International

Berlin zeigt Zähne: Türkischer Botschafter einbestellt

19.07.17, 13:27 19.07.17, 16:36

Nach der Inhaftierung eines Deutschen und fünf weiterer Menschenrechtsaktivisten in der Türkei ist der türkische Botschafter ins Aussenministerium zitiert worden.

Man habe ihm «klipp und klar» gesagt, dass die Verhaftungen nicht nachvollziehbar und vermittelbar seien, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin. Im Gespräch habe der Botschafter zugesichert, die deutsche Forderung nach einer unverzüglichen Freilassung an seine Regierung zu übermitteln.

Aussenminister Sigmar Gabriel bricht wegen der Verhaftungen seine Ferien ab, wie der Sprecher sagte. Gabriel werde am Donnerstag in Berlin sein und wolle sich zu der Krise äussern. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel im ständigen Kontakt mit dem Aussenministerium stehe. Er forderte die «unverzügliche Freilassung» des Deutschen und plädierte dafür, dass die EU-Kommission Zahlungen an die Türkei «im Lichte der jüngsten Ereignisse» überprüft.

Die Türkei hatte vor einigen Tagen mit der Inhaftierung von Peter Steudtner und fünf weiteren Personen international grosse Empörung ausgelöst. Gegen ihn war am Dienstag zusammen mit vier türkischen und einem schwedischen Menschenrechtsaktivisten Untersuchungshaft verhängt worden.

Sie hatten in der Türkei an einem Seminar teilgenommen, bei dem Steudtner und sein schwedischer Kollege die Trainer waren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, eine «bewaffnete Terrororganisation» zu unterstützen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte sie zuvor in die Nähe von Putschisten gerückt. (wst/sda/dpa/afp/reu)

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  • URSS 19.07.2017 17:09
    Highlight Wurde auch Zeit. Das Apeasement von Angela Merkel gegenüber dem Despoten vom Bosporus ist genau so gescheitert wie die Apeasement Politik von Chamberlain gegenüber Hitler.Harte Frauen und Männer braucht das Land.
    Charismatische Politikerinnen die einstehen für ihr Land und die Menschen die Europa und seine Errungenschaften wie Stabilität und Frieden lieben und sich das nicht durch Islamistenterroristen und durch hetzerische Grössenwahnsinnige Türkendiktatoren kaputt machen lassen. Oder durch Türken die in einem Rechtstaat leben aber für eine Diktatur spionieren.
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  • Denk nach 19.07.2017 15:46
    Highlight "Sie hatten in der Türkei an einem Seminar teilgenommen, bei dem Steudtner und sein schwedischer Kollege die Trainer waren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, eine «bewaffnete Terrororganisation» zu unterstützen."

    Was war das für ein Seminar?

    - Demokratie for dummies?
    - Bombenbau mit Haushaltsartikeln?
    - Planung der Verchristlichung des Abendlandes?
    - türkisch Kochen?

    Weiss das jemand?
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    • E. Edward Grey 19.07.2017 17:33
      Highlight Der mehrtägige Workshop wurde von Amnesty international organisiert und durchgeführt. Die Themen Steudtners waren IT-Sicherheit und gewaltfreier Umgang bei Konflikten. Die Verhafteten Personen sind allesamt aus dem Kreis Amnesty International.
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    • Denk nach 19.07.2017 17:50
      Highlight Super, danke! Da erschliesst sich mir der Verhaftungsgrund nicht!

      ... Ausser dass im Bereich gewaltfreier Umgang bei Konflikten eventuell Verbesserungspotential in der Türkei herrscht.
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    • Quacksalber 19.07.2017 17:59
      Highlight Ich werde wieder einmal eine Einzahlung an Amnesty machen.
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  • Radesch 19.07.2017 14:21
    Highlight Wird auch Zeit, dass dem die Leviten gelesen werden. Was er mit den Türken macht ist ja schon abscheulich, aber sich mit seinen ehemals engen Verbündeten anzulegen zeugt schlicht und ergreifend von Dummheit...
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  • Gary Poor 19.07.2017 14:14
    Highlight Haarstreubend was dieser Despot treibt. So schnell entstehen Diktaturen. Tragisch und traurig. Deutschland täte gut daran alle Deals mit diesem Diktatoren sofort zu kippen.
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    • Walter Sahli 19.07.2017 14:40
      Highlight In Anbetracht dessen, dass in Westeuropa die Angst vor Flüchtlingen deutlich grösser ist, als der Unmut über das Gebaren eines Diktators, geniesst Erdogan schier unbegrenzte Narrenfreiheit und es wird ganz genau gar nichts passieren.
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    • Quacksalber 19.07.2017 18:00
      Highlight Die Schweiz eingeschlossen, aber die ist neutral und dealt mit allen.
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