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Hat das Hilfswerk «World Vision» in Gaza der Hamas Millionen überwiesen?

05.08.16, 18:21 06.08.16, 17:21

Ein ranghoher palästinensischer Mitarbeiter der Organisation World Vision soll westliche Hilfsgelder in Millionenhöhe an die im Gazastreifen herrschende Hamas weitergeleitet haben. Das behauptet der israelische Inlandgeheimdienst Schin Bet.

Mohammed el-Halabi, Leiter der Zweigstelle der internationalen Hilfsorganisation in Gaza, sei am 15. Juni am Eres-Kontrollpunkt zwischen Israel und dem Gazastreifen festgenommen worden, teilte der Geheimdienst am Donnerstag mit.

World-Vision-Gebäude in Jerusalem.
Bild: AMMAR AWAD/REUTERS

Man gehe von einer Summe von bis zu rund 50 Millionen Dollar aus, die für militärische Zwecke missbraucht wurden, sagte ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums. El-Halabi wurde am Donnerstag vor einem Bezirksgericht in Beerscheva angeklagt.

World Vision erklärte, el-Halabi sei als zuverlässiger und gewissenhafter Kollege bekannt. «Nach derzeitigem Informationsstand gibt es keinen Anlass, anzunehmen, dass die Anschuldigungen begründet sind.» Man sei «schockiert». World Vision werde alle nötigen Schritte in die Wege leiten, um den Sachverhalt schnellstens aufzuklären. Ein Sprecher der radikalislamischen Hamas in Gaza wies die Vorwürfe als «Lügen» zurück.

Auch für World Vision Schweiz stehen «zum jetzigen Zeitpunkt Vorwürfe im Raum, für die noch keine Beweise vorliegen», wie die Organisation am Freitag mitteilte. World Vision Schweiz finanziere derzeit keine Entwicklungsprojekte im Gazastreifen.

Mohammad El Halabi soll Gelder veruntreut haben. Bild: DUDU GRUNSHPAN/REUTERS

Schwierige Hilfe in Gaza

Im Gazastreifen stellten nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mehrere Hilfsorganisationen vor ein paar Jahren ihre Tätigkeit ein, weil sie eine Kriminalisierung ihrer Arbeit befürchteten. Mehrere Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats verpflichten Staaten sicherzustellen, dass ihr Geld für humanitäre Hilfe nicht Terrororganisationen zugute kommt.

Das IKRK hat deshalb verschiedentlich gefordert, dass Staaten in ihrer Antiterror-Gesetzgebung über eine Ausnahmeklausel für die humanitäre Hilfe verfügen. Um Hilfsgüter in Gebieten unter Kontrolle sogenannter Terrororganisationen zu verteilen, müssen die Hilfsorganisationen etwa mit Vertretern solcher Organisationen verhandeln können, ohne kriminalisiert zu werden.

Bereits auf die Vorwürfe gegen den Mitarbeiter von World Vision reagiert haben Australien und Deutschland. «Wir unterbrechen die Finanzierung für Programme in den Palästinensergebieten, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind», hiess es in einer Mitteilung des australischen Aussenministeriums.

Deutschland setzt ebenfalls seine Hilfszahlungen bis auf Weiteres aus, wie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie das Auswärtige Amt am Freitag mitteilten.

(sda/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • pamayer 06.08.2016 02:37
    Highlight Israel hat kein Interesse daran, dass die Weltöffentlichkeit den Blick auf Palästina legt. Wenn sich Gelegenheit bietet, Palästina zu verunglimpfen, ist Israel rasch dabei. Die israelische Palästina-Politik schreit zum Himmel und die Palästinenser sind auch keine Engel. Eine explosive Kombination.
    2 8 Melden
    • Beobachter24 06.08.2016 18:25
      Highlight Auf den Punkt gebracht.

      Die Blitzer sympathisieren mit einem de facto Apartheidsstaat. Ob die das überhaupt wissen?
      1 2 Melden
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  • Libertas 05.08.2016 18:45
    Highlight Das ist ja eigentlich Sonnenklar, dass dies geschieht. Gaza bekommt unglaubliche Mengen an Hilfsgelder aus der ganzen Welt. Die Menschen müssten da eigentlich im Paradies leben. Aber das Geld wird grossmehrheitlich von der Hamas abgezweigt und für Propaganda und Waffen gebraucht. Und die Schuld an der Misere wird dann auf Israel abgeschoben.
    Gut dass das Ganze langsam bekannt wird, dann hören die Menschen hier vielleicht mal auf zu spenden.
    12 17 Melden
    • TheRabbit 06.08.2016 07:35
      Highlight Es ist schwierig wie im Paradies zu leben, wenn
      - deine Wasserversorgung von Israel kontrolliert wird.
      - dein Haus alle paar Jahre zerbombt wird
      - Israel dir immer mehr Land wegnimmt
      - du selber fast keine Lehrer stellen kannst.
      - Deine Wirtschaft am Arsch ist wegen der Blockade

      Ganz ehrlich, die Waffen, die die Hamas zur Verfügung hat, sind ein schlechter Witz.
      4 8 Melden
    • Libertas 06.08.2016 10:08
      Highlight Bei TheRabbit hat die palästinensische Propagandaindustrie offenbar gefruchtet....
      7 2 Melden
    • TheRabbit 06.08.2016 16:00
      Highlight Libertas glaubst du wirklich was du sagst?

      Es sind Fakten:
      Das Land gehörte vorher den Arabern
      Das Wasser wird kontrolliert
      Es wird alles zerbomt, aber nichts aufgebaut.
      Die Siedler sind Illegal.
      Jede Kritik gegenüber Israel wird gleich als Angriff stigmatisiert.
      Aber die Politik in Isreal ist nicht über alle Zweifel erhaben.
      2 5 Melden
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