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Die letzte TV-Debatte ging klar an «chouchou» Emmanuel Macron. Aber auch er hat einige Schwachpunkte.   Bild: EPA

Du denkst, Macron gewinnt sicher? Diese 9 Punkte könnten ihn das Élysée kosten 

Am Sonntag wird in Frankreich gewählt. Mit 59 Prozent Wähleranteil hat Emmanuel Macron gemäss Umfragen gute Aussichten auf das französische Präsidentenamt. Doch seine Kon­tra­hentin Marine Le Pen hat noch ein paar Asse im Ärmel.

05.05.17, 11:25 12.06.17, 14:26

Ein Staatsoberhaupt mit Kennedy-Antlitz und der Coolness Obamas, das scheinen sich auch die Franzosen zu wünschen: Die jüngsten Umfragen sagen für den ehemaligen Wirtschaftsminister Emmanuel Macron 59 Prozent Wähleranteil voraus, für die rechtsextreme Marine Le Pen 41 Prozent. Das TV-Duell von Donnerstagabend konnte der 39-Jährige auch eindeutig für sich entscheiden. Ein klarer Fall, so scheint es. Trotzdem gibt es Aspekte, die den Ex-Banker zu Fall bringen könnten:

1. Der «Mini-Hollande»

Macron war von August 2014 bis August 2016 Wirtschaftsminister im Kabinett Valls II (Premierminister Manuel Valls) unter Präsident François Hollande. Er war also bereits einmal Teil der Regierung. Von seinen Kritikern wird er deshalb auch gerne als «Mini-Hollande» bezeichnet, was viele Franzosen aufschreckt. Denn in den vergangenen Jahrzehnten war kein französischer Präsident unbeliebter als Hollande. Der Präsident wird für die schlechte wirtschaftliche Lage und die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht und musste im Kampf gegen den Terrorismus heftige Kritik einstecken. 

Macron wird oft auch vorgeworfen, er habe die Chance gehabt, seine Ideen umzusetzen, als er Wirtschaftsminister war. Dass er das nicht getan hat, zeuge von seiner In­ef­fi­zi­enz, sagen Kritiker. Le Pen und ihr Front National hingegen haben es nie bis in die Regierung geschafft. So wird sie von vielen als «Erneuerung der Politik» angesehen, als eine Art Anti-Establishment.

2. Hey, big spender

Während des Wahlkampfs mussten alle Kandidaten ihre Vermögensverhältnisse offenlegen. Und dabei sorgte Macron für eine grosse Überraschung: Der ehemaliger Grossverdiener (er bezog zwischen 2009 und 2014 bei der Bank Rothschild ein Einkommen von 3,3 Millionen Euro) hat den Angaben zufolge mit 336'000 Euro eines der kleinsten Vermögen. Dieser Betrag sei für den Lohn des Investment-Bankers «auffällig tief», sagte der Antikorruptionsverein Anticor Anfang März, und beauftragte die Hohe Behörde für die Transparenz im öffentlichen Leben die Vermögenserklärung genauer unter die Lupe zu nehmen. Diese fand aber nichts Auffälliges, wie sie in einem Rapport Ende März mitteilte. Zu spät: Die Skepsis gegenüber Macrons Sparbüchlein scheint bei vielen Franzosen geblieben zu sein.

3. Der «Kandidat der Banken»

In Frankreich herrscht seit jeher ein gewisses Misstrauen gegenüber Bankern und allen, die im Finanzbereich tätig sind. Diese Argwohn hat sich seit der Subprime-Krise im Jahr 2007 nur verstärkt, und so wird Macrons hochdotierter Ex-Job bei der Privatbank Rothschild & CIE in jeder französischen Politsendung zum Thema. Die Kritiker werfen Macron vor, er werde kaltblütig Entscheidungen für Profit treffen, ohne sich dabei um die humanen Folgen zu scheren – «typisch Banker» eben, wenn man den Kritikern Glauben schenkt.  Ein Financier an der Macht – «quelle horreur», sagt deshalb Marine Le Pen. Macron wäre aber nicht der Erste, der die Franzosen trotz Banker-Vergangenheit von sich überzeugen könnte. Der ehemalige Président Georges Pompidou war vor seiner Wahl ebenfalls bei Rothschild & CIE als Generaldirektor angestellt. 

4. Die «Champagne Shower»

Nachdem am Sonntag, 23. April klar war, wer den ersten Wahlgang für sich entscheiden konnte, feierte Emmanuel Macron mit seinem Team und Prominenten ausgiebig im Pariser Restaurant La Rotonde. Champagner inklusive. Die Party wird von vielen als unangebracht angesehen, da Macron ja (noch) nicht die Präsidentschaft erlangt hatte, sondern nur die Stichwahl. Seither wird er von vielen als arrogant abgestempelt. 

5. «Ni de droite, ni de gauche!»

Macrons politische Haltung, weder links- noch rechtsorientiert, galt lange als Vorteil für seine Kandidatur. Und er warb auch gerne selbst dafür: «Ni de droite, ni de gauche», schrie er bei Meetings euphorisch in die Menge. Unter den Franzosen werden diesbezüglich aber vermehrt kritische Stimmen laut. Macrons Haltung zeuge von Unentschlossenheit, er sei «mit allem einverstanden», sagen diese. Auch oft an den Kopf geworfen wird ihm, er sei opportunistisch und «gierig nach der Macht des höchsten Postens Frankreichs». Und dafür zu jeglichem Kompromiss bereit. 

6. Die beschämten Wähler

Meinungsforscher sagen Le Pen eine Niederlage voraus. Es wäre jedoch nicht das erste Mal, dass sie irren. Denn gelegentlich ereignet sich eine Überraschung, wie es in den USA mit Donald Trump der Fall war. Le Pens Front National gilt trotz «Entteufelung» (dédiabolisation) in vielen Kreisen als rechtsextrem und nationalistisch, und somit als «unwählbar». Franzosen, die hinter Le Pen stehen, werden ihre Meinung in Umfragen also nicht unbedingt offenlegen. Und könnten so die Umfragewerte verfälschen. 

7. Mélenchons Schweigen

Der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon der Partei La France insoumise (das unbeugsame Frankreich) verpasste in der Vorwahl mit etwas über 19 Prozent Wähleranteil knapp das Podium. Er landete hinter dem konservativen François Fillon auf dem vierten Platz. Im Gegensatz zu Fillon und dem Parteikandidaten der Sozialisten, Benoît Hamon, hat Mélenchon für den 7. Mai keine Wahlempfehlung abgegeben. Das ist besonders umstritten, da Mélenchon mit Le Pen in mehreren zentralen Punkten übereinstimmt. So sprach er im Wahlkampf ebenfalls die Arbeiterschaft an, zeigte sich globalisierungskritisch und vertrat den Ausstieg aus dem Euro und der NATO. Wie viele seiner linken Wähler in der Stichwahl den Sprung von ganz links nach rechtsextrem wagen werden, ist unklar. 

8. Le Pen und die Opferrolle

Marine Le Pen nutzt im Wahlkampf jede Gelegenheit, um zu erwähnen, wie stark sie benachteiligt wird. Ihr Credo: Macron werde von allen als Sieger angesehen, die Medien seien auf seiner Seite und die Justiz führe eine «Hexenjagd» gegen sie. Und zu guter Letzt: Alle würden zum Stimmen gegen sie aufrufen. In diesem Punkt hat sie nicht unrecht. Tatsächlich wollen die meisten Kandidaten des ersten Wahlgangs nun Macron den Weg ins höchste Staatsamt ebnen, und haben ihren Wählern empfohlen, ihm ihre Stimme zu geben. Sie sagen, Le Pen sei gefährlich und eine «Gegnerin der Republik» (Benoît Hamon).

Die Frage ist, wie vorteilhaft dieser Front Républicain (Front gegen Marine Le Pen) für ihr Anliegen ist. Denn er erlaubt Le Pen, sich abermals in der Opferrolle zu positionieren, und mit diesem Ungerechtigkeitsgefühl die Wut ihrer potenziellen Wähler auf «das System» zu füttern. Hinter der Entscheidung Jean-Luc Mélenchons, seine Wähler nicht zur Stimmabgabe gegen Le Pen aufzufordern, könnte auch diese Befürchtung stecken. 

9. Marine Le Pen, die kühle Strategin

Seit Le Pen den Sprung in die Stichwahl geschafft hat, hat sich bei ihr und ihrem Team einiges verändert. War sie vorher noch Präsidentin des Front National, hat sie diese Funktion seit Montag aufgegeben. Seither bezeichnet sie sich nicht mehr als Kandidatin des Front National, sondern als Kandidatin, die vom Front National unterstützt wird. Mit diesem Schachzug erhofft sich die ehemalige Anwältin, die vom Image der rechtsextremen Partei abgeschreckten Wähler eher von sich zu überzeugen.

Der letzte Zug der Entteufelungs-Strategie der rechtsextremen Kandidatin heisst Nicolas Dupont-Aignan. Der konservative Dupont-Aignan kandidierte selbst für das höchste Amt Frankreichs und hat im ersten Wahlgang die Fünf-Prozent-Stufe nur knapp verfehlt.

Dupont-Aignan und Le Pen an der Pressekonferenz, an der sie ihr Bündnis publik machten. Bild: AP

Den Mann hat Marine Le Pen nun an ihre Seite geholt. Vor wenigen Tagen hat sie ihn für das Amt als Premierminister rekrutiert. Sie hofft, mit ihm Frankreichs Mitte-rechts-Wähler zu gewinnen. Für den Souveränisten Dupont-Aignan ein riskanter Schritt, viele ehemalige Anhänger seiner Partei Debout La France (Erhebe dich, Frankreich) haben sich seither von ihm abgewandt. Für Le Pen hingegen bedeutet sein Anschluss an ihre mögliche Regierung viel. Es ist das erste Mal, dass eine Partei ein solches Abkommen mit dem Front National trifft. Damit wird die rechtsextreme Partei endgültig salonfähig. 

Dupont-Aignan politisierte, bevor er seine eigene Partei gründete, zudem über Jahre für Les Républicains (Die Republikaner). Bisher genoss er unter den Mitgliedern der Partei immer noch ein gewisses Ansehen. Und auch wenn er als Präsidentschaftskandidat ein ähnliches Programm wie Le Pen für Frankreich vorgesehen hatte, gilt er als weniger extrem. Er hat nicht die Vergangenheit des Front, muss sich nicht für antisemitische Äusserungen entschuldigen oder Homophobie-Vorwürfe abstreiten. Die Hemmungen, für Marine Le Pen zu stimmen, könnten durch ihn als Premier bei manchen Wählern fallen. 

Merkel hat die Raute – Le Pen hat ihr Kreuz

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • meliert 05.05.2017 23:12
    Highlight Ich würde sagen (mir ist es eigentlich egal wer gewinnt, ist ja Sache der Franzosen), dass Le Pen knapp gewinnt.
    6 9 Melden
  • Jol Bear 05.05.2017 20:46
    Highlight Der Grossteil der Franzosen steht vor der Frage "Le Pen als Präsidentin" oder "Le Pen nicht als Präsidentin". Falls die Mehrheit letztere Variante bevorzugt, führt das zur Nebenwirkung "Präsident Macron".
    6 1 Melden
  • Verifiable Truth 05.05.2017 20:27
    Highlight Ich hoffe Macron gewinnt nicht.
    Denn das wäre ein schwarze Tag für die französische Demokratie. No, Mdme Le Pen n'est pas faschistin, aber wahre Vertreterin der Franzosen. Frankreich muss ihr Land zurück bekommen.
    Die Mehrheit der Franzosen UNTERSTÜTZT Mdme Le Pen. Und sie wird gewinnen! VIVE LA FRANCE!
    Leute in Europa haben genug vom globalistischen Projekt, das die nationale Interessen missachtet und ganze Staaten in die Armut treibt.
    Keine Angst um Euro, es wird sich alles einpendeln, und alles wird nur besser.
    6 18 Melden
  • blueberry muffin 05.05.2017 19:25
    Highlight Wie war das bei Hillary damals? "Jede Frau die nicht eine Frau unterstützt muss in die Hölle"?

    Na dann wünsche ich den Feministen viel Spass beim Nazis wählen. :'D
    8 8 Melden
  • Madison Pierce 05.05.2017 17:20
    Highlight Es wird wohl schon Macron gewählt, aber sicher kann man sich nach Trump und Brexit nicht sein.

    Daher: wer vor zwei Jahren günstig Euros gekauft hat: jetzt wäre eine gute Gelegenheit, sie wieder zu verkaufen. Falls Le Pen gewählt wird, sehe ich ganz schwarz für den Euro bzw. die ganze EU.
    6 6 Melden
    • atomschlaf 05.05.2017 19:01
      Highlight Für den Euro sehe ich auch sonst ganz schwarz.
      27 12 Melden
    • Richu 06.05.2017 10:09
      Highlight @Madison Pierce: Trump und Brexit ist nicht vergleichbar mit den franz. Präsidentschaftswahlen. Wenn man alle "Facts" richtig beurteilt ist es schon im voraus sicher, dass Frau Le Pen "verliert" und E. Macron morgen Sonntag als neuer, franz. Präsident gewählt wird.
      3 1 Melden
  • Hans Jürg 05.05.2017 16:31
    Highlight Möge die Geschichte der Tochter des Herrn Le Pen auch so enden...
    1 19 Melden
  • Richu 05.05.2017 15:59
    Highlight Macron wird mit 100%iger Sicherheit am nächsten Sonntag als franz. Präsident gewählt. Wer etwas anderes behauptet oder wer eine sehr kleine Chance für Frau Le Pen sieht versteht wirklich die franz. Politik nicht!
    15 45 Melden
    • FrancoL 05.05.2017 17:42
      Highlight Einigen genügt es offensichtlich nicht dass nur DU die französische Politik verstehst und diese "Einige" sind wohl nicht nur zuversichtlich.
      15 8 Melden
    • meliert 05.05.2017 23:10
      Highlight Ich würde gerade das Gegenteil "hehaupten" gerade weil ich nicht die franz. Politik verstehe (im Gegensatz zu Richu)
      3 2 Melden
  • koks 05.05.2017 15:34
    Highlight Champagner, Millionen-Salär bei Rothschild... und trotzdem empfiehlt die Schweizer Linke seine Wahl. Wenn selbst die Linke die neoliberale Ausbeutung der Bürger empfiehlt, dann muss man sich nicht wundern, wenn die Wähler plötzlich ganz nach rechtsaussen schwenken.
    50 23 Melden
    • Majoras Maske 05.05.2017 15:58
      Highlight Le Pen zu verhindern und Macrons neoliberale Reformvorschläge zu befürworten sind zwei Paar Schuhe.
      25 21 Melden
    • INVKR 05.05.2017 16:22
      Highlight Macron war nie der Favorit der Linken. Aber wenn man nur noch die Wahl zwischen Neoliberalismus und Neofaschismus hat, dann sollte eigentlich jedem anständigen Bürger, ob rechts oder links, klar sein, was das wesentlich kleinere Übel ist.

      (PS: Es tut eigentlich nichts zur Sache, aber Le Pen ist übrigens auch nicht gerade arm...)
      31 16 Melden
    • sikki_nix 05.05.2017 16:27
      Highlight Tja das nennt man dann wohl Not gegen Elend.
      14 6 Melden
    • atomschlaf 05.05.2017 19:05
      Highlight "Wenn selbst die Linke die neoliberale Ausbeutung der Bürger empfiehlt"

      Überrascht Dich das?
      Die Linke unterstützt ja schliesslich auch die PFZ.
      Gehört ins gleiche Kapitel.
      18 17 Melden
    • Fabio74 05.05.2017 22:09
      Highlight Es gibt 2 zur Auswahl. Macron und Le Pen. Eine Faschistin ist schlicht indiskutabel.
      Also taktisch wählen und die Braune verhindern
      8 4 Melden
    • blueberry muffin 06.05.2017 15:51
      Highlight @atomschlaf Nein, die Linke unterstützt die PFZ aufgrund der offenen Grenzen Romantik.

      Dass sie dabei dem Grosskapital helfen, Billigarbeiter zu finden, vergessen sie leider bei all der Romantik oft.
      2 0 Melden
  • Therealmonti 05.05.2017 14:56
    Highlight Ich denke gar nicht, Macron gewinnt sicher. Im Gegenteil. Ich fürchte, diese Faschistin gewinnt.
    18 24 Melden
  • satyros 05.05.2017 14:09
    Highlight Dass Mélenchon keine Wahlempfehlung abgegeben hat, ist nicht ganz richtig oder zumindest missverständlich. Er hat dazu aufgerufen, wählen zu gehen und dabei nicht Le Pen zu wählen.
    19 10 Melden
    • FrancoL 05.05.2017 17:44
      Highlight Ich denke das kann man als eine elegante Aussage taxieren.
      14 3 Melden
  • Lowend 05.05.2017 13:13
    Highlight Wenn sich Nationalisten Sozial zeigen, muss man extrem aufpassen, denn das hatten wir schon mal in einem Nachbarland von Frankreich.

    Zum Glück sind unsere Nationalisten, im Gegensatz zu dem durch Russland finanzierten FN, noch eine durch und durch neoliberale Milliardärspartei und daher eher asozial!
    33 40 Melden
    • FrancoL 05.05.2017 17:50
      Highlight Richtig, es kommt im darauf an mit welchen Mitteln man sich sozial zeigt. Da waren in der Vergangenheit die Ressourcen die man anzapfte um zu den SEINEN sozial zu sein wohl eine der grössten Missgriffe der Geschichte.
      Es genügt eben nicht sich sozial zeigen zu wollen, sondern die Mittel dazu sollten auch stimmig sein und nicht andere ins Unglück stürzen.
      11 5 Melden
    • Lowend 05.05.2017 18:53
      Highlight Das Problem am Sozialen bei den Nationalisten ist alleine, dass sie soziale Leistungen nur der Nation oder eben dem berühmten Volk zukommen lassen wollen, was automatisch dazu führt, dass sie plötzlich mit Begriffen wie "Volksfremd" und ähnlichem operieren, um die Bevölkerung in das gute Volk und die bösen Fremden zu dividieren.

      Sozialdemokraten funktionieren da anders, weil sie wissen, dass sozialer Wohlstand für alle, statt für wenige langfristig viel gerechtere Resultate erzielt!

      Vielleicht müsste die SP auch mal mit der Präambel der BV rumfuchteln und fordern, dass die mal beachtet wird!
      11 15 Melden
    • FrancoL 05.05.2017 19:31
      Highlight @Lowend; Schwierig für die SP mit der BV rumzufuchteln, denn die BV hat nur Adrian Amstutz und fuchtelt damit im Bundeshaus herum ;-))
      3 1 Melden
    • atomschlaf 05.05.2017 21:21
      Highlight @Lowend: Ein Sozialstaat kann längerfristig nur dann funktionieren, wenn die Sozialleistungen sich auf die "Nation" beschränken. Gänzlich oder weitgehend unbeschränkte Einwanderung mit sofortiger Verfügbarkeit von Sozialleistungen führt früher oder später zum Kollaps der Sozialsysteme.

      Entscheidend ist die Frage, wie man "Nation" definiert.
      In der Schweiz wäre z.B. eine Beschränkung auf CH-Bürger/innen und C-Ausländer/innen sinnvoll. Zusätzlich allenfalls anerkannte Flüchtlinge im Rahmen eines Kontingents noch zu definierender Grösse.
      6 2 Melden
    • atomschlaf 05.05.2017 21:23
      Highlight @Lowend: Das hat übrigens nichts mit "Volksfremd" und ähnlichem Stuss zu tun, sondern mit simpler ökonomischer Logik.
      4 1 Melden
    • FrancoL 06.05.2017 00:38
      Highlight @atomschlaf;
      "unbeschränkte Einwanderung mit sofortiger Verfügbarkeit von Sozialleistungen führt früher oder später zum Kollaps der Sozialsysteme"

      Stimmt das? Wenn Ja sollten wir sofort keine Kinder mehr auf die Welt stellen denn die beziehen auch ab dem Eintrittsalter in die Arbeit sofort Sozialleistungen.

      Nun zu meiner alten Platte: Die Zuwanderung wird ja schon begrenzt durch die Arbeitsverträge: Wer keinen Vertrag hat der kommt nicht. Wer einen Vertrag hat der kommt weil ihn ein Arbeitgeber braucht. WIESO er vom Arbeitgeber gebraucht wird ist dem Zuwanderer verständlicherweise egal.
      3 2 Melden
    • FrancoL 06.05.2017 00:44
      Highlight @atomschalf; Zum x-ten mal: Die Schweiz kann die Zuwanderung so wie jeder Staat in der EU durch die Arbeitsverträge die die Unternehmer ausfertigen steuern. JEDEM Unternehmer steht es frei seine Arbeitskräfte auszuwählen, dass nun die Unternehmer sich zu stark an der Zuwanderung bedienen ist nicht der Fehler der PFZ sondern ein Mentalitätsfehler EINES TEILS der herrschenden Unternehmerkaste. Dieser Fehler wurde durch ein "hätscheln" der Wirtschaftslobby in der Schweiz so gezüchtet und kann auch mit einer rigorosen Beschränkung nicht verhindert werden > heute lässt sich mehr denn je auslangern.
      4 4 Melden
    • atomschlaf 06.05.2017 10:37
      Highlight @FrancoL: Habe ich mich so unklar ausgedrückt oder stellst Du dich absichtlich dumm?

      Das Problem entsteht dann, wenn Neuzuwanderer in grosser Zahl Anspruch auf Sozialhilfe/Sozialleistungen haben ohne zuvor überhaupt oder nennenswert in Form von Steuern oder Sozialabgaben in das System eingezahlt zu haben.
      (Aktuelles Bsp. in CH: Asylberechtigte/vorläufig Aufgenommene)

      Hat mit Geburten nichts zu tun und mit der PFZ nur, falls PFZ-Zuwanderer sofort oder zu früh Anrecht auf volle ALV und Sozialhilfe haben. Dort gibt es aber m.W. Wartefristen, bzw. eine Mindestdauer der Arbeitstätigkeit.
      2 3 Melden
    • FrancoL 06.05.2017 11:19
      Highlight @Atomschlaf; Wo hat ein Junger der in der Schweiz geboren ist vor 20 in nennenswerter Form Steuern/Abgaben in das System eingezahlt?

      Nehmen wir das Beispiel Italien (ich lasse F auf der Seite die sind im Schlussstress). Deiner Herleitung folgend müssten sie keine Kinder mehr in die Welt setzen denn die 20-30% arbeitslosen Jugendlichen haben NOCH nie etwas einbezahlt und erhalten Sozialleistungen!

      Also hat es eben NICHTS mit dem sofort auszahlen von Leistungen zu tun sondern schlicht und einfach mit der Tatsache dass die Unternehmen endlich einsehen müssen dass sich einschränken müssen.
      1 2 Melden
  • Domino 05.05.2017 12:36
    Highlight Ich denke so einige Moslems werden Le Pen wählen, da Macaroni ein Zögling der jüdischen Rothschild ist. So wie die amerikanische Nation of Islam auch Trump unterstützte...
    20 25 Melden
  • Fabio Kunger 05.05.2017 12:21
    Highlight Ich habe das Gefühl in den Ländern der Welt wählt man nicht mehr den besten Präsidenten, sondern nur noch das geringere Übel.
    95 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 05.05.2017 12:32
      Highlight Ja
      (passendes Bild von Ruthe dazu)
      33 2 Melden
    • FrancoL 05.05.2017 12:39
      Highlight Nie vergessen dass das geringere Übel nur aus der Sicht derjenigen richtig ist die nicht eine Seite Bevorzugen. Aber jedes Nebel hat seine Gefolgschaft und das sollte man nicht verniedlichen. Das Potential liegt in der Gefolgschaft und nicht bei denen die von geringerem Nebel sprechen. Die Geschichte zeigt dass die Gefolgschaft mobilisiert und das sollte man nie vergessen.
      10 17 Melden
    • pedrinho 05.05.2017 14:07
      Highlight pest versus cholera / jurist oder banker ;)
      10 11 Melden
    • tinted 05.05.2017 14:31
      Highlight les français divisés...
      11 1 Melden
    • Lowend 05.05.2017 15:02
      Highlight Solche Sprüche, wie der wegen Pest und Cholera kommen alle aus der politischen Giftküche der faschistischen Propaganda und dienen einzig und alleine dazu, das Vertrauen in den demokratischen Rechtsstaat zu untergraben.
      Widerlich ist, dass wenige dies noch bemerken und solcher Müll geliked wird, verwerflich ist, dass es Menschen gibt, die solchen defätistischen Gesinnungsmüll verbreiten und so vervielfältigen.
      22 37 Melden
    • pedrinho 05.05.2017 19:21
      Highlight @lowend
      danke fuer die schnellanalyse.

      Mir persoenlich passt weder der rechte rand der dame noch die undurchsichtig cuepli schwenkende alternative. Ich muss mich wohl oder uebel damit abfinden, dass die eine oder der andere den job uebernehmen wird. Bleibt die demokratie dabei erhalten ist es ein voruebergehendes problem genau wie pest oder cholera.

      Duerfte nach meinem kommentar eigentlich klar auch sein: "Ich mag weder juristen noch (kariere)banker".

      Widerlich finde ich nun eher ....nee, ich lass es, ...
      (backspaces)

      5 4 Melden
  • N. Y. P. 05.05.2017 12:00
    Highlight Zu Punkt 2 :
    2009 - 2014 pro Jahr 3,3 Millionen Lohn.
    Ergibt 19,8 Millionen.
    Davon hat er 19,4 Millionen "verbraucht".
    Das ist tatsächlich auffällig tief.
    Das erste Mal gestutzt habe ich bei ihm, als ich gelesen habe, dass er seinen Sieg vor Wochen sehr mondän gefeiert hat.

    Trotzdem ist er natürlich die bessere Wahl, als Le Pen.
    17 54 Melden
    • NotWhatYouExpect 05.05.2017 12:18
      Highlight Nicht Pro Jahr! Sondern über die gesamte Zeit von 2009 bis 2014.
      34 6 Melden
    • gfc 05.05.2017 12:24
      Highlight Beim Spitzensteuersatz von 45% hat Macron damit 8,9 Mio alleine für die Einkommenssteuer gezahlt. Macht Netto "nur" 9,9 Mio. 🤑
      18 7 Melden
    • Eskimo 05.05.2017 12:26
      Highlight Wieso ißt er die bessere Wahl? Weils auf Watson steht?
      69 41 Melden
    • Señor Ding Dong 05.05.2017 12:40
      Highlight So wies geschrieben ist, könnte es auch bedeuten, dass er während den 5 jahren 3.3 millionen verdient hat. So verstehe ichs zumindest, es steht nirgendwo etwas von «jährlich».Dann siehts etwas anders aus. Wenn das wirklich ein Jahreseinkommen beschreibt, dann ist seine Vermögenserklärung mehr als nur «auffällig tief»
      17 0 Melden
    • FrancoL 05.05.2017 12:41
      Highlight @Eskimo; Wieso? lesen Sie nur Watson und sind Sie nicht fähig mitzudenken?
      Andres rum gefragt, wieso ist MLP die Bessere Wahl?
      14 9 Melden
    • Jaing 05.05.2017 12:43
      Highlight Ißt?
      16 2 Melden
    • Benot 05.05.2017 12:44
      Highlight tss tss ...

      3.3 mio / 6 Jahre = 550.000 p.a.
      - 45% Einkommenssteuer = 300.000.-

      Er hat also jährlich 300.000 € verballert.
      22 0 Melden
    • Señor Ding Dong 05.05.2017 13:00
      Highlight @Eskimo: weil Marine le Pen, wie Trump auch, die Katze im Sack ist, da regierungsunerfahren. Alle guten Absichten nützen nichts, wenn man nicht bereit ist, Kompromisse einzugehen und auch mit anderen Parteien und Ideologien zu arbeiten.
      6 8 Melden
    • N. Y. P. 05.05.2017 13:04
      Highlight Stimmt, 3,3 Millionen in 6 Jahren. Der arme Kerl.
      @Eskimo
      Ja, weil es watson steht. Watson wird die Wahlen in Frankreich massiv beeinflussen. *Räusper*
      18 2 Melden
    • Charlie Brown 05.05.2017 13:08
      Highlight @Eskimo: Isst er die bessere Wahl, weil er Baronis Food-Artikeln auf Watson folgt? Oder was ist die Frage?
      17 4 Melden
    • Amboss 05.05.2017 13:49
      Highlight @gfc: Ist aber dennoch ein klitzekleiner Unterschied zwischen 336'000 und 9.9 Mio :)

      Ich meine sorry, 336'000 Euro VERMÖGEN (nicht Einkommen!), das kann gar nicht sein. Absolut unmöglich. Das kann gar nicht mit rechten Dingen zugehen.

      Und sowas könnte ihm echt das Amt kosten. Wenn nicht jetzt, dann irgendwann später.
      Die Franzosen haben einiges erlebt bezüglich unsauberer Finanzen der Elite (und Champagnerfeiern in Edelrestaurants)
      15 7 Melden
    • Charlie Brown 05.05.2017 14:12
      Highlight Ist ja alles ein wenig gesucht. Ich spare in 5 Jahren auch nicht mehr als einen Jahreslohn an. Sogar weniger.

      Zudem kommt noch darauf an, wie die Vermögenswerte erfasst werden. Wer meine Steuererklärung anschaut, findet dort kein Vermögen sondern Schulden. Dies aus dem einfachen Grund, weil meine Liegenschaft zu einem lächerlich tiefen Katasterwert(etwa 1/4 des bezahlten Preises) berücksichtigt wird, welcher ein Bruchteil meiner Hypothekarschuld ausmacht. Daher resultiert ein Minus. Leine Ahnung, wie das in Frankreich läuft, falls aber ähnlich könnte ein Teil des Geldes in Immobilien stecken.
      11 5 Melden
    • Hans Jürg 05.05.2017 14:31
      Highlight @Charlie Brown: Er ist eben ein Besseresser. Ganz im Gegensatz zu dieser Vichy-Wasser-Trinkerin.
      5 2 Melden
    • Hans Jürg 05.05.2017 14:35
      Highlight @Amboss: Mag er Champagner trinken. Das trinkt nicht nur die Elite.

      Sie wird wohl im Andenken an das heiss geliebte Vichy-Regime, in dem viele ihrer alten Parteigenossen noch persönlich gedient haben und ihm nachtrauern, wohl eher Vichy-Wasser saufen.
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    • Therealmonti 05.05.2017 15:01
      Highlight @Eskimo. Du isst wohl extra scharf mit Deinem Scharf-S, was? Oder isst, pardon, ist das bloss ein Tastatur-Problem.
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  • Gelöschter Benutzer 05.05.2017 11:52
    Highlight Das Problem bei prognossen zu Wahlen, sehe ich bei der Beinflussung der Wähler.

    Die hintenliegenden werden zusätzlich angesportn und gehen eher an die Urne als die voreliegenden die sich zu sicher fühlen.
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    • FrancoL 05.05.2017 12:43
      Highlight Ja das ist wohl auch ein Ziel der Prognosen, sie sollen beeinflussen. Was für ein Ziel sollten sie sonst haben?
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    • Gelöschter Benutzer 05.05.2017 13:04
      Highlight @FrancoL
      Ich dachte immer, Prognossen sind der Versuch, die aktuelle Lage darzustellen und das Beinflussen ist die üble Beigabe.
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    • FrancoL 05.05.2017 14:02
      Highlight @Namenlos; Die aktuelle Lage ist IMMER eine Beeinflussung, denn was soll die aktuelle Lage wenn am Montag das Resultat feststeht?
      Aktuelle Lagen VOR Abgabeschluss sind nun mal Beeinflussungen, sie sind es dann nicht wenn keine Wahlen "laufen", zB als Prognosen für eine Standortbestimmung. Der Zeitpunkt macht die Prognose zur üblen Beeinflussung.
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    • Gelöschter Benutzer 05.05.2017 14:59
      Highlight Wenn Prognossen nur zur Beinflussung deren Leser erstellt werden, sollte in Zunkunft darauf verzichtet werden.
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    • FrancoL 05.05.2017 15:54
      Highlight Ja das könnte man im Vorfeld der Abstimmungen sicherlich erwägen und wäre mE auch sehr sinnvoll, denn wer nur nach Prognosen abstimmt braucht auch keine Stimme einzulegen.
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  • DerTaran 05.05.2017 11:39
    Highlight Leider sehe ich das auch so, MlP hat noch nicht verloren.
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Dieser Schaffhauser könnte schon bald die drittgrösste Stadt im Kosovo regieren

Faton Topalli wohnt im beschaulichen Dörflingen im Kanton Schaffhausen. Gleichzeitig sitzt er seit vier Jahren im Parlament des Kosovo – wo er auch schon mal eine Tränengas-Petarde zündete. Am Sonntag könnte Topalli Bürgermeister von Ferizaj werden, einer Stadt mit über 100'000 Einwohnern.  

Mehrere Hundert Menschen versammelten sich am Dienstagabend im Stadtzentrum von Ferizaj im Süden des Kosovo. Die Oppositionspartei «Lëvizja Vetëvendosje» (Bewegung für Selbstbestimmung) hatte zur Abschlusskundgebung des Lokalwahlkampfs gerufen. Angereist waren die Granden der Bewegung: Visar Ymeri, der Parteivorsitzende, und Albin Kurti, ihr Kandidat für den Posten des Ministerpräsidenten.

Doch der eigentliche Star des Abends war ein 53-jähriger, im Kanton Schaffhausen wohnhafter, …

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