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Bietet 1000 Gefangenen aus einem Dutzend Staaten die Gelegenheit zur Beichte: Papst Franziskus. Bild: EPA/ANSA

Vom Regen in die Traufe: 1000 Gefangene dürfen dank Papst Franziskus zur Beichte

Publiziert: 03.11.16, 22:14 Aktualisiert: 04.11.16, 07:57

Anlässlich des zu Ende gehenden «Heiligen Jahres der Barmherzigkeit» der römisch-katholischen Kirche empfängt Papst Franziskus am Wochenende 1000 Gefangene aus einem Dutzend Staaten zu einem besonderen Ereignis im Vatikan. Sie können die Beichte ablegen und durch die Heilige Pforte im Petersdom schreiten.

Während eines Heiligen Jahres wird denen, die die sonst geschlossene Pforte durchschreiten, nach katholischem Glauben unter bestimmten Bedingungen ein vollständiger Erlass ihrer Sünden gewährt. Begleitet werden die 1000 Gefangenen von etwa 3000 Familienangehörigen.

Am Sonntag werden sie dann an einer vom Papst im Petersdom zelebrierten Messe teilnehmen. Einige Gefangene wurden zur Bewährung verurteilt, andere stehen unter Hausarrest und wieder andere verbüssen lebenslange Haftstrafen, weswegen sie eine Sicherheitseskorte bekommen.

«Gelegenheit für grosse Amnestie»

Während der Messe mit einem Gefangenenchor aus Bologna werden vier Häftlinge Zeugnis über ihre jeweilige Geschichte ablegen. Die bei der Eucharistie ausgegebenen Hostien wurden von Insassen des Hochsicherheitsgefängnisses Opera bei Mailand hergestellt.

Kurienerzbischof Rino Fisichella, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung, erklärte am Donnerstag, die Anwesenheit von Gefangenen im Petersdom sei für den Papst die «Gelegenheit einer grossen Amnestie» für die Reumütigen.

Als Papst Franziskus vom Winde verweht wurde:

Das Heilige Jahr steht im Zeichen der Barmherzigkeit und endet am 20. November mit der feierlichen Wiederverschliessung der Heiligen Pforte. Bereits am 13. November werden Kathedralen weltweit ihre eigenen heiligen Tore schliessen, die sie aus Anlass des «Jubeljahrs» geöffnet hatten. (tat/sda/afp)

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  • lilie 04.11.2016 07:13
    Highlight Verstehe den Titel zwar nicht, aber ich finde es eine schöne Aktion von Papst Franziskus. Gefangene sollen die Gelegenheit haben, sich auf verschiedenen Ebenen mit ihren Straftaten auseinanderzusetzen. Für gläubige Verbrecher kann eine solche Aktion ein wichtiger Schritt sein, ihr Leben grundlegend zu überdenken und sich dazu zu entscheiden, in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen. Es kann ein Anfang sein.
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    • Fumo 04.11.2016 08:11
      Highlight Der Titel entstammt halt von einem Atheisten und ist alles andere als objektiv zu betrachten. Genau wie der abfallenden Unterton im gesamten Artikel der den ganzen Anlass unterschwellig ins Lächerliche zieht.
      Finde die Aktion auch gut weil wie du sagst, wer daran glaubt wird dadurch eine für ihm persönlich wichtige und entscheidende Erfahrung machen. Kein Mensch auf diesen Planet hat das Recht so etwas als "Traufe" zu bezeichnen und so dem betroffenen Menschen die Freude daran zu nehmen.
      7 1 Melden
    • Joël 05.11.2016 07:21
      Highlight Es ist eine eigennützige Machtdemonstration des Klerus, der den Menschen Sand in die Augen streut, indem er vorgibt, dass - wenn sie es wollen - "Gott" dazu gebracht werden kann, "Sünden" zu vergeben. Sagt der Klerus aber nein,so sagt auch "Gott" nein.
      Danach können sie die Gläubigen leichter manipulieren.
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    • Fumo 05.11.2016 08:24
      Highlight Nein es ist eine Möglichkeit selbst mit seiner Vergangenheit abzuschliessen.
      Manche bezahlen dafür einen Psycholog, andere gehen zu einen der einem gratis zuhört weil er es gerne macht.
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  • Joël 04.11.2016 04:47
    Highlight So ein Hokupokus.
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  • Gilbert Schiess 03.11.2016 23:41
    Highlight "Vom Regen in die Traufe"
    Der Titel gefällt mir.
    Das hätte unser Sekten Blogger Stamm, nicht besser hin gekriegt.
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