International

Andrea Constand, die Bill Cosby in dessen erstem Strafprozess wegen sexueller Nötigung verklagt, hat ihr jahrelanges Schweigen gebrochen und den US-Entertainer direkt mit den Vorwürfen konfrontiert. Bild: AP/Pool Getty Images North America

Klägerin Constand bricht ihr Schweigen in Prozess gegen Bill Cosby

07.06.17, 18:24 07.06.17, 18:36

Andrea Constand, die Bill Cosby in dessen erstem Strafprozess wegen sexueller Nötigung verklagt, hat ihr jahrelanges Schweigen gebrochen und den US-Entertainer direkt mit den Vorwürfen konfrontiert.

In einer mehr als dreistündigen Aussage im Gericht in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania beschrieb sie Medienberichten zufolge am Dienstag, wie Cosby sie an einem Abend im Januar 2004 mutmasslich unter Drogen gesetzt habe und sexuell übergriffig geworden sei. Am dritten Tag des Verfahrens sollte sie am Mittwoch erneut aussagen.

Die 44-jährige Constand unterdrückte laut einem Bericht des «Philadelphia Inquirer» Tränen, als sie beschrieb, wie Cosby ihr drei blaue Pillen gegeben und sie sexuell genötigt habe.

Nach Einnahme der Tabletten habe sie sich wie «eingefroren» gefühlt, sagte sie dem TV-Sender CNN zufolge. «Ich fühlte mich wirklich gedemütigt und war sehr verwirrt. Ich wollte einfach nach Hause gehen.» Auch Constands Schwager, eine weitere Zeugin in einem ähnlich gelagerten Fall sowie deren Mutter haben in dem Prozess ausgesagt.

Richter Steven O'Neill hat für den Prozess, der am Montag begann, zwei Wochen angesetzt. Da in den ersten Tagen einige der wichtigsten Zeugen auftraten, könnte der Prozess aber auch früher enden.

Cosby bestreitet die Vorwürfe und hat angekündigt, nicht auszusagen. Trotz der insgesamt 60 Frauen, die ihm sexuelle Übergriffe vorwerfen, geht es im Prozess nur um besagten Kontakt mit Constand im Januar 2004. Bei einem Schuldspruch durch die zwölfköpfige Geschworenen-Jury drohen dem 79-Jährigen mehrere Jahre Haft. (sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Coding soll für Gymeler ein Pflichtfach werden

Bub mit Down-Syndrom modelt für bekannte Kleidermarke 

Timberwolves crashen mit Buzzer Beater Oklahomas zu frühe Siegesparty

SBB dürfen ihr Monopol zwei weitere Jahre behalten

 Auch James Toback mit Vorwürfen konfrontiert

Swisscom und UPC sperren hunderte Webseiten: Jetzt kannst du sehen welche

Kinder? Nöö! Warum sich  junge Frauen unterbinden lassen wollen

Zweistöckige Autobahn, Flüster-Asphalt und Tempo 85 – wilde Ideen in der Verkehrs-«Arena»

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
4Alle Kommentare anzeigen
4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • Helona 08.06.2017 06:33
    Highlight Nochmals, um es klar zu sehen. Ein 66jähriger gibt einer 31jährigen drei blaue Pillen, welche die dann einfach so schluckt? Über die Vorwürfe, die insgesamt gegen Cosby erhoben werden, mag ich nicht urteilen. Diese Geschichte finde ich jedoch äusserst unglaubwürdig.
    0 0 Melden
  • BigE 07.06.2017 20:46
    Highlight Schade, dass die Frauen erst so viel später den Mut haben und die Unterstützung erhalten, um auszusagen. Leider hat eine derart späte Aussage immer einen faden Beigeschmack. Und den haben die Opfer nicht verdient! Ich hoffe von Herzen, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Wie immer die auch sein mag!
    30 1 Melden
  • Waedliman 07.06.2017 18:53
    Highlight Ich will nicht despektierlich erscheinen, aber meine erste Reaktion auf das Foto von Frau Constand war: "Meine Güte, wann war diese Frisur mal modern?"
    30 28 Melden
    • Pasch 07.06.2017 20:00
      Highlight Gillt wohl noch als Beweismittel und daher unverändert!
      45 7 Melden

Weder Muslim noch Latino – kennt darum keiner die Story von Fast-Attentäter Michael Estes?

Am 6. Oktober platzierte Michael Christopher Estes im Asheville Regional Airport im US-Bundesstaat North Carolina eine Bombe – eine Explosion konnte verhindert werden, verletzt wurde niemand. Doch weshalb gelangte der geplante Anschlag nicht an die Öffentlichkeit? 

Fünf Tage zuvor – am 1. Oktober – ermordete Attentäter Stephen Paddock mit Schüssen aus einem Hotel in Las Vegas 58 Menschen, über 500 weitere wurden verletzt. Das Massaker geht als dasjenige mit der höchsten Opferzahl überhaupt in die Geschichte der USA ein. Schütze Paddock richtete sich selber, Amerika war schockiert, die Welt übte sich in Beileidsbekundungen.

Nicht mal eine Woche später setzte Michael Christopher Estes seinen Plan in die Tat um, er platzierte im Asheville Regional Airport im …

Artikel lesen