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Theresa May: Die britische Premierministerin plant den EU-Ausstieg. Bild: TOBY MELVILLE/REUTERS

Theresa May kündigt Gesetz an – so soll der Brexit ablaufen

Publiziert: 02.10.16, 04:32 Aktualisiert: 02.10.16, 06:04

Die britische Premierministerin Theresa May hat erstmals einen Hinweis darauf gegeben, wie der EU-Ausstieg Grossbritanniens ablaufen könnte. In einem Interview kündigte May eine Gesetzesinitiative an, durch die EU-Recht in Grossbritannien aufgehoben werden soll.

Der sogenannte Great Repeal Bill (Grosses Aufhebungsgesetz) solle im kommenden Frühjahr bei der Thronrede der Queen verkündet und dann zur Abstimmung in die Parlamentskammern gehen, sagte May im Interview mit der «Sunday Times», das am Sonntag teilweise veröffentlicht wurde.

Gleichzeitig sollen die EU-Vorschriften in nationales Recht überführt werden. Erst nach und nach werde sich London dann von missliebigen Gesetzen verabschieden. In Kraft treten soll das neue Abschaffungsgesetz aber erst, wenn Grossbritannien tatsächlich aus der EU ausgeschieden ist. Damit wird spätestens zwei Jahre nach dem Beginn der Austrittsverhandlungen gerechnet.

Wann diese beginnen sollen, liess May weiterhin offen. Sie deutete lediglich an, dass sie sich nicht bis zur Bundestagswahl in Deutschland im Herbst 2017 Zeit lassen werde. Bislang wird davon ausgegangen, dass May die Austrittsverhandlungen Anfang kommenden Jahres beginnt.

Uneinigkeit in der Partei

Die Ankündigung kam kurz vor Beginn des Parteitags der britischen Konservativen am Sonntag in Birmingham. Erwartet wird, dass May die Gesetzesinitiative bei ihrer Auftaktrede am Nachmittag als entschiedenen Schritt in Richtung EU-Austritt präsentieren wird. Es handle sich um «den ersten Schritt dahin, dass Grossbritannien wieder ein souveränes und unabhängiges Land» werde, sagte May.

Fraglich ist, ob es May bei der viertägigen Konferenz gelingen wird, ihre Partei auf eine gemeinsame Linie für die anstehenden Verhandlungen einzuschwören. Selbst innerhalb des Kabinetts ist heftig umstritten, ob Grossbritannien zugunsten strengerer Einwanderungsregeln für EU-Bürger auf einen Zugang zum Europäischen Binnenmarkt verzichten soll.

May wollte sich bislang dazu nicht festlegen lassen. Gelegenheit, eine Linie vorzugeben, hat sie auch am Mittwoch, wenn sie die Abschlussrede zum Parteitag halten wird. (cma/sda/dpa)

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  • rodolofo 02.10.2016 10:58
    Highlight GB bekommt es mit ähnlichen Problemen zu tun, wie sie die Schweiz bereits hat beim Suchen nach dem "Fünfer UND dem Weggli" in zähen Verhandlungen mit der EU.
    Willkommen also im Club der Rosinenpicker und der "neutralen" Finanz-Jongleure!
    Auch die Britische Politik wird wohl auf Jahre hinaus von einer Art Politischen Lähmung und Blockade befallen sein.

    Da müssen unsere beiden Länder jetzt halt durch!
    Der Vorteil: Blockaden steigern die Sensibilität und führen dadurch zu wichtigen Erkenntnissen!
    Wenn sie aus dem Weg geräumt sein werden, werden sich die Engländer und wir fühlen, wie neu geboren!
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