International

Irakische Soldaten schützen ihre Atemwege. Bild: ALAA AL-MARJANI/REUTERS

Giftige Schwefeldämpfe gefährden «IS»-Gegner – wurde eine Fabrik angezündet?

23.10.16, 05:51 23.10.16, 09:19

In der Nähe der irakischen Stadt Mossul hat eine Schwefelgaswolke Krankenhauskreisen zufolge bei fast 1000 Menschen Atemprobleme ausgelöst. Die giftigen Gase seien von einer brennenden Fabrik herübergeweht, sagten Mediziner in der Stadt Kajjara. Die Menschen seien behandelt worden. Über Todesfälle wurde zunächst nicht berichtet.

Das US-Militär geht davon aus, dass die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») die Schwefelfabrik auf ihrem Rückzug angezündet hat. Irakische Truppen rücken derzeit immer weiter auf die «IS»-Hochburg Mossul vor.

Auch US-Truppen waren von der Schwefelgaswolke betroffen: Soldaten auf dem für die Mossul-Offensive zentralen Luftwaffenstützpunkt in Kajjara trugen nach Angaben des Militärs Gasmasken, um sich vor den Dämpfen zu schützen. US-Experten würden zudem Luftproben untersuchen, um mögliche Gefahren zu identifizieren.

Schwarzer Rauch durchzieht den Himmel bei Mossul. Bild: ALAA AL-MARJANI/REUTERS

Auch irakische Soldaten waren mit Gasmasken zu sehen, die sie allerdings noch nicht über Mund und Nase gezogen hatten. Die US-geführte Allianz hat nach eigenen Angaben irakische Sicherheitskräfte und kurdische Peschmerga mit mehr als 24'000 Gasmasken ausgerüstet.

Dem US-Militär zufolge war die Schwefelfabrik bereits vor zwei Tagen in Brand geraten. Einem Bericht des irakischen Fernsehens zufolge konnte der Brand am Samstag gelöscht werden. Über dem Gebiet war weisser Qualm zu sehen, der sich mit schwarzem Rauch aus brennenden Ölquellen vermischte. Auch diese Ölanlagen sollen vom «IS» angezündet worden sein. (cma/sda/reu)

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Brikne, 20.7.2017
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  • Pasch 23.10.2016 18:59
    Highlight Also beim Bild zum Artikel frag ich mich grad was der Soldat im Hintergrund grad denkt und obs vom vorderen so schlau ist ihm den Rücken zuzudrehen...
    0 0 Melden

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