International

Frau mit Cholera-Symptomen wird in Les Cayes in Haiti behandelt. Bild: ANDRES MARTINEZ CASARES/REUTERS

Ban Ki Moon entschuldigt sich für den Cholera-Ausbruch in Haiti

02.12.16, 04:20 02.12.16, 05:54

Nach jahrelangem Zögern hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Schuld der Vereinten Nationen für den Cholera-Ausbruch 2010 in Haiti mit mehr als 9300 Todesopfern anerkannt. «Wir entschuldigen uns beim haitianischen Volk», erklärte er am Donnerstag.

Die Vereinten Nationen hätten damals nicht genug getan, um die Epidemie einzudämmen. «Wir bedauern unsere Rolle aufrichtig», sagte er.

Aus Nepal eingeschleppt

Menschenrechtler und Wissenschaftler kritisieren seit längerer Zeit, dass nepalesische Blauhelme die hochansteckende Infektionskrankheit einschleppten, als sie 2010 zur Hilfe nach einem verheerenden Erdbeben ins Land gekommen waren. Eine Klage von Opfern blieb jedoch ohne Erfolg.

Zunächst hatten die UNO jegliche Mitschuld an dem Ausbruch von sich gewiesen. Erst vergangenen August hatte Ban schliesslich erklärt, dass er eine «moralische Verantwortung» der UNO gegenüber den Opfern sehe.

200 Millionen Dollar

Im Oktober hatte er die Weltgemeinschaft dann um 200 Millionen Dollar zur Unterstützung der Opfer gebeten. Auch hier hatte sein Sonderberater aber erklärt, dass dies kein Schuldbekenntnis und auch keine rechtliche Verantwortung der UNO für die Epidemie bedeute.

Das Geld soll an Familien der Todesopfer und an Gemeinden gehen, die von den heute fast 800'000 Infektionen am stärksten betroffen sind. Mit weiteren 200 Millionen Dollar soll auch die künftige Reaktion auf die Cholera-Epidemie verbessert werden, unter anderem durch bessere Wasser- und Sanitäranlagen. (kad/sda/dpa)

Hôpital Albert Schweitzer in Haiti

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0Alle Kommentare anzeigen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Sex? Aber sicher! So kannst du hormonfrei verhüten

Keine Libido, schlechte Laune, Blutgerinnsel – das Image der Pille hat gelitten. Wer auf sie verzichten möchte, kann mittlerweile unter einer Vielzahl hormonfreier Alternativen wählen. Ein Überblick.

Die Pille, einst Symbol der sexuellen Selbstbestimmung, ist heute vielen nicht mehr geheuer. Wer sie schluckt, erhöht das Risiko für gefährliche Blutgerinnsel. Auch das Wohlbefinden kann leiden. Das muss nicht sein. Mittlerweile existiert eine Vielzahl hormonfreier Alternativen, die stetig weiterentwickelt werden. Wir stellen die Methoden im Hinblick auf Anwendung, Kosten und Zuverlässigkeit vor – mit der Einschätzungen einer Expertin.

Was und wie: Diaphragmen und Portiokappen sind runde Kappen …

Artikel lesen