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In solchen Röhren soll der Hyperloop Geschwindigkeiten von bis zu 1000 km/h erreichen.
Bild: AP/SpaceX

Hyperloop in Kalifornien: Wie ein Flugzeug. Nur ohne Flügel. Und in einer Röhre

Es klingt wie ein irrer Traum: Menschen sollen in Kapseln durch Unterdruck-Röhren rasen – mit mehr als 1000 km/h. Ein Deutscher will die Bahn nun in Kalifornien bauen.

23.12.15, 19:50 24.12.15, 09:41

Margret Hucko

Ein Artikel von

Herr Ahlborn, es klingt nach Science-Fiction: Menschen sollen mit bis zu 1220 km/h von A nach B transportiert werden. In Kapseln, die durch einen Tunnel mit Unterdruck schweben. Warum wollen Sie diese Nerd-Idee von Tesla-Gründer Elon Musk ernsthaft umsetzen?
Ahlborn: Eines der grössten Probleme dieser Welt ist Verkehr. In Metropolen wie Peking ist der Smog oft so dicht, dass man seine Hand vor Augen nicht sieht. Dafür brauchen wir jetzt eine Lösung und nicht erst in 20, 30 Jahren. Aber auch ein anderer Aspekt ist mir wichtig: Unser Arbeitsplatz legt fest, wo wir wohnen. Unser Wohnort wiederum entscheidet massgeblich, wen wir lieben. Ein Transportmittel wie der Hyperloop würde diese Zusammenhänge komplett auflösen: Ich könnte ausserhalb von Berlin leben und trotzdem innerhalb von zehn Minuten in der Stadt sein oder ohne grosse Anstrengung eine Fernbeziehung führen.

Ihre Teststrecke soll in der Reissbrettstadt Quay Valley zwischen San Francisco und Los Angeles entstehen. Wie weit sind Sie?Nächstes Jahr im Mai/Juni beginnen wir mit dem Bau der acht Kilometer langen Teststrecke. 2018/2019 sollen dann die ersten Passagiere transportiert werden.

Die Türen öffnen sich seitlich, damit die Passagier aus- und einsteigen können
Bild: AP/SpaceX

Warum dort?
Quay Valley soll die Zukunftsstadt schlechthin werden: Strom kommt ausschliesslich aus Solarenergie. Mit einem Vergnügungspark, drei Resorts und einer Shoppingmall erhält die Stadt ein riesiges Vergnügungsviertel. Etwa zehn Millionen Besucher pro Jahr könnte der Hyperloop so befördern.

Haben Sie keine Sorge, dass der Hyperloop in dieser Umgebung als Kirmes-Fahrgeschäft wahrgenommen wird statt als ernsthaftes Transportmittel der Zukunft?
Nein, auf gar keinen Fall. Der Vorteil des Systems ist nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Energiebilanz. In Quay Valley wird der Hyperloop mehr Energie herstellen als verbrauchen. Das wirkt sich positiv auf die Betriebskosten aus.

Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Wie wollen Sie denn diese positive Energiebilanz erreichen?
Auf den Oberrohren des Hyperloops werden wir Solarpanele montieren und als Pfeiler dienen Windräder. Ausserdem werden wir beim Abbremsen der Kapseln Energie rekuperieren. Allein dadurch bekommen wir gut 60 Prozent der Energie zurück, die wir für den Antrieb benötigen.

Wie wollen Sie bei einer Kurzstrecke von nur acht Kilometern überhaupt Tempo aufnehmen?
Bei der Teststrecke geht es primär nicht um Geschwindigkeit, sondern mehr um das Fahrerlebnis an sich. Trotzdem werden wir den Geschwindigkeitsrekord für Züge brechen – derzeit liegt dieser bei knapp über 600 km/h für den Shinkansen in Japan. Ob wir auch die Passagiere so schnell befördern werden, darüber haben wir noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Derzeit peilen wir eher 260 km/h an, damit die Menschen Zeit haben, die Reise zu geniessen. Ansonsten wären sie innerhalb von 80 Sekunden am Ziel.

Krass – 80 Sekunden für acht Kilometer. Kann der menschliche Körper das so ohne weiteres wegstecken?
Das ist kein Problem. Letztendlich fühlen die Passagiere nur die Beschleunigung und das Bremsen. Im Flugzeug werden auch Reisegeschwindigkeiten von etwa 1000 km/h erreicht. Das spüren die Flugzeuginsassen ja auch nicht.

Wie wollen Sie die Menschen überzeugen, sich in Kapseln durch Unterdruck befördern zu lassen?
Grundsätzlich gibt es bei uns kaum Unterschiede zum Flugzeug oder zur Bahn. Der Durchmesser einer Kapsel ist mit 3.6 Meter etwa so gross wie der Innenraum eines kleinen Flugzeugs und soll etwa 28 Personen in Dreier- oder Vierer-Sitzreihen befördern. Letztlich ist der Hyperloop nichts anderes als ein Flugzeug ohne Flügel in der Röhre.

Wie werden die Bahnhöfe für den Hyperloop aussehen?
Das wichtigste Kriterium für den Hyperloop-Bahnhof sind schnelle Ein- und Aussteigemöglichkeiten. Nur so können wir grosse Transportkapazitäten erreichen, die wir brauchen, um profitabel zu sein. Idealerweise soll alle 30 Sekunden eine Kapsel starten – immer abwechselnd mit Passagieren drin und Waren beladen. Weil die Reisenden länger als 30 Sekunden brauchen, um einzusteigen, soll das Boarding für mehrere Kapseln gleichzeitig erfolgen. Es wird immer Kapseln geben, die sich in einer Warteschleife befinden, bevor sie in die Röhre kommen.

Für achtzig Kilometer braucht diese Kapsel gerademal acht Minuten
Bild: AP/SpaceX

Wie teuer wird ein Fahrticket für den Hyperloop sein?
Für eine Strecke von San Francisco bis Los Angeles – also für etwa 600 Kilometer – bräuchten wir im Schnitt nur dreissig Dollar als Fahrpreis, um innerhalb von acht Jahren profitabel zu sein. Mein Wunsch wäre es aber, die Fahrgäste gratis zu befördern und stattdessen den Hyperloop übers Digitale zu finanzieren. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Was heisst das: Finanzierung übers Digitale?
Ein Beispiel: Im Hyperloop werden wir statt Fenster Bildschirme an den Seiten haben. Mit einer Tracking-Technologie können wir die Blicke der Insassen verfolgen und werden das Bild so anpassen, dass die Monitore aussehen wie Fenster. Durch die Blickverfolgung sind wir in der Lage, je nachdem wer guckt, unterschiedliche Filme abzuspielen oder Themenwelten einzublenden. So könnte der Hyperloop durch Terminator-Land fahren oder Jurassic Park – und das Ganze natürlich werbefinanziert. Zusätzlich könnten wir Zusatzdienstleistungen anbieten, die auf das Profil der Passagiere zugeschnitten sind wie etwa eine Hotel- oder Flugbuchung.

Das klingt schon sehr nach Phantasialand...
Die Schlüsselfrage für mich lautet: Wie sieht das Geschäftsmodell aus? Soll der Hyperloop tatsächlich durch Transport Geld verdienen oder vielleicht auf dem Immobilienmarkt...

Was hat der Hyperloop mit Häusern oder Grundstücken zu tun?
Kaufe ich ein Grundstück ausserhalb von Los Angeles, dann hat das derzeit einen vergleichsweise geringen Wert. Kündige ich an, zwischen dieser verlassenen Gegend und dem Stadtzentrum einen Hyperloop zu bauen, dann steigt der Landwert. Allein diese Wertsteigerung würde den Bau des Hyperloops finanzieren.

Experten wie der Professor für Luft- und Raumfahrt am Massachusetts Institute of Technology, John Hansman, bezweifeln, dass das Projekt sich finanziell je rechnen wird. Wie hoch beziffern Sie die Kosten für den Hyperloop?
Die Kosten liegen bei etwa 20 Millionen Dollar pro Meile, also etwa 12.4 Millionen Euro pro Kilometer. Zum Vergleich: Ein Kilometer Transrapidstrecke wurde 2002 mit 40 Millionen Euro pro Kilometer veranschlagt.

Ihre derzeit fast 500 Mitarbeiter beziehen kein Gehalt, sondern arbeiten für Aktienoptionen. Das könnte man auch Ausbeutung nennen...
In der Start-up-Szene ist das absolut üblich. Leute, die Leidenschaft haben und mindestens zehn Stunden die Woche für uns arbeiten, bekommen Firmenanteile.

Wer wird in der ersten Kapsel Platz nehmen dürfen, die auf Reisen geht?
Die ersten Kapseln sind für die Investoren und das Team reserviert.

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Brikne, 20.7.2017
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  • Evan 24.12.2015 12:21
    Highlight Ich finde die Schweiz sollte eine Hyperloop Strecke zwischen Zürich und Bern bauen. Swissmetro 2.0 sozusagen. Das wäre mal ein visionäres und interessantes Projekt.
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  • Typu 24.12.2015 09:18
    Highlight Dieses projekt wird umgesetzt werden und daraus ergibt sich ein welterfolg. Überall werden solche tubes gebaut werden. Wieso? -> Futurama, Yoko Tsuno
    Glasklar!
    Ne ernsthaft. Die idee ist in der grundform so simpel, dass sie brilliant ist. Metro gibts ja schon, die fährt auch in (nicht vakuum) tubes. Der hyperloop ist für mich die metro 2.0.
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  • dä dingsbums 24.12.2015 08:20
    Highlight Ich finde das Projekt und die Technologie sehr interessant. Ob es finanziell so einfach aufgeht und realisierbar ist, ist eine andere Frage.
    Aber wahrscheinlich gab es im Jahr 1800 auch genug Skeptische Leute die nicht dachten, dass sich die Eisenbahn rentiert.
    Wir werden sehen.
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  • Gelöschter Benutzer 24.12.2015 00:00
    Highlight Ich würd sofort einsteigen :-)
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  • Yes. 23.12.2015 23:27
    Highlight Mir gefällt der Innovationsgeist. Ob das Projekt dann in dieser Form (30$ für 600km oder sogar gar nichts) realisiert werden kann ist eine andere Frage.
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  • E. Edward Grey 23.12.2015 23:03
    Highlight Bedenken waren um die Sicherheit der Passagiere bei einer notwendigen Evakuierung. Wurde dieses Problem schon gelöst?
    8 0 Melden
    • Ton 24.12.2015 07:35
      Highlight Ein Flugzeug auf Reiseflughöhe kann man auch nicht evakuieren. Ich denke, das Risiko ist hinnehmbar.
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    • dä dingsbums 24.12.2015 08:11
      Highlight Nein, bei einem Erdgebundenen Transportmittel ist das Risiko ist nicht hinnehmbar. Ja, ein Absturz ist ein Absturz, aber wenn ein Flugzeug am Boden ist und ein Feuer ausbricht, muss es auch evakuierbar sein.
      Beim Hyperloop wird es Notausgänge geben. So weit ich das Googeln konnte, verfügt jeder Wagen über Räder und genug Energie, um im Notfall bis zum nächsten Notausgang zu fahren, auch wenn das Magnetfeld nicht aktiv ist.
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  • Zeit_Genosse 23.12.2015 21:42
    Highlight Und wenn es die Amis vor den Chinesen hinbekommen? Viele grosse Ideen werden in den USA realisiert, auch wenn wo anders erfunden. Am Schluss zählt die Umsetzung. Vieles mag abenteuerlich klingen, doch Apple hat die Musikindustrie umgekrempelt und Geräte realisiert, welche wir nicht für möglich hielten. Ohne Internet, GPS, Suchmaschinen, usw. können wir uns ein Leben nicht mehr vorstellen. Die Mobilität muss sich in zwei Dimensionen entwickeln. Der Transport muss ressourcenneutral und schnell sein. Gleichzeitig entstehen Telearbeitsplätze und Tools, die eine Reisen unnötig machen. Go for it!
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  • Taeb Neged 23.12.2015 19:56
    Highlight Die Idee ist uralt. Wie hiess das noch vor fast 20 Jahren? Swissmetro?
    26 4 Melden
    • Zeit_Genosse 23.12.2015 21:46
      Highlight Es zählt nicht die Idee, sondern die intelligente Umsetzung. Die Schweiz hat viele Ideen und Patente, bei der Umsetzung sind andere führend. Bei uns gibt es nur Einsprachen, Bedenken, Finanzierungsprobleme, kurze Weitsicht bis zu den nächsten Wahlen im 4-Jahres-Zyklus (kaum Visionen). Wer wagt, kann auch verlieren und von dem haben wir in der Schweiz Angst. Die Amis haben nur Angst vom nicht aufstehen, wenn sie mal etwas verloren haben. Sie wollen gewinnen.
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    • demokrit 23.12.2015 21:47
      Highlight Jawohl, die Swissmetro, von unserer jämmerlichen Regierung klanglos beerdigt. In der Schweiz fehlen die Vorbilder.
      35 1 Melden
    • Charlie Brown 23.12.2015 21:54
      Highlight Der kleine aber feine Unterschied liegt im zweiten Teil des Wortes... Metro. In der Schweiz wäre das ein Tunnelprojekt. Bin kein Experte, aber in Bezug auf Baukosten bedeutet das sicher einen zweistelligen Faktor. Und mit der Nutzung von Sonnen- und Windenergie wirds dann zuegebenermassen auch schwieriger ;-)
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    • dä dingsbums 24.12.2015 08:17
      Highlight @Tell99: Richtig. 100 Meter Tunnel kosten ein vielfaches von zwei Stützen mit einer Röhre dazwischen.
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    • demokrit 24.12.2015 09:50
      Highlight Natürlich kostet das ein Vielfaches. Na und? Besser als eine zweite Gotthardröhre und ständige Investitionen in alte Technologie (SBB).
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    • Taeb Neged 24.12.2015 12:31
      Highlight Ich würde sofort in eine Swissmetro einsteigen. Am liebsten oberirdisch. Die Bauzeit verbunden mit den enormen Baukosten waren damals auch das Killerargument. Aber die Landschaftspflege wurde auch heute auf die Bäume steigen und jede Menge Einsprachen bringen. Irgendwann wird der Individualverkehr und die ÖV zusammen brechen. Aber erst dann wird vielleicht...
      3 0 Melden
    • dä dingsbums 24.12.2015 12:37
      Highlight 12.4 Millionen pro Kilometer Hyperloop ist ziemlich günstig. Ein Kilometer Alp-Transit kostet mehr als 20 Mal so viel. (Ja, kann man nicht so direkt vergleichen, trozdem).
      Ob man jetzt 4.3 Milliarden investieren würde für die Strecke Genf - St. Gallen oder 80 Milliarden, macht schon einen Unterschied.
      Metro macht in dicht besiedelten Gebieten Sinn. Für längere Strecken eher nicht.
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    • Charlie Brown 24.12.2015 13:06
      Highlight @demokrit: Vom Namen her bist du ja fast Demokrat ;-) insofern kannst du dir sicher vorstellen, dass ein solches Projekt (die Swiss Metro) alleine durch die öffentliche Hand finanziert vor dem Volk keine Chance hätte.

      Bleiben noch die privaten Investoren. Und wenn die nicht investieren liegt es an den schlechten Renditeerwartungen.

      So. Und jetzt würde mich interessieren, warum das jetzt die Schuld unserer "jämmerlichen" Regierung sein soll.
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    • demokrit 24.12.2015 14:16
      Highlight Tell99: Demokrit ist Vorsokratier und hat zum ersten mal vertreten, dass die Welt aus Atomen besteht.

      Also die SBB wird ja auch aus der öffentlichen Hand und den Fahrgästen finanziert und nur wenige mokieren sich daran. (-:

      Meiner Meinung hat in unserer Regierung eine reine Verwaltermentalität um sich gegriffen. Figuren wie Duttweiler fehlen. Eine Strecke Luzern - Zürich HB würde schon aus touristischen Gründen viel Sinn machen, da eh über 90% der Touris nach Luzern reisen.
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    • Taeb Neged 25.12.2015 01:16
      Highlight Geplant war die grossen "Metropolen" zu erschliessen. Zürich Genf Basel und Bern.
      Aber wie gesagt, zuerst muss mal etwas gar nicht mehr funktionieren.
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    • Charlie Brown 25.12.2015 07:45
      Highlight @demokrit:
      [...]
      2002: Der Bundesrat will die Entwicklung des Projekts Swissmetro, dessen technische Machbarkeit vorausgesetzt, weiterverfolgen.
      2002: Nach dem Rückzug der Westschweizer Arbeitgeberverbände (FSP) vom Projekt setzen die Aktionäre von Swissmetro das Kapital um das Zwanzigfache herab, wollen das Projekt aber weiterverfolgen.
      [...]
      2009: Die Swissmetro AG wird wegen fehlender finanzieller Mittel liquidiert.

      Die böse Regierung ist also verantwortlich? Sorry, aber das greift einfach zu kurz.
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    • demokrit 25.12.2015 11:06
      Highlight Tell99:
      1981: Das Projekt erhält die Unterstützung einer Professorengruppe der ETH Lausanne.
      1985: Das Projekt wird im Parlament vorgestellt. Die Gesamtkosten für die Linien St. Gallen–Genf und Basel–Chiasso werden auf 25 Milliarden Franken veranschlagt.
      1986: Der Bundesrat lehnt eine Machbarkeitsstudie für Swissmetro ab. Für ihn ist das Projekt keine Alternative zur Bahn 2000(!).
      1991/1993: Eine Vorstudie und eine Machbarkeitsstudie der ETH Lausanne bezeichnen Swissmetro als machbar und rentabel. Die Achse St. Gallen–Genf würde 14 Milliarden kosten.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Swissmetro
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    • Charlie Brown 25.12.2015 16:42
      Highlight @demokrit: Ja... In den Achzigern.

      Aber 2002 wollte der Bundesrat die Entwicklung weitervefolgen. Was beweist jetzt das in Bezug auf die Regierung? Zudem waren die treibenden Kräfte hinter der Idee zum grossen Teil Parlamentarier (ich kenne den Unterschied zwischen Parlament und Regierung, musst mich nicht aufzuklären).
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    • demokrit 25.12.2015 22:47
      Highlight Tell99: Dann war es schon zu spät. Und der Bund hätte dann m.W. bloss noch eine Seitenfensterrolle übernommen (eine privatwirtschaftliche SBB sehe ich weniger). Das Ganze ist vergleichbar mit der Solarindustrie, in welcher die Schweiz auch einmal führend war und heute dank Doris Leuthard und anderen nur noch Schlusslicht ist. Bei solchen Mammut-Projekten muss man von Anfang an an einem Strick ziehen.
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    • Charlie Brown 26.12.2015 09:14
      Highlight @demokrit: Alles schön und gut. Bedenke einfach, dass auch die Ursprünge der Eisenbahn in der Schweiz privatwirtschaftlich sind. Visionäre Investoren haben das ermöglicht, wohl weil sie einen positiven ROI erwarteten. Wenn dies bei der SwissMetro nicht der Fall ist, bleibt nur noch die Subventionierung über die öffentliche Hand. Und da bezweifele ich halt, dass diese Mehrheitsfähig wäre.

      Ich selbst stehe dem Projekt übrigens sehr positiv gegenüber und glaube, dass es uns viele Mobilitätsprobleme lösen würde.
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    • demokrit 26.12.2015 10:31
      Highlight @Tell99: Das stimmt. Allerdings sind oberirdische Schienen nicht mit der Swissmetro vergleichbar und die Privatwirtschaftlichen Doppelstrukturen führten damals zum Ruin dieser Gesellschaften. Sie mussten ja damals quasi vom Bund gerettet und in die neuen Schweizer Bundesbahnen (SBB) integriert werden.
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