International

Japan plant eine Erhöhung der Walfangquote – aus «wissenschaftlichen» Gründen. symbolbild: EPA/GREENPEACE

Schlupfloch Wissenschaft: Japan will im Nordpazifik deutlich mehr Wale töten

Kritik an seinem Walfang prallt an Japan ab. Die Nummer Drei der Weltwirtschaft will die Jagd auf die Meeressäuger nach Information von Walschützern sogar ausbauen.

Publiziert: 14.11.16, 10:56

Japan will seine Jagd auf Wale im Nordpazifik nach Angaben von Walschützern erheblich ausweiten. Die Fangquoten für Seiwale würden nach einem neuen «Forschungsprogramm» der Japaner von 90 auf 140 Wale erhöht. Die Quote für Zwergwale sei auf 174 nach bisher 102 Walen gestiegen, teilte die Artenschutzorganisation Pro Wildlife mit.

«Das Schlupfloch der Wissenschaft soll noch stärker als bisher missbraucht werden», kritisierte Sandra Altherr von Pro Wildlife. Ausser im Nordpazifik fängt Japan Wale auch in der Antarktis. Die Nummer Drei der Weltwirtschaft beruft sich dabei auf eine Ausnahmeregelung der Internationalen Walfangkommission (IWC), wonach Wale zu wissenschaftlichen Zwecken getötet werden dürfen.

Ein bisschen Good News: Menschen, die Tiere retten

Die IWC hatte kürzlich ein neues Prüfverfahren für den «Wissenschaftswalfang» beschlossen. Wer diesen wie Japan betreiben will, muss sein Programm von einer neuen Arbeitsgruppe begutachten lassen. «Japan macht mit seinem neuen Programm deutlich, wie wenig es sich um internationale Konventionen schert», sagte Altherr.

Japans neues Programm für den Nordpazifik laufe über 12 Jahre und solle im kommenden Frühjahr beginnen. Dies sei ein Verstoss gegen IWC-Resolutionen, da der Walfangkommission die Möglichkeit genommen werde, das Programm vor Beginn zu prüfen, kritisierte die Sprecherin von Pro Wildlife. Insgesamt würden 3768 Wale sterben.

Altherr warf Japan ausserdem vor, sein neues Walfangprogramm just am Tag der US-Präsidentschaftswahl vorgelegt zu haben: «Das Timing der Pläne ist perfide: Nach der Walfangtagung vor zwei Wochen und mit der Aufregung um Donald Trumps Wahl sollen Japans skandalöse Pläne unter den Radar der öffentlichen Wahrnehmung fallen», erklärte Altherr. (gin/sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Neuauszählung: Trumps grösstes Problem ist nicht mehr, dass Clinton gewinnt

Ku-Klux-Klan im Aargau? Ein Fackel-Umzug gegen Asylbewerber wird kontrovers diskutiert

Österreich übt den Skistil der Zukunft – warum das die Schweizer kalt lässt

Wie du dir das Weihnachtsessen mit den Kollegen vorstellst – und wie es wirklich wird

Hol dir die catson-App!

Deine Katze würde catson 5 Sterne geben – wenn sie Daumen hätte.
1 Kommentar anzeigen
1
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • MikoGee 14.11.2016 14:59
    Highlight 3768 Wale? Das ist Krank! Würde mich echt wundern wie die das Rechtfertigen...ach ja, stimmt:
    4 0 Melden
    600

Japaner frieren 5000 Fische in Kunsteisbahn ein – nicht alle finden das lustig

Sie hielten es für eine ganz tolle Idee: Die Betreiber des Vergnügungspark Space World in Kitakyushu im Südwesten Japans haben rund 5000 echte Fische in ihrer Kunsteisbahn eingefroren, darunter Sprotten und Makrelen. Mit diesem «Eisaquarium» wollten sie den Besuchern eine besondere Attraktion bieten.

Womit sie wohl nicht gerechnet hatten, war der Online-Shitstorm, der über sie hereinbrach. Auf der Facebook-Seite von Space World hiess es, der Park verhalte sich «respektlos gegenüber dem …

Artikel lesen