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Nicht auf derselben Wellenlänge: Premierminister Manuel Valls und Präsident François Hollande. Bild: CHRISTIAN HARTMANN/REUTERS

Valls drängt Hollande zu Verzicht auf neuerliche Kandidatur

Publiziert: 27.11.16, 04:33 Aktualisiert: 27.11.16, 09:00

Knapp ein halbes Jahr vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich macht Premierminister Manuel Valls Druck auf den unpopulären Amtsinhaber François Hollande. Hollande solle nicht mehr für eine zweite Amtszeit antreten, sagte Valls in einem Interview.

«Angesichts der Verunsicherung, des Zweifels, der Enttäuschung, der Vorstellung, dass die Linke keine Chance hat, will ich diesen Mechanismus durchbrechen, der uns in die Niederlage führen wird», sagte Valls in einem Interview mit der Wochenzeitung «Le Journal du Dimanche».

Er respektiere Hollande und sei ihm gegenüber loyal, doch schliesse dies «Offenheit» nicht aus, führte der Premier weiter aus. «Man kann nicht umhin festzustellen, dass sich der Kontext in den letzten Wochen geändert hat».

Valls bezog sich mit der Aussage auf die Veröffentlichung des jüngsten Buches zweier Journalisten über Gespräche mit Hollande, in denen sich der Präsident oftmals abfällig über politische Gegner und Parteifreunde geäussert hat.

Eigene Kandidatur nicht ausgeschlossen

Das Buch habe auf der Linken für «tiefe Verunsicherung» gesorgt, sagte Valls dem «Journal du Dimanche» und fügte hinzu, «als Chef der Mehrheit gehört es zu meiner Verantwortung, diesem Klima Rechnung zu tragen». Die Kandidatenwahl der Sozialisten im Januar müsse der Partei neuen «Elan und Hoffnung» geben.

Eine eigene Bewerbung bei der Vorwahl der Sozialisten schliesst Valls nicht mehr aus, auch wenn Hollande ebenfalls kandidieren sollte. Die Entscheidung werde schon bald fallen, kündigte Valls an.

Hollande will erst im Dezember bekanntgeben, ob er im Frühjahr 2017 für eine zweite Amtszeit kandidiert. Umfragen deuten darauf hin, dass er praktisch keine Chancen auf eine Wiederwahl hat. (ehi/sda/afp)

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4 Kommentare anzeigen
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  • Bluetooth 27.11.2016 21:23
    Highlight Valls und seine Arbeitsmarktreform sind der Hauptgrund, warum Hollande überhaupt so unbeliebt ist. Er ist kein Linker sondern ein Opportunist, der schon lange den Präsidentenstuhl anvisiert hat. Nur Hollande scheint es immer noch nicht zu verstehen.
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  • Sunking_Randy_XIV. 27.11.2016 13:58
    Highlight Die Linke hat wohl für die Wahlen nicht allzu viele Alternativen. Die einzigen, die es in die Stichwahl schaffen könnten, wären wohl Valls, Macron oder allenfalls Montebourg; die Parti socialiste hätte aber auch die Option, sich mit der PG auf eine Kandidatur zu einigen, d.h., dass sie sich hinter Mélenchon stellen würde (unwahrscheinlich). Die PG andrerseits hätte sehr Mühe, sich hinter Valls zu stellen, geschweige den Macron. Aber sie sollten sich auf jeden Fall verdammt bewusst sein, dass sonst eine Präsidentin Le Pen Wirklichkeit werden könnte.

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  • rodolofo 27.11.2016 13:02
    Highlight Eigenartig:
    Hollande ist das perfekte Pendant zu Angela Merkel.
    Die zwei passen zusammen, wie ein harmonisches Ehepaar, das Ehepaar "Wackelpudding".
    Aber während Angela Merkel mit ihrer Strategie des Aussitzens, des kurzen, mutigen Vorpreschens, gefolgt von reumütigem opportunistischem Zurückkrebsen wieder Erfolg zu haben scheint, bleiben die Beliebtheitswerte von "Manöggel" Hollande anhaltend tief.
    Aber die Franzosen haben auch ihrem eingebildeten Gockel und Louis De Funes - Double Sarkozy eine Abfuhr erteilt.
    Marine Le Pen reibt sich im Hintergrund wohl schon genüsslich die Hände...
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    • Berner in Zürich 27.11.2016 13:50
      Highlight Etwas plakativ aber im Sinn richtig.
      Hollande hat bemerkt dass er das Land nicht weiter bringt, alle seine Versprechen haben sich in Rauch aufgelöst. Zu Merkel, Deutschland hat keine wirklich wählbaren Alternativen. Merkel verstand es alle "Gegner" schon weit im Vorfeld aus dem Rennen zu nehmen. Jede/r welcher gefährlich werden konnte hat sie konsequent abgesägt und deutsche Politiker aller Couleur haben das zugelassen.
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