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Varoufakis bereut Homestory-Fotos

Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis kämpft um sein Ansehen in der Bevölkerung. Dabei geht es jedoch weniger um politische Kurskorrekturen als vielmehr um einige Fotos in dem französischen Magazin «Paris Match».

15.03.15, 10:03 16.03.15, 16:22

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Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis bereut, dass er und seine Frau sich für das französischen Magazin «Paris Match». fotografieren liessen. Die Illustrierte zeigte den Politiker zu Hause in Athen beim Klavierspielen, auf seiner Terrasse, beim Essen.

«Ich frage mich: Gefällt mir diese Ästhetik? Nein. Und ich bereue es. Wir beide bereuen es.»

Varoufakis am Sonntag im griechischen Fernsehen

Unterdessen dementierten Regierungskreise in Athen Berichte, wonach eine Entmachtung des Ministers unmittelbar bevorstehen könnte. Einige Medien verwandelten hier «Wunschträume» in Nachrichten, wurde in Athen erklärt.

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Kritik an stundenlanger Fotoproduktion

Varoufakis erklärte am Sonntag, warum er sich auf die Fotos eingelassen habe. «Der Text, der diese Reportage begleitet, hat für uns (Griechenland) politisch sehr viel Gutes in Frankreich gebracht (...) Ich wünschte nur, es gäbe diese Fotos nicht», sagte Varoufakis.

Am Freitag hatte «Paris Match» mehrere Fotos des Finanzministers und seiner Frau in ihrem Penthouse in einem der teuersten Stadtviertel Athens unterhalb der Akropolis veröffentlicht. Einfache Bürger zeigten sich im Fernsehen verwundert, dass sich Varoufakis angesichts der Schuldenkrise stundenlang für solche Fotoproduktionen Zeit nehme.

Die Bilder hatten ein sehr negatives Echo in der griechischen Bevölkerung ausgelöst. Bei Twitter hatten zahlreiche Kritiker ihrem Unmut mit Hohn und Spott Luft gemacht. Unter anderem mit dem Hashtag #litosvios («sparsames Leben»). Damit spielten die Kritiker auf einige Aussagen des Ministers bei dessen Amtsantritt an. Er hatte die Griechen zur Sparsamkeit und einem einfachen Lebensstil animiert.

«Ich misstraue dem Star-System»

Twitter-Nutzer Haris Nikolakakis spottete: «Dieser Fototermin zeigt der ganzen Welt, wie schlecht es in Griechenland läuft.»

Nicht nur die Fotos irritieren viele Beobachter, sondern auch das, was Varoufakis dem französischen Reporter erzählte. Denn seine Aussagen stehen im scharfen Kontrast zu der Fotostrecke. «Ich misstraue dem Star-System», sagte Varoufakis dort. «Dass ich nun Teil davon bin, ist für mich eine grosse Quelle der Besorgnis und der Unzufriedenheit», so der Minister weiter. Er wolle sich aber nicht gegen dieses «Star-System» auflehnen, «denn es bekämpfen, heisst, es in Gang halten». Er könne «ihm nur den Sauerstoff entziehen», so der Minister.

Die griechische Boulevardpresse hatte kürzlich ausgerechnet, dass Varoufakis binnen 30 Tagen mehr als 40 Interviews vor allem im Fernsehen gegeben hat. Kritik an den Fotos war auch aus Regierungskreisen gekommen. «Ich bin offen für Kritik», sagte Varoufakis dazu. (mik/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • Gelöschter Benutzer 15.03.2015 11:41
    Highlight Das hat man davon, wenn man solche selbstherrliche Typen in die Politik beruft. Varoufakis würde sich gescheiter um die desaströse Situation der griechischen Finanzen kümmern, als der existenz-verlorenen Griechen zu zeigen, wie gut es ihm geht. Diese Regierung wird nicht lange am Ruder bleiben.
    4 2 Melden
  • Alex23 15.03.2015 11:13
    Highlight Tja, öffentliche Aufmerksamkeit und Ruhm haben Suchtpotential. Marxismus hin oder her.
    5 3 Melden

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