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Party, Party, Party: Schon bald Vergangenheit auf Phuket? Bild: ATHIT PERAWONGMETHA/REUTERS

Auf Phuket ist die grosse Party vorbei – Militär lässt Bagger gegen Liegestühle auffahren

Keine Liegestühle mehr, kaum Sonnenschirme – die Strände von Phuket haben sich verändert. Jetzt sind auch die letzten Hütten und Bars verschwunden. Das thailändische Militär verfolgt damit einen Plan. Auch der Schweizer Hotelier Paul Linder macht sich seine Gedanken. 

18.05.16, 13:44 13.06.16, 18:29

Jochen Müssig

Ein Artikel von

Kurz kracht es – und der Catch Beach Club ist Vergangenheit. Am Abend zuvor wurde ein letztes Mal in der Kultbar am Surin-Strand Party gefeiert. Dann kam der Bagger und räumte auf. Bewaffnete Soldaten sind vor Ort, gut sichtbar, um etwaigen Protesten vorzubeugen.

Abgerissen wurden auch einfache Hütten für Sonnenschirm- und Liegestuhlverleih oder für Wassersportangebote, kleine Strandrestaurants, der Catch Beach Club und alles, was sich auch in zweiter Reihe in den letzten Jahren so angesiedelt hatte. Allesamt waren die Buden illegal erbaut – wie an den anderen thailändischen Stränden auch –, und allesamt waren sie der Militärregierung ein Dorn im Auge.

Kata Beach: Auch hier dürfen nur noch in speziellen Zonen Liegestühle und Sonnenschirme aufgestellt worden.  Bild: ATHIT PERAWONGMETHA/REUTERS

Surin Beach ist damit der letzte Strand auf Phuket, an dem die seit letzten Jahr geltende Zehn-Prozent-Regel durchgesetzt wurde: Sie besagt, dass nur noch ein Zehntel der Strandfläche mit Sonnenschirmen ausgestattet werden dürfen, und zwar nur in ausgewiesenen Zonen.

Thailands beliebteste Urlaubsinsel ist nun weitgehend Sonnenschirm- und absolut Liegestuhl-frei. Strandbesucher dürfen nur noch auf Matten oder Badetüchern liegen, die abends wieder weggeräumt werden können. Früher blieben die Liegestühle dagegen stets stehen und waren zum Teil sogar fest verankert.

2014, als es erste Ankündigungen solcher Säuberungsaktionen gab, glaubten viele an einen Scherz. Doch als am Laem Singh Beach Ende vergangenen Jahres mit den ersten Abrissarbeiten begonnen wurde, realisierten sie: Jetzt wird's ernst. Für die Besitzer, die um ihren Profit fürchteten, die Angestellten, die plötzlich ohne Job dastanden. Und für die Urlauber, die an den Buden eine Strandtasche kauften, einen Lunch zu sich nahmen, einen kühlen Drink schlürften oder eben Sonnenschirm und Liegestuhl mieteten.

Touristen beim Schnorcheln und Posieren in der Nähe von Maiton-Beach. Bild: ATHIT PERAWONGMETHA/REUTERS

Das Schirm-Matten-Paket

Strände sind in Thailand öffentlich und für jedermann zugänglich. «Wir wollen unseren Stränden die natürliche Schönheit zurückgeben», sagte Narong Pipattanasai, stellvertretender Generalsekretär des Nationalen Rats für Frieden und Ordnung (NCPO) der Militärregierung. Aber es gibt einen weiteren Grund für die Aktion: Kampf gegen die Korruption. Denn wer am Strand Geschäfte machen wollte, musste an die örtlichen Behörden zahlen – unter der Hand, versteht sich.

Das Militär hält, seit den Unruhen und dem Putsch 2014, die Balance im Land. Zwischen den sogenannten Gelbhemden, die königstreu sind, aus der gehobenen Mittelschicht stammen und von der Korruption genug haben. Und den Rothemden, den Anhängern von Shinawatra Thaksin, dem wegen Korruption verurteilten und ins Exil verbannten Millionär und ehemaligen Ministerpräsidenten. Die Roten sind überwiegend Vertreter der armen Bevölkerung.

Auf Phuket trifft der Kampf der Militärregierung gegen das Schmiergeldwesen auch die Touristen. Ihren Unmut bekommen die Hoteliers ab: «Unverschämtheit», «Ich komme nie wieder», «Soll ich denn da draussen verbrutzeln?», bekommen sie zu hören. Die Urlauber beklagen auch, dass sie am Strand keinen Drink oder Snack mehr bekommen. Nur in den Zehn-Prozent-Zonen bieten Händler ein Paket, bestehend aus einem Schirm und zwei Matten, für 200 Baht (etwa vier Franken) pro Tag an.

Das Militär greift durch. Hier am Paton Bay im Jahre 2014. Bild: Krissada Mueanhawong/AP/KEYSTONE

Auch Hotels dürfen keine zusätzlichen Schirme und keine Liegen mehr am Strand aufstellen. «Gefragt wurden wir dazu nicht», sagt Frank Grassmann, der deutsche Hoteldirektor des neuen The Nai Harn im Süden der Insel. Er löst das Problem vorerst pragmatisch: «Wir geben unseren Gästen einfach Schirm und Matten mit zum Strand.» Bislang gab es keine Schwierigkeiten.

Mobile Küchen am Strand 

Am grössten und wichtigsten Strand der Insel, am Patong Beach, und den weiteren Top-Spots wie Karon, Kata und Kamala Beach wird dagegen penibel darauf geachtet, dass die vorgeschriebenen Zonen eingehalten werden. Die Hotels dort geben keine Utensilien aus, nur vereinzelt sieht man ein paar Urlauber, die ausserhalb der Zonen ihr mitgebrachtes Schirmchen aufstellen. Bis jetzt lässt man auch sie in Ruhe ihren Strandtag verbringen. Trotzdem: Die Liegen an den Hotelpools sind proppevoll, schon jetzt in der Nebensaison.

Nur am Pansea Beach stehen die Sonnenschirme wie eh und je, genauso wie die gepolsterten Strandliegen. «Unser Strand ist abgeschottet, kaum einsehbar und eigentlich wie ein Privatstrand», sagt Paul Linder, der Schweizer Hoteldirektor des Amanpuri. «Da kommen sowieso nur unsere Gäste hin.» Das ist betuchte Kundschaft, Models, Schauspieler. Linder will abwarten und sehen, ob auch am Pansea Beach die neue Regelung eingefordert wird. Verleihstationen und Buden gab es dort ja nie.

Nimmt das Militär dem Land das Mystik? Oder gibt es sie ihm zurück? Bild: ATHIT PERAWONGMETHA/REUTERS

Auch am zehn Kilometer langen Mai Khao Beach hat sich nichts geändert. «Unser Strand liegt im Nationalpark. Da hat es Sonnenschirme und Liegestühle immer nur im Hotelbereich gegeben», sagt Giles Selves, der General Manager der Anantara Villas. Am Strand verkaufen mobile Garküchen einfache Reis- oder Nudelgerichte. Abends fahren die Verkäufer dann mit ihrer Küche nach Hause. Dies wird wohl auch an den anderen Stränden Schule machen.

Und möglicherweise auch auf Ko Samui und Khao Lak, wo ebenfalls bereits erste Säuberungsaktionen durchgeführt wurden. Andere thailändischen Strände blieben bislang verschont. Wie lange noch, weiss zurzeit niemand.

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  • So en Ueli 19.05.2016 09:31
    Highlight Ja ja, die sollen nur ihre Wirtschaft zerstören. Und dann liest man wieder, wie schlimm es ihr geht.
    2 4 Melden
  • winglet55 19.05.2016 09:27
    Highlight Aber guten Tag Watson, die Aktion des Militärs gegen unbewilligte Bauten und die Mafia, läuft schon über ein halbes Jahr, und Ihr merkt es erst jetzt?
    1 1 Melden
  • Max Havelaar 19.05.2016 07:13
    Highlight Auf all meinen Reisen durch dieses Land habe ich keine einzige Strandliege, kein einziger Sonnenschirm an einem Strand gesehen. 😎 Liegt wohl daran, dass ich solche Hotspots meide.
    7 0 Melden
  • Globidobi 18.05.2016 18:11
    Highlight Ich mag Strände, an welchen keine Liegestühle und Sonnenschirme vermietet werden. Diese Touristenstrände findet man in Europa zu genügen. Falls man nach Thailand reist, sollte man die schönen ruhigen Strände geniessen und nicht die Strände der Hotels und den fetten rotgebranten Engländer und Russen.
    66 6 Melden
  • scheppersepp 18.05.2016 17:19
    Highlight Jaja das pöse Militär. Das die aber mit dem korrupten Beamten aufräumen ist ja Nebensache, da es ja um unsere Ferien geht. Ist viel wichtiger als mal für Stabilität zu sorgen. Und wenn man jetzt nur noch in einem kleinen Teil des Strandes bedient wird bin ich auch nicht unglücklich. Naiharn ist übrigens viel schöner als patong.
    63 0 Melden
  • Max Havelaar 18.05.2016 15:54
    Highlight Immerhin wird nicht die ganze Insel für 2 Jahre dicht gemacht, wie weiter nördlich ;)
    15 1 Melden
  • Fumo 18.05.2016 15:36
    Highlight Da sorgt das Militär mal für freie Strände für alle und hier wird in den Kommentaren dagegen gemotzt.
    Ja genau wegen solch Menschen wie euch, die in einen fremden Land reisen und ihre private 2qm Strand erwarten, deswegen säubern sie dort. Euch missfällt es und ihr werdet deswegen nicht mehr dort hin fliegen? Ziel erreicht!
    84 7 Melden
    • Mario Conconi 19.05.2016 09:36
      Highlight Gebau mehr Natur belassener Stand für mich!!!
      2 0 Melden
  • raffinho 18.05.2016 15:10
    Highlight Waren vor zwei wochen beim surin beach in den ferien, kurz nach der zerstörung. Waren extrem enttäuscht - bei 38 grad ohne sonnenschirm war es kaum auszuhalten. Beim hotelpool keine freien liegen mehr, da kaum gäste mehr an den strand gingen. Riesen zerstörungschaos Und dauernd baggerlärm wegen den aufräumarbeiten.. Schade, abr surin beach dadurch absolut unattraktiv und nicht zu empfehlen, auch wenn er einmal zu den schönsten phukets zählte..
    14 101 Melden
    • Mario Conconi 19.05.2016 09:37
      Highlight Wenn es Ihnen zu heiss ist in Thailand können sie ja wo anders in die Ferien gehen!?
      6 1 Melden
  • JUMBOPILOT 747 18.05.2016 14:56
    Highlight Da werden aber sehr viele Touristen dann enttäuscht sein wenn sie diesen Bericht gelesen haben und dann an den Stränden keine PANZER entdecken.Die werden bestimmt keine Touristen vom Patong Beach Strand verscheuchen.
    12 16 Melden
  • bebby 18.05.2016 14:15
    Highlight Was haben wir denn von einer Diktatur anderes zu erwarten? Wenn man in einer Diktatur Ferien machen will, dann darf man sich um solche Kleinigkeiten nicht beschweren, anderen im Land geht es schlimmer.
    32 59 Melden
    • jeanette_mueller 18.05.2016 15:16
      Highlight Offensichtlich hast du keine Ahnung von Thailand und lässt dich instrumentalisiert zu einem Kommentar hinreissen. Ich auf jedenfall begrüsse das Tun des Militärs... übrigens auch der grössere Teil der Thais.
      78 6 Melden
    • winglet55 18.05.2016 17:16
      Highlight Die Aktion ist gegen die Mafia gerichtet, und absolut berechtigt. Ich lebe in Thailand und kann das vermutlich etwas besser beurteilen als ein 2 Wochen Urlauber! Phuket ist nur die erste Provinz von 77 in denen dasselbe Prozedere ablaufen wird.
      Ach ja bevor ich es vergesse, der Grossteil der Bevölkerung steht hinter den Entscheidungen der Armee, ausser die Mafia. Klingelts?
      76 1 Melden
    • Pisti 18.05.2016 17:39
      Highlight Naja wer geht schon nach Phuket, Preise schon fast wie in Europa die Strände find ich jetzt auch nicht der Wahnsinn. Mein Favorit war immer Samui, übrigens auch Mafialand. Was es aber dort aufzuräumen gibt frag ich mich schon, dort ist keiner der Strände mit Liegen überstellt. Aber wenn die Army schon dran ist bitte mal die Taxi-Mafia und Jet-Ski mafia hochnehmen. Intressnt wirds wenn Sie, was ich Gerüchteweise vernommen habe, in Pattaya die Strandseite von der Walkingstreet dem Erdboden gleich machen wollen da wurde ja auch alles Illegal gebaut.
      8 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 18.05.2016 18:01
      Highlight Immer wenn in Thailand eine Gruppe den andern vorwirft sie seinen korrupt, haben sie recht. Egal welche Seite das sagt.
      25 2 Melden
    • winglet55 19.05.2016 02:04
      Highlight @ pisti, wo in europa hast du einen Bungalow, in Gehdistanz zum Strand, mit Dusche, Wc, TV, Kühlschrank für 18 SFR, für den Bungalow und nicht pro Person. Wo kann man sich ab 2 SFR verpflegen? Ihr Kommentar enthält nicht einen Funken Wahrheit!
      1 3 Melden
    • jeanette_mueller 19.05.2016 07:23
      Highlight winglet55 Erkundige dich mal, @Pisti schrieb von Samui, Samui liegt nicht in Europa, sondern ebenfalls in Thailand. Und verglichen mit Phuket, eine der Touristenhochburgen, ist Samui tatsächlich billiger. Uebrigens gibts noch einige Orte mehr die billiger sind als Phuket.
      2 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.05.2016 08:15
      Highlight Die Preise werden bald noch tiefer fallen, weil immer mehr Leute Phuket meiden. Jetzt muss nur noch in Russland was passieren und der Rubbel weiter fallen, dann fällt der Hauptmarkt noch mehr weg, und in Phuket herscht immenses Überangebot. Die Thailogik, die Preise zu erhöhen wenn man weniger Kunden hat, um den Verdienst auszugleichen, wird das Problem auf Dauer auch nicht lösen.
      1 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.05.2016 10:00
      Highlight jeanette_mueller: so ziemlich alles in der Region ist billiger als Phuket. Und wenn man nacht Kambodscha oder Vietnam geht sogar massiv.
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    • jeanette_mueller 19.05.2016 12:16
      Highlight Ben88 Es ging hier um den Vergleich zwischen Phuket und Samui. Aber du hast schon recht mit deiner Aussage.Es sind halt die Touristenhochburgen die teuer sind. Aber das ist doch überall in der Welt so. Selbst bei uns in der Schweiz bemerkt man Unterschiede.
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    • Pisti 19.05.2016 12:36
      Highlight Winglet in Europa gibt es auch keine Garküchen ;) Und ich habe in Thailand gelebt, also kenn ich mich mit der Preispolitik schon etwas aus dort.
      Das mit Preisen wird sich zeigen, die Thai setzen jetzt auf die Chinesen, nachdem die Russen wegbleiben. Ob das Erfolg verspricht wage ich zu bezweifeln, da die Chinesen kaum Geld liegen lassen und dazu bei der Bevölkerung durch ihr Verhalten auch äusserst unbeliebt sind.
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