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Von Kindesmissbrauch bis zur Sklavenhaltung – die schrecklich bürokratischen «IS»-Gesetze

02.11.16, 13:51 02.11.16, 14:12

Beim Vorstoss irakischer Soldaten und Milizionäre auf die irakische Grossstadt Mossul bleiben in den befreiten Gebieten Dokumente der vertriebenen «IS»-Terrormiliz zurück. Die Unterlagen und Plakate geben einen Einblick ins strenge und umfassende «IS»-Regelwerk.

Von der richtigen Bartlänge über die Gabe von Almosen bis zur Behandlung von Sklavinnen: Die Dschihadisten haben viele Lebensbereiche bis ins Detail geregelt.

Reporter der Nachrichtenagentur Reuters fanden Dokumente in Büros vor, die bis vor wenigen Tagen von «IS»-Anhängern genutzt wurden. Zwar konnte die Echtheit nicht bestätigt werden, doch Mitglieder der irakischen Streitkräfte erklärten, diese seien authentisch.

Die Steuereintreiber des «IS»

Wer unter der «IS»-Herrschaft gegen die Regeln verstiess, wurde Dorfbewohnern zufolge bestraft: Dies reichte vom öffentlichen Auspeitschen bis zur Hinrichtung in Mossul, wo der sogenannte «Islamische Staat» («IS») vor gut zwei Jahren sein Kalifat ausgerufen hatte.

Kampf um Mossul

Die Terroristen ordneten etwa auf einer Karte in der Grösse eines Portemonnaies an, wie die Bewohner richtig zu beten haben und wie die Füsse dafür gewaschen werden sollen. Almosen – die im Islam vorgeschrieben sind – werden in einem fünfseitigen Heft erklärt, auf dem Goldarmbänder, Diamantringe und Getreide abgebildet sind. Wer sich nicht daran hält, muss mit Strafen rechnen.

Tunnelmenschen vom «IS»

Im Dorf Schura, wo kürzlich sieben Selbstmordattentäter beim Sturm auf die Armee erschossen wurden, führten die «IS»-Terroristen penibel genau auf, wer wie viele Almosen abgeliefert hat. In den Einträgen wurde auch vermerkt, ob ein Bewohner Gold, Immobilien oder Autos besitzt. Zudem wurden die Monatsgehälter notiert.

Anleitungen für Missbrauch

Dem «IS» war es im Irak anders als der Al-Kaida gelungen, weite Teile des Landes unter seine Kontrolle zu bringen und in den eroberten Gebieten eine Verwaltung aufzubauen. Bei ihrem Vormarsch begingen die Dschihadisten auch Gräueltaten an der Bevölkerung. So wurden viele Andersgläubige getötet oder versklavt und unter «IS»-Kämpfern verteilt.

Dies ist nach ihren eigenen Regeln erlaubt. Details sind in einem Heft geregelt, das 32 Fragen und Antworten enthält. «Nichtmuslimische Frauen dürfen Konkubinen sein», heisst es darin. Kämpfer können demnach zwei Schwestern gleichzeitig besitzen, aber nur mit einer von ihnen Sex haben.

Auch für Kindesmissbrauch gibt es einen Freibrief. Mädchen, die vor der Pubertät stünden, könnten Konkubinen werden, an denen sich die «IS»-Leute «erfreuen» dürften, allerdings ohne Beischlaf, heisst es in den Anweisungen. In einer Frage geht es darum, ob sich mehrere Dschihadisten eine Sklavin teilen können. Die Antwort: Nur ein Besitzer darf mit ihr schlafen.

Tschüss Burka und Nikab: Frauen entledigen sich nach der Befreiung von der «IS»-Herrschaft ihrer Vollverschleierung

Kurze Hosen ja, aber nur mit langem Bart

Opfer der «IS»-Kämpfer wurden auf dem Vormarsch vor allem Jesiden. Angehörige dieser Minderheit werden von den radikalen Sunniten als Ungläubige betrachtet. Hunderte jesidische Frauen fielen in die Hände der Terroristen.

Nach den Regeln der Gruppe müssen Frauen vor allem zu Hause bleiben und in der Öffentlichkeit einen schwarzen Ganzkörperschleier tragen.

Männern ist es dagegen sogar erlaubt, kurze Hosen zu tragen. Der Bart muss aber die richtige Länge haben. In einem der Merkblätter wird sogar erklärt, was eigentlich ein Bart ist. Es handle sich um «Haar, das in deinem Gesicht und auf deiner Wange wächst».

Jesidische Flüchtlinge im April 2016 an der griechisch-mazedonischen Grenze. Bild: EPA/ANA-MPA

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(sda/reu)

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Pulo112, 20.12.2016
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  • rodolofo 03.11.2016 07:55
    Highlight An den Kleidervorschriften, welche sie erlassen und an der Tatsache, DASS sie Kleidervorschriften erlassen, kannst Du sie erkennen!
    Alles läuft darauf hinaus, einer autoritären Sado-Maso-Sekte den Anschein von Legalität und Rechtschaffenheit zu geben.
    Der "Islamische" Staat ist also nur die Spitze eines Eisbergs, der weit hinein reicht in unsere sogenannte "Zivilisierte Gesellschaft", die ja auch auf dem Buckel von Sklaven errichtet wurde und auf sehr viel Strukturelle Gewalt aufbaut.
    Den Islamischen Staat zu unterbieten ist nicht schwer, Multikulturelle Demokratie zu erreichen jedoch sehr...
    2 1 Melden
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  • pachnota 02.11.2016 20:18
    Highlight Es würde mich nicht wundern, wenn die SP u. die Grünen geschlossen dem Islam beitreten würden.
    Ruth Genner und Regula Ritz in der Burka...natürlich freiwillig! ; )
    6 28 Melden
    • Ivan der Schreckliche 02.11.2016 21:26
      Highlight Islam nicht gleich IS/Daesch, just sayin.
      und falls du ein "trollxDxD" sein willst, hör auf, es isch nicht lustig.
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  • Hans Gseh-Cho 02.11.2016 19:51
    Highlight Was soll man da sagen, bzw. schreiben.
    Bin sprachlos, traurig aber froh, KEINER Religion anzugehören. Ich bin frei von zwängen, muss nicht in den Himmel und auch nicht in die Hölle. Und ich habe Mitgefühl für alle, die in oder wegen der Religion leiden. Es gibt aber auch eine Lösung für alle. Befreit euch selbst. Seid euer eigener Jesus. Niemand kann euch zwingen einen Glauben anzunehmen
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  • maxi 02.11.2016 18:09
    Highlight diese religion der liebe und ihre angänger... sympathisch wie eh und je...
    21 16 Melden
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  • pachnota 02.11.2016 17:39
    Highlight Religion ist eben eine Bedrohung.
    Unsere Linken haben das merkwürdigerweise vergessen. Zu lange waren sie von der Idee; "Multikulti" fasziniert, um jetzt noch aus eigener Kraft den turn around zu schaffen.
    22 39 Melden
    • äti 02.11.2016 19:22
      Highlight Ui, Multikulti ist eine Religion?
      21 5 Melden
    • LaPaillade #BringBackHansi 02.11.2016 19:31
      Highlight Ahja, weil die Schweiz ja soooo ein homogener Kulturraum und gar nicht Multikulti ist, gell?
      Multikulti seit 1848.
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  • smarties 02.11.2016 16:32
    Highlight Da gehts mir kalt den Rücken runter
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  • Vaduzer 02.11.2016 16:31
    Highlight Ob ich Gold, Immobilien oder ein Auto habe, weiss auch under Staat. Ebenso was ich verdiene....
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  • MikoGee 02.11.2016 15:59
    Highlight Hat was von den "Rules of Engagement" der Amerikaner, in diesem Falle aber für die Bevölkerung.
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