International

Zwei Österreicher finden 100'000 Euro in der Donau (und schon will jeder sie verloren haben)

Zwei junge Männer haben in Österreich Tausende Geldscheine gefunden – in einem Seitenarm der Donau. Die Polizei steht vor einem Rätsel, am Ende könnte der Erst-Finder um 100'000 Euro reicher sein.

07.12.15, 20:11 07.01.16, 13:45

Ein Artikel von

Wie es sich anfühlt, förmlich im Geld zu schwimmen? Zwei junge Herren aus Österreich dürften es seit diesem Wochenende wissen: Am Samstag entdeckten die 20 und 22 Jahre alten Männer in einem Nebenarm der Donau in Wien eine Flut rechteckiger Scheine in dem Strom. Sie sprangen hinein und entdeckten: unzählige Banknoten im Wert von 100 und 500 Euro. Jetzt beschäftigt der Fall die Polizei.

Denn bislang haben die Ermittler recht überschaubare Erkenntnisse: Die Banknoten sind echt, einen Zusammenhang mit einer Straftat gibt es nach ersten Erkenntnissen wohl nicht, wie ein Polizeisprecher Spiegel Online sagte. Zumindest habe es in jüngster Vergangenheit keinen Zwischenfall in der Region gegeben, der im Zusammenhang mit einer so grossen Menge Geld stehe.

Geldfund in der Donau: Nasser Jackpot

Trotzdem rechnen die Behörden aufgrund der schieren Menge an Bargeld damit, dass Gesetzesbrecher für die Geldschwemme verantwortlich sind. «Wir gehen davon aus, dass wir es hier mit einem Verbrechen zu tun haben», sagte der Sprecher weiter. Derzeit untersuchten Ermittler die Geldscheine mit spezieller Ausrüstung auf Spuren wie Fingerabdrücke oder menschliche DNA. «Das wird aber schwieriger, weil das Geld ja im Wasser war.»

«Die Frage ist, ob die Polizei oder der Junge das Geld fanden»

Derzeit beschäftigt zudem ein andere Frage die Ermittler: Waren es Polizisten oder die jungen Männer, die das Geld entdeckten? Denn als der erste Finder in den Fluss sprang, fürchteten andere Augenzeugen einen Suizidversuch – und wählten den Notruf. Wenig später waren Polizisten am Fundort und fischten den nassen Schatz aus der sogenannten Neuen Donau. «Der Junge sagte, er habe das Geld zur Polizei bringen wollen», sagte ein Behördensprecher, «aber die Frage ist, ob die Polizei oder er das Geld fand.»

Einer der Finder hat inzwischen Anspruch auf einen Teil des Geldes angemeldet. In Österreich darf jeder, der Geld findet, fünf bis zehn Prozent der Summe behalten. Wenn sich der rechtmässige Eigentümer nicht binnen eines Jahres auftreiben lässt, darf der Finder die Banknoten sogar komplett behalten.

Entsprechend viele vermeintliche Eigentümer haben sich inzwischen bei der Polizei gemeldet, wie etwa der Österreichische Rundfunk (ORF) meldet. Einige seien sogar persönlich auf der Wache erschienen, sagte ein Polizeisprecher dem Sender – und fügte grinsend hinzu: «Zum Beispiel hat jemand gesagt, genau die 100'000 Euro sind ihm abhanden gekommen, und er kann sie auch genau beschreiben.» Dabei ist gar nicht klar, ob ursprünglich nicht viel mehr Geld in dem Fluss war: Laut Polizei sind auch andere Augenzeugen ins Wasser gesprungen und haben möglicherweise Scheine mitgenommen.

Zerschnittene Geldscheine in Darmstadt: 20.000 Euro, unbrauchbar.
Bild: Polizeipräsidium Südhessen

Zerschnittene Scheine sorgen in Deutschland für Aufruhr

Vor einigen Wochen erst hatte ein ähnlicher Fall im hessischen Darmstadt für Aufregung gesorgt – allerdings waren die Geldscheine dort zerschnitten und zerrissen: Wochenlang waren zerkleinerte Banknoten an verschiedenen Stellen in der Stadt aufgetaucht. Allein zwischen Ende August und Ende September tauchten an 23 Stellen in Darmstadt Teile von 500-, 100- und 50-Euro-Scheinen auf. In mindestens einem Fall lagen die Schnipsel mitten auf der Strasse

Insgesamt dürfte es sich um fast 20'000 Euro handeln. Hinweise auf eine Straftat gab es nicht, auch ein schlechter Scherz mit Spielgeld lässt sich ausschliessen: Die Euro-Scheine waren laut Polizei allesamt echt, aufgeklärt ist der Fall bis heute nicht.

In Österreich hat die Polizei die Hoffnung noch nicht aufgegeben: «Wir hoffen, dass wir die Scheine einer Bank zuordnen oder diese Geschichte anhand der Seriennummern aufklären können», sagte der Sprecher Spiegel Online. Bis dahin werden die Scheine wohl vorerst noch ein wenig getrocknet – auf Wäscheständern.

mxw/Reuters

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3Alle Kommentare anzeigen
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • Dä Brändon 07.12.2015 23:48
    Highlight Kein Wunder bei Draghis Gelddruck Wut. Irgendwie muss es ja auch in den Umlauf kommen.
    2 0 Melden
  • exeswiss 07.12.2015 21:45
    Highlight vielleicht hat der besitzer suizid begangen und gleichzeitig, damit die erben nix bekommen, das geld mit sich genommen.
    6 1 Melden
  • Toerpe Zwerg 07.12.2015 20:46
    Highlight Tausende Scheine à EUR 100 und 500 macht ... na ja, jedenfalls mehr als EUR 100'000 ...

    *klugscheiss*
    16 0 Melden

Rechtsrutsch in Österreich: Die ganz normale Feindseligkeit

Rechtspopulismus und dumpfe Parolen sind gesellschaftsfähig geworden und finden grosse Zustimmung. Das ist das Ergebnis der Wahl in Österreich. Das Beunruhigende: Es gibt kein Rezept dagegen.

Österreich ist heile Welt. Der Lebensstandard ist so hoch wie kaum irgendwo anders in der Welt. Dem Land geht es im Vergleich zu anderen Ländern unfassbar gut. Ja, es hat für seine Verhältnisse viele Flüchtlinge aufgenommen, aber es hat die Herausforderungen im Grossen und Ganzen gut bewältigt. Und es könnte der Zukunft zuversichtlich entgegenblicken, trotz aller Problemchen, Veränderungen dort, wo sie für nötig erachtet werden, engagiert …

Artikel lesen