International

Deutscher IS-Terrorist Deso Dogg ist möglicherweise noch am Leben

Das Pentagon hatte seinen Tod bestätigt, doch jetzt kommen Zweifel auf: Nach «Spiegel»-Informationen lebt der deutsche IS-Terrorist Denis Cuspert alias Deso Dogg möglicherweise noch.

18.11.15, 14:20 18.11.15, 14:36

Ein Artikel von

Denis Cuspert, alias Deso Dogg, soll doch noch am Leben sein
Bild: DPA

Denis Cuspert, einer der bekanntesten deutschen Islamisten, ist entgegen anderslautenden Meldungen vermutlich noch am Leben. Das berichtet der «Spiegel» unter Berufung auf deutsche Sicherheitsbehörden.

Der aus Berlin stammende Ex-Rapper, Künstlername Deso Dogg, gilt als Führungsfigur der Terrorgruppe Islamischer Staat. Am 16. Oktober, kurz vor seinem 40. Geburtstag, sollte er angeblich in der Nähe der syrischen Stadt Rakka bei einem US-Luftangriff getötet worden sein – so hatte es unter anderem das US-Verteidigungsministerium kurz darauf bestätigt.

Deutsche Sicherheitsbehörden haben daran jedoch massive Zweifel. Laut «Spiegel» soll es einen nach dem 16. Oktober abgefangenen Telefonmitschnitt geben, auf dem Cuspert als Sprecher identifiziert worden sei. Der Dschihadist war in der Vergangenheit bereits mehrfach fälschlich für tot erklärt worden.

Derweil steigt die Zahl der Ermittlungsverfahren bei der Bundesanwaltschaft gegen mutmassliche Dschihadisten aus Deutschland sprunghaft an. Nach «Spiegel»-Informationen hat sie sich in den vergangenen acht Monaten nahezu verdoppelt.

Die Behörde hat demzufolge im März 68 Straf- und Ermittlungsverfahren mit Bezug zu Syrien und zum Irak geführt. Inzwischen sei man in Karlsruhe bei einer gut dreistelligen Zahl von Fällen angelangt.

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, warnte im «Spiegel» vor Anschlägen, die mit denen in Paris vergleichbar sein könnten: «Die Anschlagsserie in Frankreich kann Nachahmungstätern als Vorbild oder zumindest Ansporn für eigene Planungen dienen.» Er beobachte mit Sorge die teils «euphorischen» Reaktionen im Internet auf die Attentate vom vergangenen Wochenende.

Anti-Terror-Razzia in Saint-Denis, Paris

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
4Alle Kommentare anzeigen
4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • Gelöschter Benutzer 18.11.2015 17:47
    Highlight Schade.
    8 1 Melden
  • Ron Collins 18.11.2015 17:44
    Highlight WHO CARES!!???
    5 1 Melden
  • Jan. 18.11.2015 17:17
    Highlight Hört doch bitte auf diverse Extremisten derart zu hypen...
    25 1 Melden
  • Max Havelaar 18.11.2015 14:28
    Highlight Kann gut sein, dass der joch lebt. Man sollte auch die Meldung über den Tod von diesem Jihad John nicht allzu ernst nehmen.
    31 3 Melden

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Weltweit gab es seit 1970 über 156'000 Terroranschläge. In der Schweiz ist seit 20 Jahren niemand mehr einem Attentat zum Opfer gefallen. Doch in den 70er- bis 90er-Jahren ermordeten Terrorgruppen teils Hunderte Menschen jährlich in Westeuropa. Eine Übersicht von 1970 bis Manchester 2017.

Zusammenfassung: In den 70er- bis 90er-Jahren töteten meist europäische Terrorzellen jährlich 100 bis 400 Menschen in Europa. Seit der Jahrtausendwende nehmen die Attentate in Westeuropa und in der Schweiz stark ab. Von 2001 bis 2015 entfielen nur 0,3 Prozent der Terroropfer auf Westeuropa. Hauptsächlich aufgrund der Attentate in Paris und Nizza stieg die Opferzahl zuletzt wieder auf rund 150 Menschen pro Jahr, sprich auf das Niveau der 80er-Jahre. Weltweit nimmt der Terrorismus seit 2005 zu …

Artikel lesen