International

In manchen Ländern sind Kinderehen gang und gäbe.  Bild: SHAHZAIB AKBER/EPA/KEYSTONE

Deutschland verbietet Kinderehen – auch von verheirateten minderjährigen Flüchtlingen

02.06.17, 02:56 02.06.17, 03:29

In Deutschland soll es künftig keine Ehen von Kindern und Jugendlichen mehr geben: Der deutsche Bundestag beschloss in der Nacht zum Freitag ein Heiratsverbot für Jugendliche. Die Neuregelung sieht auch die Aufhebung von bestehenden Kinderehen vor.

Das Gesetz zum Verbot von Kinderehen sieht die Heraufsetzung der Ehemündigkeit auf 18 Jahre vor. Bisher können Ehen eingegangen werden, wenn ein Partner mindestens 16 Jahre alt ist und ein Familiengericht zugestimmt hat.

Nach dem neuen Gesetz sollen bereits bestehende Ehen unwirksam sein, wenn einer der Partner noch keine 16 Jahre alt ist. Dann ist auch keine Aufhebung erforderlich. Mit dem Gesetz reagiert die Bundesregierung auf die steigende Zahl verheirateter minderjähriger Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind.

Im vergangenen Jahr wurde die Zahl von 1475 im Ausland geschlossenen Ehen mit minderjährigen Partnern genannt, darunter 361 mit Kindern unter 14 Jahren. Familiengerichte liessen zudem jährlich noch rund 100 Ehen in Deutschland mit einem unter 18-jährigen Partner zu.

Majestäten einfacher beleidigen

Gleichzeitig entschied der deutsche Bundestag in weiteren Angelegenheiten. So wird das umstrittene Gesetz zur Beleidigung ausländischer Staatsoberhäupter bald der Vergangenheit angehören: Der Bundestag beschloss in der Nacht zum Freitag die Abschaffung des Strafrechtsparagrafen 103 zum 1. Januar 2018. Dieser war wegen des Falls des TV-Moderators Jan Böhmermann in die Schlagzeilen geraten.

Böhmermann hatte ein Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gefasst, dieser stellte daraufhin Strafanzeige gegen Böhmermann.

Schwarze Liste für Firmen

Und obendrein beschlossen die Parlamentariern noch eine wichtige Änderung. Korrupte und betrügerische Unternehmen landen in Deutschland künftig auf einer «Schwarzen Liste» beim deutschen Bundeskartellamt. Dort sollen Firmen aufgeführt werden, bei denen es «gravierende Rechtsverstösse» wie Bestechung, Geldwäsche oder Steuerhinterziehung gab.

Der öffentlichen Hand soll es damit erleichtert werden, die betroffenen Firmen von öffentlichen Aufträgen auszuschliessen. In Zukunft sind öffentliche Einrichtungen in Deutschland dazu verpflichtet, ab einem Auftragswert von 30'000 Euro beim Register nachzufragen, ob das Unternehmen dort gelistet ist. (sda/afp/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Obamas geniale Antwort auf Rassisten schlägt alle Twitter-Rekorde

Deutscher kassiert Busse in der Schweiz – und findet das wenig witzig

Wie er Nazis verteidigt und über Wein schwafelt – Trumps irre Wutrede in sieben Akten

Was ist der hohlste Traumjob der Welt? Influencer!

Zum 40. (angeblichen) Todestag: ELVIS LEBT! 20 handfeste Beweise dafür

Mit Hipsterbart und Hakenkreuz: 5 alte und neue rechtsextreme Bewegungen

Warst du besoffen, Designer? 26 Kleider-Fails, die nicht mehr gut zu machen sind

Koksen und kotzen – Barbie ist im 2017 angekommen

Frau findet Ex auf Tinder – und erlebt zunächst eine witzige, dann eine böse Überraschung

Geheimes Chat-Protokoll aufgetaucht: Wie es wirklich zur Nordkorea-Krise kam

Zwei «Irre» auf Kollisionskurs: Die Angst vor der Bombe ist zurück

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2Alle Kommentare anzeigen
2
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Maria B. 02.06.2017 16:02
    Highlight Wenn ich mir diese farbenfrohen Gespenster auf dem Artikelbild nur schon betrachte, wird mir ganz flau im Magen ;-)!

    Doch im Ernst : sowas sollte eigentlich in allen zivilisatorisch funktionierenden Ländern eine Selbstverständlichkeit sein, auch wenn der erlauchte Prophet dieser wahrhaft bizarren Religion seine Aisha schon mit sechs Jahren heiratete und den GV erstmals im "höheren Alter" von neun Jahren vollzogen haben soll :-(

    7 0 Melden
    600
  • Wisegoat 02.06.2017 07:26
    Highlight Dieses Verbot sollte gar nie eine Diskussion gewesen sein.
    Die Leute leben jetzt in unserem Kulturkreis und haben unsere Gesetze und Regeln ohne wenn und aber zu akzeptieren. Das ist Integration.
    18 0 Melden
    600

Was die Schweiz vom Kosovo lernen kann

Die Schweiz ist ein Einwanderungsland par excellence. Doch wir tun uns schwer mit unseren Ausländern. Schweizer Unternehmer mit Wurzeln im Kosovo setzen dort auf Schweizer Tugenden – und beweisen, dass unser Integrationsmodell eine Erfolgsgeschichte ist.

Am 1. August haben die Mitarbeiter der MIK Agency frei. Am Abend essen sie aber keinen Cervelat an der Bundesfeier ihrer Gemeinde, wo ein Lokalpolitiker eine patriotische Rede radebrecht. Denn die Angestellten der MIK Agency wohnen in Pristina im Kosovo.

Ihr Chef, Valon Asani, ist in der Ostschweiz geboren und aufgewachsen. Dass es ihm gelungen ist, in der Heimat seiner Eltern, die er bis Anfang 20 nur als Ferienland kannte, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, hat natürlich auch damit zu …

Artikel lesen