International

Südeuropa wird von den Flammen bedroht

Südeuropa wird 180 Feuerwehrleute kämpfen in der Nähe von Nizza gegen die Flammen. Bild: EPA/EPA

Waldbrände mitten in der Ferienzeit: In mehreren Regionen Südeuropas kämpfen die Feuerwehren gegen Flammenwalzen, die tausende Hektar Land verwüsten und auch Touristenorte bedrohen. Insbesondere in Mittel- und Süditalien sind die Einsatzkräfte im Dauerstress.

18.07.17, 16:53 18.07.17, 17:05

Italien

Seit Mitte Juni sind in Italien mehr als 26'000 Hektar Wald den Flammen zum Opfer gefallen. Bild: EPA/ANSA

Brände in einem Pinienwald am Rande von Rom konnten am Dienstag unter Kontrolle gebracht werden, wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte. Die davon ausgehenden Rauchsäulen hatten am Montag auch Badegäste im nahen Ostia verschreckt. Die Flammen richteten grossen Schaden an, wie Medien berichteten.

Betroffen von Wald- und Buschbränden sind in Italien neben der Region Latium auch Kampanien, die Toskana, Kalabrien und Apulien. Auch auf Sizilien brannte es in den vergangenen Tagen immer wieder. Mehrere Verdächtige, die Brände gelegt haben könnten, wurden festgenommen. Allein am Montag war die italienische Feuerwehr mehr als 1000 Mal ausgerückt.

In vier Wochen ist in Italien fast so viel Waldfläche verbrannt wie im gesamten vergangenen Jahr. Seit Mitte Juni seien mehr als 26'000 Hektar in Flammen aufgegangen, teilte der Umweltschutzverband Legambiente mit.

Portugal

Kampf gegen die Flammen in Abrunhosa-a-Velha, Portugal. Bild: EPA/LUSA

In Portugal brachen unterdessen ebenfalls neue Waldbrände im Norden und in der Mitte des Landes aus. Im Juni waren bei einem verheerenden Waldbrand in Portugal 64 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 250 verletzt worden.

Kroatien

In Kroatien haben Waldbrände Vororte der zweitgrössen Stadt, Split, erreicht. Bild: EPA/EPA

Auch in Kroatien waren Löschtrupps im Dauereinsatz. Die Brände erreichten am Montagabend Vororte der zweitgrössten Stadt Split, wie örtliche Medien berichteten. Ein Einkaufszentrum musste evakuiert werden, mehrere Autos brannten aus. Dem Fernsehsender HRT zufolge geriet auch die städtische Mülldeponie in Brand.

Höllische Kulisse: In Kroatien waren in der Nähe von Split rund 400 Feuerwehrleute im Einsatz. Bild: EPA/EPA

Die Feuer konnten aber über Nacht unter Kontrolle gebracht werden, wie Bürgermeister Andro Krstulovic Opara dem Sender HRT sagte. Medienberichten zufolge waren am Dienstag jedoch mehrere Stadtteile ohne Strom und Wasserversorgung.Über der Stadt an der Adriaküste war dicker schwarzer Rauch zu sehen. Insgesamt wurden den zweiten Tag in Folge mehrere Dutzend Waldbrände in der Gegend um Split gezählt. Mehrere Häuser gerieten bereits in Brand. Rund 400 Feuerwehrleute waren im Einsatz gegen die Flammen.

Ersten Schätzungen zufolge wurden rund 4500 Hektar Land verwüstet – vor allem Nadelwald, Olivenhaine und Buschland. Etwa 80 Menschen wurden verletzt, vor allem handelte es sich um Feuerwehrleute.

Montenegro

Touristen beobachten einen Waldbrand auf der Insel Lustica in Montenegro. Bild: EPA/EPA

Auch im Nachbarland Montenegro war die Lage angesichts von Waldbränden nach Behördenangaben weiter kritisch. Am Montag bat die Regierung des Balkanstaats die europäischen Länder um schnelle Hilfe im Kampf gegen die Brände.

Mehr als 100 Touristen mussten wegen Waldbränden in der Nähe der montenegrinischen Hauptstadt Pogdorica evakuiert werden. Bild: AP/AP

Von den Flammen betroffen sind vor allem Gebiete am Südufer der Bucht von Kotor, die wegen ihrer landschaftlichen Schönheit und ihrer malerischen Ortschaften viele Touristen anzieht. Auf der Halbinsel Lustica mussten mehrere hundert Camper in Sicherheit gebracht werden.

Südfrankreich

Vier Löschflugzeuge waren in Südfrankreich im Einsatz, um einen Waldbrand in der Umgebung von Nizza zu löschen.  Bild: EPA/EPA

Waldgebiete standen auch in Südfrankreich in Flammen, insbesondere nördlich von Nizza und auf Korsika. Bei Nizza brachten etwa 450 Feuerwehrmänner einen Waldbrand unter Kontrolle. Etwa 100 Hektar Wald gingen bei Castagniers in Flammen auf, berichtete der Sender Franceinfo. Häuser mussten wegen des Feuers nicht geräumt werden.

In Griechenland entspannte sich die Lage dagegen nach Tagen mit grosser Hitze und Trockenheit. Ein starker Sturm mit viel Regen zog über das Land. Laut Feuerwehr brachen am Montag landesweit 23 Busch- und Waldbrände aus, sie konnten aber alle rasch gelöscht werden. (wst/sda/dpa/afp/apa)

Greenpeace hisst Protestbanner über dem Weißen Haus

1m 19s

Greenpeace hisst Protestbanner über dem Weißen Haus

Video: reuters

Naturkatastrophen

Das könnte dich auch interessieren:

Der unnötigste Flughafen der Welt ist endlich offen – die Sache hat aber einen Haken

SRF hat am Freitag das absurdeste Interview aller Zeiten geliefert 

«Angst und Geld hani kei»: So schlängelte sich Erich Hess durch die Transparenz-«Arena»

«Warum machen wir keinen Krypto-Franken oder einen Swiss Coin?»

So können kriminelle Hacker deine Apple-ID klauen – und so schützt du dich

Oh wie schön jubelt Panama – auch über das grosse Glück mit dem Tomaten-Schiri

Warum entfreundet man jemanden auf Facebook? – 6 Personen, 6 Storys

35 Dinge, die überhaupt keinen Sinn haben – ausser uns zum Lachen zu bringen

Diese 17 genialen Comics zeigen haargenau, wie es ist einen Hund zu haben

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0Alle Kommentare anzeigen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Frankreich verbietet Pflanzengift von Monsanto & Co – Schweizer Grüne wollen nachziehen

Die französische Regierung hat angekündigt, das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat zu verbieten. Damit wagt das Land einen Alleingang innerhalb der EU. Nun wollen die Grünen auch hierzulande ein Verbot.

Die französische Regierung hat am Montag angekündigt, das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat bis zum Jahr 2022 komplett zu verbieten. Nun wollen Schweizer Politiker nachziehen: «Die Grüne Fraktion wird vom Bundesrat ein Verbot der Anwendung von Glyphosat bis 2022 verlangen», sagt Nationalrätin Maya Graf auf Anfrage. 

Die Grünen pochen schon seit geraumer Zeit auf ein Verbot von glyphosathaltigen Pestiziden – bislang erfolglos. Nun, nachdem sich Frankreich – …

Artikel lesen