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Urteil wegen Totschlags: Wirt serviert Erdnüsse, Gast stirbt – Gastronom muss ins Gefängnis

In England ist ein Gastronom zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, weil er mit billigen Erdnüssen statt Mandeln gekocht haben soll. Ein Gast war an einem allergischen Schock gestorben.

23.05.16, 21:06 24.05.16, 06:47

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Paul Wilson wollte nur noch schnell beim Inder was zu Essen holen. Doch für den Allergiker endete dieser Stopp tödlich. Weil der 38-Jährige nach dem Genuss einer Portion Hähnchen Tikka Masala an einem anaphylaktischen Schock starb, hat ein Gericht in Grossbritannien den Restaurantbesitzer nun zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Bei der Bestellung im Restaurant in North Yorkshire habe Wilson deutlich geäussert, dass er allergisch auf Erdnüsse reagiere, argumentierte das Gericht in Middlesbrough. Demnach sagte er auch direkt: «keine Nüsse». Doch kurz nach der Mahlzeit 2014 starb der 38-Jährige zu Hause.

Der britische Inhaber des indischen Restaurants bestritt im Prozess vor dem Teesside Crown Court die Verantwortung für Wilsons Tod. Nach Angaben der britischen BBC argumentierte er, er sei bei der Bestellung gar nicht im Laden gewesen.

Die Anklage hatte dem 52-Jährigen vorgeworfen, statt gemahlener Mandeln eine billigere Mischung verwandt zu haben, die Erdnüsse enthielt. Er wolle Profit zu Lasten der Gesundheit der Kunden machen. Dieser Linie folgte das Gericht und verurteilte den Gastronom wegen Totschlags.

Bereits drei Wochen vor Wilson hatte der BBC zufolge ein anderer Kunde einen allergischen Schock erlitten. Er habe im Krankenhaus behandelt werden müssen. Der Restaurantbesitzer, der insgesamt sechs Läden betreibt, habe zudem rund 300'000 Pfund Schulden.

Wie das Gericht glauben auch die Eltern Keith und Margaret Wilson aus Sheffield nicht an ein Versehen. «Er war immer sehr, sehr vorsichtig, wenn er in ein Restaurant ging», sagte Margaret Wilson der BBC über ihren Sohn. Als Siebenjähriger habe er wegen eines Schokoriegels schon mal eine heftige allergische Reaktion erlitten, seitdem habe er immer aufgepasst.

apr/AP

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • Gelöschter Benutzer 24.05.2016 11:09
    Highlight Ein Anwärter für den Darwinpreis...

    ...klar, traurige Sache. Aber wieso geht man zum Inder wenn man allergisch ist auf Nüsse?

    Ist es auch Totschlag wenn ich mit gefährlicher Diabetes 10 Donuts im Dunkin Donuts verputze? Dem Mitarbeiter aber vorher gesagt habe, ich sei Diabetiker.

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  • So en Ueli 24.05.2016 09:43
    Highlight Atemlos durch die Nacht...
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  • Nordurljos 24.05.2016 08:52
    Highlight Muss aber ehrlich sagen, für einen Allergiker, der sehr stark auf Nüsse (oder Erdnüsse) reagiert ist es schon etwas doof, zum Inder zu gehen. Dort werden die Erdnüsse ja einfach in jedes Essen geworfen, oder das Essen kommt fast automatisch damit in Kontakt. Klar das Entschuldigt die Tat nicht, aber es erstaunt mich auch nicht wirklich.
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  • jeanette_mueller 24.05.2016 08:45
    Highlight Ja, so ein Erdnüsschen kann schon sehr gefährlich sein.
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  • Flunderchen 23.05.2016 22:14
    Highlight Viel zu wenig, so einer gehört mindestens 10 Jahre weggesperrt, wenn es schon der zweite Vorfall ist und ihn der erste Vorfall schon nicht Leid tut.
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