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2016 war für die EU schon schlimm genug: Terror in Brüssel, Austrittsvotum der Briten, Gezerre um das Handelsabkommen Ceta, Rücktritt von Italiens Regierungschef Renzi, der Wahlsieg Donald Trumps in den USA. Doch 2017 könnte noch schlimmer werden... Bild: YANNIS BEHRAKIS/REUTERS

2017 wird Europas Schicksalsjahr

Die EU steht vor einem turbulenten Jahr: Die Briten treten aus, in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden wird gewählt. 2017 könnte einen Neubeginn markieren – oder der Anfang vom Ende Europas sein.

29.12.16, 19:50 30.12.16, 06:11

Markus Becker

Ein Artikel von

2016 war für die EU schon schlimm genug: Terror in Brüssel, Austrittsvotum der Briten, Gezerre um das Handelsabkommen Ceta, Rücktritt von Italiens Regierungschef Renzi, der Wahlsieg Donald Trumps in den USA. Doch selbst nach einem solchen Annus horribilis gilt: Schlimmer geht's immer. 2017 könnte es für Europa noch dicker kommen.

Im Januar geht es los mit der Wahl des Präsidenten des Europaparlaments. Martin Schulz (SPD) wechselt in die deutsche Politik, und als Nachfolger hat die konservative EVP-Fraktion ausgerechnet Antonio Tajani aufgestellt - einen Zögling von Europas Ur-Populisten Silvio Berlusconi. Die Sozialdemokraten haben derweil die informelle grosse Koalition aufgekündigt und mit Gianni Pittella einen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt. Damit läuft es auf einen harten Wahlkampf mit offenem Ausgang hinaus. Klar ist nur eines: Die Zeiten, in der EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker Gesetzesvorschläge einbringen und sich darauf verlassen konnte, dass sein Freund Schulz im Parlament die Mehrheiten organisiert, sind passé.

Die Demonstrationen gegen den Brexit haben nichts gebracht: 2017 treten die Briten aus der EU aus.  Bild: NEIL HALL/REUTERS

Noch wichtiger für die EU werden allerdings die Wahlen in mehreren Staaten - denn überall sind Populisten auf dem Vormarsch. Bei der Parlamentswahl in den Niederlanden am 15. März scheint es nur noch darum zu gehen, wie hoch die rechtspopulistische PVV gewinnt. Die Partei von Geert Wilders, der erst kürzlich wegen Diskriminierung und Beleidigung verurteilt wurde, führt aktuelle Umfragen mit 36 Prozent an - unglaubliche 21 Prozentpunkte über dem Wahlergebnis von 2012. Die rechtsliberale VVD von Regierungschef Mark Rutte ist auf 23 Prozent abgestürzt, der sozialdemokratischen PvdA - die 2012 noch 38 Prozent erhielt - droht bei der Wahl gar ein einstelliges Ergebnis. Für eine erneute grosse Koalition wird es demnach bei Weitem nicht reichen, nur ein breites Bündnis der Parteien der Mitte kann eine Regierung Wilders verhindern.

Furcht vor Populisten-Wahlsieg und Bankenkollaps in Italien

Ungemach droht auch in Italien. Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Matteo Renzi hat in Rom zwar schnell eine neue Regierung die Geschäfte übernommen. Doch ihre Mehrheit im Senat ist dünn, Neuwahlen gelten im nächsten Jahr als wahrscheinlich. Bei denen könnte die populistische und EU-kritische Fünf-Sterne-Bewegung des Ex-Komikers Beppe Grillo laut Umfragen stärkste Partei werden. Sorgen bereitet auch die prekäre Lage der italienischen Banken. Sollte Italiens Finanzsystem in eine Schieflage geraten, könnte das die gesamte Eurozone erschüttern.

Die Chefin des rechtsnationalen Front National, Marine Le Pen, ist kein Fan der EU. Ein Wahlsieg könnte das Ende des europäischen Projekts bedeuten.  Bild: JACKY NAEGELEN/REUTERS

Richtig ernst wird es für die EU bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Die erste Runde ist am 23. April angesetzt, die Stichwahl am 7. Mai. Umfragen haben Marine Le Pen, Chefin des rechtsnationalen Front National, zeitweise sogar einen Sieg im ersten Wahlgang prophezeit. Inzwischen liegt François Fillon, der Kandidat der Konservativen, vorn. Demoskopen sehen ihn bei einer Stichwahl als klaren Sieger.

Allerdings ist es mit Umfragen so eine Sache. Seit dem Brexit-Referendum, spätestens aber seit dem Wahlsieg von Donald Trump, will in Brüssel kaum noch jemand darauf wetten, dass die Prognosen am Wahltag eintreffen. Einig sind sich die meisten EU-Politiker nur in einem: Sollte Le Pen, deren erklärtes Ziel die Zerstörung der EU ist, Frankreichs Präsidentin werden, könnte dies das Ende des europäischen Projekts bedeuten.

Fillon könnte Einigung Europas vorantreiben

Allerdings gibt es auch einen Lichtblick: Sollte Fillon die Wahl gewinnen, könnte dies zu einer Stärkung der EU führen. Zwar kritisiert auch Fillon gern die Brüsseler Bürokratie und betont, dass er für ein «Europa der Nationalstaaten» sei. Doch seine konkreten Forderungen sehen anders aus: Er will die EU-Verteidigungspolitik und den gemeinsamen Grenzschutz deutlich stärken, Grossprojekte nach dem Vorbild von Airbus oder Arianespace anstossen. Vor allem aber will Fillon Steuern auf Kapital, Unternehmen und Waren EU-weit angleichen, ein regelmässig tagendes Direktorium der Staats- und Regierungschefs der Eurozone einrichten und die Schulden der Euroländer vergemeinschaften. Letzteres dürfte insbesondere in Südeuropa auf Zustimmung, in Berlin dagegen auf heftige Gegenwehr stossen. In jedem Fall aber liefe es auf ein engeres Zusammenrücken der EU hinaus.

Francois Fillon und Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker. Wird Francois Fillon Frankreichs neuer Präsident, könnte dies zu einer Stärkung der EU führen.  Bild: ERIC VIDAL/REUTERS

Am 14. Mai, eine Woche nach der Frankreich-Stichwahl, steht die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen an. Auch hier deutet alles auf einen Erfolg von Populisten hin: Die AfD könnte laut jüngsten Umfragen aus dem Stand ein zweistelliges Ergebnis erzielen. Die Wahl im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland gilt als wichtiger Stimmungstest vor der Bundestagswahl, die voraussichtlich am 17. oder 24. September stattfinden wird. Auch hier sehen die Demoskopen die AfD bei zehn bis 15 Prozent.

Die Organisation «Medecins Sans Frontieres» verteilen Rettungswesten an ein überfülltes Boot mit Flüchtlingen. Die Bewegung von Migranten übers Mittelmeer ist derweil ungebrochen und wird die EU auch im kommenden Jahr stark beschäftigen.  Bild: AP/MSF

Ein solcher Ausgang würde Kanzlerin Angela Merkel auf der europäischen Bühne schwächen - etwa wenn es um die Bewältigung der Migrations- und Flüchtlingskrise geht. Zwar ist die Zahl der Menschen, die in Europa ankommen, seit dem Sommer 2015 stark gesunken, vor allem aufgrund der Schliessung der Westbalkanroute. Deshalb hat Deutschland auch keinen erneuten Massenandrang zu befürchten, vermutlich selbst dann nicht, wenn die Türkei den Flüchtlingspakt mit der EU aufkündigen sollte.

Ankara hat mit einem solchen Schritt gedroht, sollte die EU nicht wie versprochen die Visumpflicht für Türken aufheben. Das aber ist an die Achtung der Menschenrechte in der Türkei gebunden, und davon kann derzeit keine Rede sein. Die schwierigen Beziehungen zu Ankara werden die EU deshalb auch 2017 beschäftigen.

Die Bewegung von Migranten übers Mittelmeer ist derweil ungebrochen. Die EU wird im nächsten Jahr unter anderem ihre Bemühungen um eine Zusammenarbeit mit nordafrikanischen Staaten verstärken. Das Ziel: Migranten sollen schon in Afrika aufgehalten werden, lange bevor sie die Boote in Richtung Europa besteigen. Der Dauerstreit um die Verteilung bereits angekommener Migranten soll bis Mitte 2017 endlich beigelegt werden - das zumindest haben die Staats- und Regierungschefs auf ihrem Gipfel Mitte Dezember als Ziel formuliert.

Auch ein weiteres Aufregerthema des Jahres 2016 wird 2017 eine Rolle spielen: Ceta. Grosse Teile des Handelsvertrags zwischen der EU und Kanada sollen nach einer Abstimmung im Europaparlament Anfang Februar wirksam werden. Doch vollständig in Kraft treten kann das Abkommen erst nach der Zustimmung von rund 40 nationalen und regionalen Parlamenten. Nach dem Drama in der belgischen Wallonie wird das Thema wohl auch anderswo für emotionale Debatten sorgen.

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Catloveeer, 19.12.2016
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47 Kommentare anzeigen
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  • Die Erleuchtung 30.12.2016 09:02
    Highlight Die EU ist nicht Europa.
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  • SeKu 30.12.2016 01:46
    Highlight Dieser Satz in der Einleitung sagt schon sehr viel über die total undemokratische EU aus:
    "Die EU steht vor einem turbulenten Jahr: [...] in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden wird gewählt."
    7 6 Melden
    • Amadeus 30.12.2016 03:44
      Highlight @SeKu
      Wenn die EU so "total undemokratisch" wäre wie sie behaupten, gäbe es keine freien Wahlen in den Mitgliedsstaaten.
      5 2 Melden
    • SeKu 30.12.2016 15:17
      Highlight @Amadeus
      Sie meinen so wie in Griechenland, wo solange gewählt wird, bis Merkel das Resultat ok findet?
      1 1 Melden
    • Amadeus 30.12.2016 16:31
      Highlight @SeKu
      Bitte?! Was ist denn das wieder für eine Verschwörungsthorie?
      1 0 Melden
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  • fhgh 30.12.2016 00:30
    Highlight Nein zur EU. Nein zur ME durch billig Arbeitskräfte, nein zur Armutsförderung, nein zur EU Diktatur, nein zur Auslagerung von Jobs in billig Lohnländer, nein zum Waffenexport der europäischen Länder. Nein zu Merkel mit ihrer Kamikaze Politik.
    6 10 Melden
    • Amadeus 30.12.2016 03:50
      Highlight @fhgh
      Die EU ist keine Diktatur. Das wird auch nicht wahrer, wenn man es noch 100mal wiederholt. Ansonsten gehe ich durchaus einig mit ein paar von ihnen genannten Forderungen.
      5 3 Melden
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  • Thadic 30.12.2016 00:29
    Highlight An allen erbitterten EU-Gegner: seid ihr sicher, dass ihr in Wahrheit die Globalisierung kritisiert? Die EU-Ausgaben betragen etwa 150 Mia Euro pro Jahr währendem alle EU-Staaten über 6500 Mia Euro Staatsausgaben pro haben. Ausser dem Agrarbereich und die Lebensmittelgesetzgebung regelt die EU kaum noch etwas. Ich glaube viele EU-Kritiker werden von den Nationalisten der einzelnen EU-Staaten instrumentalisiert. Diese sind noch so froh wenn sie ihre Macht behalten dürfen.
    4 7 Melden
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  • fhgh 30.12.2016 00:13
    Highlight Hoffentlich geht diese Armutfördernde Union bachab.
    6 7 Melden
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  • Jol Bear 29.12.2016 22:27
    Highlight 2016 ist ein Segen für die EU. Aber nur, wenn die richtigen Schlüsse gezogen werden. Dank Brexit wieder mehr Souveränität für die Mitgliedstaaten und mehr Föderalismus, Anerkennen, dass unkontrollierte Migration Identitätsverständnis der europ. Bevölkerung, Sozialstaat gefährden und Rechtsaussen stärkt, Also Grenzen setzen. Die EU ist nicht falsch, aber ihre Idee muss von den versch. europäischen Völkern mitgetragen werden. Abstrakter Zentralismus gehört nicht dazu. Gefahren bleiben dennoch genug: Eurokrise ungelöst, wenn Italien und France auch noch absacken droht der GAU.
    19 3 Melden
    • atomschlaf 30.12.2016 00:52
      Highlight Der Euro in seiner heutigen Form ist längerfristig nicht überlebensfähig. Italien und Frankreich haben sich früher jeweils mittels periodischen Abwertungen konkurrenzfähig gemacht. Mit dem Euro ist dies nicht mehr möglich und die wirtschaftlichen Folgen in diesen Ländern sind verheerend.
      Entweder der Euro wird in eine Art Nord- und Süd-Euro aufgesplittet (was ich allerdings für eher unwahrscheinlich halte) oder es wird unweigerlich zu Austritten kommen.
      5 2 Melden
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  • Leidergeil 29.12.2016 21:56
    Highlight Ihr habt doch nicht etwa echt das Gefühl das Europa sich aufgeben wird oder? Never! Europa ist eine Macht und zwar eine sehr Grosse Macht auf dieser Welt.Das Uhrwerk dieser Welt funktioniert ohne EU in der heutigen Lage nicht mehr! Und alle die gegen die EU sprechen haben ja keine ahnung was alles auf uns zukommt wenn sich die EU auflöst! Betet lieber das es nicht soweit kommt! Den dann wären wir echt alle am Arsch!
    20 46 Melden
    • Zipfelmütze 29.12.2016 22:37
      Highlight Nichts ist für ewig.
      35 8 Melden
    • fhgh 30.12.2016 00:24
      Highlight @Leidergeil. Immer dieses gelabber von wegen ohne Eu geht es nicht, ist einfach schwachsinn. Diese EU hat ein Mythos geschaffen. Die Profiteure in der EU sind die Konzerne und die Wohlhabenden, die Anderen müssen täglich Angst haben das sie Ihren Job nicht verlieren. In Deutschland werden Sozialleistungen, Renten, Löhne gekürzt. Schau dir Frankreich an, wo die Leute im Ghetto leben, ohne Perspektive, schau dir die Griechen an, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben und jetzt in Armut ihre Rente verbringen müssen. Die EU ist der Höhepunkt des Kapitalismus.
      6 6 Melden
    • SeKu 30.12.2016 02:00
      Highlight Die EU bringt auf der Weltbühne nichts zustande. Brüssel kann nur Gurkennormen erfinden. Das einzig EU-relevante was global passierte, ist dass Berlin im Namen der EU schräge Deals zum eigenen Nachteil mit Erdogan einfädelte. Brüssel meldet global gar nichts, Berlin macht die EU global mit dummen Deals im Namen der EU lächerlich. Die EU hat fertig, Merkel hat macht im Namen der EU weiter.

      Mag ja schon stimmen, dass eine EU-Auflösung schlimm wird. Aber was ist wenn die EU sich nicht auflöst? Dann wird es noch viel härter.
      6 6 Melden
    • Amadeus 30.12.2016 04:20
      Highlight @SeKu
      "Die EU bringt auf der Weltbühne nichts zustande. Brüssel kann nur Gurkennormen erfinden."

      Bevor sie so etwas behaupten, gehen sie doch mal auf die Homepage des EEAS oder des ECFR und lesen sie nach, was die EU global so macht.
      8 3 Melden
    • SeKu 30.12.2016 05:15
      Highlight @Amadeus
      ECFR ist ja nicht mal ein Teil der EU.
      EEAS veröffentlicht ein paar Pressemitteilungen und andere Statements, mehr tut sich da nicht. Geschweige dann, dass etwas erreicht wird. Da erreicht eben die Gurkennorm sogar noch mehr.

      Oder kennen Sie Beispiele wo EEAS etwas erreicht hat? Einfach zu schreiben "gehen sie doch mal auf die Homepage" ist nicht wirklich ein Argument.
      2 2 Melden
    • Leidergeil 30.12.2016 06:53
      Highlight @SeKu

      Also wenn Sie Denken das es für die Schweiz besser sein wird ohne EU muss ich Ihnen leider mitteilen das Sie sich täuschen! Und wie! Was glauben Sie schützt momentan das Bankgeheimniss noch? Wohl kaum die schweizer Neutralität. Und das ist nur ein beispiel was passieren wird falls sich die EU auflösen sollte.
      4 4 Melden
    • Amadeus 30.12.2016 08:06
      Highlight @SeKu
      Ich habe auch nie behauptet, dass ECFR Teil der EU ist. Aber da findet man Analysen zur europäischen Aussenpolitik.
      Um alle Projekte aufzulisten sind 600 Zeichen etwas kurz. Darum mein Hinweis auf die Homepages.
      4 1 Melden
    • Zipfelmütze 30.12.2016 08:28
      Highlight Das Bankgeheimnis ist Geschichte und die EU hat eher zu dessen Aufhebung beigetragen als für dessen Erhalt.
      2 2 Melden
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  • amore 29.12.2016 21:53
    Highlight Die EU muss weg. Dann kann Europa wieder leben.
    38 25 Melden
    • Leidergeil 30.12.2016 00:02
      Highlight Dann kann Europa leben? Du meinst wohl eher das alle Reichen dann noch reicher werden.
      5 7 Melden
    • atomschlaf 30.12.2016 01:03
      Highlight Die EU wäre eigentlich eine gute Sache gewesen - wenn man es nicht punkto Aufnahme kaum geeigneter Länder und Umfang der gemeinsamen Regulierung masslos übertrieben hätte. Mit den Verträgen von ca. 1990 und der Ausdehnung von 1995 wäre die EU wohl ein Erfolgsmodell geblieben.
      Die Ausdehnung lässt sich aber kaum mehr reduzieren und eine Reduktion des Regulierungsumfangs ist mit der gegenwärtigen Führung in Brüssel nicht zu machen. Daher wird es wohl zu mehr oder weniger chaotischen Auflösungserscheinungen à la Brexit kommen.
      8 1 Melden
    • simply smarter 30.12.2016 14:08
      Highlight @leidergeil: Noch nicht begriffen, dass die EU ein neoliberales Projekt zu Gunsten des Grosskapitals ist?
      3 1 Melden
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  • Don Alejandro 29.12.2016 21:46
    Highlight In der globalisierten Welt brauchen die europäischen Nationalstaaten eine starke EU. Diese ist aber so weit weg vom föderalistischen Prinzip wie Afrika von einer Demokratie.
    25 4 Melden
    • Amboss 30.12.2016 00:30
      Highlight Ist das wirklich so? Weshalb denn?
      2 2 Melden
    • Don Alejandro 30.12.2016 15:37
      Highlight Skaleneffekt.
      1 0 Melden
    • Amboss 30.12.2016 23:41
      Highlight Was meinst du mit Skaleneffekt?
      Dass man eine gewisse Grösse haben muss, um gegen USA oder China bestehen zu können?

      ist das so? Weshalb denn? Man muss doch einfach so viel verkaufen können, dass die Bevölkerung Wohlstand und Arbeit hat. Wo kommt da die EU ins Spiel?
      0 0 Melden
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  • Maett 29.12.2016 21:15
    Highlight Es ist eine unschöne Randerscheinung, dass die EU in deutschen Medien oft mit Europa gleichgesetzt ist, obwohl Europa für Toleranz, Kultur und Diversität steht, während die EU Neoliberalismus, Konfrontation und eine emotional begründete Ideologie zur Grundlage hat, in der demokratische Werte oder Bürgerinteressen wenig zählen.

    Dass die EU irgendwann wieder weg sein wird, steht ausser Frage. Europa wird aber bleiben. Die Frage ist nur, wie viel Schaden die EU bis dahin in Europa anrichtet - ich zweifle, dass wir 2017 deren Ende sehen werden, auch wenn es bereits absehbar ist.
    56 11 Melden
    • SeKu 30.12.2016 02:05
      Highlight Sie haben total recht.
      Nur "Es ist eine unschöne Randerscheinung, dass die EU in deutschen Medien oft mit Europa gleichgesetzt ist." ist viel mehr als eine Randerscheinung. Das ist bewusste Propaganda, welche schon seit Jahren von den Medien und Politikern unisono vollgas durchgezogen wird. Aber sich gleichzeitig über "Fake News" beschweren. Heuchler.
      3 3 Melden
    • Amadeus 30.12.2016 02:29
      Highlight @Maett
      Und wieso wissen sie, dass das ausser Frage steht? Sie scheinen da über gesichertes Insiderwissen zu verfügen.
      3 1 Melden
    • atomschlaf 30.12.2016 12:42
      Highlight @Amadeus: Denkst Du, die EU sei ein Konstrukt, das bis in alle Ewigkeit bestehen wird? Nein?
      Dann bist Du gleicher Meinung wie Maett. Lies seinen Satz nochmals in Ruhe durch. ;-)
      2 1 Melden
    • Amadeus 30.12.2016 13:49
      Highlight @atomschlaf
      Ich bin der Meinung, die EU wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bestehen bleiben. Allenfalls in leicht anderer Form, da sie sich - wie bis jetzt auch - kontinuierlich weiterenwickeln und anpassen wird.
      3 1 Melden
    • Maett 30.12.2016 13:58
      Highlight @Amadeus: historische Bildung und ein grundlegendes Verständnis von ökonomischen und soziologischen Strukturen reicht aus, um zu erkennen, dass die EU ein zum Scheitern verdammtes Konstrukt ist. Zu starr, zu unflexibel, zu leicht zu missbrauchen und hintergehen (wie es auch tatsächlich geschieht).
      2 0 Melden
    • Amadeus 30.12.2016 15:47
      Highlight @Maett. Bildung in diesen Bereichen hab ich genug :). Trotzdem wage ich, ihnen zu widersprechen. Die EU ist weder starr noch unflexibel wenn man bedenkt, was sich alles geändert hat seit ihrer Gründung.
      Beim Missbrauch stimme ich ihnen zu. Die EU ist nur so gut, wie die MS sie haben wollen. Und oftmals haben diese MS ihre eigenen Agenden (z.B Visegrad-Group)
      Aber, die EU ist noch jung (wurde diese Jahr 23). Da darf man ihr schon noch etwas Zeit geben, bevor man ihr Ende herbeischreibt ;).
      1 0 Melden
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  • Stipps 29.12.2016 21:14
    Highlight Was wird dann aus den ganzen Fachkräften in Brüssel, Strassburg etc.? Sind die im Nationalstaat re-integrierbar oder können wir die mal im Sinne eines Tausches nach Tunesien, Syrien, Lybien, Eritrea etc. abgeben?

    Dieselbe Frage stellt sich bei den hier ansässigen Einhörnern. Könnten ja das Experiment auf einem anderen Kontinent neu starten ... so Pan-Maghrebia oder ähnlich. Stosst dort bestimmt auch auf soviel Goodwil und Steuersubstrat.
    36 16 Melden
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  • Fabio Kunger 29.12.2016 20:51
    Highlight Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Der Euro überlebt das Jahr 2017 oder der Euro endet mit einer Hyperinflation, was verheerend für den Franken wäre. Ein geordneter Rückschritt zum alten Europa ist leider eine Illusion.
    18 5 Melden
    • Maett 29.12.2016 21:28
      Highlight @Fabio Kunger: geordnet geht das ganz sicher nicht, das sieht man nur schon daran wie die EU uns oder UK behandelt. Ein für die meisten Bürger schädliches Finanzsystem auf Kosten eben dieser am Leben zu halten... naja.

      Entweder kehrt man zu den Landeswährungen zurück, oder man beseitigt die Ungleichheit innerhalb der EU, was u.a. nur mit Abschaffung der jeweiligen nationalen Regierungen möglich wäre.

      Da dies eine Illusion ist, bleibt nur noch der Nationalstaat übrig, ergo wird das alte Europa wohl wieder kommen. Ob nun laut oder leise, mangels Alternativen zumindest auf jeden Fall.
      19 9 Melden
    • Fabio Kunger 29.12.2016 22:36
      Highlight Du hast schon recht, das wäre die Ideallösung. Die Realität sieht aber so aus, dass in den Pleitestaaten (GR,I,E,P) so viele faule Kredite drinstecken, wer soll das zurückzahlen. Die Besitzer möchten ihr Geld zurück um jeden Preis.
      6 5 Melden
    • Maett 29.12.2016 22:52
      Highlight @Fabio Kunger: die EZB zerstört den Wert des Euro durch die eigene Politik von selbst. Erschwerend kommt hinzu, dass sie selbst gar nicht anders handeln kann, weil sie eine Notenbank vieler Nationalstaaten ist, und somit nicht für die Bedürfnisse jedes Land eintreten kann, was aber nötig wäre, da die Bedürfnisse völlig unterschiedlich ist.

      Der Euro erledigt sich also sowieso von selbst, es ist nur eine Frage der Zeit. Und dass z.B. Griechenland die Schulden bei Austritt erlassen werden ist vorstellbar, das wurde bereits tlw. gemacht - zurückzahlen werden sie die Kredite sowieso nie können.
      9 5 Melden
    • Fabio Kunger 29.12.2016 23:29
      Highlight Schulden erlassen ist eine absolute Traumvorstellung. Diese Schulden sind zum Teil mit Pensionkassengelder abgedeckt. Ich glaube nicht das du auf deine PK verzichten würdest, damit Griechenland wieder Schuldenfrei ist.
      5 4 Melden
    • atomschlaf 30.12.2016 01:05
      Highlight @Fabio Kunger: Glaubst Du da wirst Du (oder ich) gefragt? Da ist dann einfach eines morgens ein Teil des (PK-)Guthabens weg!
      2 3 Melden
    • Maett 31.12.2016 00:32
      Highlight @Fabio Kunger: hehe, wie naiv... nicht böse gemeint ;-) das Geld ist sowieso weg, wenn's vom Schuldner nicht gedeckt werden kann. Ob Schuldentilgung oder nicht, der Wert von nichts bleibt Null.

      Und wenn PKs in Länder mit solchen Ratings investieren, sind wohl primär die PK-Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen.
      0 1 Melden
    • Fabio Kunger 31.12.2016 10:28
      Highlight @Maett; das stimmt nicht, der Wert von Geld ist immer Null, weil es nur eine Glaubenssache ist und nicht durch Waren gedeckt ist (siehe Fiatmoney). Schulden sind kein Problem, solange das System läuft (siehe Verschuldung USA).
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  • deleted_200080064 29.12.2016 20:16
    Highlight Das Schicksal von Europa ist schon längst besiegelt.
    22 28 Melden
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  • Kristjan Markaj 29.12.2016 20:02
    Highlight "Das Ende von Europa" wie heulerisch. Die EU ist nicht gleich Europa.
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Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

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