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Brand in Lesbos: Tausende Flüchtlinge fliehen aus Lager – Brandstiftung nicht ausgeschlossen

Publiziert: 19.09.16, 21:28 Aktualisiert: 20.09.16, 06:08

Ein Feuer im Flüchtlingslager «Moria» hat die griechische Insel Lesbos am Montagabend ins Chaos gestürzt. Die mehr als 3000 Flüchtlinge und Migranten, die sich im Lager aufhielten, flohen vor den Flammen.

Das Feuer konnte noch am Abend unter Kontrolle gebracht werden, verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Ein Grossteil des Hotspots soll nach Augenzeugenberichten aber den Flammen zum Opfer gefallen sein.

Schon in den vorhergehenden Tagen war die Situation auf Lesbos angespannt; mehr als 500 Bürger hatten am Wochenende gegen den überfüllten Hotspot protestiert, darunter auch Mitglieder der rechtsextremistischen griechischen Partei «Goldene Morgenröte». Am Montag kam es dann in den Reihen der Flüchtlinge zu Krawallen und auch zu Brandstiftung, deren Ursache noch nicht endgültig feststehen.

Die griechische Agentur ANA berichtete, Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Migrantengruppen hätten dazu geführt; bei der Athener Tageszeitung «Kathimerini» hiess es, im Lager habe es Gerüchte gegeben, nach denen erneut Abschiebungen von Migranten in die Türkei geplant seien, weshalb die Situation eskaliert sei.

Proteste gegen Abschiebung

Fest steht: Bereits im Laufe des Montags hatten mehrere hundert Migranten gegen die angeblich drohende Abschiebung protestiert. Am Nachmittag sei dann an verschiedenen Stellen inner- und auch ausserhalb des Lagers Feuer gelegt worden, berichtete die griechische Zeitung «To Vima». Zunächst seien deshalb mehr als 100 Minderjährige aus dem Lager in Sicherheit gebracht worden.

Später sei die Lage dann ausser Kontrolle geraten und die über 3000 Bewohner des Lagers seien geflohen. Viele machten sich demnach zu Fuss auf den Weg zur rund sechs Kilometer entfernten Inselhauptstadt Mytilini, in deren Hafen die Fähren Richtung Athen ablegen.

Schon länger fordern die Flüchtlinge, aufs griechische Festland reisen zu dürfen, um den Zuständen im Hotspot zu entkommen, aber auch in der Hoffnung, sich von Athen aus weiter nach Mittel- und Nordeuropa durchschlagen zu können.

Überfüllte Auffanglager

Die Situation der Flüchtlinge auf den griechischen Ägäis-Inseln verschlechtert sich stetig. Die Auffanglager sind überfüllt, die Menschen fürchten ihre Abschiebung in die Türkei, die der europäisch-türkische Flüchtlingspakt seit März vorsieht. Immer wieder kommt es zu Krawallen und gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Auch die Inselbewohner wollen die Situation nicht länger hinnehmen – auf Lesbos und auch auf der Insel Chios gab es in den vergangenen Tagen wiederholt Demonstrationen gegen die Flüchtlingslager.

Weil alle Flüchtlinge, die nach dem 20. März illegal nach Griechenland eingereist sind, Asyl beantragen können und die Verfahren sich in die Länge ziehen, wurden erst rund 500 Menschen zurück in die Türkei geschickt.

Das Flüchtlingslager in Moria, Lesbos, im Februar dieses Jahres.  Bild: EPA/ANA-MPA

Neuankömmlinge werden auf den griechischen Inseln festgehalten, so dass die Auffanglager schon überfüllt sind. In Moria auf Lesbos sollen 1500 Menschen Platz finden. Zuletzt harrten dort bis zu 3000 Flüchtlinge aus. Insgesamt leben nach Angaben des griechischen Flüchtlingskrisenstabs bereits mehr als 13'000 Migranten auf den Inseln Lesbos, Kos, Chios, Leros und Samos. (sda/dpa)

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22 Kommentare anzeigen
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600
  • Angelo C. 20.09.2016 12:40
    Highlight Die ganze anfängliche Aufregung mit den üblichen Mutmassungen über rassistisch inspirierte Brandstiftung haben sich - einmal mehr - als falsch erwiesen 🙄!

    Die sich prügelnden und untereinander oft unverträglichen Migranten haben offenbar ihr Camp selbst abgefackelt, und nicht wenige wurden inzwischen festgenommen und dem Richter zugeführt :


    http://www.blick.ch/news/ausland/achtzehn-festnahmen-nach-brand-im-fluechtlingslager-von-lesbos-war-das-absicht-id5510510.html
    8 0 Melden
    600
  • Kurt Bucher 20.09.2016 11:12
    Highlight jaja wer im Reisebüro Europa nicht hinreisen darf wo er gerade Lust hat brennt eben aus Protest sein Zelt nieder...
    Tolle Gäste!
    10 2 Melden
    600
  • Saraina 20.09.2016 08:14
    Highlight Gemäss glaubwürdigen Angaben von dort tätigen Freiwilligenorganisationen sind es nicht 3000 sondern um die 5000 Menschen, die dort in einem Camp für 1500 festsitzen. Die Kinder darunter ohne Schulbildung, und alle auf Unterstützung von Freiwilligen angewiesen. Traumatisierte Menschen werden weiterhin traumatisierenden Bedingungen ausgesetzt, müssen neuerdings teilweise jahrelang so ausharren, bis sie im Rahmen von Familiennachzug zu ihren Verwandten in europäische Länder gelangen können. Und die eh schon verarmten Griechen werden im Stich gelassen. Banken allerdings, werden teuer gerettet.
    6 20 Melden
    • Wisegoat 20.09.2016 12:52
      Highlight Würden die Griechen tun was seit März gilt, nämlich die Leute die nicht asylberechtigt sind und das sind bekanntlich fast alle, in die Türkei zurückschaffen, dann wären die Platzverhältnisse im nu ganz anders. Dann wären die 1500 Plätze mehr als ausreichend.
      8 2 Melden
    • Soli Dar 20.09.2016 21:08
      Highlight Wisegoa, ihr Bemerkung ist einfach nur völlig daneben. Hauptache zu allem eine Meinung, doch leider haben sie von vielem keine Ahnung. Aber Haupsacge gegen Flüchtlinge hetzen...
      2 2 Melden
    • Wisegoat 20.09.2016 21:25
      Highlight Soli Dar: Nur weil meine Meinung nich der ihren entspricht? Etwas faschistisch? Nicht? Dann erkären sie mir als Fachperson im Migrationswesen die Sachlage, sie offensichtlich gem. Ihrer Aussage Alleisdende/r. Ich bin gespannt.
      2 1 Melden
    • Wisegoat 20.09.2016 21:37
      Highlight Ausserdem weiss ich nicht was an der Aussage daneben sein soll, wenn Griechenland konsequent gem. Abkommen nicht Asylberechtigte in die Türkei schickt. Und wer Asyl erhalten darf, lesen sie am besten in der Flüchtlingskonvention nach. Was da steht trifft auf wenige der Migranten zu.
      2 0 Melden
    • Saraina 21.09.2016 08:32
      Highlight Die Griechen schaffen Leute, die nicht asylberechtigt sind zurück. Nur dauert es Monate, bis mit dem bisschen Personal die Anträge bearbeitet und dann eben abgelehnt sind. Es gibt Menschen, die warten Monate, bis sie überhaupt einen Antrag stellen können, und täglich treffen neue Flüchtlinge ein. Griechenland ist mit der Situation überfordert, und das restliche Europa murrt, leistet aber keine Unterstützung. Versprochene Gelder und Personal kommen nicht .
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  • _kokolorix 20.09.2016 07:40
    Highlight Wer glaubt man könne Menschen nach belieben schlecht behandeln ohne das sie sich auflehnen ist einfach dumm. Diesem Irrtum sitzen die Israelis seit Jahrzehnten auf und die europäischen Politiker hoffen wie immer das Problem bis zu den nächsten Wahlen aussitzen zu können. So traurig es auch ist, es braucht immer erst eine Katastrophe mit dutzenden Toten bevor diese selbstgefälligen Egomanen irgendwas unternehmen. Auch die Probleme der lokalen Bevölkerung werden einfach ignoriert. Man wird den Eindruck nicht los, dass alle auf den grossen Führer warten, der all die Probleme löst...
    3 16 Melden
    • biosignal 20.09.2016 09:26
      Highlight Dieser Vergleich ist absurd, so z. Bsp. in einer Fa. zerstören ein paar Unzufriedene das Inventar und legen Feuer, auch ausserhalb beim Nachbarn. Was macht der Chef?

      Flüchtlinge sind Opfer nicht Täter. Die Einwohner die Flüchtlinge aufnehmen, sind Opfer nicht Täter. Solange sich die Situation in den Ursprungsländer nicht ändert, sollten wir mit Kritik vorsichtig sein.
      2 9 Melden
    600
  • Wisegoat 20.09.2016 07:02
    Highlight Das wird die Motivation die vieler Menschen in Europa enorm bestärken die Schutzsuchenden bei sich willkommen zu heissen.
    17 5 Melden
    • Saraina 20.09.2016 08:16
      Highlight Hoffentlich. Denn dort werden die Menschen ohne Perspektive, Arbeit, Schule und menschenwürdige Lebensbedingungen wahnsinnig. Zudem: sie sind in Europa! Griechenland ist Europa.
      3 13 Melden
    • Wisegoat 20.09.2016 10:50
      Highlight Ja eben, deren Aufnahmebereitschaft steigert sich bekanntlich auch täglich. Gefördert durch solche Aktionen.
      7 0 Melden
    • Saraina 21.09.2016 08:34
      Highlight Ja klar, wenn 9 Menschen einer Gruppe Feuer legen, muss man alle 5500 ablehnen... Nach der Logik sind die Schweizer eine Nation von Kriegsgewinnlern und Wirtschaftskriminellen.
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    600
  • blobb 19.09.2016 22:30
    Highlight Und alle Linken hoffen; es war ein Rechter, wobei alle Rechten hoffen; es war ein Flüchtling.
    Schon krass. Ich ertappe mich manchmal selbst, bei solchen Gedanken.
    Wo führt das nur hin :(
    66 8 Melden
    600
  • Soli Dar 19.09.2016 21:43
    Highlight Unglaublich traurig und wütend macht mich das. Bitte jetzt keine hämische Kommentare der 'das Boot ist voll Fraktion'!
    25 52 Melden
    • Soli Dar 19.09.2016 23:29
      Highlight Ja blitzt ruhig, wenn ihr diesen Menschen den Tod wünscht, aus purer Angst sie könnten euch irgendetwas wegnehmen! Schande, wehe, wenn bei uns die ersten Asylunterkünfte brennen, dann will es wieder keiner gewesen sein!
      21 42 Melden
    • poga 20.09.2016 06:19
      Highlight Dein Fazit @Soli Dar. Du hast keinen Bock von anderen zu höhren, dass sie die Flüchtlinge nicht hier haben wollen. Deiner Bitte wurde Rechnung getragen. Dafür wurde dein Kommentar geblitzt weil er doch ziemlich egoistisch ist.
      22 1 Melden
    • Wisegoat 20.09.2016 07:06
      Highlight @Soli Dar:

      Die zünden die Unterkünfte aus ja selber an.
      26 3 Melden
    600
  • Stipps 19.09.2016 21:40
    Highlight Toll. Ich staune über die stoische Belastbarkeit ... die Ideologisierung war europaweit ziemlich erfolgreich, die letzten Jahrzehnte ...
    23 27 Melden
    • Soli Dar 19.09.2016 23:24
      Highlight Genau solche hämische Kommemtare nützen Niemandem!
      17 28 Melden
    • Fabio74 19.09.2016 23:53
      Highlight Und was willst und damit sagen?
      Anhand einer Katastrophe solche polemischen Kommentare abzugeben ist schäbig!
      14 29 Melden
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