig und Chemnitz gingen ebenfalls Anhänger der örtlichen Pegida-Ableger auf die Strasse, mit jeweils nur einigen Hundert Teilnehmern aber deutlich weniger. (sda/afp)

Der Galgenträger hatte die Konstruktion laut Beobachtern während des gesamten Zuges dabei. Ein bei Twitter viel geteiltes Bild zeigt den Galgen am Theaterplatz. In sozialen Medien löste die Provokation Empörung aus.

Der improvisierte Galgen am Pegida-Umzug.
Bild: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Der Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann bezeichnete die Bundesregierung in einer Rede als «unsere Berliner Diktatoren» und kritisierte deren Flüchtlingspolitik.

Pegida steht für «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes». Seit einem Jahr geht die Bewegung in ihrer Hochburg Dresden nahezu wöchentlich auf die Strasse und macht Stimmung gegen Muslime, Flüchtlinge und Medien.

amt/AFP

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • ferox77 13.10.2015 11:58
    Highlight Wie soll eigentlich das immer auf solchen Veranstaltungen geforderte "Ausländer/Asylanten Raus!" funktionieren?
    Die Türkei, die Staaten des Mittleren Ostens und die nordafrikanischen Staaten werden ihre in Europa lebenden Staatsbürger nicht zurück nehmen. Die sind froh, dass sie ihre sozialen Problemfälle los sind und zukünftig auch weitere los werden können. Geostrategisch sind diese Länder auch zu wichtig, als dass Europa es sich mit ihnen verderben kann. Insbesondere mit Hinblick auf die Liefer- und Handelsketten beim Seetransport sowie dem Zugang zum Mittelmeer, Roten Meer, Schwarzen Meer.
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  • Big ol'joe 13.10.2015 07:30
    Highlight Ich glaube das "e" in siegmar ist kein rechtschreibfehler eines vollpfosten (wobei schon möglich), sondern ein Wortspiel a la " sieg mar" (gewinnen wir) was sich wiederum von "sieg heil" ableitet, was bedeutet, dass dieser Mann der Sohn resp. Enkel vom Adolf Hitler ist.
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  • Amadeus75 13.10.2015 07:21
    Highlight http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/Schlegl-in-Aktion-Moslems-gegen-die-Verdummung-des-Abendlandes-,extra8658.html
    11 5 Melden
  • exeswiss 13.10.2015 06:45
    Highlight die mussten ja mit sowas kommen, sonst beachtet sie ja niemand.
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  • zombie woof 13.10.2015 06:44
    Highlight Ekelhaft! Geht nicht mehr lange und die Pegida trägt Uniform und hat ihre eigene Sturmabteilung. Jede weitere Entwicklung kann man in den Geschichtsbüchern der 30er Jahre nachlesen....
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