International

Französische Muslime verweigern Beisetzung von Kirchenattentäter

Deutliches Signal der muslimischen Gemeinde von Saint-Etienne-du-Rouvray: Kein islamischer Geistlicher wird der Beisetzung des Attentäters beiwohnen, der in einer Kirche einen Priester ermordet hatte.

31.07.16, 12:36 31.07.16, 14:12

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Die muslimische Gemeinde von Saint-Etienne-du-Rouvray hat das Kirchenattentat von Saint-Etienne-du-Rouvray scharf verurteilt und unterstreicht dies zusätzlich durch eine neue Ankündigung. Der Vorsitzende des Rats der Muslime in der Normandie, Mohammed Karabila, sagte laut dem US-Sender CNN, dass weder er noch der örtliche Imam an der Beerdigung des Attentäters Adel Kermiche teilnehmen würden.

Der 19-jährige Kermiche und der ebenfalls 19-jährige Abdel-Malik Petitjean waren mit Messern bewaffnet am Dienstagmorgen in die Kirche von Saint-Etienne-du-Rouvray bei Rouen eingedrungen, in der sich der Priester, drei Nonnen und zwei Gemeindemitglieder befanden. Die Angreifer töteten den Priester und verletzten einen über 80 Jahre alten Gottesdienstbesucher schwer. Später wurden Kermiche und Petitjean von Polizisten erschossen.

Beide Angreifer waren den französischen Sicherheitsbehörden bekannt. Kermiche war wegen zwei fehlgeschlagener Reisen in das syrische Kriegsgebiet in Untersuchungshaft. Er wurde aber im März mit einer elektronischen Fussfessel in den Hausarrest entlassen.

Der «Islamische Staat» (IS) hatte den Anschlag in der Kirche für sich reklamiert. Frankreich ist an einer internationalen Militärkoalition beteiligt, die den IS bekämpft. Die Miliz kontrolliert im Irak und in Syrien weite Landesteile.

Nach Angaben von CNN muss das Bürgermeisteramt entscheiden, ob Kermiche in dem Ort beigesetzt wird oder nicht. Zu Petitjean wurden keine Angaben gemacht.

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  • logos 31.07.2016 19:29
    Highlight Ich finde es verwerflich, hier die Porträts der Attentäter zu zeigen. Schon klar, wird bei watson vieles über Bilder transportiert. Trotzdem könntet ihr es den französischen Medien und dem TA gleichtun, indem ihr keine Fotos von Terroristen veröffentlicht. Gebt ihnen keine Plattform und keinen Ruhm!
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  • rodolofo 31.07.2016 18:45
    Highlight Sehr gute Reaktion von Muslimischen Würdenträgern!
    Die Muslime sind mit uns! Sie sind selber die grössten Leidtragenden des Islamistischen Terrors, da die Bespitzelung und Bevormundung bei ihnen zuallererst ansetzt!
    Und jetzt reicht's auch diesen unendlich duldsamen Muslimen! Bei aller familiären Loyalität wollen sie endlich auch leben und leben lassen! Und sie wollen dieses einmalige und wunderbare Leben geniessen!
    Vielen Dank, Ihr lieben Muslime!
    Ihr gehört zu uns!
    Diese kranken Selbstmörder und Massenmörder vom IS, oder von Al Kaida, oder was auch immer können uns nicht auseinander bringen!
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  • Der Tom 31.07.2016 14:48
    Highlight Verbrennen, auf den Müll werfen, vergessen.
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    • Hackphresse 31.07.2016 16:23
      Highlight Bei aller Abneigung für die Taten aber diese beiden Typen hatten auch Mütter, welche sich um die gekümmert haben als sie klein und vor den Übeln dieser Welt beschützt waren.
      Ihr Kommentar senkt sich auf das gleiche niveau wie des Feindes! Ungläubige ermorden, verscharren und vergessen.
      Wenn dann Kremieren und die Urnen den Müttern übergeben wenn diese sie wollen. So werden wir wenigstens unserer humanistischen Grundeinstellung noch gerecht.
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    • robben 31.07.2016 16:57
      Highlight danke, hackphresse
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    • Der Tom 31.07.2016 17:37
      Highlight @Hackphresse Von Ermorden habe ich nichts geschrieben. Eine gläubige Mutter wäre nicht sehr erfreut über einen Tontopf mit der Asche ihres Sohnes drin. Kremation ist verboten! Die muss man waschen, in ein Leinentuch wickeln und seitlich mit Blick Richtung Mekka verbuddeln. Das kann recht kompliziert werden... kann man nachlesen. Mir geht es aber darum, dass diesen Leuten keine Zugehörigkeit zu einer Religion anerkannt werden sollte. Das wollen auch die Islamischen Geistlichen nicht. Diese Distanzierung finde ich sehr wichtig.
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    • Hackphresse 31.07.2016 19:27
      Highlight Vielleicht sollten wir diese Frage am Ende doch deren Müttern überlassen.
      Aber Verbrennen und die Asche auf den Müll werfen? Echt jetzt?
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