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Tausende Griechen sind an diesem Sonntag auf die Strassen von Athen gegangen. Bild: ALKIS KONSTANTINIDIS/REUTERS

Griechen demonstrieren gegen Sparpaket: «Es geht um unser Leben»

In Griechenland protestieren Tausende gegen ein neues Sparpaket der Regierung. Es soll den Weg für Schuldenerleichterungen ebnen.

08.05.16, 17:07

Giorgos Christides, Athen

Ein Artikel von

Tausende Griechen sind an diesem Sonntag auf die Strassen von Athen gegangen, um gegen ein neues, schmerzhaftes Sparpaket aus Rentenkürzungen und Steuererhöhungen zu protestieren. Die umstrittenen Gesetze sollen am Sonntagabend durch das Parlament gebracht werden. Schon seit Freitag haben die Gewerkschaften grosse Teile des Landes lahmgelegt.

Die Reformen hatten die internationalen Gläubiger im vergangenen Sommer zur Bedingung für das dritte Hilfspaket gemacht. Die Regierung von Premierminister Alexis Tsipras hatte den Auflagen damals zähneknirschend zugestimmt. 5,4 Milliarden Euro muss Griechenland deshalb nun einsparen, damit die Gläubiger die nächsten Kredite aus dem Hilfspaket freigeben und sich mit dem Thema Schuldenerleichterung beschäftigen.

Im Zentrum des Sparpakets: Die Renten

Im Zentrum des neuen Sparpakets stehen Rentenkürzungen, die rund ein Prozent der jährlichen griechischen Wirtschaftsleistung ausmachen. Das Rentensystem ist für Griechenland enorm wichtig. Es fungiert als eine Art Ersatzsozialhilfe. Viele Familien kämen ohne die Rente der Grosseltern nicht über die Runden.

Ein Mitglied der kommunistischen PAME hält eine Nelke, ein Revolutionssymbol. Bild: ALKIS KONSTANTINIDIS/REUTERS

Seit die Eurostaaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) im Jahr 2010 das erste Rettungspaket für das Land beschlossen haben, musste die griechische Regierung bereits mehr als zehn Rentenkürzungen durchboxen. Das Durchschnittseinkommen für Rentner hat sich seitdem von 1200 Euro auf 833 Euro pro Monat verringert. Jeder vierte Grieche über 65 gilt als armutsgefährdet.

Trotz der vielen Reformen in den vergangenen Jahren bleibt das griechische Sozialsystem wacklig. Die neuen Gesetze sollen nun dafür sorgen, dass die Beiträge erhöht, die Sozialkassen stabilisiert und Frühverrentungsmöglichkeiten abgeschafft werden. Auch das Renteneintrittsalter soll steigen.

Doch Experten warnen, dass auch die neuen Reformen das griechische Sozialsystem nicht überlebensfähig machen werden. Keine Rentenreform könne funktionieren, solange die Wirtschaft in der Rezession stecke, die Arbeitslosenquote bei mehr als 24 Prozent liege und die Investitionen stockten.

In Griechenland müssen derzeit 3,6 Millionen Beschäftigte rund 2,7 Millionen Rentner finanzieren, von denen viele die Möglichkeiten der Frühverrentung in Anspruch genommen haben und mit vergleichsweise jungen Jahren in den Ruhestand gegangen sind. Die Kosten sind deshalb regelrecht explodiert: Im Jahr 2012 musste der Staat 17,5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung für die Renten aufbringen – ohne Reformen würde der Anteil bis 2050 Schätzungen zufolge auf 25 Prozent steigen.

«Nein zu Sklaverei»

Der Fall von Maria zeigt das Problem. Die 25-jährige Philologin ist diesen Sonntag bei einer Demonstration auf dem Athener Syntagma-Platz dabei, um gegen die Sparpolitik der Regierung zu protestieren. Wie etwa jeder Zweite in ihrem Alter ist sie arbeitslos. Seit ihrem Uni-Abschluss hat sie keinen Job gefunden. Um im Alter von 67 Jahren die volle Rente zu bekommen, müsste sie sofort eine Vollzeitstelle finden und ohne Unterbrechung 40 Jahre arbeiten. In diesen Zeiten scheint das sehr unwahrscheinlich.

Tausende demonstrieren auf dem Athener Syntagma-Platz.  Bild: ALKIS KONSTANTINIDIS/REUTERS

«Es geht hier um unser Leben», sagt Maria. «Das Rentensystem betrifft nicht nur die Rentner. Es geht vor allem auch um die jungen Leute, die keine Arbeit finden und niemals eine Rente bekommen werden.» Die junge Frau hält ein Transparent, auf dem steht: «Nein zu Arbeitslosigkeit, Sklaverei und Armut.»

Die Reformen haben in der Bevölkerung gewaltigen Unmut ausgelöst – und zwar quer durch alle Schichten und Branchen. So hat etwa die Ingenieurskammer des Landes damit gedroht, all jenen Abgeordneten mit Ingenieursberufen ihre Lizenz zu entziehen, falls sie für das Sparpaket stimmen. Betroffen wäre auch Premierminister Tsipras, von Haus aus Bauingenieur.

Bauarbeiter bei der Demonstration. Bild: EPA/ANA-MPA

Trotz solcher Drohungen scheint die knappe Parlamentsmehrheit der Regierung zu halten. Die Reform sei notwendig, um das Sozialsystem überlebensfähig zu machen, sagte Tsipras seinen Abgeordneten. «Ohne diesen Eingriff würde es kollabieren.»

Wichtiges Euro-Gruppen-Treffen am Montag

In Athen hofft man, dass Finanzminister Euklidis Tsakalotos ein erfolgreich durchgebrachtes Sparpaket in den anstehenden Verhandlungen in Brüssel als Beweis dafür nutzen kann, wie ernst es der griechischen Regierung mit dem Reformwillen ist. Schon am Montag wollen sich die Finanzminister der Eurostaaten treffen, um die Fortschritte des Programms zu besprechen.

Regierungsvertreter in Athen zeigen sich absolut sicher, dass die Überprüfung noch im Mai abgeschlossen werden kann. Dann könnten auch die nötigen Hilfskredite freigegeben werden, die Athen spätestens im Juli dringend braucht, um alte Schulden zurückzuzahlen.

Noch stehen einer Einigung aber auch die Konflikte zwischen den Gläubigern im Weg. So verlangen der IWF, Deutschland und einige andere Eurostaaten, dass Griechenland ein weiteres Sparpaket im Volumen von bis zu zwei Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung beschliesst – auf Vorrat, falls das jetzt geplante Paket nicht ausreicht, um die erklärten Haushaltsziele zu erreichen.

Griechenland weigert sich noch, solche Vorratsbeschlüsse zu fassen. Sie seien verfassungswidrig und auch politisch nicht durchsetzbar. Ein Kompromiss könnte ein automatischer Stabilisierungsmechanismus sein, der greift, sobald die Sparziele wirklich verfehlt werden – und die Staatsausgaben dann automatisch kürzt.

Ein weiterer Streitpunkt sind mögliche Schuldenerleichterungen – ein Thema, das für die griechische Regierung immens wichtig ist. Sie strebt eine Vereinbarung an, die die Schuldentragfähigkeit des Landes für die nächsten drei oder vier Jahrzehnte sichert. Das, so die Hoffnung, würde die Unsicherheit beseitigen und Investoren ermutigen.

Auch der IWF dringt auf Schuldenerleichterungen – und droht damit, sich andernfalls nicht am dritten Hilfspaket zu beteiligen. Ein wirklicher Teilerlass der Schulden, wie er wahrscheinlich nötig wäre, ist aber gerade für den Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) undenkbar. Denn dann müsste er schon wieder den Bundestag um Zustimmung bitten.

Zusammengefasst: Für Griechenland geht es mal wieder um alles: Am Sonntagabend soll das Parlament ein Sparpaket verabschieden. Es ist Voraussetzung für neue Hilfskredite. Zentraler Inhalt des Pakets ist eine Rentenreform. Doch in der Bevölkerung wächst die Wut. In Athen und anderen Städten protestieren Tausende. Den internationalen Gläubigern dagegen gehen die Sparmassnahmen noch nicht weit genug.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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  • glüngi 09.05.2016 08:04
    Highlight Stellt euch vor ihr seit ein Grieche, sagen wir kurz vor der Pension. Du hast ein Leben lang gearbeitet für ein wenig Rente die kaum zum Leben reicht.

    Jetzt geht deine Wirtschaft denn Bach runter plötzlich kriegst du noch weniger Rente. Du bist verzweifelt, was sollst du jetzt machen.

    Gleichzeitig liest du in der Zeitung das 95% des Geldes das Griechenland hätte helfen sollen Private Banken zugute kahm und jediglich 5% den Bürgern geholfen hat. Du siehst das die Banken nichts daraus gelernt haben und es jetzt weitergeht wie bisher.

    Ich würde das auch gerne was Anzünden.
    15 2 Melden
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  • Tomlate 09.05.2016 07:50
    Highlight Ein paar Miliarden, welche diejenigen zahlen sollen, die bereits unter der Krise zu leiden haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch in Griechenland genug Millionäre und auch Milliardäre gibt, die aushelfen könnten.
    3 0 Melden
    • andersen 10.05.2016 07:19
      Highlight Genau, solange die reichen Griechen nicht zur Kasse gebetet wird, wird sich nichts ändern.

      Interessanterweise hat viele Griechen Geld, wenn es um Feiern geht.
      In Dänemark müssen die Reichen 65% Steuern zahlen, somit sind die Staatsfinanzen in Ordnung.
      1 0 Melden
    600
  • malu 64 09.05.2016 01:53
    Highlight Von den Krediten an Griechenland
    bleiben nur rund 25% für den Staat. Die anderen 75% werden
    gebraucht um Kredite zu bedienen
    und schlussendlich um den beteiligten Banken Gewinn zu
    generieren.
    ť
    ż
    19 0 Melden
    • Madison Pierce 09.05.2016 08:10
      Highlight Diese Kredite haben die Banken nicht erfunden, sondern sie wurden von den Griechen bezogen. Damit haben sich viele Griechen ein schönes Leben finanziert mit wenig bis keinen Steuern, guter Pension und jeder und sein Onkel konnte beim Staat arbeiten.

      Die Banken waren naiv und hätten viel früher die Notbremse ziehen müssen, aber genommen und ausgegeben haben die Griechen das Geld.

      Es ist jetzt einfach traurig, dass es auch die Jungen trifft, die vom Geld weder was gesehen noch die entsprechende Regierung gewählt haben.
      3 4 Melden
    • koks 09.05.2016 08:42
      Highlight ich glaube, es sind sogar nur 5% die im land bleiben und 95% die an die banken der geldgeber gehen.
      3 1 Melden
    600
  • Firefly 08.05.2016 22:57
    Highlight Die sollen endlich diesen Schuldenschnitt machen. Die Wirtschaft ist das Risiko eingegangen, und diejenigen Verantwortlichen sollen es auch tragen, nicht die Mittel- und Unterschicht eines ganzen Landes.
    40 0 Melden
    • herschweizer 09.05.2016 10:09
      Highlight Die Gläubiger sind eben auch so gut wie pleite die Armen. Stellen sie sich vor diese ganzen Investmentjungs und Hedgefondverwalter stünden mit leeren Händen da
      0 0 Melden
    600
  • bröter 08.05.2016 21:09
    Highlight Durch Sparen wurde noch nie eine Wirtschaftskrise überwunden.
    63 10 Melden
    • MaxHeiri 09.05.2016 00:14
      Highlight Durch Ausgeben von schuldenfinanziertem Geld noch weniger.
      9 21 Melden
    600
  • Bijouxly 08.05.2016 20:58
    Highlight Könnt ihr mal eine Statistik brigen von 1990 bis 2014 mit den Zahlen zu Löhnen und Renten? Höhe eines Durchschnittslohns, Investitionen der öffentlichen Hand, Steuereinnahmen und -ausfälle,... Viele der Einbussen sind nämlich auch einfach vom Staat subventionierte Luxusdasein gewesen. Zum Beispiel der Schutz des Milchmarkts. Ich wüsste gerne, wie hier die wirklichen Zahlen aussehen.
    29 6 Melden
    • Firefly 08.05.2016 22:54
      Highlight Der Milchmarkt ist auch bei uns geschützt und hoch subventioniert.
      16 2 Melden
    • Alnothur 09.05.2016 01:51
      Highlight Das macht's auch nicht besser...
      7 1 Melden
    • Sapere Aude 09.05.2016 03:52
      Highlight Subventionen und andere Schutzmassnahmen bei eigen Branchen sind nicht immer schlecht. Erst mit Schutzmassnahmen und Subventionen können Länder ihre Märkte konkurenzfähig machen. Viele Entwicklungsländer sind den Fehler eingegangen, Freihandelsabkommen einzugehen, mit dem Resultat, dass sich die eigene Industrie entwickeln konnte. Manche Industriezweige sind lebensnotwendig für die Wirtschaft eines ganzen Landes und müssen aus diesem Grund geschützt werden.
      5 0 Melden
    • Bijouxly 09.05.2016 07:46
      Highlight Ich habe auch nicht geaagt, dass das immer schlecht sei. Ich frage mich nur, ob der Zustand wirklich so schlecht ist oder ob der Abbau einfach zu schnell kam. Ich meine auch die ganze Sache mit der Frühpensionierug ist ja ein riesen Witz. Natürlich kann das nicht funktionieren. Und ich frage nach den Zahlen, weil ich wissen will, ob sie wirklich schlecht dran sind oder ob sie auf einem Niveau von Spanien zB sind und die Anpassung einfach zu schnell ging.
      3 0 Melden
    600
  • Menel 08.05.2016 20:58
    Highlight Irgendwann schaut man zurück, kopfschüttelnd, und fragt sich: "Wie konnte man das nur soweit kommen lassen?"
    ...wahrscheinlich in einem Moment, wo man gerade wieder ein Land gegen die Wand fährt...
    33 5 Melden
    • Anam.Cara 09.05.2016 06:27
      Highlight ... und irgend jemand hat sich daran dumm und dämlich verdient.
      Es sind letztlich immer die einfachen Leute, welche die Rechnung für Misswirtschaft und Gier bezahlen müssen. Und ich fürchte, Griechenland war erst der Anfang vom Ende.
      10 0 Melden
    600
  • _kokolorix 08.05.2016 20:31
    Highlight Wann sehen die Helden der nördlichen Eu Länder endlich ein, das die Banken welche Griechenland so lange so grosszügig riesige Kredite gaben mindestens die gleiche Schuld trifft und sie deswegen auf die Rückzahlung verzichten müssen.
    Die Griechen müssten trotzdem rigoros umdenken, aber sie hätten wenigstens eine Chance sich aus eigener Kraft zu befreien.
    Wann sehen die deutschen Steuerzahler endlich ein, dass sie von ihrer eigenen Regierung schamlos betrogen werden. Würden sie zustimmen ihren geliebten Bankern Jahr für Jahr dutzende von mia in den Allerwertesten zu schieben?
    55 1 Melden
    • Anam.Cara 09.05.2016 06:35
      Highlight Genau. Es ist leider auch so, dass die Geschäftsbanken die Geldmenge eines Landes sehr einfach erweitern könne (indem sie immer mehr Kredite vergeben). Die Notenbanken haben somit kaum eine Chance mehr, die Währung zu stabilisieren. Sie versuchen es z.B. mit Negativzinsen.
      Leider lernt der Mensch nicht aus vergangenen und aktuellen Finanzkrisen. Die blanke Gier wird weiterhin unterstützt und durch Steuergelder abgesichert.
      Wie auch immer: am Schluss zahlen immer die Bürger.
      5 1 Melden
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  • Fahrgast 08.05.2016 20:17
    Highlight Ein Volk wird von der EU und der "politischen Elite" zugrunde gerichtet...
    39 6 Melden
    • Spooky 09.05.2016 02:58
      Highlight @Fahrgast
      Ich kann das nur unterschreiben. Wie recht du hast! Leider checken das nur Wenige.
      6 4 Melden
    • Anam.Cara 09.05.2016 06:38
      Highlight @Fahrgast: im Moment sieht es tatsächlich so aus. Aber das hat eine Vorgeschichte. Und wenn man ein bisschen tiefer gräbt, findet man vielleicht heraus, dass Regierung und EU das Problem nicht oder nicht direkt verursacht haben, sondern die Gier der Menschen.
      1 6 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 08.05.2016 19:54
    Highlight Warum führen die Griechen nicht das bedingungslose Grundeinkommen ein, dann würds doch allen gut gehen?
    20 34 Melden
    600
  • rodolofo 08.05.2016 19:24
    Highlight Vielleicht ist ein Ende mit Schrecken (Austritt von Griechenland aus der EU, Bankrott und dann Neuanfang) doch besser, als ein Schecken ohne Ende (Abwürgen der Wirtschaft mit immer mehr Sparen, weniger Konsum, weniger Wirtschftsleistung, usw.).
    Das Ziel der Geldgeber ist klar: Mit einer wilden Privatisierung alles zum Ramsch-Preis verhökern und auf der anderen Seite zum Schnäppchenpreis erwerben!
    Hatten wir nicht schon etwas ähnliches in Russland?
    Und erklang damals im Chaos nicht der Ruf nach einem starken Führer?
    Auch in Griechenland steht der Faschismus bereit, die Macht zu übernehmen!
    26 3 Melden
    • Hussain Bolt 08.05.2016 23:42
      Highlight In Russland herrscht kein Faschismus.
      9 12 Melden
    • Spooky 09.05.2016 00:23
      Highlight @rodolofo
      "Auch in Griechenland steht der Faschismus bereit, die Macht zu übernehmen!"

      Nicht der Faschismus steht bereit, aber die Mafia. Genau so wie damals 1989 in der Sowjetunion.

      Heute bildet die ehemalige Mafia in Moskau die Regierung.

      In Griechenland kann sich Ähnliches wiederholen.
      14 1 Melden
    • Anam.Cara 09.05.2016 06:45
      Highlight @Mein Herzli hast Du für den Teil "das Ziel der Geldgeber ..." bekommen.
      Stell dir vor, Du bekommst eine Firma wegen der maroden Zustände für ein Butterbrot. Sobald die Krise durch die Bürger finanziert wurde und sich die Wirtschaft stabilisiert hat, verkaufst Du die Firma wieder zum Wert vor der Krise.
      Mit etwas Geschick kannst Du das Kapital in 3-4 Jahren verfünffachen.
      So funktioniert unsere globalisierte, freie Marktwirtschaft tatsächlich. Der Staat ist nur noch da, um allfällige Verluste dieses Casinos zu tragen.
      6 2 Melden
    • rodolofo 09.05.2016 07:16
      Highlight Ich halte Russland heute für faschistisch regiert.
      Das Perfide an modernen Erscheinungsformen des Faschismus ist, dass sie sehr vielfältig sind und darum nur schwer erkennbar sind.
      So trägt Putin (ganz bewusst?) kein Hitlerschnäuzchen,
      Assad (auch genannt "der Bandwurm") ebenfalls nicht. Und Erdogan ist ein ober-raffinierter Islamo-Faschist, der an keinem Vollbart erkennbar ist...
      Gemeinsam ist allen, dass sie militärische "Lösungen" bevorzugen, dass sie ihren Willen mit "eiserner Faust" durchdrücken wollen und dass sie die Welt mit Stacheldrahtzäunen und Mauern untereinander aufteilen wollen.
      4 3 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 08.05.2016 18:24
    Highlight Die Völker bluten damit die Abzocker Reichtum anhäufen können. Wann hört das auf? Wo ist die Grenze?

    Warum sollte nach dieser Meldung noch irgendein Grieche irgendeinem Sparprogramm zustimmen?

    http://www.watson.ch/!381473866
    68 16 Melden
    • Jol Bear 08.05.2016 20:16
      Highlight Die Krise hat vielerlei Ursachen: jahrzehntelange Miss- und Schuldenwirtschaft im Land selber, Klientelpolitik, Zentralismus zu Gunsten der Polit-und Wirtschaftseliten, unflexibler Arbeitsmarkt, Einführung des Euro, Rettungspakete, bei denen die Geberländer den eigenen Profit nie vernachlässigt haben. Es sind nicht nur "die andern" schuld. Die gewählten griechischen Regierungen sind Hauptursache.
      18 3 Melden
    • Alnothur 08.05.2016 23:00
      Highlight Rhabarber, manchmal hat man bei dir das Gefühl, dass dir das absolute Grundwissen darüber, wie Geld und Kredite funktionieren, fehlt. Griechenland hatte und hat Schulden bei diesen Banken, weil es sich Geld geliehen hat. Was passiert, wenn man Geld nicht zurückbezahlen kann? Genau: man ist bankrott. Alles Geld, das "die EU" sozusagen im Namen von Griechenland zurückbezahlt hat, hat diese Situation verhindert. Vielleicht sollte man nächstes Mal beim Kreditaufnehmen etwas mehr nachdenken...
      6 14 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.05.2016 23:00
      Highlight Das ist schon klar. Aber trotzdem darf es nicht sein, dass das ganze Geld, das eigentlich Griechenland retten soll, zu 95% wieder nur Banken saniert.
      16 5 Melden
    • Alnothur 08.05.2016 23:00
      Highlight Übrigens, auf diesem Blog gibt es sehr detaillierte Hintergrundinfos aus erster und zweiter Hand, ohne Medien dazwischen: https://danielfunkgriechenlandblog.wordpress.com/
      4 4 Melden
    • Alnothur 08.05.2016 23:57
      Highlight @Rhabarber: ich befürchte, ich muss mich wiederholen... Das Geld wurde benutzt, Schulden zurückzubezahlen, weil Griechenland selbst es nicht konnte. Stattdessen kann Griechenland jetzt das Geld, das sie dank den Sparprogrammen zusätzlich zur Verfügung haben, in Anstrengungen zur Änderung des Status Quo investieren (ich hoffe, sie tun's auch), anstatt damit die gerade erwähnten Schulden abzustottern. Das Geld kommt also grundsätzlich wirklich an.
      4 11 Melden
    • _kokolorix 09.05.2016 06:53
      Highlight Man darf doch nicht einfach ausblenden das die Banken die Hauptschuld trifft.
      Es ist die Aufgabe des Kreditgebers die Bonität seiner Kunden zu prüfen. Die Banken haben sich voll darauf verlassen, dass der europäische Steuerzahler einspringen wird. Merkel und Schäuble haben ihnen recht gegeben.
      Bei einem normalen Bankgeschäft müssen die Banken solche Verluste selber tragen.
      Dieses Verhalten ist Betrug. An den Griechen weil sie es den Regierungen erst ermöglichten so über die Stränge zu schlagen, an den Eu Bürgern weil sie für ihre Risiken einspringen müssen.
      7 0 Melden
    • rodolofo 09.05.2016 07:23
      Highlight Die Banken haben Griechenland das Geld nachgeworfen, in der naiven Annahme, ein Staat könne gar nicht bankrott gehen.
      Umgekehrt müssen wir, wenn wir von einer Bank einen Hypothekar-Kredit erhalten wollen, jenste Sicherheits-Garantien erfüllen, wie: 20% Eigenkapital, regelmässiges, genügendes Einkommen, einwandfreien Leumund, etc.
      Währen die Grossbanken beim "grossen Geld" ähnlich vorsichtig und pingelig, wie beim "kleinen Geld", dann käme es nicht zu solchen "Mega-Pleiten", wie in Griechenland!
      "Sorgfaltspflicht verletzt!" kann ich da nur sagen, oder: "Selber schuld! Schreibt das ab!"
      8 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.05.2016 09:06
      Highlight Danke für die Infos Leute und danke für den interessanten Link dziltener.
      4 0 Melden
    • Alnothur 09.05.2016 09:33
      Highlight Die Banken sind doch kein Mami, das verantwortlich ist, wenn das kleine Griechenland etwas falsch macht.
      Und: natürlich, man hätte die ehrliche Variante nehmen können: Deutschland & co. halten sich an ihr Versprechen, für andere Länder keine "Defizitgarantie" zu übernehmen, man lässt Griechenland pleite gehen. Was dann los gewesen wäre, kann man sich gut vorstellen. Zugegeben, wäre meine favorisierte Lösung gewesen im übergeordneten Sinne, aber für die Griechen wärs wohl um Einiges schlimmer.
      1 2 Melden
    • rodolofo 10.05.2016 08:38
      Highlight Wir kommen bei solchen Diskussionen darüber, wer Schuld hat, immer wieder an den selben Punkt:
      Die Einen sagen: Die GriechInnen sind selber verantwortlich, wenn sie Schulden machen, die sie dann nicht tragen können!
      Die Andern sagen: Die Banken sind selber schuld, wenn sie "Drögelern" Geld nachwerfen!
      Beide haben recht. Darum bringt uns die Zuweisung von "Schuld" auch nicht weiter!
      Im Falle von Griechemland kommt hinzu, dass das Volk bestraft wird für die Sünden seiner "Elite". Das ist ungerecht, aber leider typisch...
      Wir könnten jetzt sagen: Selber schuld, dass Ihr solche Politiker habt...
      0 0 Melden
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  • Gelöschter Benutzer 08.05.2016 18:24
    Highlight Die Finzanzmafia plündert Griechenland aus bis alle Griechen in die Armut abdriften. Bravo EU.
    64 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.05.2016 19:10
      Highlight Wichtiger als das Ausplündern des sowieso schon immer amren Griechénlands, ist die Erkenntnis, dass man einen solchen Raubzug sogar mit einem im Grunde rebellischen Volk wie den Griechen machen kann.

      Was meinst du wie einfach dies bei den Deutschen geht!

      Oh, wurde da auch schon längst gemacht. Und diese Schlaumeier haben bis heute nix gemerkt, weil sie - gedankt sei der Bild - damit beschäftigt sind sich über die Griechen zu ärgern.

      Welche übrigens von genau den gleichen Gaunern aufs Kreuz gelegt wurden.

      Hahahaha 😂😂😂
      24 0 Melden
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  • Gelöschter Benutzer 08.05.2016 17:45
    Highlight ich hoffe, nein ich wünsche mir, dass wenn die nächste tranche gezahlt wird, dieses mal dieses geld in griechenland verbleibt und nicht in einem null-summen-spiel den eu-banken überwiesen wird, damit diese dann damit deren aktionäre noch glücklicher machen können auf kosten der allgemeinheit!
    49 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.05.2016 19:58
      Highlight Schulden sollte man eigentlich zurückzahlen. Als sie das Geld früher von den bösen Kapitalisten ausgeliehen hatten, wussten sie das sie zurückzahlen müssen. Wozu die Empörung?
      8 32 Melden
    • peeti 08.05.2016 22:56
      Highlight @weltbürger: Bei Kreditgeschäften gibt es immer ein Risiko - genau dafür erhielten ja die Banken jahrelang fette Zinsen. Und jetzt müssten sie die Schulden eigentlich abschreiben, selber Schuld wenn man solche unsicheren Kredite vergibt. Dank toobigtofail haben die EU-Steuerzahler die Schulden übernommen.
      16 0 Melden
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  • kliby 08.05.2016 17:34
    Highlight nachdem wir ja gesehen haben, dass 95% der 'hilfspakete' der eu und iwf zu den banken der geberländer flossen, ists verständlich, dass die bevölkerung dieses perfide spiel nicht mehr mitmachen will.
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    • Bijouxly 08.05.2016 20:54
      Highlight Das hat nicht direkt was mit den Tranchen zu tun. Das System müsste auch reformiert werden ohne die Gelder, denn es kann so nicht funktionieren. Die Misswirtschaft (und davon auch, dass seeeeehr viele Durchschnittsgriechen keine Steuern zahlten, nein, nicht nur die Oberschicht) der letzten 20 Jahre wird nun einfach schonungslos aufgedeckt.
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