International

Frankreichs Front National wegen fauler Finanzen verklagt

06.10.16, 16:53

FN-Chefin Marine Le Pen und ihre Partei haben Ärger am Hals. Bild: Michel Euler/AP/KEYSTONE

Wegen dubioser Wahlkampffinanzen wird Frankreichs rechtsextremer Front National (FN) und zwei Parteiverantwortlichen der Prozess gemacht.

Die ermittelnden Untersuchungsrichter erhoben Anklage gegen die Partei, gegen Schatzmeister Wallerand de Saint-Just und gegen Parteivize Jean-François Jalkh, wie am Donnerstag aus informierten Kreisen verlautete.

Die Partei soll 2012 Wahlkampfkosten künstlich in die Höhe getrieben und sich damit eine höhere staatliche Erstattung erschlichen haben. Im Mittelpunkt der Affäre stehen Wahlkampfsets mit Plakaten, Flugblättern und Postkarten für die FN-Kandidaten bei den Parlamentswahlen 2012.

Sieg Fail: So doof sind Nazis

Die Sets, hergestellt von der Kommunikationsfirma eines Vertrauten von FN-Chefin Marine Le Pen, wurden für jeweils 16'650 Euro an die rund 525 FN-Kandidaten verkauft. Für den Erwerb mussten die FN-Kandidaten einen Kredit bei einer parteinahen Organisation aufnehmen.

Die Ermittler vermuten hinter diesem komplizierten Konstrukt den Versuch, die Wahlkampfkosten künstlich nach oben zu schrauben und dies zu vertuschen. Denn der Staat erstattet die Wahlkampfkosten jener Kandidaten, die auf mehr als fünf Prozent der Stimmen kommen. Anklage erhoben wurde nun unter anderem wegen Betrugs. Die Front National hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Marine Le Pen wurde in der Affäre nicht beschuldigt.

Das Datum für den Prozessauftakt steht noch nicht fest. Der Prozess könnte aber noch vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr beginnen. Umfragen zufolge dürfte die FN-Vorsitzende mühelos in die Stichwahl einziehen, womöglich sogar mit den meisten Stimmen. Im zweiten Wahlgang werden ihr aber so gut wie keine Chancen eingeräumt.

Sieg Fail! Warum Nazis (sonst noch) Volldeppen sind

(sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Dämonen in deinem Bett – Willkommen im lebendigsten aller Albträume, der Schlafparalyse

Lenín Moreno liegt bei Wahl in Ecuador vorne

Facebook lässt dich bald selber filtern, ob du Gewalt oder nackte Haut sehen willst

«Kä Luscht»: Kandidat für Sicherheitsberater-Posten sagt Trump ab

«Stalkscan» – dieses Online-Tool bringt Facebook-User ins Schwitzen

Diese 23 Bilder sind derart perfekt, du wirst fast ein bisschen *räusper* spitz

Ein Anabolika-Konsument erzählt, wie er früher Blut pisste

Die Erfolgsstory von Beat Feuz: Wie aus dem Pummelchen ein Weltmeister wurde

Foraus will das Tinder der Aussenpolitik werden

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
Catloveeer, 19.12.2016
Die beste App ever! Einfach 🔨
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3 Kommentare anzeigen
3
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Demos gegen Korruption in Frankreichs Politik in mehreren Städten

In mehreren Städten Frankreichs hat es am Sonntag Proteste gegen Korruption in der Politik gegeben. Auf vielen Protestschildern standen Parolen gegen den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon.

Dieser ist wegen des Vorwurfs der Scheinbeschäftigung seiner Ehefrau in Bedrängnis. In Paris marschierten nach Angaben der Polizei 700 Menschen durch die Strassen. Auch in Lyon, Angers und Lille gab es Proteste.

In Toulouse fanden sich etwa 200 Menschen auf einem zentralen Platz ein, …

Artikel lesen